Digijunkies.de

Thomas Godoj Tourtagebuch – Es gibt nur einen Thomas Godoj

Es gibt nur einen Thomas Godoj
Autorin: Monika

————-

Kann man innerhalb weniger Minuten zum Teenie mutieren? An diesem Abend stimmt jedenfalls mein biologisches Alter nicht mit meinem gefühlten überein. Zuletzt habe ich mich bei einem Konzert von Status Quo so völlig losgelöst gefühlt. Wie lange das her ist? Ach, lassen wir das.

Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, bei einer Sendung wie DSDS mitzufiebern, geschweige denn für jemanden anzurufen. Und was war von März bis Mai 2008 meine Lieblingsbeschäftigung? Meine wunden Finger und mein Konto können Zeugnis davon geben. Und jetzt geht der Spaß weiter. Hier in Recklinghausen.

Für mich als Recklinghauserin ist dieses Konzert am 06.12.2008 etwas ganz Besonderes. Ich befinde mich in begeisterter Anspannung. Ein Blick auf die Uhr. Lange kann es nicht mehr dauern. Wenn das hier nur halb so gut wird wie Thomas Besuch Ende April auf dem Rathausplatz, wo ganz Recklinghausen … nein, Quatsch seitdem heißt es ja – mit Genehmigung des thomatisierten Bürgermeisters – Rocklinghausen – sich fast überschlagen hat, wird das ein voller Erfolg.

Die Spannung ist fast mit den Händen zu greifen. „Wir wollen den Thomas sehen … wir wollen den Thomas sehen … wir wollen, wir wollen, wir wollen den Thomas sehen“, fordern wir Fans singend, und zwar so lange bis Nebelschwaden über die Bühne zu kriechen beginnen und alle Blicke sich auf die Bühne richten. Es ist so weit. Unter unbeschreiblichem Jubel betreten die Godojs die Bühne. Einigen ist anzusehen, dass Schnappatmung, Gänsehaut und Hyperventilation eingesetzt haben. Und ich: Ich werde auf der Stelle windsüchtig; in meinem Alter absolut verdächtig.

Bereits bei der ersten Textzeile ist zu erkennen, dass wir ein textsicheres Publikum sind, das gleich bei „Morning sun“ in Flammen steht. Ich war immer eine Gegnerin des „Plan A!“-Bombasto-Sounds. Live hören sich die Stücke allerdings wirklich klasse an.

Bereits angewärmt holt Thomas einen männlichen Fan auf die Bühne, mit dem er sein „Fitness-Programm“ durchführen will. Dieser trägt ein schwarzes T-Shirt, auf dem „Rocklinghausen-Süd grüßt Tomzilla“ steht (Das falsche „e“ ist durchgestrichen und durch ein „o“ ersetzt worden). Eine Hommage an den Stadtteil, denn Tom ist musikalisch in RE-Süd groß geworden. Im dortigen Bürgerhaus hatte er vor einigen Jahren mit seiner damaligen Band „Cure of Souls“ den Newcomer-Wettbewerb gewonnen.
Die Stimmung steigt. In der Vest-Arena gehen die ersten Lüftungsklappen auf.

Obwohl ich mitten im Hexenkessel bin, tauche ich plötzlich gedanklich ungewollt ab. Was gibt es Schöneres, als mit Gleichgesinnten zusammen zu ausgelassen zu feiern? Nie habe ich in so kurzer Zeit so viele nette Leute kennen gelernt. Noch nie so viele, die fest entschlossen sind, dafür zu sorgen, dass sich die Band endgültig in der Musikszene festsetzt. Die Entschlossenheit schweißt uns zusammen. Um mich herum stehen alle diejenigen, die mir in den letzten Monaten ans Herz gewachsen sind.

Aber dann tauche ich blitzartig in dem Moment wieder auf, als Thomas seine Beatboxeinlage zu Gehör bringt. Hier ist wirklich ein ganz anderer Thomas am musikalischen Werk und als er dann noch den polnischen Song „Urke“ zum Besten gibt, braucht er nicht noch einmal zu beklagen, dass Deutschland sich zu wenig bewegt. Hier hält es niemanden mehr. Gemüter und Gesichter sind erhitzt. Ein weiteres Mal gehen die Lüftungsklappen auf. Ich will polnisch lernen. Ale szybko, ponieważ jest to wielkie.

Und als mir dann noch als (un)heimlicher Wink-Fan „Liebe zur Sonne“ in meine Ohren dringt, kann ich mein Glück kaum fassen. Ich will, dass nur noch diese alten Sachen gesungen werden. Ich habe noch nie Songs gehört, in denen mich Text und Instrumentierung derartig berührt haben. Über die Stimme brauche ich hier nicht mehr zu sprechen. Dieser Musik-Stil trifft mein musikalisches Epi-Zentrum. Das alles will ich … und zwar sofort. Ich werde mal ein paar Wunschgedanken in Richtung Bühne schicken. Selbst Hape Kerkling ist überzeugt davon, dass das klappt.

Und tatsächlich: der neue Song, „Für immer“ den René Lipps für seine kleine Tochter geschrieben hat, hört sich wie ein Wink-Song der neuen Generation an. Sind die Jungs telepathisch begabt? Oder sind wir ohnehin einer Meinung?

Wenn ich solche Fähigkeiten habe, sollte ich vielleicht mal an Mr. Paul McCartney schreiben und ihn fragen, ob er nicht „Let it be“ in der besseren Version einmal mit Thomas zusammen aufnehmen will. Es kann nur von Vorteil für ihn sein.

Nun aber werden ich wir langsam nervös. Wir, das sind die Fans von www.ThomasGodojonline.de. Der Grund: Wir haben ein T-Shirt mit der Aufschrift „Wir stehen hinter dir“ fertigen lassen. Darunter stehen unsere Nicknames. Und dieses T-Shirt müssen! heute Abend noch an den Mann, d.h. an den Thomas bringen. Aber wie? Zu unserem Glück haben wir am Nachmittag die Recklinghauser Video-Künstler und „Kult-A“-Macher Ulle Bowski und Björn Busch kennen gelernt. Die beiden sind Freunde von Thomas („schräge Vögel“, wie er sie nennt). Sie wollen uns behilflich sein, das T-Shirt Thomas auf der Bühne zu übergeben. Wird das klappen?

Aber die beiden sind zuverlässig. Auf das verabredete Stichwort „Ho-ho-ho TGO“ kämpfen sich einige von uns durch das Gewühl, um auf die Bühne zu gelangen, während das begeisterte Publikum skandiert: „Ein Thomas Godoj … es gibt nur einen Thomas Godoj … einen Thomas Godoj. Es gibt nur einen Thomas Godoj …“ Eine von uns ist extra aus Kairo für dieses Konzert angereist. Und sie ist es auch, die Thomas das T-Shirt mit einem Dank für die schönen Stunden, die er uns bereitet hat, übergibt.

Nach der T-Shirt-Übergabe setzte eine solche Adrenalinzufuhr in unserem Körper ein, damit hätten wir tagelang Europas Kraftwerke speisen oder Millionen von Haushalten energetisch versorgen können.

Ich habe den Beginn der Tour gesehen und ich habe einen Künstler gesehen, der sich bereits jetzt aus seinem unpassenden DSDS-Image lässig herausgeschält hat. Die tolle Band wird ihm helfen, sich weiterhin zu behaupten.

Und ich habe mir in weiser Voraussicht Karten für das Schluss-Tomzert in Recklinghausen besorgt, denn so lange warten wie dass letzte Mal möchte ich nun wirklich nicht.

Lass uns einen Kommentar da!

5 Kommentare


  • Katie 5. Februar 2009 at 07:55

    Liebste Mo,
    Dein Bericht hat mich zu Tränen gerührt. Ich war wieder voll dabei, wie damals am 6.12., mit dem Unterschied, dass ich diesmal das Flugticket nicht brauchte.

  • Maennike 5. Februar 2009 at 09:30

    Liebe Mo – was Du da schreibst ist die pure Wahrheit, die Emotionen und die Leidenschaft, die so viele erfasst hat! Das trifft voll ins Herz! Und auf das, was da magischerweise gerade passiert. Danke für diese schöne Sicht auf das Nikolaus-Thomzert in Rocklinghausen!

  • truxi 5. Februar 2009 at 15:28

    Liebe Mo,
    das hast du echt toll geschrieben.Gänsehaut pur.Ich habe mich gefühlt als wäre ich hautnah dabei gewesen.Danke für diesen tollen Artikel.Fühl dich geknuddelt.

  • reismaus 5. Februar 2009 at 19:46

    Mo,
    du bist der Hammer- und…. alle Leutchen der TGO ebenfalls.
    Sollte ich mit Thomas jemals reden können,wird mein Dank nicht nur seiner Musik gelten. Ich finde es genauso toll, dass ich dadurch solche fantastischen Menschen kennen lernen durfte.
    Wir sehen uns am 13.03. und die Godojs auch.

  • Britany 6. Februar 2009 at 19:40

    Sehr schöner Bericht, liebe Grüße an Euch!

Kommentar verfassen



Über den Autor

Dieser Post wurde von Bobo geschrieben. Möchtest du weitere Posts von Bobo lesen? Mehr über ihn erfahren, oder über Soziale Netzwerke mit ihm in Verbindung treten?
>>>

Schlagworte zum Artikel