Jamie Lidell – Eine One-Man-Show sucht den besten Soulsong

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Meine kleine Schwester mal wieder…man leiht der Kleenen ein bisschen Geld. Man ist ja nicht so. Aber irgendwann braucht man selber wieder ein bisschen Geld, nur so ein klitzekleines Bisschen, weil man so dämlich war seine EC-Karte zu sperren.
Man fragt so sanft mal an, ob Schwesterherz denn eventuell den schnöden Mammon an den großen Bruder zurückzahlen kann.
Natürlich kann sie nicht…aber was sieht der große Bruder dann?
Einen Blogeintrag der kleinen Schwester in ihrem höchstselbsteigenen Blog , der so ganz offen im Internet herumschwirrt und natürlich auch vom großen Bruder gelesen werden kann.
Und was schreibt sie da wohl?
Das sie von ihrer Kohle CD’s gekauft hat. na gut, denkt sich der Große, besser als Drogen *, aber ich brauch doch auch Geld…und zwar nicht für CD’s sondern für mein höchstselbsteigenes Abendessen.

Warum schreibe ich das? Weil der Große immer noch die Moppen braucht, aber trotz allem Ärger nicht verhehlen kann, dass die kleine Schwester das Geld für eine außerordentlich gute CD im Laden gelassen hat. Davon wird man zwar nicht satt im Magen, meinen Kopf hat die Platte allerdings sehr satt gemacht, wo er doch so hungrig nach neuem, guten Input ist.

Schwesterchen hat sich nämlich vom Essensgeld des Bruders (ja schon gut, ich hör jetzt auf 😉 ) die neue Platte des Briten Jamie Lidell gekauft.
Und die ist jeden Cent wert. Ich bin nach dem Bloglesen erst mal zur MySpace Seite von Jamie Lidell gesurft. Da startet ja dann sofort der Player und der große Bruder war augenblicklich gechillt. Aber sowas von!

Der erste Song "Another Day" lässt mal eben auf die schnelle allen Ärger verfliegen. Lidell bedient sich hier ganz ungeniert an den Größen der 60er und 70er und das sogar mehr als gut. Der Song überzeugt auf ganzer Linie und macht dem geneigten Hörer sofort Lust auf mehr. Und auch die weiteren Tracks stehen dem in absolut nichts nach. Die zweite Nummer "Little Bit Of Feel Good" hätte auch von James Brown höchstselbst performt werden können. Absolut genial.

Jamie Lidell war ursprünglich mal ein "Landei" aus der englischen Provinz, entwickelte sich aber zügig (klar, mit Umwegen, die lassen wir aber weg) zu einem sehr gefragten Londoner Dancefloorproduzenten . Man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass Lidell Baujahr 1978 ist. Das heißt der Mann ist jetzt nicht wirklich alt, hat aber innerhalb weniger Jahre einen kreativen Output erreicht von dem andere Musiker nur träumen können. Umso erstaunlicher ist sein Werdegang in den Jahren danach. Experimentierte er doch zuerst mit Computern und Effekten (siehe auch Dancefloor )  und bereicherte den Sound von "Super Collider" und nun arbeitet Jamie Lidell als One-Man-Show auf der Suche nach dem perfekten Soul-Song . Zum Glück ruht Lidell sich allerdings nicht aus, denn einige perfekte Songs hat er meiner Meinung nach schon geschaffen. Und das messe ich nicht nur an meiner eigenen Meinung. Nicht umsonst durfte Jamie Lidell die Bühne für Altmeister James Brown bei den Jazz Open in Stuttgart 2005 bereiten.

Jamie Lidell erdet sein neues Album "JIM" komplett in den Wurzeln des Soul. Dusty Springfield lässt grüßen…
Gekonntes Songwriting kann man hier definitiv attestieren. Das passt vom Song bis zur Stimme, die mich persönlich teilweise an Namensvetter Jamie Cullum oder auch Marvin Gaye erinnert.

Das Album "JIM" erschien bereits im April 2008 und zum Glück habe ich Schwesterchen anno 1965 mal drei Pfennig Fuffzig geliehen und kann diese nun heute mit Zins und Zinseszins zurückfordern….sonst wäre Mr. Soul Lidell wohl an mir vorbeigelaufen ohne auch nur ein Wort zu sagen. Evil!
Wer jetzt hungrig auf mehr ist und keine geldfressende Schwester hat, dem empfehle ich die als erste Mahlzeit das nun folgende Video zu "Another Day" via YouTube und danach kann ich euch empfehlen:
Kauft Karten für das Elton John Konzert am 13. Dezember in der O2 Arena in Berlin . Dort nämlich wird Jamie Lidell als Support Act für Elton John zu sehen sein. Leider der letzte Termin für alle, die nicht mal eben so in die Staaten fliegen können. Da tourt Lidell momentan.

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