„Wir stemmen das alle gemeinsam“ – Thomas Godoj im Interview zum Konzert mit der Neuen Philharmonie

Am 28. Januar findet das gemeinsame Benefizkonzert von Thomas Godoj und seiner Band mit der Neuen Philharmonie Westfalen statt. Im Interview mit Musiktipps24 erzählt er, wie es dazu kam, was mit dem Geld passiert und was es für ihn bedeutet, mit einem großen Orchester auf der Bühne zu stehen.

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Thomas Godoj hat gut zu tun: Der 31-jährige Recklinghäuser hat im vergangenen November sein neues Album „Richtung G“ auf den Markt gebracht, im Dezember eine Tour gespielt und wird in Kürze eine neue Single veröffentlichen. Aber neben der Musik bewegt den jungen Vater auch das Schicksal anderer Menschen. So stand schnell sein Entschluss fest, nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti den Opfern helfen zu wollen, vor allem den Kindern. Und womit könnte ein Musiker dies besser tun als mit Musik? Über das geplante Benefizkonzert mit der Neuen Philharmonie Westfalen, die Projekte der Kindernothilfe in Haiti und Bauchkribbeln sprach Thomas Godoj jetzt mit Musiktipps24 – eine Unterhaltung, in der deutlich zu erkennen war, dass dem Sänger soziales Engagement sehr wichtig ist.

Musiktipps24: Am 28. Januar steigt das Benefizkonzert für die Erdbeben-Opfer von Haiti – das war ja schon vorher ein bitterarmes Land…

Thomas Godoj: Die Bilder der Katastrophe sind natürlich sehr tragisch. Jetzt geht es in erster Linie darum, die Organisationen zu unterstützen, die dort vor Ort helfen, denn die brauchen dringend Geld. Für solche Aktionen bin ich selber sehr offen, nicht nur bei einer solchen Katastrophe, wie sie jetzt passiert ist. Ich könnte mir schon vorstellen, im Jahr ein oder zwei Benefizkonzerte zu spielen.

War das eine gemeinsame Entscheidung von Dir und der Neuen Philharmonie Westfalen, das Geld der Kindernothilfe zukommen zu lassen?

Ja, genau. Es wird eine Art Dorf gebaut mit den Spendengeldern bzw. ein Kinderheim, damit Kinder, die ihre Eltern verloren haben, ein Dach über dem Kopf haben, mit anderen Kindern spielen können, dass jemand da ist, der sie auch mal in den Arm nimmt. Das finde ich wichtig.

Es ist eine tolle Sache, wenn man seinen Bekanntheitsgrad nutzt, um Spenden für einen solchen Zweck zu sammeln…

Ich möchte mich nicht großartig in den Vordergrund stellen. Für mich war es nur klar, dass ich auf irgendeine Art und Weise helfen möchte. Wir stemmen das alle gemeinsam – ich bin froh, dass das Haus ausverkauft ist, denn so ist natürlich viel Geld zusammengekommen, und es kommt natürlich noch einiges drauf, zum Beispiel von Firmen, die noch Geld spenden.

Wie bist Du eigentlich auf die Idee gekommen, das Konzert als „Klassik meets Rock’n’Roll“ Event aufzuziehen? Das ist ja nicht ganz einfach…

Das geht nur mit Menschen, die das genauso sehen. Es war für mich immer ein Traum, mit einem Orchester und der Band ein Cross Over zu machen. Orchestrale Klänge werden ja heutzutage in Pop- und Rock-Produktionen immer wieder gebraucht. Ich bin letzte Woche einfach zur Neuen Philharmonie gegangen und habe mir gesagt: „Mensch, wenn Du nicht fragst, kriegst Du auch keine Antwort!“ Die Philharmonie wollte auch etwas in der Richtung machen; da bin ich gerade richtig gekommen. Heiko Förster, der Dirigent, freut sich auch auf diese Zusammenarbeit. Nach der DSDS-Geschichte hatten sie auch schon an sowas gedacht, hielten das aber damals noch nicht für realisierbar. Das ist jetzt einfach der richtige Zeitpunkt gewesen. Wir haben dann noch den Bürgermeister Wolfgang Pantförder angerufen bzw. das Ruhrfestspielhaus.

Ihr hattet spontan die Zusage des Orchesters, der Stadt und des Bürgermeisters…

Das mussten wir auch nicht lange diskutieren. So etwas geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Hätte das nicht hier geklappt, hätte ich auch woanders angeklopft.

Hand aufs Herz: Hörst Du privat auch klassische Musik?

Hin und wieder beim Autofahren; im WDR läuft ja auch ab und zu mal klassische Musik. Mozart zum Beispiel war ein Genie. Die Melodien sind ihm ja nur so aus dem Kopf gesprudelt, und er hat sie aufgeschrieben. Das ist schon hammermäßig, was er da geleistet hat, Wahnsinn. Bei mir funktioniert die Musik eher übers Gefühl und Absprache mit meiner Band. Ich glaube, bei der Musik ist Gefühl ganz wichtig.

Das Songmaterial schreibt Euch der Leiter des Ruhrrockorchesters, Wolfgang Wilger, um – hat Deine Band auch daran Anteil?

Wolfgang Wilger macht das. Wir haben natürlich eine Absprache mit ihm gehabt und ihm MP3-Files weitergeleitet, damit er weiß, wie wir die ganze Sache live umsetzen auf den Konzerten. Er hat mir das schon alles vorgespielt und mir heute seine Arrangement-Files mitgegeben. Das klingt alles wunderbar! Am Mittwoch proben wir, am Donnerstag die Generalprobe mit der Technik, und dann geht’s schon los. Es sind lauter Profis am Werk, daher wird sicher alles gutgehen.

Kribbelt’s ein bisschen im Bauch bei der Vorstellung, gemeinsam mit großem Orchester auf der Bühne zu stehen?

Ja, schon! Ich bin sehr gespannt und freu mich auch ganz riesig auf diesen Tag. Das wird eines meiner persönlichen Highlights sein.

Bald mit klassischem Orchester: Thomas Godoj
Bald mit klassischem Orchester: Thomas Godoj

Werden die Gäste einen Thomas Godoj im Anzug erleben?

(lacht) Wieso das denn? Wir haben mit dem Intendanten abgesprochen, dass jeder so kommen wird, wie er kommen möchte. Was ich anziehe, entscheide ich spontan und mach mir darüber keine Gedanken. Im Vordergrund steht ja die Benefizaktion.

Was wird zu hören sein?

Wir spielen elf Songs, davon sind sieben mit dem Orchester arrangiert, zum Beispiel „Walking with You“.

Der Vorverkauf lief phänomenal…

Absolut, ja. Nicht nur die Leute, die das alles ermöglicht haben, gehören zur Aktion, sondern auch die Leute, die auf diesem Weg spenden. Alle, die eine Karte gekauft haben, tragen definitiv zur guten Sache bei. Das ist solidarisch.

Erst das Didgeridoo, dann die Klassik… Bei dieser Experimentier-Freudigkeit – was kommt noch? Dudelsack? Gospel?

Keine Ahnung… Man kann mich für viele Sachen begeistern. Mit einem Orchester aufzutreten, war schon immer mein Traum. Ob man einen solchen verwirklichen kann, ist halt immer eine andere Geschichte…

Denkst Du, dass Deine Fans die klassische Komponente mögen?

Die Neue Philharmonie macht wirklich schöne Sachen. Das ist ein absoluter Leckerbissen! Und Zusammenarbeit mit klassischem Orchester machen ja einige Künstler, darunter Peter Maffay oder Clueso.

Im März erscheint Deine neue Single „Uhr ohne Stunden“. Wollt Ihr vor der geplanten großen Tour im Frühjahr noch eine Promotour starten?

Das wird im Augenblick von der Plattenfirma geplant und hat natürlich eine gewisse Vorlaufzeit, um das mit den Radiosendern abzusprechen. Vielleicht werden wir dann mal mit ein oder zwei Gitarren auftauchen und etwas vortragen, wenn die Sender das haben möchten.

Wer die Kindernothilfe unterstützen will, kann auf folgendes Konto spenden:

Spendenkonto 45 45 40
BLZ: 350 601 90
Bank: KD-Bank eG
Stichwort: Z57372, Erdbeben Haiti

Lest auch unseren Artikel zum Konzert:

musiker-helfen-den-opfern-von-haiti-die-neue-philharmonie-westfalen-trifft-auf-thomas-godoj/

Die neue Single „Uhr ohne Stunden“ von Thomas Godoj erscheint im März 2010:

8 Kommentar

  1. Danke Cat! – Du hast immer ein Glück, mit so netten und interessanten Leute sprechen zu dürfen, du Glücks-Kätzin!! 🙂

  2. Danke für das IV. Toll, dass Thomas so sozial eingestellt ist und ganz uneigennützig einfach nur helfen will. Kann leider in RE nicht dabei sein, aber der Stick ist schon vorbestellt!

    Schade, dass sich die Jungs vermutlich nicht ein klein wenig dem Rahmen angepasst „herausputzen“ wollen. Anzug oder zumindest Jacket wäre doch mal schön 😉

  3. Danke für ein schönes Interview Cat. Die Frage zu dem Anzug…. hervorragend!!! Schade…. habe auf ein Jacket gehofft….. wie bei LIB. Na ja… vielleicht entscheidet sich Thomas doch noch spontan… für etwas anderes als ein T-Shirt 🙂 Ich freue mich auf Walking with you mit Orchester…. stelle mir das wirklich himmlisch vor!!! Bin leider, leider nicht live dabei- 🙁 aber der STick ist schon bestellt und die Hoffnung auf eine live Internet Übertragung ist noch nicht gestorben.

  4. Sehr schönes IV.

    Und um die Frage nach der Akzeptanz der Fans der klassischen Komponenten zu beantworten , kann ich nur für mich sprechen : ich freu mich sehr darauf ! 🙂

  5. Ich wünsche den Jungs viel Spaß!!! Werde in Gedanken bei Euch sein …
    Ihr seid großartig!!!

    cui conny

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