„X Factor“ ruft zur „Mystery Night“: Der Live-Ticker auf Musiktipps24

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Auf geht’s zur nächsten Runde: Heute ist für die Kandidaten von „X Factor“ die „Mystery Night“ angesagt! Und weil es mittlerweile nur noch sechs Kandidaten sind, gibt es wieder prominenten Besuch: Der US-amerikanische R&B-Singer Usher wird seine aktuelle Single „DJ got us fallin in Love“ präsentieren, die Berliner Band Culcha Candela wartet mit dem brandneuen „Move it“ auf. Ob der Nachwuchs da mithalten bzw. die Stars übertrumpfen kann?

Und das singen die Kandidaten:

Kategorie 16 – 24 Jahre / Mentorin Sarah Connor:
– Marlon Bertzbach (18), Schüler aus Fischerhude: „Zombie“ von „Cranberries“
– Mati Gavriel (24), Ausstatter für Musikvideos aus Berlin: „Hallelujah“ von Jeff Buckley
– Pino Severino (18), Stadtsekretär aus Köln: „Sympathy For The Devil“ von „The Rolling Stones“

Kategorie 25 Jahre + / Mentor Till Brönner:
– Anthony Thet (30), BWL-Student aus Berlin: „Black Hole Sun“ von „Soundgarden“
– Edita Abdieski (25), Kellnerin aus Köln: „Heavy Cross“ von „Gossip“

Kategorie Gruppen / Mentor George Glueck:
– „Big Soul“, Quartett aus Hamburg: Song „Thriller“ von Michael Jackson

George Glueck hat’s schwer: Nur noch eine Gruppe liegt im Rennen, Big Soul. Sarah Connor hat’s gut: Ihre drei Bübchen sind alle noch mit dabei. Aber George hat nun einen großen Vorteil: Er kann sich voll auf seine Damen-Gang konzentrieren – und diese hat in vielen Umfragen bereits die Nase vorn! Moderator Jochen Schropp sagt uns Nägelkauen und Gruselgefühle voraus – dabei ist es doch noch gar nicht Halloween! Hoffentlich bezieht sich seine Prognose nicht auf die Gesangskünste der Kandidaten. Von denen erwarten wir höchstens, dass sie uns wohlige Schauer und sanfte Gänsehaut bescheren. Zumindest das Juroren-Outfit lässt mich mal nicht mäkeln. Die Herren gewohnt seriös im Anzug (leichtes Gähnen), Sarah heute sehr schick und hübsch im schwarzen Minikleid, das eine gut proportionierte Länge und einen nicht zu großen Ausschnitt hat. Heute: Daumen hoch, Kompliment! Also, auf geht’s!

Juror George offenbart, dass er in Transsylvanien geboren wurde – wenn das mal keine guten Voraussetzungen für die Mystery Night sind! Allerdings versichert er, mit Menschenfresserei nichts am Hut zu haben und auch kein Vampir zu sein. Tja, Pech für Dich, George: Die Damenwelt von heute steht doch am die attraktiven Blutsauger.

Marlon Bertzbach macht mit „Zombie“ den Anfang. Die ersten Töne fallen, und ich kann nur eins sagen: Au weia! Das geht in die Hose. Das Ding ist – wie ich schon bei der Bekanntgabe der Titel geschrieben habe – sauschwer, weil die Cranberries das auf einzigartig skurrile Weise gebracht haben, mit unterschwelliger Dynamik, tragisch und unsentimental. Leider versucht sich Marlon hier an einer Fassung, die dem Original nahe kommen soll – und liegt damit daneben. Im Verlauf des Songs steigert er sich zwar mit der Trefferquote der Töne, aber dafür wird’s schnell langweilig, denn wenn man sich zu sehr auf die Noten konzentrieren muss, bleibt das Gefühl auf der Strecke. Lediglich der Schluss ist passabel – sorry, Marlon! Tja, die Jury hat’s auch gehört. George möchte ihn gar nicht so sehr kritisieren, merkt nur an, dass es nicht Marlons bester Auftritt war. Till Brönner fand zwar die Performance mit den Soldaten und dem hübschen kleinen Mädchen am Ende toll, aber gesanglich ist er absolut unzufrieden. Die Tatsache, dass die beiden Herren in der Jury ihre Kritik nicht vertiefen, sondern nur so im Raum stehen lassen, spricht Bände: Dumm gelaufen… Und Sarah Connor ist erstmal regelrecht sprachlos. Sie respektiert zwar Marlons Entscheidung, den Song auf diese Weise zu singen, aber selbst sie als Mentorin muss George und Till beipflichten.

Da ist Edita Abdieski ein ganz anderes Kaliber. Dass sie eine tolle Stimme hat, weiß jeder. Dass Beth Ditto, die Sängerin von Gossip, zwar nicht so eine großartige Stimme hat, dafür aber eine Hammer-Ausstrahlung, weiß man ebenfalls. Was wird also passieren, wenn Stimmwunder Edita „Heavy Cross“ interpretiert? Wird sie den Song zusammenschreien mit ihrem immensen Stimmvolumen? Nein, keinesfalls. Ganz leise, fast zart, fängt sie an, wie ein Pferd, das gerne losgaloppieren möchte, aber noch gezügelt wird. Edita beherrscht die lauten und die leisen Töne perfekt, legt erst fast zur Mitte des Songs los und zeigt außerdem eine tolle Performance. Sie scheint sich jede Woche neu zu erfinden; überrascht dieses Mal mit sexy Outfit, glattgeföhnten Haaren, spielt mit dem Publikum. Und erntet nichts als Lob. Sarah meint: „Mamma Mia!“ Und findet, dass es Editas beste Performance überhaupt war. George sieht Edita auch ganz weit vorn, und Till ist fast schon baff ob der tollen Leistung.

Pino Severino zeigt „Sympathy for the Devil“. Tja… was soll ich das sagen? An dieser Nummer haben sich schon einige ganz Große vergriffen. Nicht nur die Stones, auch U2 waren darunter, und wer den Auftritt von Bono beim Live-Aid-Festival im Wembley-Stadion noch vor Augen hat, tut sich mit Pinos Interpretation etwas schwer. Er wirkt einfach etwas verloren in Schuhen, die da doch noch etwas zu groß für ihn scheinen. Wobei ich aber dazu sagen muss, dass er das Stück trotzdem gut gesungen hat – und dass er ein absolutes Showtalent ist. Allerdings hätten die beiden fast barbusigen Gogo-Tänzerinnen wirklich nicht sein müssen. Das gibt der Show einen billigen Touch, der nicht passt. So sieht es auch George Glueck: „Ist das „X Factor“ oder eine andere Castingshow mit vier Buchstaben? Till hält Pino für einen der stärksten Sänger im Wettbewerb und lobt vor allem die Tanzperformance. Sarah hat als Mentorin natürlich nichts als Lob für Pino übrig.

Zeit für eine kleine Pause: Culcha Candela treten auf. „Move it“ ist eine locker-flockige Tanznummer, die in die Beine geht. Dann geht’s schon weiter mit Mati Gavriel. Der hat unter der Woche den Rosenkavalier für die kranke Nadine von Big Soul gespielt und singt nun auf Sarahs Wunsch hin etwas Gefühlvolles. Mit „Hallelujah“, im Original von Leonard Cohen, hat er sich ebenfalls ein Stück mit großer Vergangenheit vorgenommen. Nur Mati und seine Gitarre sind auf der Bühne. Und er geht in die Vollen: Voller Pathos, wie ein Sängerbarde längst vergangener Zeiten, mit viel – fast schon zu viel Gefühl – legt er sein ganzes Herz in seine Performance. Das ist sicherlich nicht jedermanns Fall, und manch einem mag sich der Begriff „Schmalz“ aufdrängen, aber da Mati voll hinter der Nummer steht und bewusst etwas überzieht, ist es einfach nur originell – und original Mati. Etwas Besonderes eben. So sieht’s auch die Jury: „Du bist ein echtes Ausnahmetalent“, meint George, der findet, dass Mati den X-Faktor hat. Till merkt an: „Das ist es, wofür Dein Herzh schlägt“ und findet den Auftritt sensationell. Und Sarah hat gar Gänsehaut am ganzen Körper. „Du hattest wirklichen einen magischen Moment hier auf der Bühne.“

Big Soul, die schon als Favoriten gehandelt werden, haben sich heute einen Song von Michael Jackson ausgesucht. „Thriller“ passt zum Motto, und außerdem ist das einmal eine ganz andere Nummer für die vier lebenslustigen Mädels. Umgeben werden sie auf der Bühne von gruseligen Zombies, die aus Michael Jacksons Originalvideo entsprungen scheinen. Die Nummer unterhält gut, aber ich muss sagen, dass Big Soul nicht auf ihrem sonstigen hohen stimmlichen Niveau lagen. Till hatte im Vorfeld auch schon Sorge – „aber das war viel, viel besser, als ich befürchtet hatte.“ Sarah lobt das sexy Outfit und gibt auch ein großes Kompliment für die Bühnenshow. Was die Stimmen angeht, geht sie mit mir konform. George hat keine Sorge um seine Herzdamen. Und damit dürfte er auch recht haben.

Den Abschluss macht Anthony Thet. „Big Hole Sun“ ist eine ruhige, aber kraftvolle Rocknummer, und wie Anthony da im Bühnenlicht steht, erinnert er ein wenig an Prince (oder The Artist formerly known as Prince). Mir gefällt er heute besser als letzte Woche – viel besser, vor allem die Art, wie Anthony Druck in die Stimme gibt. Und auch die Gitarre darf wieder mit auf die Bühne. Sarah bemerkt zwar „Du siehst gut aus“, findet Anthony auch nett, aber eben nicht mehr. Sie bezweifelt, dass Deutschland noch einen weiteren hübschen Popstar braucht. George kennt die Wurzel des Problems: Anthony hat im Casting mit „Man in the Mirror“ die Messlatte eben schon sehr hoch angelegt. Er hält ihn für einen tollen Typ, will aber einen Steigerung sehen. Till holt in seiner „Ansprache“ sehr weit aus, so weit, dass Sarah nicht mehr versteht, was er damit sagen will. Ganz einfach, Sarah: Till hält Anthony für einen tollen Typen und einen tollen Sänger!

Bevor es ans Eingemachte geht, heizt uns Usher noch mal richtig ein. Neben schnellen Rhythmen liefert er auch ne gute Show, singt, tanzt und macht sogar den Moonwalk. Überhaupt erinnert er mich heute ein bisschen an Michael Jackson. Sehr unterhaltsam! Seine Tipps für die große Karriere: Hart arbeiten, nicht aufgeben, sich gut vorbereiten. Ach ja, der Knabe ist ganz dicke mit Youngster Justin Bieber.

Dann wird es Ernst: Als erstes ist Edita weiter, dann Big Soul, anschließend Mati und dann – Überraschung! – Marlon. Anthony und Pino müssen also nochmals singen. Anthony hat sich ein Stück von Whitney Houston ausgesucht, Pino eins von Guy Sebastian. Beide geben nochmal richtig Gas. Klar ist, dass Sarah Anthony nach Hause schicken möchte und Till Pino. Nun hängt es an George. Der ringt lange mit sich – und entscheidet sich dafür, Pino die Koffer packen zu lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil dieser schon zum zweiten Mal zittern muss. Mich hat – genau wie die Jury – überrascht, dass nicht Marlon gehen musste. Ansonsten denke ich aber, dass wir nicht zum letzten Mal von Pino Severino gehört haben. Egal wann, egal wo: Bitte erspart uns dann die Gogo-Tänzerinnen! Nächste Woche stehen die fünf Kandidaten dann gleich zweimal auf der Bühne, wenn es heißt: „Laut und leise“ – einmal unter Strom, einmal akustisch. Bis dann!

0 Kommentar

  1. Cat vielen Dank! Es ist mir immer eine Freude Deine Artikel zu lesen! Ich würde mir wünschen, dass es mehr solch objektive Berichterstattungen gäbe!

  2. Hey Patrick,

    das liegt vermutlich daran, dass Du offensichtlich ein Mann bist. 😉 Ich finde ja grundsätzlich, dass billiger Sexappeal meist von schlechter stimmlicher Leistung ablenken soll. Das hat Pino eigentlich nicht nötig. Naja, die weiblichen Fans haben ihn offensichtlich doch in Ungnade fallen lassen. 😉

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