X Factor: Die achte Folge in der Zusammenfassung

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Ach, ist das Casting-Leben doch schön! Das Bo residiert mit seinen acht Auserwählten in einem Loft am Hamburger Hafen, und Edel-Trompeter Till Brönner mietet sogar ein ganzes Schloss bei Edinburgh. Ob das Schlossgespenst da auch im Mietpreis enthalten ist? Wären wir bei DSDS, hätte es bestimmt schon die Flucht ergriffen… Aber bei "X Factor" ist die Messlatte an musikalischem Können dann doch etwas höher angesetzt.

Aus acht mach vier – das ist die Devise des Abends. Und Till muss sich entscheiden, wer seine Herzblätter sind. Hilfreich zur Seite steht ihm dabei Marius Müller-Westerhagens Töchterlein. Die gute Mimi versteht Deutsch, spricht nur Englisch und schaut ungefähr ebenso gelangweilt-wohlwollend drein wie Paris Hilton bei einer Wohltätigkeitsgala im Ritz. Also geht alles sehr gediegen zu.

Vorhang auf: Die Kandidaten. Britrock-Verschnitt Frederik mit der Sturmfrisur ist aufgeregt und hat bei seinem Auftritt in den Höhen Probleme. Aber zumindest der Text hat gestimmt. Mimi ist begeistert, Till weiß noch nicht so recht. Ich auch nicht. Nett ist er ja, der Frederik. Aber nur nett ist eben manchmal zu wenig… Auch Sarah hat Muffensausen. Weiß sie doch, dass Till Brönner nicht gerade ihr größter Fan ist. So klingt sie anfangs recht unsicher bei ihrem Gastspiel im Schloss. Und auch Till und Mimi wissen nicht so recht, ob das nun Fleisch oder Fisch war. Volker Schlag hingegen kann mit seiner Rio-Reiser-Interpretation voll punkten. Kantig, sensibel, rau – und damit nahezu perfekt kommt das daher. Tills Kommentar zum Auftritt ist jedoch etwas kryptisch. Sein direkter Konkurrent Mario Loritz liefert ebenfalls eine gute Leistung ab, doch auch wenn Mimi ihn für einen unglaublichen Sänger hält: Ihrer Meinung nach fühlt sich Mario auf der Bühne nicht richtig wohl. Eieiei… Mario wackelt also. Dann will es Rufus wissen. Der nette Kerl mit dem breiten Lächeln und der Soulstimme verleiht seiner Hoffnung aufs Weiterkommen mit "It ain't over till it's over" Ausdruck. Schöne Stimme, wenn auch teilweise zu hoch. Trotzdem: Rufus überzeugt – mich zumindest.

Die Stunde der Wahrheit ist angebrochen: Welche vier Kandidaten schaffen es in die Live-Shows? Gladys Mwatchiti muss als erste zum gemütlichen Sesselplausch mit Till antreten. Der befindet: "Gladys hat Aura!" und gibt dem Mädel einen Freifahrschein in die nächste Runde. Bei Frederik hingegen sieht's nicht so dolle aus. Till vermisst Angriffslust und eine Band im Background. Damit liegt er vielleicht nicht falsch. Das zweite Liveshow-Ticket erhält Rufus Martin. Seine Soulstimme werden wir also demnächst wieder hören. Sarah Mosquera hingegen hat zwar mit ihrem letzten Auftritt punkten können, aber es hat trotzdem nicht für sie gereicht. Sie nimmt es sportlich.

Der dramatischste Moment des Abends ist die Entscheidung von Till gegen Mario Loritz, der sich am Boden zerstört zeigt. Trotz guter gesanglicher Leistungen hat Mimis Befürchtung, dass sich Mario auf der Bühne nicht wohl fühlt, den Ausschlag gegeben. Anders als bei Volker Schlag. Dem bescheinigt Till Brönner den X-Factor und schickt ihn in die nächste Runde. Das letzte Ticket erhält Polizist David Pfeffer, der sich konstant gesteigert hat und so gegen Familienvater Sven Kompass durchsetzen kann.

Damit stehen die Ü-25-Kandidaten fest: Gladys Mwatchiti, Rufus Martin, Volker Schlag und David Pfeffer dürfen mit in die Live-Shows.

Bei Das Bo tummeln sich die Kandidaten am Hamburger Hafen, und als Zweitjurorin fungiert keine Geringere als Mel C, das Ex-Spicegirl, die keine Allüren zu kennen scheint und kräftig Tipps und freundliches Lächeln für die jungen Kandidaten übrig hat. Der Auftritt von Barne Heimbucher schwankt zwischen Begeisterung und Zahnweh: Erst toll gerappt, dann im Falsett-Bereich gescheitert – Mel sieht Angst in den Augen des Kandidaten; ob das ein gutes Zeichen ist? Jennifer Hans hat eine tolle Stimme, baut mächtig Druck auf, macht alles richtig. Dennoch mäkeln Das Bo und Mel ein wenig rum – kann ich nicht nachvollziehen.

Als Raffaela singt, muss sich Mel zurückhalten, um nicht zu applaudieren. Zu Recht – aber ob das schon das sichere Weiterkommen bedeutet? Nadir Alami, der quirlige Lockenkopf, hat sicherlich nicht die überzeugendste stimmliche Performance, aber gemäß dem Motto "Ich bin immer glücklich" swingt er wie das letzte Blumenkind vor der Jury, so dass sich Mel doch glatt Tanzunterricht von ihm abholen möchte. Und dann ist da noch Kassim Auale. Der 20-Jährige hibbelt mal wieder wie verrückt, obwohl er einen stimmlich wirklich guten Tag hat. Kein Grund, am Ende des Songs die Konzentration zu verlieren, aber wieder passiert ihm das. Ob Bo ihn trotzdem mitnimmt? Ein Mädchenschwarm für die Zahnspangenfraktion wäre er trotz aller Hibbelei. Genau wie Martin Madeja, der wie das glatte Gegenteil von Kassim wirkt: Ruhig, sanft und gefühlvoll singt er. Ein Anti-Stress-Typ zum Knuddeln. Wir werden sehen…

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