„Unser Star für Oslo“ geht in die nächste Runde – wer flog raus?

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Ein vollbärtiger Sasha und eine langbeinige Cassandra Steen standen heute Stefan Raab bei der Jury-Arbeit zur Seite, um fachkundige Urteile zu den Auftritten der acht verbliebenen Kandidaten der Casting-Show „Unser Star für Oslo“ abzuliefern. Zwei Teilnehmer der Talentshow mussten am Ende gehen.

Das Schema der Show selbst ist allerdings gar nicht so verschieden zum RTL-Pendant „Deutschland sucht den Superstar“: Den Bohlen gibt Raab, statt Dresche gibt es Lob, und auch hier dürfen die Zuschauer mittels Telefonvoting bestimmen, wer weiterkommt. Zur Belohnung fürs Mitmachen gibt es für die Anrufer ein schickes Handy und einen 25.000 Euro teuren Wagen zu gewinnen. Und auch die Werbepausen nerven genauso wie bei der Konkurrenz.

Als erste darf Katrin Walter ran. Die will die Zuschauer mit einer musikalischen Arschbombe überzeugen und singt „Love Song“. Katrin, die auch als Sandra-Bullock-Double durchgehen könnte, hat ohne Frage eine tolle Stimme, aber sie wirkt etwas angestrengt. Mädel, lächel doch ein bisschen mehr! Du singst doch über Liebe und nicht über Zahnweh! Die Jury zeigt sich durchweg begeistert.

Sharyhan Osman will das Publikum mit der Swing-Nummer „Is you is or is you ain’t my baby“ begeistern. Ihrer hellen Stimme merkt man vor allem in den lauten Passagen an, wie kräftig sie ist. Cassandra Steen lobt die in jeder Stimmlage gehaltene Tonlage, auch Sasha ist sehr positiv überrascht und findet es mutig, eine Jazz-Nummer zu nehmen. Altmeister Raab lobt ebenfalls, findet aber ruhige Nummern mit Gitarre besser passend für Sharyhan.

Kandidat Nummer drei ist Cyril Krueger. Er bekennt im Vorfeld, dass es ihm Spaß macht, auf der Bühne rumzuhüpfen – leider tut er das auch während „Beautiful Day“ ausgiebig. Dadurch und durch seine musikalische Interpretation (mit vielen „Heys“) wirkt das Stück fast wie eine Parodie. Es rockt, aber so richtig geht es mir nicht in die Gehörgänge. Sasha drückt das etwas sanfter aus, wünscht sich aber auch eher etwas von Bon Jovi oder Bryan Adams für Cyril. Auch Cassandra findet, dass es die falsche Wahl war, nur Stefan Raab fand’s toll und möchte auf keinen Fall Bryan Adams hören.

Rockröhre Jennifer Braun singt „I’m with you“ von Avril Lavigne; keine einfache Nummer, und Jennifer schafft es, ihre kraftvolle Stimme in dem Stück etwas zurückzunehmen und dadurch einen verletzlichen Effekt in das Lied zu legen. Dazu hat sie eine tolle Bühnenausstrahlung. Die Jury ist wieder einer Meinung: „Toll!“

Der etwas verträumt wirkende Christian Durstewitz (mich erinnert er sehr an die Hippie-Ära) überrascht das Publikum mit der selbst geschriebenen Ballade „Another night“. Also, wenn die Nummer im Radio laufen würde – ich würde aufmerken. Die Hälfte des Stücks bestreitet er allein mit der Akustikgitarre, bevor er Unterstützung durch die Band bekommt. Christian hat Dreck in der Stimme und liefert echt einen guten Job ab. Cassandra und Sasha finden den Auftritt „Hammer“, Raab spricht gar von „großem Kino“.

Letzte Woche hat sich ja mein Kollege Whykiki schon sehr begeistert über Lena Meyer-Landrut geäußert; da wurde ich schon neugierig auf den Auftritt. Ich muss sagen: Ihre Interpretation von „Foundations“ ist wirklich was Besonderes! Mich erinnert sie ein bisschen an Kate Bush, aber nur ein bisschen, denn eins ist nach dem Auftritt klar: Lena ist Lena und niemand sonst. Ein echtes Unikat. Es gibt sicherlich schönere Stimmen, aber an diesem Abend hat sie in punkto Ausdrucksfähigkeit und Interpretationsgabe alle anderen lässig in den Sack gesteckt. Sie gehört zu den Menschen, die ein Lied erst zu spüren scheinen, bevor sie es singen. Da kommen Sätze wie „Sehr bezaubernd“ (Cassandra) oder „Du meinst das ehrlich, was Du singst“ (Sasha) fast etwas hölzern rüber.

Auch Kerstin Freking zeigt eine gute Leistung mit „Thank you“. Aber mir ist der Auftritt ein wenig zu perfekt. Nach der seelenvollen Nummer von Lena wirkt Kerstin nicht ganz so authentisch und leidenschaftlich. Die Jury sieht das aber anders und lobt über den grünen Klee.

Zum Abschluss darf Leon Taylor ran, und der zeigt der Jury, wo der Hammer hängt. Mit einer gnadenlosen Show rockt er mit „Are you gonna go my way“ die Bühne, und die Nummer passt wie die Faust aufs Auge. Wäre ne Schande, wenn man ihn in die Schmuseecke abschieben würde! Auch hier findet die Jury nur lobende Worte, und Cassandra Steen sagt, was mir auch spontan bei Leons Auftritt einfiel: Dass Leon sie an James Brown erinnert hat. Genau – diese Energie hat er voll rübergebracht.

Fazit: Singen können sie alle. Für mich haben Leon, Christian und – allen voran – Lena die besten Auftritte abgeliefert, denn da war Leben drin, Interpretationsgabe und Eigenständigkeit. Doch auch wenn alle was können – zwei Kandidaten mussten die Show verlassen. Getroffen hat es diesmal Katrin Walter und Cyril Krueger.


In der nächsten Runde sind:

Leon Taylor

Sharyhan Osman

Christian Durstewitz

Lena Meyer-Landrut

Kerstin Freking

Jennifer Braun

4 Kommentar

  1. Ich konnte diesmal leider nicht durchgängig gucken und bin deshalb froh, deine Zusammenfassung zu haben, Cat!
    Schade, dass mir Christian gestern entging…
    Bin gespannt auf´s nächste Mal und wünsche den verbleibenden Kandidaten viel Glück!!

  2. Also endlich mal eine Casting Show wo auch die Jury Sympatisch ist. Stefan Raabs Vibrator Erklärung ist auf jeden Fall lustig gewesen. Eigentlich haben alle der übrigen Kandidaten Talent.

    Eine Frage hätte ich warum kam Jana Wall nicht weiter? Sex dont sell 😀

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