Thomas Godoj besteht die Feuerprobe des zweiten Albums

Nach jedem erfolgreichen Debutalbum ist das zweite immer eine Meßlatte, an der jeder Künstler, insbesondere aber ein Castingshow-Gewinner gemessen wird, zumal nach dem Gewinn des Echos als bester Newcomer. Thomas Godoj war schon vor seiner Teilnahme an DSDS kein Greenhorn in Sachen Musik, und wie es aussieht, hat er von seiner Plattenfirma viel Vertrauensvorschuss und weit mehr Spielraum bekommen als seine Vorgänger. Was er mit „Richtung G“ abliefert, übertrifft die Erwartungen: abwechslungsreich, mehrsprachig, mit guten Texten und interessanten Arrangements. Die 13 eingespielten Songs sind alle hörenswert, die Hälfte hat gar Hitpotenzial – und das überrascht. [...]

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Cover-Richtung-G-orange

Richtung G“ erschien am Freitag

Nach jedem erfolgreichen Debutalbum ist das zweite immer eine Meßlatte, an der jeder Künstler, insbesondere aber ein Castingshow-Gewinner gemessen wird, zumal nach dem Gewinn des Echos als bester Newcomer. Thomas Godoj war schon vor seiner Teilnahme an DSDS kein Greenhorn in Sachen Musik, und wie es aussieht, hat er von seiner Plattenfirma viel Vertrauensvorschuss und weit mehr Spielraum bekommen als seine Vorgänger.

Was er mit „Richtung G“ abliefert, übertrifft die Erwartungen: abwechslungsreich, mehrsprachig, mit guten Texten und interessanten Arrangements. Die 13 eingespielten Songs sind alle hörenswert, die Hälfte hat gar Hitpotenzial – und das überrascht.

Wie er selbst sagt, ist dieses zweite Album „mit Herzblut“ geschrieben und er war vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt dabei, um sein „Baby“ so zu gestalten, dass da, „wo „G“ drauf steht, auch Godoj drin ist.“ Gerade das zweite Album eines DSDS-Gewinners löst i.d.R. einige Kontroversen aus. Das hat die Musiktipps24-Redaktion zum Anlass genommen, einmal keine Plattenkritik, sondern eine Platten“besprechung“ im buchstäblichen Sinne zu machen. Die Diskussionsrunde besteht aus Kiki– Redakteur und aktiver Musiker, des weiteren Cat und Christel – Musikjournalistinnen – und Malcolm aus England, ebenfalls Musiker.

Hier die Gesamtbewertung des Musiktipps-Teams: 4,5*

Cat: Mit „Richtung G“ geht Thomas seinen Weg konsequent weiter. Man merkt, dass er kein Einzelkämpfer ist, sondern eine gute Band im Rücken hat. Es ist für jeden Geschmack was dabei – Balladen, Powerrock, Deutsch, Englisch, sogar Polnisch. Die Jungs sind kreativ und machen ihren Job gerne. Das hört man raus! Von DSDS ist Thomas Godoj mittlerweile Lichtjahre entfernt. „Richtung G“ ist eine lohnende Investition und eins der wenigen Alben der vergangenen Jahre, von denen ich sagen kann, dass mir fast alle Tracks sehr gut gefallen. 5 Sterne für das Gesamtpaket!

Kiki: „Richtung G“ ist ein in sich sehr schlüssiges, klares Rockalbum, ganz klar distanziert von DSDS, aber trotzdem noch geradlinig genug, um auch dem Mainstream zu gefallen. Insgesamt finde ich die Arrangements und Texte gelungener als auf der ersten Platte. Nur Englisch hätte er sich echt sparen sollen,  und das finde ich schade, denn dadurch wirkt es so, als wenn er einen Spagat hätte machen wollen, als hätte er sich noch nicht 100%-ig entschieden. Insgesamt 4 Sternchen und auf jeden Fall eine Kaufempfehlung.

Malcolm: Es tut gut, eine ‚close voice’ zu hören, nicht zu distanziert durch übertriebenen Hall und Ähnlichem und mit stimmigem Mix und Balance, was heutzutage sehr selten ist. Es gibt eine sehr geringe Tendenz zu Eintönigkeit, aber ich mag Thomas Stimme. Sie passt perfekt zur Musik und er scheint zu wissen, was er damit macht. Klingt vielleicht etwas herablassend, oder?  Gesamt 4 Sternchen. Mein Fazit: Buy it! You’ll play it more than once!

Christel: Danke Malcolm, ich wusste bisher nicht, wie ich diesen Sound beschreiben sollte, den ich so mag. Fettes Lob auch für die Stimme, das ist doch sicher ein Sternchen extra wert, oder? Jedenfalls tritt Thomas mit diesem Album den Beweis an, dass man mit Beharrungsvermögen, Spürsinn und Kreativität aus dem Schatten einer Castingshow treten und auf Dauer Erfolg haben kann. Mit seiner Traum-Band im Rücken und einem selbst zusammengestellten Team von Songwritern und Produzenten hat er es geschafft, ein Album mit ganz eigener Handschrift zu kreieren. Mich überzeugt dieser Silberling absolut. 5 Sternchen und ich kann nur sagen: der Kauf von „Richtung G“ lohnt!

Hier unsere „Redaktions-Hitliste“ mit den jeweiligen Meinungen
Sternchen von 1-5 bezogen auf die Titel des Albums… (ich bitte um Verständnis, wenn ich einige Anmerkungen von Malcolm ohne Übersetzung stehen lasse…)

Zuerst einmal das Herzstück des Albums: die deutschen Titel, überwiegend geschrieben mit seiner Band, René Lipps und Bonny G. Assan, Sebastian Netz sowie seinem früheren Bandmitglied Christian Bömkes.

Notizen: ****

Christel: … gefällt mir, weil Godoj selbstironisch seine Lebensstrategie beschreibt, adressiert an sein Publikum und seine Fans, die seine Vergesslichkeit mit Humor nehmen, aber auch wegen des musikalischen Arrangements = 4*

Cat: …schönes Stück – Die Idee finde ich witzig – Notizen hat das Potential, ein Klassiker zu werden. Alleine schon wegen des Textes: Könnte ein geflügeltes Wort werden. ;-). Kriegt von mir 4*

Kiki: cooler Opener für das Album, sehr schöner mainstreamiger Rock, vor allem mit dem Augenzwinkern beim Text, eine Hommage an seine Fans = 4*

MalcolmI’ll give it four out of five – nice song, well-balanced. = 4*

Starschnitt **** (-)

Christel: … ein Song mit sehr persönlichem Text, der nachdenklich macht und trotzdem so positiv klingt, dass der gelungene Refrain zum Mitsingen einlädt. Kraftvolle Gitarrenriffs  = 4*

Cat: … schönes Pop-Rock-Stück, mit gutem Sound, in dem die Erlebnisse als „Rockstar“ aufgearbeitet werden. Aber irgendwie klingen Text und Melodie ein bisschen – hmm – teeniemäßig. Also, das Lied ist gut, auch der Bezug auf sein Leben gefällt mir, aber ich seh da immer die Bravo vor mir (als Kind der 80er wahrscheinlich ein Zwang).= daher 4*
Christel: Vielleicht war der Bezug zu ‚Bravo’ ja gewollt?
Cat: Du meinst, um die Zahnspangenfraktion mit einzubeziehen?
Christel: Möglicherweise hat er ja an Collien gedacht?
Cat: …passt. Man muss zielgruppenorientiert denken…

Kiki: … schöne textliche Auseinandersetzung mit seinem „neuen“ Starstatus. Das zieht sich so ja auch durchs ganze Album, Thom blickt durchaus kritisch auf seinen Erfolg und nimmt sich selber nicht zu ernst; finde ich gut – wieder ein gut arrangierter Mainstream-Pop-Rock-Song = 4*

MalcolmIch kann mit dem Text nicht wirklich etwas anfangen, die Gesangsphrasen erscheinen mir aber eingängig. Der Gitarrensound ist ausgezeichnet, in Sternchen ausgedrückt würde ich sagen = 3,5, oh oder besser = 4*.
Cat: Hehe!
Christel: Kein Problem, warum nicht 3,5*?

Zehnmeterbrett **** (+)

Christel: … hier drückt Thomas Godoj viel Lebenserfahrung aus, beschreibt seine Lebenspolitik, macht Mut. Ich liebe besonders den markigen Gitarrenrock dieses Titels – einer der besten auf dem Album = 5*

Cat: Einer meiner Favoriten. Toller Text – selbstkritisch, ohne belehrend zu wirken, starker Sound. Schöne Gitarren hat das Ding. Ich höre da im Arrangement René Lipps raus, der steht ja eigentlich für härtere Sachen. Gefällt mir sehr gut, und auch der Text spricht mich an. Macht Mut, ist nicht zu kompliziert.  Ich will aber nicht mit Sternen um mich schmeißen, deshalb fette  4,5*.  (Erinnert an die Wertung im Eiskunstlauf…)
Christel: Ich denke, unser Gespräch würde Thomas gefallen.
Cat: Lad‘ ihn halt ein. Vielleicht hat er auch mal was zu sagen…
Kiki: Alle mit Thom einladen… (lacht)

Kiki: Cooler Song Auftakt mit dezentem Gitarrenlink im Hintergrund, also von den Arrangements her kann man ihm absolut keinen Vorwurf machen, Thomas und Band haben ein absolut massenkompatibles Album hingelegt, auch hier wieder ein sehr schöner Text, das Leben mal aus dieser Perspektive, coole Gitarre, die finde ich am besten in dem Song = 3,5*

Malcolm: Dieses mag ich echt. Die durchdringende Gitarre scheint es einfach gut einzufangen. 5 blings.

Uhr ohne Stunden ***** (-)

Christel: … gehört nicht nur zu meinen absoluten Favoriten, diese Lyrik und die Interpretation wird auch denen Gänsehaut machen, die Thomas Godoj noch gar nicht kennen. „Mittendrin hört der Wind auf zu weh’n / und sogar der Regen bleibt in der Luft steh’n.“ Kann man das nicht mit allen Sinnen nachvollziehen? Wie ich finde die Ballade des Jahres! = 5*

Cat: … für mich das absolut stärkste Stück auf der Scheibe! Power-Rock-Ballade mit Tiefgang, toller Text (auch wenn die Zahnspangenfraktion ihn vermutlich nicht verstehen wird), schöne Instrumentierung. Hier würde ich am liebsten 6 Sterne vergeben. Ich hab’s normalerweise nicht mit Balladen, aber DIESE ist spitze! Könnte bei Auskopplung ein Hit werden! = 5*
Bin gespannt, wie die Männer das sehen. Kiki? Wie viele Sternchen von Dir?

Kiki: Ich gebe Cat vollkommen recht. In jedem Fall einer der besten Tracks auf dem Album, sehr schöne Streicherarrangements und ein saugeiler Refrain, ein richtiger Stadionsong, der kommt live bestimmt saugeil, supergeile Backgroundgesänge und die Gitarre hat’s mir mal wieder angetan, der Junge spielt einfach saucoole Licks = 5*, den hätte ich auch als erste Single genommen.

Malcolm: Eine nette Ballade, aber ein kleines bisschen „zu nett“ für meinen Geschmack, schöne Steigerung mit den Streichinstrumenten zum Ende hin. Ich könnte mir den Song als Late-Night-Favorite für einige Leute vorstellen = 4*.
Cat: HA, ein Frauensong!

band_m24

… und morgen geht es weiter mit unserer Besprechung.


15 Kommentar

  1. Zu der Gesamtbewertung von Richtung G von Kikki:
    Du schreibst, „Englisch hätte er sich ruhig sparen sollen“.
    Ich seh`s genau umgekehrt: Ich bin sehr froh, dass wenigstens noch drei englische Stücke auf Richtung G sind. Thomas kann meiner Meinung nach sehr gut englische Lieder singen und tut es hoffentlich auch weiter in der Zukunft.
    Darin, dass die englischen Titel einen anderen Stil haben als die deutschen, was du mit „Spagat machen“ beschreibst, stimme ich dir zu, aber genau das finde ich gut und nicht „schade“. Ich hoffe mal, dass es nie zu einer „100%-Entscheidung“ für deutsche Lieder kommt.

    Und gerne auch weiter Lieder mit polnischem Text. Verstehe ich zwar kein Wort von, aber es kingt einfach schön.

    Gerade diese Abwechselung ist etwas Besonderes!!!

    Bin ja dann mal gespannt auf eure Beschreibung der englischen Lieder und des polnischen. 😉

  2. Hey, das ist eine gute Idee, diese Besprechung. Interessant, vier Meinungen gleichzeitig zu lesen und dann noch ausgewogen…zwei Männer, zwei Frauen.
    Bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung 😉

  3. Wow, da hat sich jemand echt was einfallen lassen! Super Idee mit der Besprechung! Ich habe das Album und bin sehr angetan. Uhr ohne Stunden ist auch mein Favorit. Kann die Fortsetzung kaum abwarten, bin sehr neugierig, was ihr von den anderen Songs hält! 🙂

  4. Das ist ja mal eine zündende Idee für eine Rezension ! Besonders die “ Gespräche“ sind sehr witzig zu lesen.
    Wenn es nichr den Rahmebn eines Kommentars sprengen würde , bekäme man direkt Lust sich zu beteiligen. 🙂

  5. Eins vorweg: Ich bin KIKI (das Original *fg*) und ich bin weiblich! Mit den 4 Sternchen als Gesamtbewertung des Herrn Kiki kann ich leben, und leg von meiner Seite noch einen drauf *g*. Ich finde einfach alles genial gelungen. Und am WE habe ich mich im Schnee von gestern gewälzt… das ist auch äußerst… ungewöhnlich… sticht heraus. Bin sehr gespannt, was bei Eurer morgigen Besprechung herauskommt…

  6. Eine super Idee, statt einer Rezension eine „Besprechung“ abzuhalten! Ich bin schon gespannt auf Eure Fortsetzung!

  7. Wunderbare Idee mit der Besprechung. Ich freue mich auf morgen. Persönlich 5 ***** Sterne für das Album. Ich findes es rundum gelungen und abwechslungsreich – kein bisschen Langeweile. Englisch unbedingt weiter machen. Cocoon – Walking with you – ganz toll. Starschnitt – Zehnmeterbrett – sehr einfallsreich mit toller Musik.
    Uhr ohne Stunden ein Highlight neben Highlights. Alles in Allem eine gute Investition. Wird sich der Käufer bestimmt häufiger auf die Ohren geben.

  8. Ich hab´s mit Spannung gelesen – sehr unterhaltsam und lehrreich. Ich bin überhaupt kein Musikexperte, aber ich liiiebe dieses Album!! Und THOMAS natürlich….

  9. Danke für die positiven Kommentare, finde fast alle treffend. Auch ich bin von Uhr ohne Stunden überwältigt, ein Song vonn vielen, die sogar poetisch sind. Es müßte für das Album viel mehr Werbung gemacht werden, um die Menschen auf diesen Musikgenuß aufmerksam zu machen.

  10. Für das nicht Deutschsprechende Ausland ist es wichtig, dass Thomas und Band weiterhin englische (und auch ruhig polnische)songs bringt, er macht das ausgezeichnet, seine Stimme eignet sich dafür wunderbar, er singt so gefühlvoll, einfach Gänsehaut! Herzlichen Glückwunsch für den tollen chartplatz 15 für Neueinsteiger.

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