Unser Star für Oslo: Die fünfte Show vom 2. März

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Seit dem Bestehen von Musiktipps24.com habe ich nahezu jede Folge jeder Casting-Show angesehen, die in den letzten fast 2 Jahren über den Bildschirm flimmerte. Oft war ich genervt, manchmal überrascht, aber nie war wirkliche Freude dabei. Ich habe das Schauen dieser Sendungen als meine Pflicht, ja als meine Arbeit gesehen.
Bei "Unser Star für Oslo" ist diesmal irgendwie alles anders…

In meinem Wohnzimmer versammelt sich wöchentlich nun ein kleines Grüppchen, um "USFO" anzuschauen, mitzufiebern und auch zu urteilen. Wenn ich hingegen "Deutschland sucht den Superstar" schauen MUSS, besucht mich keiner meiner Freunde.
Auch hat sich bis vor wenigen Wochen niemand so wirklich für den Eurovision Song Contest interessiert. Man hat davon gehört und sicherlich auch schon mal reingezappt, aber ein mediales Großereignis war die Show für keinen von uns. Womit unter anderem bewiesen ist, dass der Grand Prix in den letzten Jahren seine Faszination eingebüsst hat, zumindest in Deutschland.
Seit kurzem bemerke ich jedoch bei mir und in meinem Bekanntenkreis ein Umdenken: Dadurch, dass wir alle zum größten Teil den Werdegang der "USFO"-Kandidaten miterlebt haben, stellt sich eine gewisse Verbundenheit ein.
Ich werde dieses Jahr erstmals den ESC mit Freude verfolgen. Und diesmal wird sich dabei sogar eine gewisse Form von Patriotismus einstellen, ähnlich wie bei einer Fußball-WM. Ich drücke den Deutschen in diesem Jahr die Daumen und werde vor dem Fernseher mitfiebern.

Der Coup der öffentlich-rechtlichen und Stefan Raab ist aufgegangen. Die nationale Aufgabe hat er irgendwie sogar schon im Vorfeld erfüllt: Deutschland interessiert sich wieder für den Eurovision Song Contest. Herzlichen Glückwunsch Stefan Raab!

Auch in der gestrigen fünften Show zeigten nahezu alle Teilnehmer ihr Bestes. Das Ausscheiden von Leon Taylor war absolut berechtigt, denn er bot leider die schwächste Leistung des Abends.
Den anderen Kandidaten traue ich den ESC vollkommen zu. Lena überzeugte mit "New Shoes", Kerstin Freking mit "Better" und auch Jennifer Braun präsentierte sich in Topform. Letztere hat sich in den letzten Shows enorm gesteigert.
Sharyhan Osman zeigte erneut einen eigenen Titel, der zwar schön, aber ein wenig zu langweilig war. Trotzdem verdient in der nächsten Runde. Und auch Dursti zog verdient in das Viertelfinale ein.

Ich habe gestern abend die ganze Zeit überlegt, wer denn beim Grand Prix wohl die besten Chancen hätte. Fakt ist, dass Sharyhan und Kerstin zwei Kandidaten sind, mit denen man ganz klassisch nach Oslo fahren kann. Meiner Meinung nach wird uns Resteuropa mit einem "normalen" Popsong kaum wahrnehmen. Wir müssen also auffallen. Dafür eignen sich am besten Lena Meyer-Landrut und Christian Durstewitz, wenn man ihnen den passenden Song schreibt. Lena ist sicher nicht die größte Sängerin, aber selten hat mich eine Frau am Bildschirm so in ihren Bann gezogen. Das junge Fräulein hat einfach eine unbeschreibliche Ausstrahlung (auch wenn ich die langen Haare besser fand).
Ähnlich ist es mit Dursti, der Junge hat Talent und ist ein Original. Der fällt in jedem Fall auch und es wäre ja auch nicht sooo schlecht, wenn er Deutschland mit einer rockig-grungigen Nummer vertritt.
Bei Jennifer bin ich mir unsicher: Talent ist vorhanden, keine Frage, aber ich vermute trotzdem, dass auch sie beim ESC nicht genügend auffallen würde.

Meine ganz persönliche Prognose nach dieser Show: Lena Meyer-Landrut fährt für uns zum Eurovision Song Contest!

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