„Unterwegs – On The Road“ von Jack Kerouac kommt in die Kinos

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Dieser Artikel ist mir mal wieder ein echtes Anliegen, denn Jack Kerouac’s Buch gehört für mich zu einem meiner Lieblingsbücher, neben vielen von T.C. Boyle und natürlich auch anderen, netten Büchern. Dabei bin ich über Kerouac nur zufällig gestolpert, ohne beim Kauf zu wissen, um welches Buch es sich handelt. Der Einband las sich nett, ich war am Bahnhof und wollte den Zug besteigen, also kurzfristig gekauft.

Auf der Zugfahrt hat mich dann die Welt von Dean Moriarty und Sal Paradise völlig in den Bann gezogen. Das Amerika der späten 40er und frühen 50er Jahre. „On The Road“ von Jack Kerouac gehört zu den bedeutensten Büchern dieser Zeit und ist ein sogenanntes Manifest der Beatnik-Generation. Viele Sänger und Songwriter beziehen sich noch heute auf das Buch und nahezu alle Roadmovies sind im Endeffekt ein Abklatsch der Geschichte von Jack Kerouac. So zum Beispiel auch der Kultfilm „Easy Rider“, der in Teilen auf dem Buch basiert. Bob Dylan war sogar bei der Beerdigung des Autors mit dabei. Und heute finden sich in der Popkultur zahlreiche Verweise auf das Buch. So ist auch BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken ein großer Fan und widmete dem Buch einen Song (Wat für e Booch!), Verweise finden sich aber auch in Serien, Bandnamen u.s.w.

Die Reise durch die USA führt Paradise und Moriarty mehrfach von Ost nach West und wieder zurück. Dabei geben sie sich der Jazz-Musik, vor allem aber dem Rausch durch Drogen und vielen Frauen hin. Der Roman ist in weiten Zügen autobiografisch angelegt, so dass sich erkennen lässt, dass Kerouac viele dieser Fahrten selbst erlebt hat (ob nun völlig benebelt oder nicht).  Kerouac war übrigens ein sehr guter Freund von William S. Burroughs, der vor allem für „Naked Lunch“ bekannt ist. Zusammen schrieben die beiden das Buch „Und die Nilpferde kochten in ihren Becken“, das kürzlich in Deutschland neu veröffentlicht wurde. Kerouac starb schon 1969 an dem langen Alkohol- und Drogenmissbrauch, Burroughs starb erst 1997 und arbeitete u.a. mit Patti Smith, Andy Warhol, Mick Jagger und vielen anderen Berühmtheiten.

Das kurz zur Geschichte, damit auch wirklich jeder Leser, der nichts mit Kerouac und Co. anzufangen wusste, nun weiß, welche Bedeutung das Buch „On The Road“ und auch ihr Autor haben. Es handelt sich hierbei nicht um einfach irgendeinen Film, sondern um die Verfilmung eines Kults. Quasi so, als wenn heutzutage jemand nachträglich ein Buch zu „Pulp Fiction“ schreiben würde.

Daher erwarte ich den Film auch ein wenig mit gemischten Gefühlen: Kann man im Film rüberbringen, was beim Lesen im Kopf passiert?! Immerhin hat jeder, der das Buch gelesen hat, den Trip von Moriarty und Paradise anders gesehen und erlebt. Was passiert mit der Sprache, die in der Originalfassung des Buches sehr altbacken klingt? Fragen über Fragen, die uns in Deutschland ab dem 4. Oktober beantwortet werden. Dann startet der Film in den deutschen Kinos. Meistens ist es ja so, dass der Film mit der Vorlage nicht übereinkommen kann, er wird als schlechter empfunden.

Man kann Regisseur Walter Sales nur Glück wünschen, dass er ein gutes Händchen hatte. Bezogen auf die Schauspieler hat er es jedenfalls bewiesen, denn er gibt der ewig vampirliebenden Kristen Stewart nun auch einmal die Chance zu zeigen, was sie als Schauspielerin noch kann. Mit dabei sind noch Sam Riley (u.a. Rubbeldikatz) , Garrett Hedlund, der auch in „Tron: Legacy“ zu sehen war und Viggo Mortensen, den man aus „The Road“ oder „Herr der Ringe“ kennt.

Zu sehen ist der Film in wenigen Tagen auch auf den Filmfestspielen in Cannes. Mal sehen welche Reaktionen er dort hevorruft. Wir vergügen uns an dieser Stelle erst einmal mit einem aktuellen Trailer, den ihr euch hier anschauen könnt.

 

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