Einzelspieler

Multiplayer

Zusatzfeatures

Grafik

Preis / leistung

Vor gut drei Jahren erschien mit “Trials HD” das erste Motorradspiel von RedLynx auf dem XBOX Live Marktplatz. Und innerhalb weniger Wochen wurde das Spiel zu einem der am meisten heruntergeladenen Titel und zählt noch heute dazu. Das Spiel ist eigentlich mehr oder weniger 2D-basiert bzw. sieht es so aus, ein Highlight war damals aber vor allem der ausgefallene Editor mit dem Profis grandiose Strecken zauberten. Es war also schon damals klar: Es wird noch was kommen, es wird eine Fortsetzung geben. Und die erschien nun am 18. April.
Und RedLynx, das mittlerweile zu Ubisoft gehört, hat hier ganze Arbeit geleistet. Das kann man schon zu Beginn des Testes sagen: Selten gab es für so wenig Geld so viel Spiel. Aus “Trials Evolution” ist tatsächlich eine Evolution, gar eine Revolution geworden. Für rund 12 Euro bekommt man unzählige Stunden Spielspaß und einen Editor, der alles übertrumpft, das man bisher für die XBOX360 gesehen hat. Hier, hat man den Anschein, ist nahezu alles möglich. Aber der Reihe nach.
Der Einzelspielermodus
Wie schon im ersten Teil ist “Trials Evolution” eine Motorradsimulation. Hier wird das sogenannte “Trial-Fahren” gespielt. Mit einem Crossmotorrad muss man also verschiedene, teils sehr schwierige Strecken meistern, die mit unzähligen Höhen, Tiefen, Sprüngen und Hindernissen gespickt ist. Sind die ersten Strecken meist noch problemlos zu meistern, wird es in den höheren Schwierigkeitsgraden richtig happig. Hier muss man jede Menge Geduld und Fingerspitzengefühl mitbringen.
Zuerst erfährt man sich eine Lizenz, die ein neues Motorrad freischaltet, mit dem man dann die ersten Strecken und Levels absolviert. Danach geht es weiter mit neun Lizenzen, neuen Crossbikes und natürlich neuen Strecken, deren Schwierigkeitsgrad später eben deutlich anzieht. Neben “normalen” Rennen gibt es hier auch verschiedenste Geschicklichkeitsspiele, die euch höchste Konzentration am Pad abfordern.
Allerdings ist der Einzelspielermodus hier schon fast so zu betrachten wie in “Call Of Duty” & Co.: Er ist zwar dabei und kann auch gespielt werden, aber er ist nicht der Hauptteil des Spiels. Eher Pflicht als Kür. Seine Spezialitäten entfaltet das Spiel vor allem im grandiosen Multiplayermodus oder mit dem nicht weniger grandiosen Editor.
Der Multiplayermodus
Hier fährt RedLynx erstmals ganz groß auf: War es im ersten Teil nur möglich gegen sogenannte “Ghosts” anzutreten, also gegen die Zeit und ein Geisterabbild eines befreundeten Spielers, der die gleiche Strecke fuhr, ist es nun auch möglich in Echtzeit gegen drei andere Gegner anzutreten. Das gibt dem Spiel eine völlig neue Dimension, denn es ist macht Spaß und ist sehr kurzweilig. Innerhalb weniger Minuten hat man einige Rennen gefahren und sich mit seinen Kontrahenten gemessen. Notfalls könnte man einige Online-Partien auch in der Mittagspause spielen.
Unterschieden wird in erster Linie zwischen “Supercross” und “Trials”. Beim “Supercross” treten maximal vier Spieler auf einer speziellen Strecke gegeneinander an. Es gilt einerseits als Erster ins Ziel zu kommen, andererseits aber auch so wenig Fehler wie möglich zu machen, denn die Fehlerpunkte werden den späteren Punkten abgezogen. Wird man beispielsweise Zweiter, macht aber 2 Fehler, dann erhält man 9 Punkte – 2 Fehlerpunkte, also 7 Punkte.
So kann es passieren, dass man zwar als Erster durch’s Ziel geht, man aber trotzdem weniger Punkte bekommt als der Dritte, weil dieser fehlerfrei gefahren ist. Aber Vorsicht: Wer nun meint, langsam und bedächtig zu fahren sei der Schlüssel zum Erfolg, der irrt gewaltig. Denn sobald der erste Fahrer ins Ziel gekommen ist, tickt die Uhr für die anderen Fahrer. Und nun hagelt es auch Fehlerpunkte, wenn man schlicht zu langsam und mit zu weitem Abstand ins Ziel kommt.
Das Punktesystem ist grandios und es macht unglaublich Spaß gegen andere Fahrer anzutreten. Vor allem weil man schnell mal eben ein Spielchen gemacht hat. Kurzweiligkeit ist hier die Devise. Für gefahrene Rennen bekommt man Erfahrungspunkte (EP) mit denen man Levels aufsteigt. Diese zeigen an, wie gut der jeweilige Fahrer ist. Allerdings, auch das muss man hier erwähnen, aktuell zum Start will die Multiplayer-Funktion nicht richtig mitmachen. Oftmals findet man keine Gegner und mehr als einmal habe ich meine EP wieder verloren und obwohl ich schon mehrfach auf Level 5 war, habe ich durch einen Bug oder Zufall die Punkte wieder verloren und stehe nun wieder auf Level 2. Man darf aber davon ausgehen, dass RedLynx diese Kinderkrankheiten ausmerzen wird.
Der Editor
Der Editor ist, neben dem MP-Modus, das Herzstück von “Trials Evolution”. War es in “Trials HD” bereits möglich ansehnliche Strecken zu bauen, bietet uns der neue Teil eine ganze Insel auf der wir uns austoben können. Und darauf baut man nciht einfach nur eine Strecke, man hat sogar die Möglichkeit ein neues Spiel zu kreieren. So gibt es aktuell bereits eine sehr sehr einfache Ego-Shooter-Variante, wir haben ein Shoot Em’ Up und vieles mehr. Allein mit dem Editor lässt sich das Spiel also auf eine ganz andere Weise erleben.
Geteilt ist der Editor in zwei Versionen: Lite Version und Profi Editor. Mit dem Lite Editor kann man schnell mal eine einfache Strecke zusammenbauen, das ist selbst für Anfänger problemlos machbar. Der Profi-Editor nähert sich mit großen Schritten den Werkzeugen mit denen auch Spieleentwickler arbeiten. Nicht, dass ich deren Licht nun unter den Scheffel stellen möchte, sondern viel merh will ich hervorheben was RedLynx mit dem Editor geschaffen hat. Es gibt verschiedene Trigger und Auslöser, die über verschiedene Filter miteinander verknüpft werden können. Bezogen auf eine Motorradrennstrecke würde das zum Beispiel bedeuten, dassm man durch die Abfragen und Filter dafür sorgen kann, dass der Fahrer, je nach Fahrweise, durch andere Streckenteile gelotst wird. Soll heißen: Passiert er drei Trigger, öffnet sich eine Falltür, die ihn in andere Bereiche lässt, passiert er die Trigger nicht, bleibt die Falltür zu und der Spieler fährt einen anderen Bereich.
Daneben gibt s Effekte, wie Feuer und Explosionen, aber auch Häuser, Sprungschanzen, Verzierungsartikel und vieles mehr. Fakt ist: Es lassen sich unglaubliche Dinge mit dem Editor bauen. Durch die Filter- und Triggermöglichkieten, ist es nun aber auch so, dass man ganz neue Spielmechaniken bauen kann. Allerdings ist man dabei immer auf die “Insel” begrenzt, also auf die Map, die wir geliefert bekommen. Allerdings ist dieses Land schon durchaus recht groß und wir haben jede Menge Platz. Es macht alleine schon Spaß über die Map zu fliegen und nach passenden Bauplätzen zu suchen. Grandios!
Fazit
Grafisch hat “Trials Evolution” keine Sprünge gemacht und sicher ist ein mit Trials gebauter Shooter bei weitem nicht so ansprechend wie ein echter Shooter, aber die Tatsache, dass man soetwas bauen kann, ist schon unglaublich. Und daher sind hier Abstriche auch zu verzeihen. Immerhin hat man ein riesiges Areal, das bebaut werden kann und irgendwann kommt die XBOX360 halt an ihre Grenzen. Daher gibts dafür auch keine wirklichen Abzüge, auch wenn es “Grafikhuren” geben wird, die darüber vielleicht motzen.
Der schiere Umfang des Spiels und seine unzähligen Möglichkeiten machen es zu einem unglaublichen Highlight. Sicher DAS Top-Downloadspiel des Jahres 2012. Soviel kann man schon jetzt behaupten. Vor allem der Multiplayer und der Editor versprechen unendlichen Spielspaß. Auch die nächsten Monate…





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