Diablo 3: Wir wollen einfach nicht warm werden…

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Nachdem ich mich zuletzt relativ selten zu „Diablo 3“ ausgelassen habe, muss ich heute doch noch einmal zum Spiel äußern und damit zudem auf einen Kommentar reagieren, der mir schlechte Recherche und mehr oder weniger keine Fachkompetenz zuspricht. Darüber lässt sich nun streiten, aber ich will das auch nicht so unkommentiert lassen 😉

Also zuerst einmal: Ich habe den ersten und zweiten Teil nicht gespielt, vielleicht liegt es daran, dass ich nun mit dem dritten Teil nicht so recht Freund werden will. Mir ist aber durchaus bekannt, worum es in Diablo 3 oder auch anderen Hack N‘ Slay-Titeln geht. Und mir ist ebenso bekannt, dass es in dem Sinne kein „echtes Ende“ gibt. Normalerweise zockt man so Games nicht wegen einem Ende, sondern wegen besserer Waffen, aufsteigen im Level und und und…

Blöderweise, und das finde ich grad mal wirklich doof, funktioniert bei mir das Konditionieren mit neuen Gegenständen gar nicht. Mein Gehirn entwickelt diesen Suchtfaktor scheinbar nicht, viel eher scheint es mich alle paar Minuten fragen zu wollen, was ich da eigentlich mache. Ich haue Monster, sammele Sachen ein und haue wieder neue Monster. Spätestens nach 30 Minuten wird mir das einfach öde. Und ob ich dabei gerade ein magisches Schwert oder meinetwegen nen vergammelten Filzpantoffel gefunden habe, geht mir am Arsch vorbei.

Soll heißen: Diablo 3 hatte es von Anfang an nicht leicht in meinen Händen. Trotzdem aber, weil alle Welt den Titel im Vorfeld gehyped hat, habe ich ihn auch mal vorbestellt. Vielleicht in der Annahme, dass nach rund 12 Jahren Entwicklungszeit ein Meilenstein der Videospielegeschichte entsteht. Ich meine, in der Zeit muss doch mehr drin gewesen sein, als nur ein paar Monster, die platt gehauen werden müssen. Ganz ehrlich: Das deutlich ältere „Sacred 2“ sieht nicht viel schlechter aus und hat nahezu ähnliches zu bieten. Schon hier war ich persönlich enttäuscht. Was hat Blizzard in der ganzen Zeit gemacht?

In einem Post berichtete ich, dass zwei Koreaner das Spiel in 5 Stunden durchspielten. Natürlich ist mir klar, dass die ne Art Speedrunning durch die Welt von Diablo 3 gemacht haben und mit keinem NPC geredet haben. Trotzdem ist auch ihr Ergebnis in meinen Augen bezeichnend. In 5 Stunden durch eine Welt durchballern, an der die Macher 12 Jahre arbeiteten….was also haben die in der ganzen Zeit gemacht?
Haben wir extra ein bisschen weniger bekommen, damit sich Download Contents besser verkaufen oder ist das einfach alles, was man eben auf die Beine gestellt hat?!

Was mich aber am meisten ärgert und das war schon am ersten Tag ein Kriterium nach dem ich das Game am liebsten auf den Müll geworfen hätte: Ich will spielen wann ich will und nicht dann, wenn Blizzard es endlich mal schafft, dass die Scheiss-Server laufen. So lange ich Diablo 3 als Einzelspieler spiele, will ich nicht zwangsläufig zu einer Internetverbindung genötigt werden. Werde ich aber, ich muss online sein und mich mit dem Battlenet-Server verbinden. Oh Mann….

Grafisch ist „Diablo 3“ durchaus auch ganz ok, aber auch hier habe ich einfach Sprünge erwartet. Nicht nur kleine Hasensprünge, sondern quasi Meilensteine. Blizzard hätte das Genre revolutionieren können. Stattdessen bringe sie unzählige Fans gegen sich auf und waren auch – in meinem Fall – nicht in der Lage einen Neuspieler auf ihre Seite zu ziehen.

Um das nebenbei zu erwähnen: Menschen mit meiner Meinung sind eindeutig in der Minderheit, denn im großen und Ganzen kommt „Diablo 3“ vor allem bei seinen Fans sehr gut an. Also kann das Spiel natürlich kein voller Reinfall sein. Mich persönlich stören aber die oben angegebenen Punkte. Und die stören mich teils so massiv, dass ich keine Lust mehr daran habe.
Einzig einen Lichtblick gab es: Ich habe mit einem Freund zusammen mal kurz ins Spiel hineingeschaut und wenn man dann doch mal zu Zweit durch die Horden schnetzelt, dann wird Diablo 3 ganz witzig. Problem dabei: Bis jetzt hat das Zusammenspiel eher selten ohne Probleme geklappt.

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