X Factor 2011: Die erste Live-Show!

Endlich sind die nervenzermürbenden Castings vorbei - heute startet "X Factor" in die erste Live-Show. Lest hier, wie der Abend läuft...

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Endlich sind die nervenzermürbenden Castings vorbei – heute startet "X Factor" in die erste Live-Show. Mit dabei: Die ehemalige "X Factor"-Gewinnerin Leona Lewis, die mittlerweile Weltkarriere gemacht hat. Dabei sind: 

Kategorie Gruppen & Duette: BenMan, Nica & Joe, Nathanaele & Daniel und Soultrip (Mentor: Sarah Connor)

Kategorie unter 25-Jährige: Kassim Auale, Monique Simon, Martin Madeja, Raffaele Wais (Mentor: Das Bo)

Kategorie über 25-Jährige: Volker Schlag, Rufus Martin, Gladys Mwatchiti, David Pfeffer (Mentor: Till Brönner)

 

Auf geht's! Mit "Beautiful Day von U2 singen sich die Kandidaten warm, und die Juroren dürfen auch gleich kräftig mitsingen und -trompeten. Sarah Connor, frisch entbunden, sieht sehr gut aus, möchte dieses Jahr endlich gewinnen. Doch das wollen Das Bo und Till Brönner natürlich auch. Heute werden schon mal zwei Acts rausfliegen.

Rufus Martin startet mit "Freedom" von George Michael. Der 35-Jährige kommt aus Chicago, kam mit seiner Boygroup nach Deutschland und blieb hier hängen – mit der Musikkarriere war's allerdings bislang leider nix. An der Stimme kann es allerdings nicht liegen. Jetzt hat Rufus Familie und muss durchstarten. Und das macht er gut – seine rauchige Soulstimme passt perfekt auf den Song, und wie ein Profi bewegt sich Rufus über die Bühne. Jeder Ton sitzt. Auch wenn die Background-Girls manchmal etwas aufdringlich klingen. Sehr guter Auftakt! "Du gehörst hierher", meint Sarah, "ich bin gespannt, wo Deine Reise hingeht hier bei "X Factor". Das Bo macht's spannend, behauptet, keine stimmliche Entwicklung gesehen zu haben. Will er die Konkurrenz madig machen. Till sieht das ganz anders: "Ein Mann wie Du kann sich immer steigern!" Und weiter schwärmt er von einer "unfassbaren Konstanz".

Raffaela Wais studiert BWL, aber eigentlich, meint die 22-Jährige, ist das nix für sie. Lieber will sie singen. Und "X Factor" ist ein schöner Traum für die hübsche Studentin, die auf Das Bo zunächst unnahbar und kühl gewirkt hat. Jetzt, da er sie in den Live-Shows hat, will er natürlich das Gegenteil beweisen. "Torn" kommt bei Raffaela auch etwas zerrissen rüber, nicht ganz sicher. Die Optik indes stimmt; Raffaela sieht gut aus bis hin zu den goldenen Ohrringen. Till kritisiert ein wenig: "Ich glaube, dass Du mehr kannst." Er lobt das Outfit, will aber mehr Natürlichkeit und meint, das würde Raffaela auch musikalisch helfen. Sarah schlägt in die gleiche Kerbe: Manchmal ist weniger mehr." Das Bo bedankt sich einfach bei seinem Schützling. Er ist sich sicher, dass Raffaela es verdient hat, weiterzukommen.


BenMan
aus der Schweiz wollen auf der Bühne ihre Schüchternheit überwinden. Die Brüder vom Bodensee singen schon immer zusammen, haben die erste CD für ihren kranken Papa aufgenommen. Platziert in zwei eierförmigen Sesseln auf der Bühne, überraschen sie heute sehr positiv. Der ruhige, gefühlvolle Song passt wunderbar zu den beiden, sehr souverän und überzeugend vorgetragen. "When I fall asleep" ist überhaupt nicht einschläfernd, sondern unterhaltsam. Das überrascht selbst Das Bo – und zwar positiv. Auch Till hat einen positiven Gesamteindruck, auch wenn er ein paar Fehltöne herausgehört haben will. Und Mentorin Sarah fällt ein Stein vom Herzen, dass der Auftritt so gut lief.

Gladys Mwatchiti ist mit dreieinhalb Jahren von Kenia nach Berlin gezogen. Die 25-Jährige hat – so weiß die Frau Mama – schon als kleines Kind immer gesungen. "Ich bin aber eigentlich schüchtern", sagt sie von sich. Davon merkt man aber nicht viel. Ganz in Weiß ist sie schon optisch ein Hingucker. "California Kingdom" intoniert sie kraftvoll und klar – und sie hat sichtlich Spaß auf der Bühne. "Du bist eine unfassbare Sängerin", lobt Sarah, schiebt aber ein Aber hinterher – sie fand die Songauswahl nicht so besonders. Auch Das Bo kritisiert das, aber auch er hält Gladys für eine der stärksten Stimmen im Wettbewerb. Till lobt vor allem die Ruhe, die Gladys beim Singen ausstrahlt.

Monique Simon ist das Küken der Show. Die 16-Jährige ist erst vor kurzem zu ihrem Papa gezogen, findet sich selbst etwas chaotisch. Na, da passt das Durcheinander einer Casting-Show doch wunderbar zu ihr. Im poppig-frechen Look (die Jury schwankt zwischen Fraggles und Törtchen, um sie zu beschreiben) singt Monique von "Money, money, money" und kommt nicht ganz sicher rüber – darüber täuscht auch das fröhliche Outfit nicht hinweg. Till findet die Stimme von Monique toll, hat allerdings auch gemerkt, dass  diese gelitten hat während des Auftritts. Sarah lobt die Choreografie, sagt aber nichts zum Gesang. Und Das Bo ist einfach stolz auf seine "Kleine".

Die Österreicher Nathanaele und Daniel sind ein bisschen freakig, das macht sie sympathisch. Die beiden Chaoten haben sich erst während der Show kennengelernt – und gefunden. "When will I be famous?", fragen sie sich auf der Bühne. Gesanglich ist das sicher nicht der Knaller, aber sehr amüsant, denn die beiden lieben es, das Publikum zu unterhalten – und sie haben Spaß bei ihrem Auftritt. Das Bo fand es ebenfalls nicht toll gesungen, aber das Gesamtpaket hat ihn überzeugt. Till – oh Wunder! – hat überhaupt nichts an der Performance auszusetzen. Und Sarah meint gar enthusiastisch: "Ihr habt es gerockt, das Ding!"

Volker Schlag aus Gifhorn leitet siet 1999 eine Rock- und Pop-Schule. Seit er von seiner Frau getrennt ist, lebt er mit seinen Kindern alleine zusammen. Und sein Sohn begleitet ihn zu "Halt mich" von Grönemeyer auch auf dem Klavier. Das hat natürlich Gänsehaut-Faktor, zumal Volker auch singen kann. Bei Sarah hat der "Joker" gewirkt. Das einzige, was Sarah zu kritisieren hat: Dass Volker eine "ernstzunehmende Bedrohung" für ihre eigene Karriere ist. Auch Das Bo findet Volker prima – doch er fragt sich, ob sich Volker vermarkten lässt. Trotzdem kann auch er den Auftritt nicht schlechtreden. Für Till hat Volker ganz einfach den "X Factor".

Die sympathischen Jungs von Soultrip intonieren "DJ gonna fall in love again". Doch so gut wie Usher sind sie noch lange nicht. In schwarzen Anzügen mit neongrünen Akzenten machen sie zwar eine gute Figur, und die Bühnenshow ist auch klasse, aber in den Höhen klingt das schon recht schief. Das hat auch Das Bo gehört: "Ihr habt Euch mit dem Song keinen Gefallen getan." Till gefällt zwar die Songauswahl, aber: "Stimmlich fand ich das ganz schön gequält." Das kann ich genau so unterschreiben. 😉 Sarah fragt lieber die Mädels im Publikum – sie fand's toll, was sonst?

Martin Madeja ist auf Erfolgskurs: Der sympathische 19-Jährige hat erst 50 Kilo abgenommen, dann Selbstbewusstsein bekommen und steht jetzt in den Live-Shows. Doch zwei Dinge passen nicht zusammen: Erkältung und Singen. An Robbie Williams sind auch ohne Erkältung gescheitert; mit ist es doppelt schwer. Das geht in die Hose. Bleibt zu hoffen, dass Martin eine zweite Chance erhält, denn er kann das besser. "Da hat Das Bo Dir einen ganz schönen Klopper ans Bein gebunden", meint Till und tröstet Martin fast schon. Sarah findet den Song auch nicht gut gewählt. Das Bo hat mit seinem Schützling gelitten – er schiebt alles auf die Erkältung.

Eigentlich ist David Pfeffer Polizist, doch hinter der Fassade des Beamten steckt ein leidenschaftlicher Musiker. Der in den Castings noch recht ruhig wirkende junge Mann zeigt bei "Stop and Stare" auf der X-Factor-Bühne auf einmal Rockstar-Ambitionen. Eins hat er auf alle Fälle: Eine außergewöhnliche Stimme – und eindringliche Augen. Die füllen sich mit Wasser, als das Publikum applaudiert. Und Sarah gesteht, dass sie David unterschätzt hat. Ihr fehlt eine Band im Hintergrund, doch sie gibt zu: "Du bist der coolste Polizist, den ich je gesehen habe!" Das Bo sieht eine große Steigerung, allerdings hat ihm der Song nicht sonderlich gut gefallen. Till ist natürlich begeistert.

Kassim Auale ist das Überraschungspaket dieser Staffel. Mal legt er erstklassige Auftritte hin, mal wirkt er fahrig und nervös. Ein Hingucker ist er auf alle Fälle. Heute verhält es sich anders herum als bisher: Am Anfang wirkt Kassim unsicher und steigert sich dann merklich. Und schon bilden sich laute Fanchöre im Publikum. "Kassim, ich hasse Dich", dramatisiert Till. Warum? "Seit ungefähr drei Minuten sehe ich Dich als ernsthafte Bedrohung für meine Kategorie an!" Sarah mäkelt am Gesang herum, ist sonst aber recht zurückhaltend in ihrem Urteil. Das Bo will – wen wundert's? – mehr von Kassim hören.

Nica und Joe sind die Klassiker im buchstäblichen Sinne bei "X Factor". Nica war zunächst skeptisch, mit einem Opernsänger zusammenzuarbeiten. Zum Glück hat sie ihre Zweifel nicht Oberhand gewinnen lassen. Heute singen die Beiden einen meiner Lieblingssongs: "My immortal" von Evanescence. Gekleidet in Rot, die Farbe der Leidenschaft, machen sie die Bühne zur Oper. Die Interpretation hat zwar Reize, aber lange nicht so viele wie das Original, das von der zarten und trotzdem kraftvollen Zerbrechlichkeit lebt und beweist, dass dieser Song nicht derart an die Wand geschmettert gehört. Von Sarah gibt es Standing Ovations, zu denen sie ihre Kollegen aber nicht bewegen kann. Das Bo hält Nica für eine tolle Sängerin, gesteht aber, dass dies nicht seine Art der Musik ist. Till hingegen sieht schon den kommerziellen Erfolg, und: "Das riecht schon ein bisschen nach Finale." Sarah hingegen bekräftig: "So etwas wie Euch hat es in Deutschland noch nicht gegeben."

Am Ende des Abends müssen zwei Acts gehen. Direkt fliegen Soultrip raus. Das schmerzt deren Mentorin Sarah Connor natürlich. Doch auch "Boys 2 Hot", wie sich Nathanaele und Daniel nennen, müssen zittern und mit Nesthäkchen Monique um die Wette singen. Tja, liebe Sarah, Pech gehabt: Schon in der ersten Runde muss sie von zwei ihrer Gruppen Abschied nehmen. Die zu heißen Jungs und die Brüder von Soultrip haben den Schritt in die nächste Liveshow nicht geschafft.

0 Kommentar

  1. Das hast Du wieder wunderbar analysiert Cat! Dankeschön. Meine Favoriten ab heute. David und Volker!*lol*

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