Brennen eigener, privater Cds bleibt weiterhin erlaubt

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Ohne jetzt der Musikindustrie auf die Füße treten zu wollen, aber immer wieder preschen die Vertreter der einzelnen Labels vor, um zu erwirken, dass man alsbald auch keine eigenen Cds mehr brennen darf. Im Grunde zu verstehen, denn teils gehen die Einnahmen zurück. Anstatt sich dabei aber an die eigene Nase zu fassen und generell einmal zu hinterfragen, wie man das Problem im eigenen Hause lösen kann, versuchen die Plattenfirma immer wieder den Musikhörer, Käufer und User in seinen Möglichkeiten zu beschneiden.
Als mein Vater in meinem Alter war, war es eine Selbstverständlichkeit, dass man Kassetten aufgenommen hat. Mitschnitte aus dem Radio, Platten die auf Kassette überspielt wurden und und und…
Damals hat es keinen gestört. Nun ja, damals haben die Plattenfirmen eben auch noch ihre Milliönchen gescheffelt.

Nun hat der technische Fortschritt Einzug gehalten. Die Kassette ist von der CD, DVD und vor allem der Festplatte abgelöst worden. Das Prinzip dabei allerdings im Grunde das gleiche wie noch vor einigen Jahren. Der Unterschied: Heutzutage können diese Dateien eben im Netz mit anderen Usern getauscht werden und zeitweilig haben gerade die „Tauschaktionen“ zu starken Umsatzeinbußen geführt. Bis man hart gegen die Nutzer dieser Tauschbörsen vorging. Nun hat sich wieder alles gewandelt. Emule und Co. sind so gut wie ausgestorben und die teils rigiden Klagen gegen User dieser Tauschbörsen haben mittlerweile fast jeden deutschen Haushalt erreicht. Das Tauschen von Musik wird von den meisten als Diebstahl begriffen. Demzufolge sind auch die Zahlen dahingehend nach unten gegangen. Ganz aufhören wird das Tauschen aber wohl nie. Hat es aber früher auch nicht. Ganz klar wurden damals untereinander Tapes u.s.w getauscht. Nicht im Traum wäre man darauf gekommen, das zu verbieten.
Nun aber fordern die Plattenfirmen eine Neuregelung des Urheberrechts und sind damit glücklicherweise vorerst gescheitert.

Anstatt das man sich in der Industrie auf neue Vertriebsstrukturen besinnt oder den Käufern mit niedrigeren Preisen eine Platte schmackhaft macht, wird eher versucht mit der gesetzlichen Keule alles zu regeln. Und ich garantiere: Es wird gar nichts bringen. Denn auch dann werden die User nicht bereit sein, die teils völlig überteuerten Platten zu kaufen. Eher werden die Hörer die Firmen boykottieren und das sogar völlig zu Recht.
Nicht das ich das Tauschen von Musik gut heißen möchte. Aber ich habe Verständnis für manche User, die eben gerne Musik hören WÜRDEN, sich aber die Platten einfach nicht leisten können. Musik bereichert das Leben und sie sollte auch das Leben ärmerer Menschen bereichern können. Oder?

Das Bundesverfassungsgericht hat nun zumindest kurzfristig für Klarheit gesorgt und weiterhin bleiben Privatkopien erstmal erlaubt, auch wenn somit grundsätzlich die Gefahr besteht, dass der „Kopierer“ diese Platte dann mit seinem Freund tauscht. Allerdings wurde dabei offen gelassen, ob angesichts der schnellen Zunahme der privaten Kopien in Zukunft eine Neuerung des Urheberrechts nötig ist.
Ich hoffe, dass sich dahingehend nichts ändern wird. Und sollte die Industrie mit ihrem Vorhaben durchkommen dann würde ich mir wünschen, dass sich der Verbraucher ausnahmsweise einmal wehrt. Zwar würde das auch für Musiktipps24.com sicherlich Einbußen bedeuten, weil ja auch wir vom Verkauf der Platten leben. Aber ich sehe es schon lange nicht mehr ein, teilweise bis zu 15€ für eine CD zu bezahlen.
Zum Teil ist es Wucher und zum Teil auch platte Verarsche der Kunden, denn die Wertigkeit bleibt fraglich. Sicher gibt es auch Platten, die ihre 15€ ganz locker wert sind, aber leider sind das die wenigsten. Ich verstehe nicht, warum die Industrie lieber wenig Platten für viel Geld verkauft, anstatt die Preise sinnvollerweise nach unten zu korrigieren und somit mehr Platten für weniger Geld zu verkaufen. Somit würde man dem Verbraucher den Kauf einer CD sicherlich auch wieder schmackhaft machen.

Oder man sollte sich mehr auf Plattformen wie Last FM & Co. besinnen. Dort kann man die Songs kostenlos hören und die Industrie verdient an den Werbeeinnahmen mit. Spotify hat es zum Beispiel vorgemacht. Auch so kann die neue Musikindustrie funktionieren.
Und so muss man auch nicht gegen Privatkopien vorgehen…weil die erledigen sich somit dann auf kurz oder lang sowieso…wer kostenlos im Netz Musik hören kann, braucht diese eben nicht zu klauen…so einfach…oder?
Es ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung, aber mit dieser stehe ich sicher nicht alleine da.

1 Kommentar

  1. Also ich habe bisher immer meine Musik von original CDs beim CD Brennen zusammengemischt. Das ständige wechseln von verschiedenen CD hat nämlich ziemlich genervt. Naja jetzt hat man wenigstens noch eine rechtliche Grundlage, aufg die man zu Not zurückgreifen kann.

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