Angespielt: Borderlands 2 im Test – Welcome to Pandora, kiddos!

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Kammer-Jäger mal anders – Borderlands 2 und die Suche nach der größeren Kammer

Knarren, Monster, Explosionen – Pandora öffnet wieder die Pforten für Abenteurer, die gerne alles über den Haufen schießen, was sich bewegt. Nachdem die Suche nach der Vault in Borderlands schon so viel Spaß gemacht hat, folgt im zweiten Teil nun die Suche nach einer noch größeren Kammer. Und wieder muss man sich am Anfang fragen: Spiele ich als Gunzerker, Sirene, Commando oder Assassin?

„Heilige Scheiße, was ist denn mit ihrem ver****ten Gesicht passiert?!“

Wer den bitterbösen und tiefschwarzen Humor im ersten Teil mochte, der wird auch in Borderlands 2 nicht enttäuscht. Gegenspieler Handsome Jack, Besitzer eines diamantenen Pferdes mit dem Namen „Arschgaul“, zeigt sich von seiner wenig charmanten Seite und beleidigt alles, was es nicht schnell genug in Deckung geschafft hat. Dass er dabei auch mit Kraftausdrücken nicht spart, ist wohl selbstverständlich – denn wie schon der erste Teil hat auch Borderlands 2 aus gutem Grund eine USK-18 Freigabe. Doch auch die Allerweltsbanditen lassen sich in ihren Beleidigungen nicht lumpen. Für Unterhaltung sorgen auch Schilder, die überall in den Banditencamps von Pandora stehen und eigentlich als Warnung dienen sollen – doch so wirklich abschreckend ist ein falsch geschriebenes „Pis off“ dann doch nicht.

Alles beim Alten … oder?

Optisch hat sich in Borderlands 2 im Gegensatz zum Vorgänger nicht allzu viel getan. Doch warum auch? Der Cel-Shading-Look tut auch hier wieder gute Dienste. Ein nettes Gimmick im Gegensatz zum Vorgänger sind die Badass-Tokens, die man sich durch die Erfüllung von Herausforderungen erwirtschaften kann. Eingesetzt werden können die Tokens dann, um diverse Charakterfähigkeiten wie maximale Gesundheit und Schusswaffen-Treffsicherheit, aber auch Waffeneigenschaften wie beispielsweise die Schadenshöhe von Granaten permanent zu steigern – wenn auch nur um wenige Prozentpunkte oder gar Dezimalstellen. Doch Kleinvieh kann am Ende des Tages eben auch den Unterschied zwischen Überleben und der New-U Station machen.

Als Nachteil gegenüber dem Vorgänger erweist sich, dass man im Inventar keine Medikits mehr mitführen kann. Das macht vor allem den Kampf gegen stärkere Gegner und Bosskämpfe zu einer echten Sisyphusarbeit, bei der man auch gerne mal die virtuellen Beine in die Hand nimmt, bis das Schild wieder aufgeladen ist. Munitionsknappheit aufgrund von Geldsorgen kann ebenfalls zum Problem werden – es ist also ratsam, jeden Schrank und jede Kiste zu öffnen, um ein paar Dollar zusammenzukratzen oder Equipment zu finden, das am Automaten zu Geld gemacht werden kann.

Der Schwarzmarkt blüht

Ein weiterer Grund, warum sich ein Blick in jede noch so kleine Kiste lohnt, ist das Eridium, das als Währung auf dem Schwarzmarkt dient. Hin und wieder lassen auch getötete Gegner das Mineral fallen, doch das ist eher die Ausnahme als die Regel. Mit dem Eridium können Upgrades gekauft werden, die es dem Spieler erlauben, mehr Munition zu bunkern oder die den Rucksack vergrößern. Doch Vorsicht: Mit jeder gekauften Erweiterung wird der Schwarzmarkt teurer.

Wiedersehen mit Freunden

Einige der Charaktere, die man schon im ersten Borderlands oder den DLCs kennengelernt hat, tauchen auch im zweiten Teil wieder auf. So sind beispielsweise Moxxi, Scooter und Earl wieder mit von der Partie. Doch auch einige Neuzugänge bei den NPCs sorgen für unterhaltsame Nebenmissionen, die sich in puncto Schwachsinn immer wieder übertreffen – was in Pandora jedoch keine große Überraschung darstellt. Auch die spielbaren Charaktere aus dem ersten Teil sind in Borderlands 2 wieder mit von der Partie, diesmal jedoch als NPCs, die zentral in den Storyverlauf eingebunden sind. Pandora wäre außerdem nicht Pandora, wenn nicht auch Claptrap wieder im Spiel unterwegs wäre. Er steuert genauso liebenswert-planlos durch die Gegend, wie er es auch schon im ersten Teil getan hat. Doch eingefleischte Borderlands-Fans wissen, was sie von dem kleinen Roboter mit den seltsamen Neigungen und der großen Klappe zu erwarten haben. Dass er einen dabei immer „Untertan“ nennt oder seinen neuesten Dubstep-Song zu Gehör bringt, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Die Gegner sind im Großen und Ganzen ebenfalls wieder die gleichen wie in Teil eins. Banditen, Psychos und sonstige wenig vertrauenerweckende Gestalten setzen wieder alles daran, den Spieler in die ewigen Jagdgründe beziehungsweise zur New-U Station (wobei man sich neben einem neuen Versuch auch hier die eine oder andere Beleidigung abholen kann) zu befördern. Auch die Skags sind als Kanonenfutter wieder mit von der Partie, jedoch trifft man sie erst später im Spielverlauf. Neu sind unter anderem die Bullymongs, die mit Eisbrocken werfen, oder die Spiderants, die es auch in feuriger Ausgabe gibt. Und ein Warnschild der Banditen ist dann doch erst zu nehmen: „Invisibl Assholes“. Denn die Stalker sieht man tatsächlich erst dann, wenn sie zum Nahkampf übergehen oder einen anspucken.

Fazit

Wie auch schon der Vorgänger macht Borderlands 2 jede Menge Spaß. Die Story hält den Spieler in Pandora fest und die originellen Charaktere tragen dazu bei, dass es nie langweilig wird. Auch der Coop-Modus ist sehr zu empfehlen. Die Charakterklassen ergänzen sich einen Tick besser als im ersten Teil und auch die Interaktion bei Heilungen sorgt für den einen oder anderen Lacher. Zahlreiche Anspielungen auf Filme, Serien und andere Videospiele (bestes Beispiel ist hier der Verweis auf Skyrim: „I used to be a vault-hunter like you, until I took a bullet to the knee“) besorgen den Rest. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Entwickler mit der Mechromancer-Klasse, die schon in der Vorschau eine Menge Spielspaß verspricht, auch tatsächlich am 16. Oktober rausrücken.

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