Xavier Naidoo an Karneval live in Köln: Ein grandioses Live-Erlebnis!

Am gestrigen Karnevalsbeginn lieferten Xavier Naidoo und seine Band ein grandioses Konzert in der Kölner Lanxess Arena. Naidoo stellte live sein neues Album "Alles kann besser werden" vor und spielte auch viele seiner alten Hits. Nach wie vor gehört der Soulsänger zu den besten Live-Acts die Deutschland zu bieten hat. Als Stargast trat Cassandrateen auf und sang die single "Wann" zusammen mit Naidoo und performte auch ihren Superhit "Stadt", der die Halle zum Kochen brachte.

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Es war schon erstaunlich: Der 11.11. in einer Hochburg des deutschen Karnevals und trotz allem war die Lanxess Arena nahezu ausverkauft. Deutschlands Soul-Prediger, der auf seinem neuen Album zum Politiker mutiert ist, hatte eingeladen und seine Fans folgten ihm. Auch ich war dort und habe eines der besten Konzerte meines Lebens erlebt. Mag Xaviers neues Album „Alles kann besser werden“ auf Platte nicht unbedingt der Oberreißer sein (sein bestes Album ist es sicherlich nicht), so hat der Sänger eindrucksvoll gezeigt, dass er live wiederum zum Besten gehört, das Deutschland momentan auf der Bühne zu bieten hat. Ich erlebte ein wirklich tolles Konzert mit klasse Sound und einer genialen Band.

Zu Beginn war ich etwas irritiert. Das große Tuch vor der Bühne ließ diese sehr klein erscheinen. Das Schlagzeug von Überdrummer Ralf Gustke stand etwas erhöht auf einem Podest am Bühnenrand und ich habe mich schon gefragt, wie auf dieser Minibühne eine ganze Band stehen sollte. Die Auflösung kam dann von selbst: Xavier sang die ersten Zeilen von „Mut zur Veränderung“ und mit Einsetzen des Drumbeats fiel der Vorhang und gab den Blick auf die eine große LED-Diskokugel und die Band frei. Ein saucooler Auftakt, die ganze Halle war erleuchtet und die Masse feierte.
Die ersten Songs des Konzertes stammten ausschließlich vom neuen Album. Man merkte dabei meiner Meinung nach, dass viele Fans mit der neuen Platte scheinbar noch nicht so warm geworden sind, Mitsinger suchte man bei den Tracks noch vergeblich. Erst als Xavier seine alten Hits auspackte tobte die Halle richtig. Nicht falsch verstehen, ich fand auch die neuen Songs live richtig cool, aber für die Fans waren sie wohl einfach zu frisch. Immerhin darf man nicht vergessen, dass auf der Platte 30 Songs zu finden sind, die muss man erst mal alle hören.


Richtig Stimmung kam auf als Soulqueen Cassandra Steen die Bühne betrat und mit Xavier zusammen den Song „Wann“ performte. Natürlich ließ sie es sich nicht nehmen abschließend auch ihren Mega-Hit „Stadt“ zum Besten zu geben. Und da wurde die Situation kurzzeitig etwas befremdlich: Xavier hatte die Ränge kurz zuvor aufgefordert doch aufzustehen und mitzutanzen, aber erst bei „Stadt“ kam Bewegung in die Masse. Die Leute blieben danach zwar meist stehen, komisch war es aber schon, dass Cassandra Steen bei einem Xavier Naidoo Konzert zum „Eisbrecher“ wurde. Immerhin habe ich die Sängerin erst im August abgewatscht, weil, sie meiner Meinung nach bei „Soul am See“ in Duisburg Entertainment gleich null geboten hatte, hier in Köln war aber sie es, die Bewegung brachte.
Ich will das hier klarstellen: Das lag nicht daran, weil Xavier auf der Bühne schwächelte, aber er startete sein Konzert mit fast ausschließlich neuen Tracks, die alle eher etwas ruhiger waren. Die Leute wollten Songs zum Mitsingen, mit mehr Power.

Aber neues Album hin oder her: Live ist Naidoo einfach eine Institution. Seine Band ist besetzt mit absoluten Hochkarätern und das hat man zu jeder Sekunde gehört, gefühlt und gesehen. Es war ein purer Genuss den Jungs beim Spielen zuzuschauen. Ich versteige mich ungern in Superlativen, aber das gestrige Konzert gehörte zu den besten Konzerten, die ich in meinem ganzen Leben jemals gesehen habe. Ich würde jederzeit wieder hingehen und ich gehe davon aus, dass die Fans spätestens im nächsten Jahr Tracks wie „Alles kann besser werden“ oder „Mut zur Veränderung“ mitsingen können. Und dann brennt schon ab der ersten Minute der Baum.

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