„X Factor“: Der Liveticker zur Mottoshow – heute wird es „Laut und leise“

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Da waren’s nur noch fünf: Wer von den verbleibenden Kandidaten wird die heutige Runde heil überstehen? Immerhin gilt es, gleich zwei Songs zu meistern: Einen „lauten“ und einen „leisen“, sprich: In der unplugged Version. Hier könnt Ihr während der Show heute Abend nachlesen, was die Kandidaten singen und in unserem Live-Ticker mitverfolgen, wer auftrumpft oder seinen Auftritt vermasselt…

Kategorie 16 – 24 Jahre / Mentorin Sarah Connor:
Marlon Bertzbach (18):  “Closer to the Edge” von “30 Seconds to Mars” sowie “Nothing else Matters” von “Metallica/ Lucie”
Mati Gavriel (24) :  “Song 2″ von “Blur” sowie “Sexed Up” von Robbie Williams

Kategorie 25 Jahre + / Mentor Till Brönner:
Anthony Thet (30): “Walk this Way” von “Areosmith” feat. “Run DMC” sowie “Under the Bridge” von den “Red Hot Chili Peppers”
Edita Abdieski (25): “Just like a Pill” von Pink sowie “Russian Roulette” von Rihanna

Kategorie Gruppen / Mentor George Glueck:
“Big Soul”, Quartett aus Hamburg: “Sex on Fire” von “Kings of Leon” sowie “One” von U2

Außerdem gibt es eine Premiere: Juror Till Brönner wird zugleich auch musikalischer Gast der Sendung sein und seine Single “Summer Breeze” auf der “X Factor”-Bühne präsentieren. Das Lied ist eine Coverversion des US-Nr. 1 Hits aus dem Jahre 1975 des erfolgreichen Pop-Duos Seals & Crofts.

Es geht los… und es gab schon nervenaufreibende Szenen an diesem Dienstag: Ein Stromausfall samt abgebranntem Generatorenhaus legte das Coloneum lahm – nix war’s lange mit den Generalproben. Eine kleine freche Ratte war schuld. Nun könnte man spekulieren, ob das Nagetier von der Konkurrenz zur Sabotage angesetzt wurde, aber nein, nicht doch. 😉 Leider hat das Tier nicht überlebt. Überlebt hat dafür der Siegeswille der Kandidaten, die nun an den Start gehen. Vorher geht Moderator Jochen Schropp aber noch auf den Gastauftritt von Jury-Mitglied Till Brönner ein, der seine neue Single vorstellt. „Der Mann, der seinen Atem vergoldet“, nennt er ihn und fragt keck nach, ob an dem Gerücht was dran sei, dass Trompeter besonders gut küssen können. Till windet sich charmant heraus: „Es gibt Muskeln um den Mund herum, die besonders trainiert werden müssen…“

Den Auftakt macht heute Mati Gavriel. Das Outfit verheißt schon einiges: Schwarze, offene Jacke, darunter nackter Oberkörper. Ein breit aufgemalter Blitz im Gesicht, den Bauch ziert ein großer Notenschlüssel. „Song 2“ inszeniert er mit Swing-Intro und großer Tänzergruppe. Er kontaktiert jederzeit das Publikum, küsst sogar Sarah Connor locker übers Jury-Pult – nur auf den Wangen allerdings. Die Nummer passt auf den exzentrischen Meister der Selbstdarstellung wie Arsch auf Eimer. Wenn seine Stimme im Lauf der kommenden Jahre noch ausgeprägter und reifer wird, dann könnte was ganz Großes aus ihm werden. Die Jury ist einhellig begeistert; George lobt vor allem Matis Fähigkeit, aus der Masse herauszustechen und dabei sich selber treu zu bleiben. Das Swingsolo ist natürlich ganz nach Tills Geschmack. Sarah betont, dass Mati eigentlich schon ein „fertiger Künstler“ sei, der höchstens noch Anregungen braucht.

Big Soul haben sich eine Nummer von U2 vorgenommen – eine meiner erklärten Lieblings-Bands übrigens. „One“ hat ja schon im Original Gospel-Charakter, und Big Soul verstärken diesen noch. Im Gegensatz zum Auftritt der Vorwoche – Thriller hatte mich nicht ganz überzeugt – können die vier heute wieder voll bei mir punkten! Zart begonnen mit hervorragenden Soloparts, die stark, aber nicht geschrieen interpretiert werden, enden die Mädels in einem kraftvollen Chorus – und stellen sich unter Tränen dem nicht enden wollenden Beifall. Auch die Jury ist gerührt. Till stellt eine Entwicklung nach oben fest und findet, dass Big Soul extrem erwachsen wirken. Sarah: „Euer Meisterstück, gesanglich.“ Sie lobt nicht nur den Gesang, sondern sieht in den Mädels ein Vorbild für viele Frauen in Deutschland. „Ihr räumt mit Klischees auf!“ Und George ist richtig stolz auf seine Truppe.

Eine Überraschung hat Anthony Thet mitgebracht: Seinen Vater. Dieser ist Cello-Virtuose und darf seinen Sohn bei „Under the Bridge“ fachgerecht begleiten. Anthony ist eine Art Gegenpart zu Mati. Jeder ist auf seine Art sehr gut, aber halt komplett unterschiedlich. Zwischen Autoreifen und alten Fahrrädern sitzt Anthony auf der Bühne im (künstlichen) Mondlicht und singt das ruhige Stück genau so, wie ich ihn am liebsten höre: Voller Gefühl, mit ein bisschen Knarzen in der Stimme und der typisch sympathisch-zurückhaltenden Anthony-Art. Und dieses Mal ist auch die Jury einheitlich von Anthonys Auftritt überzeugt. „Das war toll, ganz bezaubernd!“, äußert Sarah Connor begeistert und rät Anthony dazu, genau so weiterzumachen. Auch George findet, dass dieser musikalische Bereich voll zu ihm passt. Und Till will gar nicht mehr viel sagen; er ist ganz gerührt.

Edita Abdieski kommt heute in einem sexy Outfit auf die Bühne – ganz in Schwarz als Rockröhre. Und sie flirtet hemmungslos und heftig mit der (männlichen) Bühnendekoration. 😉 Eine tolle Show, die sie bietet! Zur Stimme brauche ich eigentlich nichts mehr zu sagen – da ist sie einfach spitzenklasse, und sollte Edita diese Show gewinnen, kann sich Leona Lewis schon mal warm anziehen. Sarah lobt die „coole Performance“ und das Outfit. George meint: „Du läufst und läufst und läufst – klingt fast wie Autowerbung.“ Er möchte aber noch mehr Wiedererkennungswert in Editas Stimme finden und ist gespannt auf den zweiten Song. Till hingegen sieht Edita auf dem richtigen Weg und denkt, dass es gut ist, dass die junge Sängerin gelegentlich auch mal Selbstzweifel hat.

Dass Marlon Bertzbach in der letzten Show nicht auf die Abschussliste kam, hatte viele überrascht, denn der Youngster unter den Kandidaten hatte nicht seinen besten Tag. Heute zaubert er zu „Nothing else matters“ mit den Fingern Lichtpunkte in die Luft, während die Bühne ganz in elegant-dunkles Blau getaucht ist. Marlons Stimme hat sicherlich Wiedererkennungswert, wenn er auch gelegentlich noch etwas unsicher und wackelig klingt – der Junge hat in seinem Alter ja noch Zeit, sich zu entwickeln. Jedenfalls meistert er die Nummer fast fehlerfrei; allerdings wirkt er nicht ganz entspannt. Das Publikum freut sich mit Marlon über die gelunge Performance und feiert ihn kräftig. „Marlon is back“, freut sich George, der Marlon für etwas Besonderes hält. „Klasse!“, konstatiert Till, der Schiss hatte, dass Marlon die Nummer versauen könnte. Und Sarah ist sehr erleichtert und freut sich, dass Marlon einen guten Auftritt hingelegt hat.

Es geht gleich weiter mit dem zweiten Durchgang. Big Soul legen mit „Sex on Fire“ los, und wer denkt, dass jetzt die Soul-Interpretation kommt, der täuscht sich: Die Ladies können auch anders – nämlich hemmungslos rocken! In schwarzen Glitzerkostümen reißen sie das Publikum mit; sexy und spritzig, mal verführerisch zurückhaltend, mal überschäumend vor Lebensfreude. Kein Wunder, dass der Saal kocht, wenn die vier Gesangsgranaten die Bühne rocken. Till Brönner fällt denn auch nix anderes ein als zuzugeben, dass ihm die erste Nummer noch besser gefallen hat und dass das Outfit nicht ganz seins ist: Die Mädels erinnern ihn an „in Cellophan eingepackte Ostereier“. Falsche Jahreszeit, Herr Brönner! Sarah lobt die „wahnsinnig heiße Performance“ und fand den Auftritt „sehr sexy“. Mentor George gibt zu, mit dem Song ein Risiko eingegangen zu sein, aber: „Sinnlichkeit sollen nicht nur Menschen mit Größe 36 ausstrahlen!“ Recht hat er…

Beim ersten Song noch nachdenklich und melancholisch – jetzt zeigt Anthony Thet seine andere Seite: Er legt los mit einem richtig heftigen E-Gitarrensolo hinter einer weißen Papierwand, zerfetzt diese und rockt inmitten von als Cheerleaders verkleideten Tänzerinnen los. Schade, sehr schade, dass die Kameraführung viel zu hektisch ist. Denn die Nummer kommt gut, und Anthony hat sich wirklich überzeugend von zwei Seiten präsentiert. Auch die Jury ist sehr zufrieden. Sarah ist gar sprachlos ob des Auftritts und hatte Spaß. George ist voll überzeugt, und Till merkt zwar an, dass es heute schwer werden könnte mit dem Weiterkommen, dass Anthony aber auf alle Fälle zufrieden mit sich sein kann.

Mati Gavriel hat sich Robbie Williams „Sexed up“ vorgenommen. Stimmlich kann er sich natürlich nicht an diesem messen – da müssen wir ehrlich bleiben. Aber es macht Spaß, ihm zuzuschauen, denn Mati ist immer für eine Show gut. George gehen langsam die Superlative für Matis Auftritte aus, Till meint: „Du bist der Poet der Staffel“, und Sarah findet es toll, wie Mati seine Songs inszeniert.

Der Song, den sich Edita Abdieski für Runde zwei vorgenommen hat, ist eine sauschwere Ballade von Rihanna. „Russian Roulette“ verlangt der Stimme alles ab. Leise Töne, zart und gefühlvoll, stellenweise dann wieder kraftvoll und lauter, aber immer richtig dosiert – so kennt man Edita. Wenngleich die Jury zarte Kritik hat. Sarah hat zwar Spaß, Edita zuzuhören, sieht aber Nachbesserungsbedarf in den Tiefen. Dem schließt sich George an. Wobei die beiden trotzdem grundsätzlich zufrieden mit Edita sind. Während des Songs hat Edita angefangen zu weinen, will aber keine Auskunft geben, warum. Ihr gutes Recht – offenbar hat sie den Song einem ihr lieben Menschen gewidmet, möchte die Geschichte aber nicht öffentlich ausbreiten. Till meint dazu nur: „Wenn Du heute nah am Wasser gebaut bist – lass es die Menschen wissen!“

Marlon Bertzbach macht den Abschluss. Und darf endlich mal richtig Gas geben. Das macht er im Prinzip ganz gut bei „Closer to the Edge“, aber – ganz ehrlich – Balladen passen besser zu ihm. Zumal es streckenweise aussieht, als hätte er Zahnweh… George meint: „Was immer man Dir ins Wasser getan hat, hat Dir gut getan.“ Till findet den Auftritt auch toll, merkt aber an, dass die Luft jetzt langsam dünn wird, da alle Kandidaten stark seien. Sarah lobt die neue Ausstrahlung, die von Marlon ausgeht.

Jetzt darf der Herr Juror ran: Till Brönner lässt eine „Summer Breeze“ durch den Saal wehen. Schon das Trompetensolo am Anfang signalisiert, wo sich der Jazzmusiker daheim fühlt. Merkwürdig ist es, Till auf einmal singen zu hören. Mit etwas Background-Unterstützung klingt das gar nicht schlecht, aber irgendwie höher, als ich erwartet hätte. An der Trompete ist er allerdings wesentlich besser, eindeutig. 😉 Eine schöne, lockere Nummer, mit der man sich toll in den Feierabend grooven kann.

Die Entscheidung, wer sofort weiter ist, fällt nun. Und gleich am Anfang eine Überraschung: Anthony ist als erster weiter! Ihm folgt Edita – die immer noch Tränen in den Augen hat. Und auch Big Soul schaffen den Einzug in die nächste Runde ohne Probleme! Das heißt, dass Sarahs Schützlinge Marlon und Mati um die Wette singen müssen.

Marlon singt „Feelin‘ good“ und legt mit der Swingnummer den besten Auftritt überhaupt hin, den er bisher abgeliefert hat. Mati interpretiert „Hurt“ und macht seine Sache ebenfalls nicht schlecht, wirft mit dramatischer Geste am Ende sogar das Mikro weg. Nun liegt es an den Juroren, doch irgendwie ahnt man das Urteil schon. Dreimal votiert diese für Mati und gegen Marlon – Sarah Connor entscheidet das Spiel als zweite schon vorzeitig, mit Tränen in den Augen. Und so sehen wir nächste Woche Anthony, Edita, Big Soul und Mati wieder auf der „X Factor“-Bühne.

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