Review: Dante’s Inferno – Der erste Eindruck ist schön blutig ;-)

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An Weihnachten gab es ja für viele Spieler ein kleines, blutiges Fest: Pünktlich zu den Feiertagen stellte EA vor Wochen die Demo zu Dante’s Inferno auf den XBOX Live Marktplatz. Ich wollte mir die Spannung aufrecht erhalten und habe bis gestern gewartet. Jetzt steht der neue „Hack & Slay“-Titel in den Regalen und es kann herrlich losgemetzelt werden.
Bisher hab ich aus diesem Genre nichts mehr gefunden, das mich lange an den Bildschirm gefesselt hat. Einzig „Legacy Of Kain“ hat mich vor Jahren mal lange an den Schirm gebunden. Mit „Dante’s Inferno“ ist nun allerdings ein Titel erschienen, der danach aussieht, als wenn er mächtig Spaß machen wird…

Einige von euch werden wahrscheinlich bei dem Gedanken an „Dante“ sofort ein kleines, dünnes gelbes Büchlein im Kopf haben. Der Reclam-Verlag gehört zum Standard vieler Oberstufenschüler. Viele werden „Die göttliche Komödie“ von Dante Alighieri aber trotzdem nur vom Hörensagen kennen (auper sie studieren gerade Italistik oder sowas….).
Mit EA Games neustem Blockbuster „Dante’s Inferno“ wird der gelbe Reclam-Fetzen allerdings eindeutig überflüssig. Zwar hat man sich nicht zum Ziel gesetzt hier nun Lernsoftware für Geschichte zu veröffentlichen, aber mit ein bisschen „Goodwill“ kann man auch dem Geschnetzel in „Dante’s Inferno“ etwas geschichtliches abgewinnen.
Man kann, muss aber eben nicht 😉

Dantes „Göttliche Komödie“ ist in jedem Fall eines der bedeutendsten Werke des Mittelalters und bisher hat sich an den Stoff niemand herangewagt. OK, außer die Macher des „Lustigen Taschenbuchs“, die Goofy und Daniel Düsentrieb in der „Göttlichen Komödie“ erscheinen ließen. Nun hat sich EA Games diesen Stoff vorgenommen, etwas umgekrempelt und Power reingebracht und entstanden ist ein erstklassiger Action-Titel in dem literweise Blut fließt. Schon allein im „Warm-Up“ des Spiels habe ich so viel Blut vergossen, wie man in einer Schlachterei vielleicht in 3 Jahren zusammenbekommt.
Womit wir nun aber auch endlich zum Spiel kommen.


Schon recht früh wird klar, worauf man sich eingelassen hat. 100% Uncut verspricht die Verpackung und es wird gehalten, was man mir versprochen hat. Eine hammermässig inszenierte Intro-Sequenz zeigt unseren Protagonisten und wie er sich mit einer Nadel ein Malteserkreuz in den Oberkörper näht. Grafisch ein Leckerbissen, der nur von der darauf folgenden Comic-Sequenz noch getoppt werden kann. Das sieht nicht nur geil aus, ich würde mir von den Comics sogar Bilder an die Wand hängen. Ohne Worte….
Dann lande ich auch schon in der Warm-Up-Phase und schlachte massenweise Gegner weg. Auch hier weiß „Dante’s Inferno“ zu überzeugen. Tolle Bewegungsanimationen und eine sehr stimmige und schön inszenierte Umwelt.
Trotzdem muss sich „Dante’s Inferno“, das von Visceral Games in San Francisco entwickelt wurde, den Vergleich mit „God Of War“ aus dem Hause Sony gefallen lassen. Ich will nicht sagen, dass man hier abgekupfert hat, aber gespielt haben die Entwickler das Spiel ganz sicher.
Das soll aber nichts schlechtes heißen, denn auch „Dante’s Inferno“ spielt in einer ähnlich hohen Liga wie das Vorbild.

Nachdem ich im ersten Bosskampf dem Sensenmann seine obligatorische Sense abgeluchst habe, geht es ohne Umwege in die neun Kreise der Hölle. Dort gilt es nun meine Geliebte Beatrice aus den Klauen des Teufels zu befreien. Auf dem Weg dahin begegnen uns einige durchaus kranke Geschöpfe. Das mag auf den ersten Blick skurril erscheinen, hebt sich allerdings schön von der Masse ab. Man hat den Designern viel freie Hand gelassen und so kommt es wohl auch, dass viele ihrer Kreativität freien Lauf gelassen habe.
So erscheinen Baby mit Klingenarmen aus Brustwarzen oder weibliche, nackte Kreaturen mit einem bisher noch undefinierten Anhängsel zwischen ihren Beinen. Es macht Spaß sich diesen bisweilen wirklich kranken Kram reinzuziehen.
Einziges Manko: Die erlegten Gegner bleiben nicht liegen. Gerade an Stellen, wo ich es mit gefühlten Hundertschaften aufgenommen habe, hätte ich am Ende gerne einen Berg Leichen gesehen (ja, ich weiß, auch krank). Aber dies ist im Gesamtgebilde durchaus zu vernachlässigen.
„Dante’s Inferno“ ist ein geiles Spiel, das zwar das Genre nicht neu erfindet, es aber stimmungsvoll und vor allem kreativ umsetzt.
Erschienen ist das Spiel am 4. Februar 2010 für die XBOX360 und die Playstation 3. Am 25. Februar folgt zudem eine Version für die PSP.

Seht anbei noch ein paar schicke Ingame-Szenen, die ich via YouTube ausfindig machen konnte.

Gameplay-Trailer zu „Dante’s Inferno“

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