Was Wenns Regnet im Interview mit Musiktipps24.com

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Was Wenns Regnet dürfte euch in den letzten Wochen mehr als einmal über den Weg gelaufen sein, immerhin handelt es sich hierbei um die Band des Musiktipps24.com-Gründers Kiki. Er und auch sein Bruder schreiben bzw. haben lange Jahre für das Magazin geschrieben, sind aber im Herzen immer Rocker geblieben.

Was Wenns Regnet – Das sind Kiki (Voc), Bobo (Bass), Eike (Git, Voc), Tim (Git) und Max (Dr) die mit deutschem Rock vom Niederrhein und der neuen Single „Vor meiner Tür“ gerade durchstarten. Die Band befindet sich zur Zeit noch im Studio um an weiterem neuen Material zu arbeiten und will nach längerer Schaffenspause in diesem Sommer zurück auf die Bühne. Das Video zur Single ist gerade im Kasten. Nun bereiten die fünf „Niederrheiner aus dem Pott“ das Video zur zweiten Single vor. Musiktipps24 sich die Band geschnappt und zum Interview gebeten…

Wie seid ihr zur Musik gekommen und seit wann macht ihr das?
Die Wurzeln der Band reichen bis in Omas Wäschekeller zurück. Mit Kikis erstem Schlagzeug hat dort 1995 alles angefangen. Omas Wäsche wollte in den feuchten Kellergefilden nicht trocknen also haben wir gezwungenermaßen noch ein paar große Verstärker eingekauft um Opas Feinrippunterhosen mal ordentlich trocken zu pusten. Wir haben es, nebenbei bemerkt, bis heute nicht geschafft den Schleudergang von Omas altbackener Waschmaschine zu übertönen, arbeiten jedoch weiterhin daran.

Im Wäschekeller? Probt ihr da noch heute oder hat Oma euch bereits vor die Tür gesetzt?
Ende der Neunziger haben auch wir zum ersten Mal von der Globalisierung profitiert und Oma einen neumodischen Wäschetrockner spendiert. Den kann sie übrigens bis heute nicht bedienen. Danach haben wir einen unterhosenfreien Proberaum bezogen und den Angriff auf die Bühnenbretter dieser Welt gestartet.

Im Netz Findet man noch viele der älteren Sachen. Euer Album „Wo auch immer“ liegt sechs Jahre zurück. Was habt ihr gemacht? Und wann habt ihr wieder angefangen?
Ich glaube wir alle sind ziemlich heimatverbunden und so haben wir dem Niederrhein nie wirklich den Rücken gekehrt. Wir haben einfach abgewartet bis das Internet die Welt zu uns bringt und dafür damals auf einen gemeinschaftlichen Band-Umzug Richtung Hamburg oder Berlin verzichtet.
Wegen der Umbauarbeiten am Internet haben wir die Band dann 2006 auf Eis gelegt und mit der neuen DSL-Standleitung 2011 wieder ins Leben gerufen. Das warten hat sich gelohnt, soviel steht fest.

Also trägt die Telekom die Schuld an der langen Schaffenspause?
Nach elf Jahren Träumerei haben wir wohl alle mal eine kleine Pause gebraucht. Wir haben deswegen ja nicht gleich die Musik an den Nagel gehangen sondern in verschiedenen Projekten weitergemacht. Und auch untereinander haben wir uns nicht aus den Augen verloren. Wir waren, sind und bleiben ein übelst verschworener Haufen, das sieht man doch.

Dann war das von langer Hand geplant?
Ehrlich gesagt wussten wir das gar nicht so genau und haben einfach alles laufen lassen. In der Zwischenzeit ist wirklich viel passiert, vor allem privat hatten wir einige Schicksalsschläge zu verpacken. Das hat mit ein wenig Abstand betrachtet am Ende vielleicht auch zu den vielen neuen Erfahrungen geführt die wir in den neuen Songideen verarbeiten. Ich glaube, was uns früher nicht ganz klar war, bringen wir heute auf den Punkt. Sowohl textlich als auch musikalisch.
Von langer Hand geplant war nur der Umzug einiger Bandmitglieder in den Duisburger Raum. Damit wollten wir unsere Zugehörigkeit zum Ruhrpott unterstreichen. Wir bezeichnen uns gern als ruhrpöttische Niederrheiner – das ist eine Randgruppe.

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben? Ihr kennt das Spiel mit der Schublade…
Für Oma sind wir bis heute die Helden der Unterhosen-Schublade. Das ist handgemachter deutscher Rocksound der jeden Schlüpfer trocken pustet. Was denn sonst!?
Wir glauben dass wir etwas zu erzählen haben und versuchen das in unsere Songs zu packen. Das nun in der Pop-, Punk- oder Rockschublade abzulegen ist doch wohl ganz klar dein Job.

Was waren die bisherigen Meilensteine eurer musikalischen Karriere? Gibt es da besonders erwähnenswerte Anekdoten?
Wir waren damals noch ganz klein, fühlten uns aber wie die größten als wir 1997 zum ersten Mal vor über tausend Menschen eine Bühne betreten durften. Wir haben uns in unserem jugendlichen Leichtsinn schon vor dem Konzert völlig abgeschossen, so dass wir am Ende total bedröhnt die Bühne betreten haben. Wir haben den Laden zwar Gott weiß warum gerockt, aber alles was mir persönlich davon in Erinnerung geblieben ist – der erste zerstörte Backstageraum meiner Karriere und jede Menge Ärger. Ansonsten sind wir wohl alle gerade mit Leib und Seele in die Arbeit an den neuen Songs vertieft. Alles andere war gestern.

Wo wir gerade bei Ärger sind…. zwei Brüder in einer Band, fliegen da nicht manchmal die Fetzen?
Das ist ohnehin eher familiär zu sehen in unserer Band. Wir haben einen großen Eßtisch an dem alle im Proberaum gemeinsam zu Abend essen. Dort wird per Handzeichen natürlich nur nacheinander und mit leerem Mund gesprochen. Und auch sonst werfen wir uns ein Wollknäuel zu bevor wir das Wort erteilen. Das geht alles ganz friedlich zu zwischen uns. Wir reagieren uns lieber an Backstageräumen ab.

Wann wird es ein Album geben? Und wann und wo seid ihr demnächst live zu sehen?
Wir haben gerade die Studioarbeit an den ersten zwei Songs abgeschlossen und mit dem Video zu „Vor meiner Tür“ die erste Single veröffentlicht. Im Frühjahr sind weitere Studiotage gebucht. Außerdem arbeiten wir fleißig an den Ideen für das nächste Video. Da ist einiges in Arbeit.
Im Sommer werden wir dann auch endlich wieder live auf der Bühne stehen. Die genauen Termine gibt es dann rechtzeitig.

Zu guter Letzt noch eine Stellungnahme zu eurem Bandnamen? Was hat es damit auf sich?
Forrest Gump’s Mutter sagt, das Leben sei eine Pralinenschachtel, man weiß nie was man bekommt. So ist das mit dem Wetter auch. Das suchst du dir nicht aus, das beeinflusst du nicht. Stehst du im Regen musst du das hinnehmen. Meine Oma würd sagen, alles eine frage der richtigen Kleidung. Aber meine Oma hat eben auch eine ganz Rockband im Rücken die sich um die Wäsche kümmert!

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