„X Factor 2011“-Live-Ticker: Im Halbfinale trifft Rock auf Soul

Kinder, wie die Zeit vergeht! Gerade noch haben wir sie kennengelernt, die Kandidaten von "X Factor", jetzt schon neigt sich auch die zweite Staffel fulminant dem Ende zu. Nun ja, wer nicht genug kriegen kann von Casting Shows, dem kann man immer noch die Konkurrenz von "The Voice" empfehlen... Wir jedoch widmen unsere Aufmerksamkeit heute lieber dem Halbfinale von "X Factor" und den vier charmanten und gut singenden Teilnehmern - halt, Moment, es sind ja fünf, denn Nica & Joe müssen wir da doppelt zählen.

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Kinder, wie die Zeit vergeht! Gerade noch haben wir sie kennengelernt, die Kandidaten von „X Factor“, jetzt schon neigt sich auch die zweite Staffel fulminant dem Ende zu. Nun ja, wer nicht genug kriegen kann von Casting Shows, dem kann man immer noch die Konkurrenz von „The Voice“ empfehlen… Wir jedoch widmen unsere Aufmerksamkeit heute lieber dem Halbfinale von „X Factor“ und den vier charmanten und gut singenden Teilnehmern – halt, Moment, es sind ja fünf, denn Nica & Joe müssen wir da doppelt zählen.

Showacts im Halbfinale sind Jason Derulo und Tim Bendzko!

 

Heute entscheiden ausschließlich die Zuschauer per Voting, welche Acts ins große X Factor-Finale einziehen. David Pfeffer, Rufus Martin, Raffaela Wais und Nica & Joe singen je zwei Songs zum Thema „Rock meets Soul“. Einen Song dürfen sich die Kandidaten selbst aussuchen, während der zweite Song vom jeweiligen Mentor ausgewählt wird. Wer singt was?

Kategorie 16-24 Jahre / Mentor Das Bo:

– Raffaela Wais (22), Studentin aus Berlin, singt:
Kandidatenwahl: Adele – Someone Like You
Jurorenwahl: Beyoncé – Single Ladies

Kategorie 25 Jahre + / Mentor Till Brönner:

– David Pfeffer (29), Polizeikommissar aus Duisburg, singt:
Kandidatenwahl: Sarah McLachlan – Angel
Jurorenwahl: Coldplay – Yellow

– Rufus Martin (35), Musiker aus München, singt:
Kandidatenwahl: Alanis Morissette – Ironic
Jurorenwahl: Bruno Mars – It Will Rain

Kategorie Gruppen / Mentorin Sarah Connor:

– Nica & Joe, Duett aus Köln, singt:
Kandidatenwahl: Foreigner – I Want To Know What Love Is
Jurorenwahl: Leona Lewis – A Moment Like This

Es geht los. Sarah Connor hat sich zum Glück heute für ein Kleid entschieden, das nicht nach Explosion aussieht, Bo sitzt mit der üblichen Datschkappe am Jurypult, Till Brönner trägt heute ein lila-kariertes Hemd. Rufus Martin darf den Abend beginnen. Im Gegensatz zu seinem Kollegen David Pfeffer feiert der Junge auch gerne – mal sehen, ob’s ihm nicht die Stimme versaut. Bisher war das ja noch nie der Fall. Er singt als erstes „It will rain“ von Bruno Mars. Heute scheint Rufus leicht tonale Probleme zu haben – jaja, meckern auf hohem Niveau, ich weiß. Aber das hochgelobte Stück ist irgendwie nicht so der Burner – das klingt zu leidend, wie eine Behandlung beim Zahnarzt. „Genieß den Applaus“, meint Sarah. Sie bescheinigt Rufus echte „Rock Star Attitude“. „Auf jeden Fall bist Du eine Kreatur der Nacht“, meint Das Bo augenzwinkernd und in Anspielung auf dessen Feierlaune. „Ich bin wahnsinnig stolz auf Dich!“, bekennt Mentor Till, der Rufus für einen würdigen Finalkandidaten hält.

Viel Spaß bei der letzten Show hatte David Pfeffer. Der widmete seiner Schwester den Song „Valerie“ und rockte ab, auch wenn er ganz offenkundig nicht der tollste Tänzer der Welt ist. Er hat sich den Titel „Angel“ von Sarah McLachlan ausgesucht, eine echte Schmusenummer. Da stimmt die Mimik, das sphärisch-blaue Bühnenbild und die Stimme. Ein Titel, der perfekt zu David passt. Gut gewählt. Da schmelzen weibliche Herzen jeder Alterskategorie dahin. Mist, manchmal hat es seine Nachteile, Nichtraucher zu sein: Ich finde kein Feuerzeug zum überm Kopf schwenken. Tosender Applaus. „Das war wieder sehr stark“, meint Das Bo schlicht. Sarah sagt mehr: „Du hast etwas ganz Besonderes.“ Sie wünscht David, dass er auch nach „X Factor“ die Songs machen kann, die er machen möchte. Till wähnt sich schon im David-Pfeffer-Konzert – mal schauen, ob sich der Herr Brönner dann auch hintraut. Bei David mag ich nach diesem Auftritt nur eins kritisieren: Die Tim-und-Struppie-mäßig aufgegelte Haarpracht.

Nica & Joe gehören zu den Top-Favoriten der Show. Ihr Nena-Cover mit Unterstützung von Adoro in der Vorwoche wurde nicht nur positiv aufgenommen, doch stimmlich sind die beiden ganz vorne mit dabei. Sie haben sich für heute den Foreigner-Klassiker „I wanna know what love is“ vorgenommen. Das wird sicher spannend. Heute steht gar ein ganzer Gospelchor im Hintergrund. Mit brachialer Stimmgewalt schmettern die beiden leidenschaftlich das Stück und inszenieren sich sehr gut – bis hin zu den auf der Leinwand im Hintergrund dahin fliegenden weißen Tauben. Meins ist das allerdings ehrlich gesagt nicht – das ist mir zu melodramatisch. Verzeihung, aber den Song haben sie zerschrieen. Ich hoffe auf das zweite Stück des Abends. „Eine unglaubliche Performance“, muss Das Bo zugeben, der die beiden im Finale sieht. „Eine absolute 100-Punkt-Performance“ bescheinigt auch Till Brönner. Er sieht schon den Südpol schmelzen und die Pinguine ein warmes Fußbad nehmen. Sarah ist etwas reserviert – „wir sind noch nicht da“. Damit sollen vermutlich die Anrufer motiviert werden. Zu Recht, übrigens, denn die beiden können was.

Eine unglaubliche Performance verspricht Das Bo mit dem Auftritt von Raffaela Wais. „Single Ladies“ von Beyoncé steht auf dem Programm. Bei den Proben darf Profi Tim Bendzko zuschauen – der sieht Raffaela schon im Finale. Raffaela, gekleidet in einen scharfen goldenen Mini, macht gute Laune. Nicht nur, dass sie super singt, nein, sie schwingt die Hüften, tanzt über die Bühne und macht eine gute Show. Das hat großen Unterhaltungswert. „Das war großartig“, lobt Till Brönner und spricht Raffaela ein großes Kompliment aus. Sarah lobt zunächst das Styling, und dann kommt’s: „Es geht ums Finale – und Du gehörst da hin!“ Das Bo ist erleichtert und findet’s „auf den Punkt gebracht“. Er hätte nichts dagegen, wenn die ganzen „Single Ladies“ vor dem Bildschirm für Raffaela und damit auch für ihn anrufen würden.

Um die angespannten Nerven ein wenig zu entspannen, darf der Profi ran: Jason Derulo singt Kandidaten, Jury und Publikum ein Ständchen. Mit einem etwas störenden Mikro vor dem Mund singt er von seinem „It Girl“ und bewegt sich geschmeidig auf der Bühne. Ja, tanzen kann der Junge wirklich fantastisch. Der könnte vielleicht dem David etwas Nachhilfe geben, oder? Aber bitte nicht den Musikstil übernehmen, lieber Sergeant Pepper. Gefühlvoller Pop-Rock passt da besser.

Runde zwei ist angebrochen. Als erster darf David ran. Dieses Mal wagt er sich an „Yellow“ von Coldplay. Vorher gibt’s noch ein bisschen Tanzunterricht von Dick Brave – allerdings ohne sichtbaren Erfolg. Konkurrenzdenken empfindet David übrigens nicht: „Ich bin ja hier, um zu singen!“ Für mich der Spruch des Abends. Mit feuriger Bühnendeko geht David ans Werk. Das Styling – rotes Shirt, schwarzer, legerer Anzug – steht ihm gut. Wieder viel Kopfstimme – das müsste vielleicht nicht sein. Ansonsten gibt’s im Background kräftige E-Gitarren und satten Rocksound. Stimmlich klingt David etwas „harmlos“ hierfür, aber sicher nicht eintönig, wie Sarah Connor im Einspieler vor dem Auftritt angemerkt hat. Kein schlechter Auftritt, aber etwas blass im Vergleich zu „Angel“. Und siehe da: Frau Connor ist angenehm überrascht ob der lebhaften Performance – sie sieht David definitiv im Finale. „Eine ganz heiße Performance“ bescheinigt auch Das Bo, der alle vier Kandidaten sehr stark findet. Till klemmt sich Sarah unter den Arm und vergleicht David Pfeffer mit einem „abgehangenen Steak“ – das soll ja auch immer gleich gut schmecken.

Rufus Martins Ex-Partnerin und Mama seines Sohnes Noah lobt den Sänger in den höchsten Tönen, und sein Sohn ist sowieso ein ganz Goldiger. Im Moment sind Autogrammkarten der große Renner in Noahs Klasse. Ob ihm das heute hilft, den Sprung ins Finale zu schaffen? Er hat sich „Ironic“ von Alanis Morisette vorgenommen. Fürs Bühnenoutfit hat er sich schon mal einen Pluspunkt verdient. Die Performance selber ist schön locker gegroovt, aber stimmlich nicht ganz auf dem Punkt. Sarah fand den Song „etwas angestrengt“. Das Bo hat sich an „Ironic“ schon „überhört“. Er fand die Performance zwar nicht schlecht, aber auch nicht richtig überzeugend. Till jedoch ist überzeugt, dass die Leute für Rufus anrufen werden.

Nica & Joe waren auf dem Weihnachtsmarkt – nicht zum Glühwein trinken, sondern zum Singen. Und auch, wenn’s Joe lausig gefroren hat: „Deutschland ist das beste Land for Christmas!“ – davon ist er überzeugt. Jetzt wollen die beiden „A Moment like this“ auf die Bühne zaubern. Joe lässt den Operntenor zum Auftakt mal in der Mottenkiste und singt einfach – normal und gut. Das ist um Längen besser und lange nicht so übertrieben dramatisch wie der erste Song. Das Bo ist sehr zufrieden mit den beiden – wer hätte das gedacht? Till macht sich Sorgen, weil Nica & Joe so „unfassbar gut“ gesungen haben. Sarah würde ihre Kandidaten gerne auf den Weg ins Finale schicken – wer hätte das gedacht?

An dieser Stelle mal ein herzlichen Danke an Moderator Jochen Schropp, der sympathisch, unaufdringlich und humorvoll seinen Job macht und sich damit grundlegend von einigen seiner recht nervigen Kollegen unterscheidet. Schropp for Wetten, dass!

Zum Schluss darf Raffaela Wais noch einmal zeigen, was sie kann. „Someone like you“ von Adele ist sicher keine einfache Nummer, aber mit ihrer Powerstimme dürfte das kein Problem sein. Das ist sehr sanft vorgetragen, sehr weich. Adeles Original hat mehr Biss. Ob sich Raffaela mit der Nummer einen Gefallen getan hat, mag dahin gestellt sein. Sicher indes ist, dass sie unwahrscheinliche Fortschritte gemacht hat, was Ausdruck und Gefühl angeht. Da fliegen die Stofftierchen auf die Bühne. „Für diese Performance gehört Dir eine Medaille verliehen“, ist Till überzeugt. Von ihm gibt es großes Lob. Auch Sarah ist voll und ganz begeistert. „Wir als Team haben heute alles richtig gemacht“, lobt Raffaelas Mentor Das Bo.

Die Kandidaten zittern noch um den Einzug ins Finale – Tim Bendzko ist schon ein paar Stufen weiter auf dem Weg in den Pop-Olymp. Der sympathische Singer-Songwriter präsentiert ein Medley seiner Songs – und begeistert das Publikum. Und alle warten auf die Entscheidung. Am Ende muss Rufus Martin gehen. Im Finale stehen drei Acts: David Pfeffer, Nica & Joe und Raffaela Wais.

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