Popstars Girls Forever 2010: Die dritte Folge der Castings

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Eigentlich sollte man meinen, dass mittlerweile fast jeder Fernsehzuschauer das Prinzip der Castingshows verstanden hat. Lebhaft wurden diese Formate immer und immer wieder diskutiert. Und jeder sollte inzwischen begriffen haben, dass es dabei vor allem um Einschaltquoten und Geld geht. Die Zahl der Bewerberinnen hingegen zeigt wieder ein völlig anderes Bild, all jene die auch fleißig zum Casting Duisburg gewackelt sind, scheinen das nicht zu wissen.
Vor diesem Hintergrund fällt es allerdings schwer die Aussagen, Gesten und Tätigkeiten der Jury noch ernst zu nehmen.

Besonders der Auftritt von Pascaline hat mich irgendwie bestürzt: Die Jury hat in gewisser Weise alles richtig gemacht, Pascaline hat ihr Abitur und will später Ärztin werden, Thomas Stein gibt das zu denken. Ist sie als Medizinerin vielleicht besser aufgehoben?
Und dieser Meinung bin ich, die geringe Halbwertszeit der Popstars-Teilnehmerin ist ja bis auf wenige Ausnahmen bekannt. Im Grunde hätte ich die Entscheidung der Jury gut gefunden, aber natürlich kommt Pascaline trotzdem weiter. Alles nur reine Quotenmache und das Zeichen: Seht her, wir haben ein Auge auf unsere Kandidaten.

Man kann diese Jury, vor allem Detlef, einfach nicht mehr ernst nehmen. Zu sagen hat das Trio sowieso recht wenig, die Entscheidungen fallen in der Redaktion, das Trio ist nur das Sprachrohr.
Und so kommt es auch, dass mich Aktionen wie die von Thomas M. Stein nicht wirklich berühren können. Er trat bei Kandidatin Jasmin aus Aachen zu ihr auf die Bühne, um sie in den Arm zu nehmen. Weil das einfach schon lange niemand mehr gemacht hat. Eigentlich eine wirklich schöne Geste und sehr groß von dem Musikproduzenten. Aber die Frage, die sich mir dabei stellt: Wieviel davon ist echt? Und hat er das aus freien Stücken gemacht oder wurde ihm diese Aufgabe als Jury-Ältester und Opa-Verschnitt von der Redaktion im Hintergrund aufgetragen?

Durch ihre Art der Durchführung und vor allem, dass so viel davon nach Außen gelangt ist, haben sich Sendungen wie Popstars oder DSDS quasi selber ein Bein gestellt. Die unnachgiebige Quotenhatz hat sich in Deutschland negativ darauf ausgewirkt. Mit mehr Ehrlichkeit könnten diese Formate sogar etwas Gutes an sich haben. Jeder halbwegs intelligente Zuschauer wird aber, so wie ich, nahezu alles in Frage stellen…schade, aber es ist so.
Um bei Jasmin zu bleiben: Sie musste sich mit der jungen Esra einen „Battle“ liefern (herrlich, wie Soost dieses Wort immer betont….“bääääddle“…). Die Aufgabenstellung bei so was ist klar, aber dann sang Esra angeblich absichtlich den Song anders um Jasmin zu beeinflussen. Diese gab sofort auf und überließ Esra das Feld. Soost, der vorher den Battle ausgerufen hatte, sagte das aufgeben und den Battle machen gleichermaßen scheiße sei. Ja was denn nun? Einerseits sollen sie kämpfen, aber andererseits auch nicht? Das soll einer verstehen…nun ja, aber so kam auch die dritte Folge wieder zu einer gewissen Dramatik. Ich würde gerne wissen was Superstar Aura Dione bei diesem Kasperletheater empfunden hat. Lächerlich….

Fünf Kandidatinnen haben es geschafft und ziehen in die nächste Runde ein: Milka, Pascaline, Jenny, Katrin und Esra. Laut Moderatorin Engelhardt habe es noch nie so viele gute Kandidaten bei Popstars gegeben, aber auch mit diesem Superlativ hauen die Macher jedes Mal rum. Bis auf Katrin aus Duisburg gab es meiner Meinung nach auch bei der dritten Folge nicht mehr als Mittelmaß zu sehen.
Und Popstars versinkt wieder da, wo es im letzten Jahr stand, schon in der dritten Folge sanken die Einschaltquoten. Gebessert hat sich nix. Und so kommt es vermutlich, dass sich auch dieses Format allmählich selbst überlebt.

Außer man denkt vielleicht mal um, warum nicht einfach mal ehrlich? Ohne das ganze Tralala….Wunschtraum!!!

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