Livingston – Du kannst alles erreichen was Du willst

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Nachdem in den 60ern die Beatles, in den 80ern Depeche Mode und in den 90ern U2 zu Plattenaufnahmen nach Hamburg und Berlin kamen, hat sich nun eine weitere Newcomerband aus England auf den Weg gemacht, von Berlin aus die Welt zu erobern: Livingston. Den Namen sollten wir uns schon mal einprägen! Unter dem Label Universal wird am 25. September die erste Single „Broken“ erscheinen. Grund genug für uns, die Band um ein Interview zu bitten und ein bisschen mehr zu erfahren.

Livingston, das sind…
Beukes Willemse (voc), Chris van Niekerk (git, keys, voc), Paolo Serafini (drums, voc), Jakob Nebel (git, voc, percussion) und Phil Magee (bass, keys).
Biographie
2006 – Start in London. Die Bandmitglieder kommen aus Südafrika, Italien, Deutschland, und England. Erste Aufnahmen in Los Angeles, El Paso, Texas und Marbella, Spanien.
2008 – Touren in England, Deutschland, Holland, Schweiz, Österreich & Slowakei.
2008 – Vorgruppe für Revolverheld, The Duke Spirit (UK- Indie Band) und Ich & Ich.
2009 – Vorgruppe für Thomas Godoj & Band und Headliner Tour durch Deutschland, Aufnahme der Acoustic CD “Wide Asleep“.
25. September 2009  – Veröffentlichung der Single “Broken“
September / Oktober 2009  – Veröffentlichung des Debutalbums “Sign Language“
August 2009 – Köln {The Dome}
November/Dezember 2009 – Headliner Tour  (bisher: Baden-Baden, Augsburg, München, Köln, Dortmund, Berlin, Hamburg)
Links: http://www.livingstonmusic.co.uk   http://www.myspace.com/livingstonlondon

v.l.n.r.: Paolo, Jakob, Beukes, Chris & Phil - Gamescom Köln (Foto: MysteryMisery)
v.l.n.r.: Paolo, Jakob, Beukes, Chris & Phil (Foto: Andrea Depolt)

Gleich nach dem Live Auftritt beim Big Day Off in Anröchte, ist Beukes schon wieder auf dem Flug nach London und Chris ist bisher noch nicht wieder in Deutschland. Deshalb unterhalten wir uns mit

Jakob, Paolo und Phil von LIVINGSTON

MT: Ist es richtig, dass Ihr alle Berlin zu Eurer neuen Basis gemacht habt? Hofft Ihr, Eure Karriere in Deutschland starten zu können?

Jakob: Ja, wir haben bereits alle eine Wohnung in Berlin bezogen. Der Plan von Universal Music ist es, dass wir hier in Deutschland starten und dann von einem Land zum anderen gehen, z.B. Frankreich und UK und andere europäische Länder.

MT: Woher kommt, bzw. was bedeutet der Name Livingston?

Phil: Wir haben uns nach „Jonathan Livingston Seagull“, auf Deutsch „Die Möwe Jonathan“ benannt. Du weißt schon, dem bekannten Roman von Richard Bach und der Verfilmung mit der Musik von Neil Diamond.

MT: Was bedeutet Musik für Euch?

Phil: Für mich ist Musik alles. Ich kann mir ein Leben ohne Musik gar nicht vorstellen. Sie ist mein Leben.

Jakob: Seit ich 15 bin spiele ich Gitarre, genau genommen habe ich von klein auf Musik gehört. Es war immer das, was ich wollte und tun musste, es gab gar keine andere Option. Es kommt einfach zu einem und man weiß, man hat genau das zu tun.

MT: Und Du Paolo, hast Du auch mit 15 begonnen? Vielleicht hast Du ja schon als kleiner Junge solche kleinen Trommeln gehabt, wie Du sie heute von einem Fan geschenkt bekommen hast?

Paolo: (amüsiert) Die Trommeln heute waren schon cool. Nun, Ich habe auch sehr früh angefangen und einiges probiert. Ich spiele auch Keyboard und Gitarre. Wenn man ein Instrument richtig gelernt hat, versucht man gern mal ein anderes und es ist gar nicht mehr schwierig, man lernt es einfach spielerisch, weil es Spaß macht. Man hat ja schon ein allgemeines Verständnis fürs Musizieren.

MT: Eure Rockmusik ist für mich besonders spannend, weil sie mit keiner anderen zu vergleichen ist, die ich bisher gehört habe. Der Grund ist sicher, dass Ihr aus extrem unterschiedlichen Kulturen kommt. Welche Musik hat Euch am meisten beeinflusst?

Jakob: Wir alle haben unterschiedliche Bands, die wir mögen und es ist wie ein Schmelztiegel, wenn Leute wie wir gemeinsam Musik machen. Wir schreiben unsere Songs nämlich alle zusammen. Wir treffen uns im Probenraum, dann kommt einer von uns mit einer Idee, einer kleinen Melodie oder Textzeile und wir fangen einfach an zu spielen. Wir haben alle unseren eigenen Stil und wenn das zusammentrifft kommt einfach eine schöne Mischung dabei heraus. Auch wenn ein Album erscheint, dann heißt das Ganze zwar Livingston, aber es ist variantenreich und enthält eben alle unsere Einflüsse.

MT: Wir sind ja alle sehr gespannt auf Euer neues Album, das im September kommen soll. Ihr werdet mir sicher noch nichts darüber verraten wollen, aber wenn Ihr ein Bild davon malen würdet, sähe es eher einer afrikanischen Wüste ähnlich, dem Mittelmeer oder der schottischen Küste? Wie können wir uns das vorstellen?

Phil: Wir haben die Aufnahmen für das Video zur Single ja in der großartigen Landschaft der Wüste in der Nähe von Los Angelos gedreht. Und das passt sicher auch gut dazu. Aber wir haben eher eine internationale Lyrik und dazu würden eben auch verschiedene Landschaften passen. Auf dem Album wird es eine großartige Bandbreite geben. Die Songs werden sehr unterschiedlich und abwechslungsreich sein.

Jakob: Ich habe ja in Deutschland einige Zeit in deutschen Bands gespielt und ich kann mich erinnern, dass wir immer zu englischen und amerikanischen Bands aufgeschaut haben und irgendwie versucht haben, diese großen Bands nachzumachen. Wir wollten so gut und so cool sein wie die. Aber wenn man das macht, immer zu anderen Bands zu schauen und so wie sie sein zu wollen, dann wird man niemals einen eigenen Vibe finden, eigene Musik kreieren und etwas Einzigartiges werden. Und das ist genau das Problem vieler Bands in Europa. Weil ihr eigener Markt nicht so groß ist und sie vielleicht U2 oder andere mögen, denken sie, es ist gut, deren Stil zu übernehmen.

MT: Wie kam es, dass Universal auf Euch aufmerksam geworden ist und Ihr den Plattenvertrag bekommen habt?

Phil: Sie haben uns hier spielen sehen und sind auf uns zugekommen.

Jakob: Es war eine großartige Sache für uns, dass wir mit einigen Bands auf Tour gehen konnten und all die großen Label gekommen sind und uns angesprochen haben. Wir haben auch mit einer anderen großen Plattenfirma verhandelt, aber als uns dann Universal einen Vertrag angeboten hat, haben wir uns innerhalb eines Tages entschlossen, mit ihnen zu arbeiten. Es war einfach grandios. Ich selbst war zu Anfang etwas nervös, mit so einer großen Firma abzuschließen, aber jetzt sind wir absolut glücklich und die Zusammenarbeit ist toll.

MT: Woher nehmt Ihr die Anregungen für Eure Songs?

Jakob: Das ist sehr unterschiedlich. Am Anfang ist es meist etwas aus den Medien, Nachrichten, ein Film oder eine Textzeile, die eine Grundlage für die Lyrik sein kann. Sehr oft kommt Beukes mit ein paar Worten als Idee und dann setzt er sich hin und arbeitet die gesamte Geschichte aus. Wir ‚jammen’ dann, bis wir etwas gefunden haben, mit dem wir alle einverstanden sind. Nimm z.B. „Broken“: der Satz „I’m broken by you“ war ganz schnell da, und dann erst hat Beukes den Text ausgefeilt und eine Story daraus gemacht.

MT: Wer ist denn der Boss in Eurer Band?

alle: Bei uns gibt es keinen Boss!

Paolo: Wir machen alles gemeinsam.

Jakob: Wir sind Freunde und Teamplayer.

MT: Songwriting ist ja eher ein intimer Prozess, der hinter verschlossenen Türen stattfindet. Fällt es dann schwer, es dann einem Publikum zu präsentieren? Seid Ihr nervös, wenn Ihr Euren Song zum ersten Mal vorstellt?

Jakob: Nein, wir proben ja so lange genau für diesen Moment und wir brennen darauf, endlich auf der Bühne zu stehen. Ich denke aber oft, wenn ich allein da oben stehen müsste, wäre ich wahrscheinlich sehr aufgeregt. Wenn wir aber alle zusammen sind, ist das alles verflogen.

Paolo: Es ist wohl eine psychologische Sache, dass man sich da einfach wie ein Schauspieler in einem Stück fühlt. Du bist ein Teil der Gruppe du fühlst dich sicher, denn du hast das ja auch lange geprobt.

MT: Würdet Ihr lieber vor guten Freunden spielen, oder vor einem großen, aber unbekannten Publikum?

Jakob: Es ist viel leichter vor Leuten zu spielen, die man nicht kennt. Das ist mir besonders aufgefallen, als wir kürzlich in meiner alten Heimat Bremen aufgetreten sind und viele Bekannte dort waren. Gerade vor seinen Freunden will man sich ja beweisen und zeigen, was man drauf hat. Man will demonstrieren ‚Seht her, das ist meine Band’ und das war viel schwieriger als z.B. Köln oder Oberhausen oder Dortmund, wo wir nicht so viele Leute kennen. Aber gerade da hatten wir ein tolles Publikum und haben großartige Menschen kennen gelernt. Da mussten wir uns wirklich keine Sorgen machen, dass wir nicht angenommen wurden. Es war einfach eine überwältigende Atmosphäre dort.

Phil: Da kommen wir genau auf den Punkt: wir haben tolle Leute um uns, die uns mögen, uns unterstützen und eine ungeheuer positive Stimmung machen. Da ist es einfach fantastisch auf der Bühne zu stehen.

MT: Heute wurde im Publikum auch gefragt, wie das Schlaginstrument heißt, das Du, Jakob, bei „Like a Wheel“ spielst und wo es her kommt. Kannst Du uns das erklären?

Jakob: Dieses Instrument aus zwei Metallschalen heißt ‚Hang’ und kommt von einer kleinen Firma in Bern, wo es von nur zwei Leuten angefertigt wird. Es gibt ein ähnliches Instrument aus Trinidad, das mit Sticks gespielt wird. Das Hang sieht vielleicht recht afrikanisch aus, aber es kommt aus der Schweiz.

MT: Was uns auch schon lange interessiert: Beukes hat einen sehr eigenwilligen Mikrofonständer aus Holz oder Bambus mit eingebrannten Schriftzeichen darauf. Handelt es sich dabei um magische oder mythische Zeichen, sog. afrikanische Kosmogonie?

Jakob: Soweit ich weiß, sind da alle möglichen Zeichen eingebrannt. Einige davon sind einfach die Übersetzung von Livingston, andere beschreiben wohl die Entstehung und den Werdegang der menschlichen Spezies in sumerischer Symbolik. Genaueres kann Dir aber wohl nur Beukes dazu sagen. Er hat es ja selbst gebastelt.

MT: Ihr geht ja den traditionellen Weg, erspielt euch euer Publikum live. Was für ein Gefühl war es, als Vorband eines gecasteten „Superstars“ wie Thomas Godoj aufzutreten?

Jakob: Eine Herausforderung! Du musst zeigen wer du bist und musst versuchen, das Publikum zu überzeugen. Und Thomas Godoj ist einfach ein toller Typ und hat klasse Anhänger. Das ist nicht einfach.

Paolo: Es ist hart aber auch eine außergewöhnliche Chance und ein großartiges Gefühl, in großen Hallen und vor so viel Publikum zu spielen. Und es hat Spaß gemacht, mit dieser Band aufzutreten.

Jakob: Es gibt einfach Leute, die den Weg des Castings als Chance sehen. Ich empfinde Respekt für Thomas, dass er diesen Weg gegangen ist. Ich könnte mich dieser Jury nie aussetzen.

MT: Eine letzte Frage noch: Wenn Ihr einen toten Musiker noch mal aus der Kiste holen könntet, mit wem würdet Ihr gern einmal auftreten und wo? Welches Stück würdet Ihr spielen wollen?

(Pause – ratlose Gesichter…)

Jakob: Ich wäre gern mit den Beatles auf der Bühne. Als ich klein war, hat meine Mutter mich mit Tapes der Beatles konfrontiert und es war die Musik, mit der ich groß geworden bin. Ich empfinde es sicher anders als meine Mutter zu ihrer Zeit, als die Beatles noch da waren und die Leute ausflippten. Ich kenne alle Texte und Songs und es ist sehr interessant, wie unterschiedlich die Plattenaufnahmen zu heute waren, und ich würde gern mal die Energie spüren, die bei ihren Live-Konzerten war. Ich liebe besonders ihre Songs „Tomorrow Never Knows“ und „Glass Onion“. Da würde ich dann gern den Gitarrenpart übernehmen.

Phil: Ich würde gern mal an einer Queens Show teilnehmen. Ich habe eine ihrer Live Shows gesehen und es war einfach großartig.

Jakob: Ich fände es toll, mal mit Michael Jackson auf der Bühne zu stehen. Nicht wegen seiner Musik, sondern wegen der Live-Performance.

8 Kommentar

  1. Eine sehr sympathische Gruppe und schöne Musik. Da kann man nur die Daumen drücken, dass immer mehr Menschen auf diese Jungs aufmerksam werden. 😉 Danke für das schöne Interview!

  2. Tolles Interview mit interessanten Fragen 🙂
    Ich finde die Jungs einfach grandios. Sie machen so tolle Musik, das sollte man sich nicht entgehen lassen!

  3. Danke für dieses tolle Interview!
    Die Jungs von Livingston machen eben nicht nur unglaublich tolle Musik, sondern sind auch noch sehr symphatisch! 🙂

  4. Ein sehr schönes Interview! Die Jungs werden es noch weit bringen mit ihrer Musik!!!! Beukes ist wirklich ein unglaubliches Stimmwunder, und in Verbindung mit der tollen Musik – das kann nur steil Bergauf gehen! 😉

  5. Sehr schönes Interview. Wieder was Neues über die Jungs erfahren! Live unvergleichlich…hoffe, dass mich das Album ebenfalls so begeisstern wird.

  6. Stilvolle Fragen, die wohlüberlegt ausgewählt worden sind.Hab das Video „Broken“ gerade als Premiere angeschaut, und bin sehr angetan von dem speziellen Sound der Jungs, und vor allem der absolut phantastischen Stimme von Beukes.Schade, das ich die Jungs nie LIVE erleben durfte.Vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit im Großraum Stuttgart.

  7. Einfach eine grandiose Band und 5 fantastische Musiker!!! Man merkt wie sehr die Jungs für ihre Musik leben und spürt das auch in den Songs! Freue mich schon sehr auf das Album.
    Live sind Livingston einfach fantastisch und jedem nur zu empfehlen, durfte mich davon schon mehr als einmal überzeugen und bin auch wieder bei der kommenden Tour im November/Dezember dabei. 😉
    5 sehr sympathische Jungs!! =)

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