Slash goes solo – oder auch nicht: Wie ein Gitarrist die Stars einfängt…Plattenkritik Teil I

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An dieser Stelle, liebe Leser, gibt’s mal wieder ein besonderes Schmankerl für Euch: Eine Plattenbesprechung, die diesen Namen auch verdient hat. Nicht nur eine kurze Rezension, die das komplette Album eines Künstlers in fünf Sätzen runternudelt, sondern eine Track-by-Track-Beschreibung durch vier – hoffentlich kompetente – Musikfreunde, bestehend aus der Musiktipps24-Redaktion und einem Gast. Dieses Mal haben wir uns den von vielen als „Jahrhundert-Gitarrist“ bezeichneten Guns’n’Roses-Gitarristen Slash vorgenommen. Der bringt am 9. April sein erstes Solo-Album auf den Markt. Und dieses Album hat uns neugierig gemacht, denn Slash hat nicht einfach Instrumentalstücke draufgepackt, sondern eine ganze Reihe alter und neuer Wegbegleiter zum Mitmachen animiert.

Im Besprechungsteam sind: Christel & Cat, M24-Redakteurinnen und die weibliche Seite von Musiktipps24. Wir begeben uns heute auf Fremdterritorium, denn auch wenn wir erklärte „Rockladies“ sind, ist Slash weitgehend an uns vorbeigegangen… 😉 Bisher. Aber vielleicht hat sich das ja jetzt geändert? Des weiteren sind unser Cheffe Whykiki und als Gastkritiker Joel Havea mit von der Partie. Beide Herren sind selber Vollblut-Mukker und spielen in eigenen Bands. Kikis Gruppe heißt „Weiß mit Hut“ und fabriziert Coversongs vom Feinsten. Könnt Ihr ja hier auf M24 mal nachlesen. Ich selber mag aber die alten Sachen von Kiki noch viel lieber – das Selbstgeschriebene aus früheren Jahren (als wir alle noch jünger und schöner waren – höhö…). Das findet Ihr unter dem Stichwort „Was wenn’s regnet“. Joel kommt aus Australien, hat sich aber vor rund einem Jahr in Hamburg niedergelassen. Vorher ist er schon mit seinem Bruder um die halbe Welt gezogen und hat sich dabei mit Musik durchgeschlagen. Im Moment arbeitet er an seinem ersten Album. Er kann – finde ich – super singen und noch viel besser Gitarre spielen! Deshalb hab ich auch sofort an ihn gedacht, als Whykiki das Slash-Album ins Gespräch brachte. Tja, das wäre also unsere Vierer-Runde – und jetzt geht’s los… Viel Spaß!!!

Hier das Chatprotkoll unserer Album-Besprechung:

Song 1: Ghost (mit Ian Astbury)

Joel: Einer meiner Favouriten

Christel: Ghost ist absolut mein Lieblingssong: “Give the ghost that hides in your soul rock n’ roll” –Ian Astbury ist ja schon Kult und das Beste ist der Refrain dieses Songs. Rock n’ roll at it’s best!

Whykiki: Jau, bei mir auch, ich habe die Platte angemacht und „bamm“ da war es…Slash…

Cat: Mein ABSOLUTER Fave! Geiler Grundrhythmus, starke Gitarren sowieso, sehr harmonisch, aber trotzdem hart…

Joel: Classic Slash Gitarrenriff, es könnte ein GnR-Song sein eigentlich

Whykiki: Sein Sound so wie früher bei Guns n Roses, ich fühlte mich wie in alten Zeiten – yeah Joel, genau so! Es könnte eben in der Tat ein Gunners-Lied sein.

Cat: Die Gunners sind, ehrlich gesagt, irgendwie an mir vorbeigezogen… aber offenbar lohnt sich’s, mal die alten Scheiben reinzuziehen.

Joel: Für mich ist das Slash von seiner besten Seite.

Christel: Ich war nicht so ein GnR fan, aber das gefällt mir suuuper!

Whykiki: Ja, Slash hat viel durchgemacht in seinem Leben, aber Mucke machen kann er einfach wie Sau. Der Song zeigt, wie maßgeblich Slash damals am Erfolg von Guns n Roses beteiligt war. Saugeile Riffs und eine coole Melodie…

Joel: Ich fand das Solo auch echt geil…

Whykiki: Auch Ian Astbury kommt cool, der hat früher bei The Cult gesungen und die waren eine zeitlang Supportband für GnR.

Christel: Gehört ja vielleicht noch nicht hierher, aber ich finde, er ist bei allen Stücken im Vordergrund und irgendwie das Sahnehäubchen… Slash meine ich.

Cat: Christel, ich empfinde es genau andersrum: Kein Song hört sich wie der andere an; er lässt den Interpreten viel Spielraum!

Whykiki: In jedem Fall ein geiler Opener für das Album, momentan höre ich den Song morgens zum Wachwerden im Auto auf dem Weg ins Büro.

Joel: Ich kenne nicht so viel von Velvet Revolver, aber wenn ich an Slash denke, dann ist dieses Lied ist eine perfekte Repräsentätion

Whykiki: Japp – 100%

Christel: Ehrlich gesagt, geiler Opener, aber auch das Beste des Albums…

Wertung: Cat: 5 von 5 Sternchen. Joel: 4. Christel: 5. Kiki: 5.

Song 2: Crucify The Dead (Ozzy Osbourne)

Whykiki: Der meiner Meinung nach schwächste Song des Albums. Ich mag aber einfach Ozzy Osbourne und seine total langweilge Stimme nicht. Mit einem anderen Sänger könnte der Song echt cool sein

Cat: Jau, da sieht man schon den Unterschied zu Santana: Slash hat die Songs mit seinen Interpreten zusammen erstellt. Hier ist deutlich Ozzys Handschrift zu erkennen. Die Gitarrenparts vor der Strophe sind geil, da verliert man sich ein bisschen in anderen Welten… 😉 Und der Refrain fetzt. Solide gemacht, wenn auch nicht grade innovativ.

Joel: Er war der perfekte Sänger für das Thema

Christel: Erinnert mich zu Beginn an Emerson, Lake & Palmer, die Gitarrensoli sind wirklich geil, ‚dreckiger’ als bei ELP . Die Lyriks sind nicht übel und wohl auf die Vergangenheit der Musiker von Guns N’ Roses bezogen. Ozzy Osbourne scheint mit diesem Song einen Seitenhieb auf Axl Rose ausgeteilt zu haben. Er nuschelt und schlampt sich allerdings durch den Song. Nicht so mein Ding, nur 3 Sternchen

Cat: Schlecht find ich’s nicht, aber wie gesagt: nicht grade innovativ…

Joel: Aber das Lied für mich bleibt ein bisschen gleich. Die Stimmung meine ich

Cat: Gleich im Sinne von gut oder von langweilig?

Joel: Nicht langweilig, aber nicht besonders gut

Whykiki: Aber auch hier ist deutlich zu hören, wer die Soli spielt. Slash ist unverkennbar, so wie z.B. auch Mark Knopfler. Den erkennt man auch immer

Christel: Yep

Cat: *gg* dass der gitarrenspieler, der da auf dem album spielen darf, ganz gut ist, denke ich auch. *duck*

Joel: Ok, vielleicht finde ich das Lied ein bisschen langweilig 🙂

Wertung: Cat: 3 Sterne. Joel: 2,5. Christel: 3. Kiki: 3.

(Christel zu Joel: Geizkragen – wegen der Sternchen…)

Song 3: Beautiful Dangerous (Fergie)

Joel: Ich bin überhaupt kein Fergie-Fan. Sie hat the Black Eyed Peas kaputt gemacht! Meiner Meinung nach…

Christel: Kann ich nachempfinden, aber hier hat sie mal ne richtig geile Stimme

Whykiki: Unfassbar – Fergie hat eine unglaublich saugeile Stimme!

Cat: Holla, die „Black Eyed Pea“ kann ja auch rocken! Nicht schlecht, Herr Specht. Macht hier einen auf sexy Beast, die taffe Lady… Und Meister Slash darf wieder in die Vollen greifen.

Whykiki (schwärmt weiter): Ich wusste gar nicht, dass die soooo geil singen kann. Aber: Das neue Album von den BEP geht mal gar nicht – das nervt wie Hölle!!!

Cat: Deswegen rezensieren wir auch lieber Slash…

Joel: Ich fand die Verse echt cool, muss ich mal sagen

Whykiki: Aber ja, ich finde auch, bei diesem Song macht sie einen saugeilen Job, auch wenn sie BEP nicht besonders gut tut…sie sollte besser Funk-Rock machen 😉

Joel: Die haben mich an Aerosmith/Heavy Queen errinnert

Cat: Und sie holt wirklich alles aus sich raus.

Christel: Fergie von den Black Eyed Peas überrascht mich mit einer robusten Rockperformance, einem Sound voller knallharter Gitarrenriffs und einer Rockröhre, die ich bei ihr so nicht erwartet hätte. Das ist weit besser als der weichgespülte Kram der BEPs.

Wertung: Cat: 4 Sterne. Joel: 3,25. Christel: 4. Kiki: 4,5.

Song 4: Promise (Chris Cornell)

Joel: Ich liebe seine Stimme. Einer der besten Rocksänger heutzutage. Das Solo hat die perfekte Länge. Manchmal, muss ich sagen, Slash spielt ein bisschen lang. Aber dieses Solo ist das beste des Albums!

Cat: Was dachte ich, als ich den Song zum ersten Mal gehört habe? Hallo, jetzt bin ich wach! Erst diese sanft geschlagene Saite, und dann fetzt’s los. Das Pulver wurde hier nicht grade neu erfunden, ist aber gut. Was vor allem am Cheffe – also Slash – liegt. Mir fehlt ein bisschen die Abwechslung…

Christel: Einer der Höhepunkte auf diesem Album. Verhältnismäßig gefühlvoller Song geschrieben aus der Perspektive eines Vaters an sein Kind, hat einen schönen Refrain und ansprechende Melodie.

Whykiki: Ich finde auch, dass Chris Cornell zu den ganz Großen gehört. Sein Soloalbum fand ich nicht so gut, aber im Rockbereich ist er einfach ne Bank. Geil finde ich auch den Anfang des Songs, geiles Lick. Die Backgroundvocals in dem Lied sind auch wieder voll Gunners like…

Cat: Der Anfang ist das Beste…

Christel: die Soli sind fast alle toll, auch wenn Slash sie manchmal auswalzt, um sich darzustellen

Whykiki: Das ist ja sein SOLOalbum – so soll es sein

Christel: Ok, ok,….

Joel: Haha

Wertung: Cat: 3,5. Joel: 4. Christel: 4,5. Kiki: 4.

Song 5: By the sword (Andrew Stockdale)

Joel: Könnte ein Wolfmother Song sein. Es ist die zweite Single, glaube ich

Cat: *gg* Warum nur hört sich der Song nach Wolfmother an… Das ist ja das schöne an dem Ding: Jeder Interpret bringt seinen eigenen Stil mit rein.

Christel: Wolfmother ist gut! Ist eigentlich ein schöner Song mit eingängigem Gitarrenhook, einem teilweise etwas atmosphärischen Sound; einer meiner Lieblingssongs auf dem Album. An einigen Stellen etwas nervige hohe Stimme 4

Cat: Ne klassische Rocknummer. Am besten ist das Gitarrensolo in der Mitte. Der Rest reißt mich jetzt nicht sooo extrem mit.

Whykiki: Mich hat das anfangs voll an Led Zeppelin erinnert, so richtig geil Oldschool. Andrew Stockdale hat eine coole Stimme, und ich wiederum fand die Sachen gut, wenn er so hoch gegangen ist. Das Slash-Solo ist auch wieder fett, so wie damals sein Solo bei „estranged“

Joel: Das Solo ist für mich der beste Teil. Am Anfang war Slash sehr zurückhaltend mit viel Abstand, einfach nur geil! „Less is more“ manchmal

Whykiki: jepp

Christel: stimmt!

Cat: jaaaaa…

Whykiki: so heisst das bei uns im proberaum auch immer: Weniger is mehr, Jungs 😉

Christel: alle einer Meinung, wow!

Wertung: Cat: 4 Sterne. Joel: 4,5. Christel: 4 (wegen der schrecklichen Stimme). Kiki: 4,5.

Das war der erste Teil unserer Plattenbesprechung im Chat. Weiter geht es sofort im zweiten Teil mit den Songs 6 – 13. Klickt einfach auf den folgenden Link:


Hier gehts zum zweiten Teil unserer Plattenkritik

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