Schublade ade – Das „Tiefer-„Debüt pfeift auf musikalische Grenzen

Ist es nun Rock, ist es Pop oder gar Schlager? Halt - da war doch ein bisschen Metal... Wer das Debüt-Album von "Tiefer" zum ersten Mal hört, könnte verwirrt sein, zumindest, wenn er versucht, das Werk einer bestimmten Musikrichtung zuzuordnen. Okay, der Grundton ist rockig - meistens jedenfalls. Trotzdem finden sich diverse musikalische Einflüsse auf der Scheibe. Und das ist Absicht.

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Ist es nun Rock, ist es Pop oder gar Schlager? Halt – da war doch ein bisschen Metal… Wer das Debüt-Album von "Tiefer" zum ersten Mal hört, könnte verwirrt sein, zumindest, wenn er versucht, das Werk einer bestimmten Musikrichtung zuzuordnen. Okay, der Grundton ist rockig – meistens jedenfalls. Trotzdem finden sich diverse musikalische Einflüsse auf der Scheibe. Und das ist Absicht.

Im Inteview mit Musiktipps24  wir-sind-eine-positive-band-die-deutschrocker-von-tiefer-im-musiktipps24-interview/  hat die Band schon vor einigen Monaten erläutert, wie das Bandprojekt "Tiefer" zustande kam. Gestandene Musiker mit Erfahrung und dem Drang, sich selbst zu verwirklichen, haben hier zusammengefunden, wollen einfach nur die Musik machen, die ihnen durch den Kopf schießt, ohne Rücksicht auf musikalische Genres oder Vermarktungsstrategien. Der Plan ist aufgegangen. Herausgekommen sind zwölf Songs, die die ganze Palette bedienen: Ob da nun derbe gerockt wird bei "Der Anfang vom Ende", "Flammen" oder "Der Außenseiter", locker gegroovt bei "Nicht wie Du" oder ein süffisanter Ausflug Richtung Schlager geht mit "Gretchen": Immer fühlt sich der Hörer bestens unterhalten.

Das mag auch an den Texten liegen, die genauso querbeet angelegt sind wie der Instrumentalteil. Weltuntergangsszenarien, Fremdenfeindlichkeit und enttäuschte Freundschaft finden darin ihren Platz, aber auch die selbstironische Aufreißertour des Möchtegern-Machos bei "Keine Namen" oder der "King im Revier", der seine Nachbarn terrorisiert. Ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben, schaffen es die sechs Musiker von "Tiefer", ein lebensechtes Bild des Lebens im Jahr 2011 zu zeichnen, mit allen Ups und Downs, mal fröhlich, mal melancholisch.

Ein Nachteil an dieser abwechslungsreichen Geschichte mag sein, dass so mancher in Versuchung kommen könnte, das eine oder andere Stück zu skippen, weil es nicht dem eigenen Musikgeschmack entspricht. Doch wer die Platte ein paarmal gehört hat, wird vermutlich Gefallen an dem turbulenten Sturz durch die Musikrichtungen finden – Langeweile ist hier ausgeschlossen.

Erhältlich ist die Scheibe mit Namen "Frei von Schuld" über die Facebook-Seite der Band: http://www.facebook.com/tieferband Anspieltipps: "Nicht wie Du" – gefühlvoller Groove mit schönem Instrumental-Extro, "Generation der Loser" – frecher Rumpelrock mit einem kleinen "Gastsänger" aus der Kinderstube der Petry-Familie, "Der Außenseiter" – Sozialkritisches Porträt mit Metaleinflüssen. Und eigentlich jeder weitere der verbleibenden Tracks. 😉

 


Tiefer sind:

Philipp Borg – Stimme
René Lipps – Stimme, Gitarre
Sebastian Netz – Gitarre
Bonny G. Assan – Bass
Olli oZ Schmitz – Drums
Daniel Geist – Keyboard

0 Kommentar

  1. Sehr treffender Beitrag, Cat! Und genau WEIL man die Musik nicht so richtig einem Stil zuordnen kann, habe ich auch – was sehr ungewöhnlich ist – gar kein bestimmtes Lieblingslied. Es ist aber auch kein Stück darunter, das ich skippen würde, weil alle irgendwie großartig geworden sind. Ich höre die CD jedenfalls seit Samstag in Dauerschleife und kann das erste „richtige“ Konzert der Jungs gar nicht mehr abwarten!!!

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