„X Factor“ – Der Live-Ticker zu Mottoshow Nummer 2…

Scroll this

Es ist wieder Dienstag, und die verbliebenen acht Kandidaten von „X Factor“ kämpfen heute um den Einzug in die nächste Runde. Letzte Woche flogen „La Famille“, die sympathischen Rapper aus Köln, raus. Knapp weitergekommen ist Meral Al-Mer – ob sich das in Form von Aufregung heute bemerkbar machen wird? Bleibt abzuwarten. Heute steht Filmmusik auf dem Programm, und die Kandidaten singen Folgendes:

Kategorie 16 – 24 Jahre / Mentorin Sarah Connor:

Marlon Bertzbach (18), Schüler aus Fischerhude: Song „The Blower’s Daughter“ von Damien Rice aus dem Film „Closer“
Mati Gavriel (24), Ausstatter für Musikvideos aus Berlin: Song „You’ll be a woman soon“ von „Urge Overkill“ aus dem Film „Pulp Fiction“
Pino Severino (18), Stadtsekretär aus Köln: Song „Papa was a Rolling Stone“

Kategorie 25 Jahre + / Mentor Till Brönner:

Anthony Thet (30), BWL-Student aus Berlin: Song „Purple Rain“ von „Prince“ aus dem Film „Purple Rain“
Meral Al-Mer (29), Autorin aus Berlin: Song „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ von Nena aus dem Film „Vollidiot“
Edita Abdieski (25), Kellnerin aus Köln: Song „Street Life“ von Randy Crawford aus dem Film „Jackie Brown“

Kategorie Gruppen / Mentor George Glueck:

„Big Soul“, Quartett aus Hamburg: Song „Think“ von Aretha Franklin aus dem Film „Blues Brothers“
„Urban Candy“, Trio aus Berlin: Song „Crazy In Love“ von Beyonce & Jay-Z aus dem Film „Bridget Jones 2“

Den Auftakt macht Pino, der quirlige Paradiesvogel, der kurzfristig seine Songauswahl geändert hat. Er singt „Papa was a rolling stone“ in einer fetzigen Performance. Zwar gehen am Anfang ein paar Töne daneben, aber das macht Pino locker mit heißen Blicken und unnachahmlichem Hüftschwung wett. Das frische Styling passt auch. George gefällt die Performance allerdings nicht so gut wie letzte Woche; er ist enttäuscht. Im Gegensatz zu Till, der bekennt: „Du weißt, ich bin Fan!“ Allerdings merkt er auch an: „Ich weiß nicht, ob es immer die Panzerschlacht von Kiew sein muss“ – und fragt sich, ob das wirklich Pino ist. Er würde sich durchaus auch mal einen Auftritt im T-Shirt wünschen, und auch Sarah wäre diesem Anblick nicht abgeneigt. Ach ja: Ihr hat der Auftritt gefallen. 😉

Urban Candy haben im Vorspann Spaß daran, Stylings auszuprobieren. Und auch der Auftritt unterhält mich gut. Heute kommt Candy sowohl stimmlich als auch stylisch wie ein absoluter Topstar rüber. Die Jungs machen auch ne gute Arbeit, bis hin zum deutschen Rap-Teil. Allerdings gehen ein paar Töne daneben. Dafür ist Move drin in der Performance, und mir macht die Sache Spaß. Keinen Spaß hatte Till: Er moniert weiterhin, dass Urban Candy nicht zusammengewachsen sind: „Ich nehme Euch die Bronx, die Ihr besingt, nicht ab.“ George sieht das natürlich anders, und auch Sarah erkennt eine Entwicklung bei den dreien.

Meral, die letzte Woche fast geflogen wäre, interpretiert heute Nina. „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ klingt bei ihr zugleich kindlich-naiv und herrlich schräg. Meral ist speziell – das ist zugleich Chance und Risiko für sie. Ich denke aber trotz den rockig-tollen Auftritts, dass es viele Nummern gibt, die besser zu ihr passen! Sarah ist da anderer Meinung: „So möchte ich Dich sehen, genau so!“ Sie ist begeistert von Auftritt, Haaren und – Brüsten! Kommentar George Glueck: „Ich dachte, das wäre ein Gesangswettbewerb?“ Nur gut, dass es ausgerechnet die Dame im Team gesagt hat. George kann Merals Auftritt nichts abgewinnen. Er betont zwar, absolut nichts gegen sie zu haben, jedoch hält er sie für die schwächste Sängerin im Wettbewerb. Er befürchtet, dass Meral auf dem Musikmarkt keine Chance hätte. „Ach, Quatsch!“, ruft die Sängerin dagegen. Till findet, dass Meral angesichts der schweren Woche eine Riesenleistung abgeliefert hat.

Anthony Thet wagt sich mit „Purple Rain“ an den Mega-Star Prince. Das kann gründlich schiefgehen. Zum Glück tut es das aber nicht. Keine Frage: An das Original reicht Anthony (noch) nicht heran, ABER: Das muss er auch noch gar nicht. Bei diesem Stück zeigt er zum ersten Mal richtigen Sex-Appeal, und – juchuuu – die Gitarre ist wieder da und darf auch ein paar Akkorde krachen lassen. Anthony flirtet mit seiner weiblichen Bühnendekoration, bringt den Refrain emotional und unkitschig rüber, singt den Refrain für meinen Geschmack aber etwas zu giftig. Trotzdem: Absolute Bühnenpräsenz, tolle Leistung. Ich hab ja eine Schwäche für seine Auftritte… 😉 Die Jury sieht es genauso. Sarah fand Anthony männlich und sexy, fordert ihn gar dazu auf, die Hosen runter- und das Gel auf dem Haar wegzulassen. George hält ihn für einen „kompetenten Sänger“ und fand die Leistung sehr gut dafür, dass Anthony krank ist. Er sieht bei Anthony großes Potential im Blues-Bereich. Till ist ganz gerührt und muss sich erst sammeln. 😉 „Sex pur“, meint er und prophezeiht: „Wir werden noch viel Zeit miteinander verbringen.“

Marlon Bertzbach hat sich eine Nummer von Damian Rice ausgesucht. „The Blower’s Daughter“ ist ein extrem emotionales Stück, hat aber trotzdem Biss, weil Rice es schafft, die ganze Zerrissenheit und Traurigkeit lebendig umzusetzen. Bei Marlon wird der Song ganz weichgespült – Ohrenbalsam für Sentimentale. An den Stellen, wo Rice seinen Schmerz hinausschreit, überschlägt sich die Stimme des 18-Jährigen etwas – bei Live-Auftritten kann das passieren, finde ich nicht weiter schlimm. Aber die Dynamik des Songs geht in dieser Kuschelversion ziemlich unter, das ist mir too much. Ich mag’s lieber markant-kantig. Das Publikum indes tobt vor Begeisterung. George macht Schluss mit dem „Welpenschutz“. Er findet, dass Marlon aus der Eindimensionalität herauskommen und mal was anderes singen soll. Keine schlechte Idee, finde ich, denn ich denke auch: Da geht noch mehr! Till ist derselben Meinung, nur Sarah ist natürlich total begeistert und „irre stolz“. Sie will auch keinen Welpenschutz: „Das ist ein ausgewachsener Hund!“

Edita, heute im heißen 70er-Jahre-Glitzerfummel sexy gekleidet, groovt sich locker-flockig durch „Street Life“.  Sie meistert den Song mit ihrer grandiosen Stimme quasi im Vorbeigehen und tanzt entspannt über die Bühne. Ich kann nur mal wieder ihre Fähigkeit bewundern, sich nicht durch das Lied zu brüllen, sondern stimmliche Akzente zu setzen und sich auch zurückzunehmen, um eine gewisse Spannung aufzubauen. Sarah hingegen vermisst bei Edita die „Personality“, wenngleich sie eine „Wahnsinns-Sängerin“ sei. Ihr ist der Titel zu „Old School“. George hält sie für eine sehr authentische Sängerin. Er rät ihr allerdings, den „schnellen Flatter-Vibrator“ abzulegen, den ihre Stimme in höheren Lagen aufweist. Till hingegen hält genau das für Editas Pluspunkt und findet, dass der Song zum Motto passte.

Mati verzichtet heute auf große Bühnendeko und ist wieder ganz er selbst. Oder doch nicht? Wie ist Mati überhaupt wirklich? Er inszeniert sich gerne, liebt das Wechselspiel und zeigt heute, dass er die Bühne auch ohne Tänzerinnen beherrscht. „You’ll be a woman soon“, verspricht er dem weiblichen Publikum, darf auch mit Gitarre arbeiten. So gefällt er mir wesentlich besser. Seine Stimme kommt wieder zur Geltung, und die teils fast schon theatralische Betonung im Refrain macht das Ganze erst interessant. George findet, dass der Song nicht zu Mati gepasst hat und dass laute Sachen nichts für ihn sind. Till schließt sich dem an und meint, dass ihm irgendwas gefehlt hat. Sarah hingegen denkt, dass den beiden Herren nur der Popo auf Grundeis geht, weil Mati so gut war. Sie würde ihm am liebsten gleich einen Oskar für die beste Performance verleihen.

Da hat sie die Rechnung allerdings ohne Big Soul gemacht. Die vier schwergewichtigen Damen sind heute elegant in Nachtblau gekleidet – und rocken wieder das Haus! Abseits einer künstlichen Barbie-Plastik-Bühnenwelt entwickelt sich hier mit Stimmgewalt und Mega-Sympathiefaktor ein echtes Favoriten-Team, und am Ende gibt es wieder Zugabe-Rufe. Till meint: „Ihr wart sensationell heute Abend!“ Nur am Vocal-Arrangement würde er noch feilen. Sarah fand sowohl Outfits als auch Auftritt klasse und gesteht: „Wir lieben Euch!“ Und George ist sowieso begeistert. „Yes, we can“, prophezeiht er.

Jetzt wird es spannend. Wer ist direkt weiter, wer ist auf die Gunst der Jury angewiesen? Zwischendurch dürfen „Hurts“ auftreten. Die Engländer sind schon da, wo die „X Factor“-Kandidaten noch hinwollen: An der Spitze der Charts.

Nach der üblichen Zitterpartie, die aber dankenswerter Weise nicht annähernd so lange dauert wie beim Pendant DSDS und auch lange nicht so übertrieben dramatisch abläuft, bleiben zwei Kandidaten übrig: Pino und Meral. Beide haben einen zweiten Auftritt – Meral singt des öfteren daneben, Pino hingegen singt sichtlich um sein Leben – und liefert eine seiner besten Leistungen ever dabei ab. Da Sarah und Till sich jeweils für ihren eigenen Kandidaten entscheiden, hängt es nun an George. Und der entscheidet sich dafür, dass Meral die Show verlassen muss. Pino ist weiter – das Ergebnis geht in Ordnung.

Kommentar verfassen