„X Factor“-Halbfinale: Mati, Edita und Big Soul kämpfen ums Finale!

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Heute kämpfen die verbliebenen Top 3 Acts Edita Abdieski, Mati Gavriel und „Big Soul“ um den Einzug in das große „X Factor“-Finale. Erstmals im Verlauf der Show-Reihe wird es keinen Entscheidungssong mehr geben. Die Kandidaten müssen im Halbfinale und im Finale die Zuschauer mit ihren Live-Auftritten direkt überzeugen. Die Jury berät, coacht und bereitet weiter die Lieder und Performances mit ihren Schützlingen vor – einen unmittelbaren Einfluss auf die Entscheidung, wer das Ticktet für das große „X Factor“-Finale erhält, haben sie dagegen nicht mehr. Mit diesen Songs wollen die drei besten Acts der Showreihe die Zuschauer von sich überzeugen – und ihr Weiterkommen ins alles entscheidende Finale der Casting-Show sichern:

Kategorie 16 – 24 Jahre / Mentorin Sarah Connor:
– Mati Gavriel (24), Ausstatter für Musikvideos aus Berlin, singt „Imagine“ von John Lennon sowie „You are not alone“ von Michael Jackson

Kategorie 25 Jahre + / Mentor Till Brönner:
– Edita Abdieski (25), Kellnerin aus Köln, singt „Blame it on the Boogie“ von den Jackson Five sowie „You are so beautiful“ von Diana Ross

Kategorie Gruppen / Mentor George Glueck:
– „Big Soul“, Quartett aus Hamburg, singt den Song „As“ von Stevie Wonder sowie „I’ll be there“ von Michael Jackson

Freuen dürfen sich die Zuschauer auch auf die  Kult-Band Gossip mit Frontfrau Beth Ditto, die ihre vierte Single-Auskopplung „Men in Love“ aus ihrem aktuellen Hit-Album „Music for Men“ auf der „X Factor“-Bühne präsentieren werden. Auch der US-Rappers Flo Rida gastiert mit seiner aktuellen Hit-Single „Club can’t handle me“ im Halbfinale von „X Factor“.

„Scheiße, seht Ihr gut aus“, lautet Jochen Schropps erste Ansage an die Jury. Die drei am Richterpult haben sich mal wieder schick gemacht, dem Anlass entsprechend eben. Aber es soll ja um die Kandidaten und die Musik gehen. Die erste auf der Bühne ist Edita Abdieski. Sie singt als ersten Song „Blame it on the Boogie“ von den Jackson Five – für alle, die die Band nicht kennen: Das waren Michael Jackson und seine Brüder als kleine Piefkes (naja, zumindest Michael war noch ein ganz kleiner, der aber schon großartig Musik machen konnte). Edita kommt im schwarz-weißen Pinguin-Look, trägt offene, lockige Haare und wirkt sehr entspannt. Keine Spur von der von Till erwähnten Nervosität. Toll gesungen – und vor allem toll getanzt! Sarah Connor macht erstmal ein Kompliment an Tänzer und Choreografen, findet aber, dass der Gesang unter dem Tanz gelitten habe. That’s Show, Mrs. Connor: Am Mikro kleben und einigermaßen singen können viele, aber so eine Show hinlegen und immer noch so gut singen, ist eine Kunst. George Glueck nennt Edita ein Ausnahmetalent und verrät, dass der Komponist des Songs ein alter Freund von ihm ist und heute zuschaut. Er könnte sich vorstellen, dass Edita einmal ein Star im Musicalbereich wird. Und Till ist ganz begeistert von seinem Schützling. Alle Kommentare sind irgendwie vorhersehbar, nicht wahr? Schließlich will keiner dem Kandidaten der anderen so richtig dolle Lob aussprechen.

Mati Gavriel hat sich wieder Großes vorgenommen: „Imagine“ von John Lennon ist der Inbegriff des visionären Träumers – und eine meiner All-Time-Lieblingsnummern. Die Bühne ist in blaues Licht getaucht; Mati sitzt am Flügel, und eine dicke Kerze darauf zaubert zusätzlich romantische Stimmung auf die Bühne. Auch wenn einige Töne daneben gehen: Dieser Titel passt zu Mati, und vor allem zu seiner jugendlich-unschuldig klingenden Stimme. Er trägt die Nummer zwar mit Pathos, aber nicht zu viel davon, vor. Eine gute Songauswahl – auch wenn mir das Original immer noch besser gefällt. „Du traust Dich wirklich an alle meine Götter und meine Idole – Wow!“, ist Georges Kommentar. Er schließt nicht aus, dass Mati gewinnen könnte – und da schließt Till sich an. Sarah ist stolz darauf, dass sie Mati coachen darf.

Eine große Show bieten heute Big Soul: Sie haben einen 20-köpfigen Gospel-Backgroundchor mitgebracht. „As“ ist eine anspruchsvolle Soulnummer, und vor der Kulisse einer Kirche ist heute auf der Bühne Bewegung angesagt! Statt wie so oft nur am Mikro zu kleben, liefern die in schwarze Spitze gekleideten Mädels von Big Soul eine Performance, die sichtlich ankommt im Saal und Stimmung macht. Till: „Sehr, sehr, sehr, sehr beeindruckend!“ Er freut sich im übrigen auch, dass Stevie Wonder mal wieder zur Prime Time im Fernsehen kommt. 😉 „Was ist passiert mit Euch?“, fragt sich Sarah angesichts der Bewegung auf der Bühne. „Plötzlich sind die wie angezündet!“ Das gefällt ihr. Und George konstatiert: „Das Halbfinale kann nicht Endstation für Big Soul sein!“

Der erste Durchgang ist beendet. Zur Halbzeit darf ein Profi auf die Bühne: Samt heißen Tänzerinnen zeigt Flo Rida dem Saal, was ne Harke ist. Er kam extra einen Tag früher, um die Kandidaten zu begutachten – und attestiert allen Gewinnchancen, hält sie für sehr talentiert und findet, dass sie tolle Stimmen haben.

Im zweiten Durchgang darf Mati sogar Fliegen lernen. Für „You are not alone“ setzt er sich auf eine riesige Papermoon-Schaukel, die langsam zur Bühne herabschwebt. Man merkt, dass die Nummer eine besondere Bedeutung für ihn hat – sein Vater starb, als Mati zwei Jahre alt war. So gut war Mati schon lange nicht mehr. Niedlich und anruffördernd wirkt sich vermutlich auch der große Kinderchor aus, der im letzten Drittel mit auf der Bühne steht. Großes Kino, ganz großes Kino… George hält Mati für eine Art Peter Pan und zollt ihm mit einer Standing Ovation Tribut. Till hingegen fühlte sich an eine Schulveranstaltung erinnert, weil es zu sehr nach Michael Jackson und zu wenig nach Mati klang. Sarah lobt erstmal die Kinder und dann ihren Schützling.

„You are so beautiful“, dieses Lied singt Edita für ihren kleinen Bruder. Wo Joe Cocker röhrte, was das Zeug hält, schmachtet Edita – aber es ist ja auch die Diana-Ross-Version. Am Anfang sehr reduziert, mit Dutzenden Kerzen im Background und goldenem Abendkleid, ist sie die Diva dieses Abends. Vor allem der zweite Teil des Songs gefällt mir sehr gut, denn da spielt Edita wieder ihren Top-Trumpf aus: Ihre Stimme. Sarah gefällt die reduzierte Umsetzung des Songs und lobt Till für die fachkundige Beratung. George: „Ganz großartige Inszenierung!“ Ihm fallen gleich noch ein paar nette Worte zu Edita ein wie „Monsterstimme“ und „Powerfrau“. Und Till? Wie immer ist er ganz begeistert…

Den Abschluss der Kandidatenrunde Nummer zwei machen Big Soul. Sie bedanken sich mit „I’ll be there“ bei ihrem Mentor George. Dieses Mal in lange, grün-blaue Gewänder mit Blumenaufdruck gehüllt, liefern sie eine starke Soulnummer ab. Besonders Nadine glänzt mit einer grandiosen stimmlichen Leistung in ihrem Solopart. Till hat ein „positives Hippiegefühl“ und findet, dass Big Soul einfach zusammengehören. Sarah wünscht Big Soul das Finale – und den Sieg! Hört, hört… ich dachte, ihr Herz schlägt für Mati? 😉 George ist geplättet ob der Dankeshymne der vier Damen an ihn. „Es war eine Reise, die mir auch sehr viel gebracht hat“, fasst er die bisherige Zeit mit Big Soul zusammen. Er wünscht sich natürlich, dass die Fahrt sich ins Finale fortsetzt.

Gossip und vor allem Beth Ditto haben bei mir einen Stein im Brett. Diese Frau ist ein Temperamentsbündel, das jede Bühne mit Leben erfüllt – und sich einen Dreck um irgendwelche Schönheitsideale schert. Leider ist dem Auftritt ein etwas hektischer, wirrer Kameraschnitt beschieden, was die Freude des Zuschauens doch etwas mindert. Und der Song zündet auch nicht so richtig bei mir. Trotzdem machen Gossip einfach Spaß. Und Jochen Schropp darf nach dem Auftritt auch noch ein bisschen mit der Frontsängerin parlieren. Die spricht sogar brockenweise drolliges Deutsch und freut sich auf ihre baldige Tour in unseren Landen. Sie wäre bei „X Factor“ wohl schon in der ersten Runde rausgeflogen, meint sie (George schüttelt an dieser Stelle den Kopf). Die Frau hat Humor – sah nach Editas Auftritt mit „Heavy Cross“ schon ihren Job in Gefahr. 😉 Sehr sympathisch, sehr natürlich! Aber jetzt geht es ans Eingemachte: Wer wird denn nun ins Finale kommen?

Alle Kandidaten plus Mentoren dürfen noch ein letztes Lied gemeinsam singen: „Somewhere over the Rainbow“, der Klassiker von Judy Garland aus dem Musical „Das zauberhafte Land“. Till trompetet, George bedient das Tambourin, Sarah singt (natürlich). Mati spielt Ukulele. Singen können sie alle – keine Frage. Doch wer schafft den Sprung in die finale Runde? Laut VOX liegen die drei ganz nah beieinander, und es kann wohl keiner sagen, wer nun weiterkommt und wer nicht.

Als erstes sind weiter: Big Soul! Dann wird es richtig spannend. Edita wirkt sehr nervös, in sich gekehrt, als wäre sie innerlich schon auf dem Weg nach Hause. Dann verkündet Jochen Schropp des Kandidaten, der im Finale steht: Edita! Diese kann es nicht fassen, wirkt wie betäubt. Mati ist ein fairer Verlierer – obwohl man im Halbfinale eigentlich nicht mehr von Verlierern sprechen kann. Nun ist Gruppenknuddeln angesagt. Jeder darf Mati einmal drücken. Nur Edita wirkt immer noch wie in einer anderen Dimension. Während Mati seinen Abschluss-Song – „Cannonball“ von Damien Rice – anstimmt, fangen die Tränen zunächst bei ihr, dann auch bei den anderen an zu rollen. Als Mati ausgesungen hat, umarmen er und Edita sich innig. Sie sind einen langen Weg miteinander gegangen, die Mentoren und die Kandidaten. Und je näher das Finale rückt, desto mehr schmerzt es die Gruppe wohl, wenn einer gehen muss – auch wenn es das eigene Weiterkommen bedeutet.

0 Kommentar

  1. Gott sei Dank hat das Drama nun bald ein Ende. Im Finale stehen meiner Ansicht nach die einzig würdigen Vertreter. Sowohl Big Soul als auch Edita sei der Sieg gegönnt. Mati hat mich heute – wieder mal – nicht überzeugt; interessanterweise empfand ich seinen Auftritt mit „You are not alone“ als irre aufgetragen und unecht. So unterschiedlich können Empfindungen sein. Das „Käppi-Outfit“ tat ein übriges.

  2. die richtigen Kandidaten stehen im Finale. Alles grossartige Sängerinnen mit tollen Stimmen. Wer auch gewinnen wird nächste Woche – es geht in Ordnung. Ich gönne allen den Sieg!

  3. Die besten Stimmen stehen verdient im Finale und dass beide Sieganwärter weiblich sind, ist bei Castings ohnehin selten genug. Ich wünsche beiden viel Glück und freue mich mit jedem über seinen Sieg in der nächsten Woche!

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