Musiker helfen den Opfern von Haiti: Die Neue Philharmonie Westfalen trifft auf Thomas Godoj

"Rock'n'Roll meets Classics": Unter diesem Motto werden Thomas Godoj mit seiner Band und die Neue Philharmonie Westfalen ein gemeinsames Benefizkonzert im Ruhrspielfesthaus Recklinghausen geben. Karten für das Event sind allerdings keine mehr erhältlich: Innerhalb weniger Stunden waren alle Plätze weg...

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Die schrecklichen Bilder aus Haiti erschüttern die Welt. „Dagegen muss man was tun“, sagt sich Rocksänger Thomas Godoj und beschließt spontan, ein Benefizkonzert besonderer Art auf die Beine zu stellen: Der Recklinghäuser marschiert kurzerhand zum Pressesprecher der Neuen Philharmonie Westfalen und regt ein Gemeinschaftskonzert an. „Rock’n’Roll meets Classics“ lautet das Ergebnis, das am Montag von den Beteiligten vorgestellt wurde. Wenige Stunden danach gab Thomas Godoj Musiktipps24 ein Interview.

Haiti – ein bitterarmes Land mitten in der malerischen Karibik. Neun Millionen Einwohner, die schon vor der Erdbebenkatastrophe mit zahlreichen sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Eine Situation, die sich jetzt noch verschärft hat. Das Erdbeben hat das öffentliche Leben zerstört, Familien auseinander gerissen, Not und Elend noch größer gemacht. Und wie es immer in Krisengebieten ist: Die Kinder leiden am meisten. Schon vor der Katastrophe waren die Wehrlosesten der Gesellschaft zahlreichen Repressalien ausgesetzt, wurden unter sklavenähnlichen Bedingungen ausgebeutet und teils sexuell missbraucht. Nun, im Chaos, gelten die Kinder Haitis als „Freiwild“, schilderte Tanja Wiese von der Kindernothilfe auf der Pressekonferenz und macht das Elend mit ihren Ausführungen sehr anschaulich. Erst am vergangenen Freitag hat die Kindernothilfe ein Zentrum eröffnet mit Platz für 200 Kinder – dort werden diese untersucht, bekommen Essen, Trinken und einen Platz, an dem sie Kind sein dürfen.

Nur noch Trümmer: Viele Kinder in Haiti haben kein Zuhause mehr. Foto: Kindernothilfe/Jens Großmann
Nur noch Trümmer: Viele Kinder in Haiti haben kein Zuhause mehr. Foto: Kindernothilfe/Jens Großmann

Aber auch der organisatorische Ablauf des Konzerts war Gegenstand der Konferenz. Rock und Klassik – kann das gut gehen? Auf die Frage eines Medienvertreters, worin die größten Schwierigkeiten im Zusammenspiel von Orchester und Rockband lägen, antwortete der Generalmusikdirektor der Philharmonie, Heiko Förster, nicht ohne Humor: „In der Lautstärke!“ Außerdem müsse man sich erst in den Stil und Charakter der Texte einhören. Letztendlich sei das Zusammenspiel aber kein Problem.

Das Programm sieht erst einen reinen Klassikteil vor. Hier will das Orchester einen Bogen spannen mit bedächtigen Stücken zu Anfang, die es dem Publikum ermöglichen sollen, ihre Betroffenheit angesichts des Unglücks widerzugeben. Dann folgt eine Überleitung zu Stücken, die mehr Schwung haben, darunter „Scaramouche“ von Milhaud und das weltbekannte „Nessun dorma“ von Puccini. Nach der Pause folgt dann der gemeinsame Auftritt mit Thomas Godoj und seiner Band, die insgesamt elf Stücke spielen werden, davon sieben mit Orchesterbegleitung. Der Opener heißt „Von allem etwas“, außerdem stehen unter anderem die neue Single „Uhr ohne Stunden“ und das epische „Walking with You“ auf dem Programm.

Da die Musiker ohne Gage auftreten und auch die Stadt auf die Saalmiete verzichtet, wird wohl ein erkleckliches Sümmchen für den guten Zweck zusammenkommen. Auch dank der Sponsoren, die das Vorhaben unterstützen, darunter das Medienhaus Bauer, die Sparkasse und Concert Online, die das Konzert live aufzeichnen werden und den Erlös der verkauften Mitschnitte komplett in den Spendentopf werfen wollen. Ein Beispiel, das Mut macht und an den historischen Vorgänger erinnert: In den 80er-Jahren war es Bob Geldof von den Boomtown Rats, der die Not der Menschen in Afrika nicht mehr tatenlos mit ansehen wollte und „Band Aid“ ins Leben rief, gefolgt vom gigantischen „Live Aid“ Konzerterlebnis, das die Menschen in allen Teilen der Erde auf den Konzertplätzen und vor den Fernsehgeräten versammelte, um gemeinsam etwas gegen den Hunger in der Dritten Welt zu unternehmen.

Das Konzert beginnt am Donnerstag, 28. Januar, um 20 Uhr im Ruhrfestspielhauses Recklinghausen. Karten für das Konzert gibt es keine mehr: Innerhalb weniger Stunden war auch der letzte Platz im Saal belegt.

Wer die Kindernothilfe unterstützen will, kann auf folgendes Konto spenden:

Spendenkonto 45 45 40
BLZ: 350 601 90
Bank: KD-Bank eG
Stichwort: Z57372, Erdbeben Haiti

Lest auch das Interview von Thomas Godoj auf Musiktipps24!


Rock’n’Roll meets Classics: Thomas Godoj und das Neue Philharmonische Orchester Westfalen:

Thomas Godoj philharmonie

9 Kommentar

  1. Das finde ich eine tolle Idee und bin sehr gespannt, wie sich das Ergebnis anhören wird!! Stimmt es, dass ein Livestream geplant ist??
    Und es soll Sticks von Concert online geben, die auch zum Erlös gehören! – ICH WILL!!!!

  2. Ich hätte noch einen Vorschlag für die Godojs: Warum nicht einen Song im Stile von „Band Aid“ herausbringen. Als Interpreten könnte ich mir Luxuslärm, Laith Al-Deen, Duncan Townsend, Annett Louisan, Roger Cicero, Ich und Ich, Soulbreed, Livingstone, Udo Lindenberg, Jan Delay und Hot ’n‘ Nasty vorstellen (Liste ergänz- und austauschbar).

    Vielleicht ließt es ja einer von den Jungs.

  3. Ich bin wahnsinnig gespannt auf dieses Musikerlebnis. Wenn ich es auch nicht live hören kann; der Stick ist mir sicher. Und wer weiß, ob dieses „einmalige“ Zusammenspiel einmalig bleibt, oder ob nicht doch beide Seiten musikalisch gesehen davon profitieren können! Und ich freue mich, daß Thomas diese wunderbare Idee zu helfen hatte!!!

  4. Ein herzliches Dankeschön an Heiko Förster und Thomas Godoj zu diesem musikalischen Projekt „Rock meets Classics“, um mit dem Spendenerlös den notleidenden Kindern in Haiti zu helfen.

  5. Ein erschreckender Anlass – den viele gerne unterstützen.
    Das sich alle daran Beteiligten so schnell und unbürokratisch zusammen gefunden haben finde ich einfach stark. Viele Fanforen spenden Forenübergeifend um ebenfalls zu helfen.
    Genau so muss es sein – alle helfen zusammen.

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