X-Factor geht in die nächste Runde: Das „Bootcamp“ lauert auf die Kandidaten

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Das Casting-Karussell dreht sich munter weiter – mit mehr und weniger talentierten Möchtegern-Stars an Bord. Mit Spannung erwartet wurde unter anderem der Auftritt von Mario Fröhlich, dem kleinen Bruder des DSDS-Zweiten Menowin. Außerdem folgte direkt nach den Castings der Einzug ins so genannte „Bootcamp“, wobei jeder Juror eine eigene Gruppe zugeteilt bekommt.

Auf den ersten Blick sieht es aus, als würde Menowin Fröhlich die X-Factor-Bühne betreten: Baseball-Cap, Sonnenbrille, Schlendergang. Aber nein, der junge Mann heißt Mario und ist der kleine Bruder. Nun, da Styling und Aussehen dem DSDS-Zweitplatzierten doch immens ähneln, könnte das doch auch mit dem gesanglichen Talent so sein? Und da Menowin eins wirklich kann, und das ist Singen, wäre diese Art der gleichen Erbanlagen ja nur von Vorteil. Auch den Musikgeschmack teilen die Brüder offensichtlich: „I just called to say I love you“ von Stevie Wonder gibt Mario zum Besten. Zum BESTEN??? Äääh… Die Jury reißt entsetzt die Augen auf, das Publikum klatscht fast schon paralysiert mit, als Mario singt. Nee, Junge, das war nix. Dass Mario das Bootcamp nie von innen sehen wird, ist nach den ersten zehn Sekunden klar. Dreimal „Nein“.

Auch ein einstimmiges „Nein“ gibt es für die drei netten Rapper, die schon in München dabei waren: Die „Youngstars“ schafften es nicht, die Jury mit „Fresh“ zu überzeugen, was vor allem Sarah Connor leid tut. Doch die Leistung war eben nicht gut genug. Ebenfalls ausgeschieden in Runde eins ist Cilli. Die ambitionierte Sängerin und Ex-Kneipenwirtin ist die älteste Kandidatin, die X-Factor bislang aufweisen kann: 86 Jahre zählt die topfitte Seniorin, die mit ihrer charmanten und humorvollen Art Jury und Publikum mitreißt. Aber leider passt sie nicht ins Schema der Sendung. Macht nix – dabei sein ist alles, und wie sagt Cilli zum Abschied so schön? „Wir sehen uns wieder, wenn die Seniorenwettbewerbe beginnen.“

Aber es gibt natürlich auch einige „Ja“ an diesem Abend. Eins davon geht an Jörg, Schlagzeuger und Student. Normalerweise spielt er mit seinem Bruder in einer Indie-Rockband, doch jetzt will er zeigen, dass er auch das Zeug zum Frontmann hat. Mit einer eigenwilligen Interpretation von Grönemeyers „Flugzeuge im Bauch“ schafft er es, eben solche der Jury in den Magen zu pflanzen. Stimmlich erinnert er an Rio Reiser, begleitet sich selber auf dem Klavier und hat einen eigenen Kopf. „Bisschen freakig bist Du ja schon“, meint Till, „und Talent hast Du auch.“ Dreimal „Ja“ sind die Folge. Ebenso wie für Florian und Esther, die mit ihrer Darbietung von „Nessun Dorma“ Paul Potts in den Schatten stellen und Anna Netrebko Konkurrenz machen. Das war so perfekt gesungen, dass ich zunächst dachte: Huch, kommt das vom Band? Auch Meral aus Berlin, eine wilde Mischung aus Nina Hagen und der NDW-Band Ideal, überzeugt mit ihrem herben Charme und einer eigenen Nummer die Jury.

Mein Highlight des Abends war der Auftritt von Denise aus Hamburg. Der schwarze Lockenkopf kam supersympathisch und mit unglaublich positiver Ausstrahlung rüber – und überraschte mit einer warmen, souligen Stimme. Dafür gab es großes Lob von Sarah Connor („Du singst einfach geil“) und dreimal ein fettes „Ja“.

Gleich anschließend wurden die Gruppen eingeteilt: Jeder Juror erhält eine der drei Kategorien und darf sich hieraus jeweils sechs Kandidaten aussuchen. Dies geschieht im „Bootcamp“, wobei jeder Juror seine eigenen Methoden hat, die geeigneten Kandidaten herauszupicken. Und siehe da: Jeder der drei erhielt seine Wunsch-Kategorie! Till Brönner darf mit den Ü25 arbeiten, Sarah mit den „Kleinen“ von 16 bis 24 Jahren, und George nimmt sich der Gruppen und Duette an. Tills Gruppe kränkelt: Die Nervosität schlägt manch einem auf den Magen, andere sind erkältet, und Student Alex hat sich beim Fußball das Knie verdreht. Macht nix. Er überzeugt trotzdem am ersten Tag mit „Hello“ und kommt in die engere Auswahl. „Ich will nur Asse mitnehmen“, konstatiert Brönner. Ein Ass ist auch der 74-jährige Quintino, doch er muss jetzt deutschen Pop statt „O sole mio“ singen – und passt leider nicht ins Schema der Sendung. Auch die begabte Kisha hat einen „Bad Day“ und fliegt raus. Der 30-jährige Anthony hingegen darf ohne Hindernisse bleiben – der Junge hat definitiv Star-Appeal und eine tolle Stimme!

Bei George kämpfen die Gruppen und Duette ums Weiterkommen. La Famille können überzeugen, auch „Big Soul“ und „Karma“ kommen weiter. Esther und Florian fahren wieder die Klassik-Schiene und schrammen haarscharf am Ausscheiden vorbei. Jetzt müssen sie etwas von den Black Eyed Peas vorbereiten – und haben Bammel vor dieser Aufgabe. „Urbanize“ hingegen sind Wackel-Kandidaten. Die rappenden Saubermänner müssen noch bangen, doch George hat etwas ganz Besonderes mit ihnen vor… „Soca Queen“ aus Berlin, die mit ihrem quirligen Auftreten beim Casting für Furore gesorgt hatten, können nicht überzeugen. Lediglich Sängerin Candy kriegt noch eine Chance. Wie das denn? Überraschung: Sie singt jetzt bei „Urbanize“ mit. Man darf gespannt sein, wie das klingen wird. Bei George werden die Kandidaten, die weitergekommen sind, auch gleich mal professionell abgelichtet: Die ersten Plattencover entstehen schon. Und ich muss sagen: Tolle Arbeit! Und tolle Stimmen. Da sind wir anderes gewohnt. Nächste Woche geht es weiter…

4 Kommentar

  1. sehr schön zusammengefasst! Mit X-Factor werden wir noch einige interessante Abende verbringen, ich freu mich schon drauf! Tolle Stimmen, da möchte man schon wissen, wie es weitergehen wird!

  2. Danke Cat!! Ich war auch begeistert über das Auftreten einiger Kandidaten und bleibe geapannt auf den weiteren Verlauf der Sendung und auf deine Resümees!!

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