Im Test: R.U.S.E. – der neue Konsolenstrategieknaller angespielt

Scroll this

Erst vor wenigen Tagen habe ich euch an dieser Stelle über das neue Strategiespiel "R.U.S.E." von Ubisoft berichtet. Damals hatten wir in der Redaktion aber nur die Demo zum testen, nun liegt uns auch die Vollversion vor und ich konnte mich dem Spiel etwas eingehender widmen.
Ich bin schon seit jeher ein Strategiefan, aber seitdem ich ausschließlich an der Konsole zocke hat dieses Genre bei mir gelitten, denn richtig gute Strategiespiele gibt es auf der XBOX360 bzw. PS3 nicht viele.
Gefangen hat mich in jedem Fall "Civilization Revolution", das seine Sache gut macht. Auch die C&C-Teile sind nicht wirklich schlecht, ist man hier aber einmal die Steuerung des PC gewöhnt, ist ein Umstieg an der Konsole wirklich schwer.
Das neue Strategiespiel "R.U.S.E." von Ubisoft macht sich nun auf dieses Manko zu beseitigen. Die Macher "Eugen Systems" zeichnen auch für das RTS "Act Of War" verantwortlich. Für ihr neues Werk haben sie tief in die Trickkiste gegriffen und präsentieren so eine neue Spielerfahrung in diesem Genre.
"R.U.S.E." macht wirklich Spaß und erfindet das Genre in gewisser Weise neu. Zwar gibt es auch hier einen Basisbau, der aber längst nicht so vorrangig ist wie bei anderen Spielen. Auch tickt "R.U.S.E." einfach anders.

Es beginnt schon mit dem großen Generalstisch auf dem das Spiel stattfindet, zu jeder Zeit kann man stufenlos rein- oder rauszoomen (was wirklich klasse aussieht) und dabei fällt einem direkt eines auf: Es gibt keinen Nebel des Krieges mehr. Alle Einheiten des Feindes bzw. ihre Position sind zu jeder Zeit erkennbar. Zwar sieht man nicht, ob es sich um einen Panzer handelt, zu sehen ist aber, ob man es mit "leichten" oder "schweren" Einheiten zu tun bekommt.
So geht es an dieser Stelle in erster Linie darum eine gute Defensivtaktik zu finden und sein eigenes Land zu schützen, gleichzeitig muss man aber auch den Gegner besiegen.

Das bringt eine völlig neue taktische Komponente ins Spiel, die mit den "Listen" noch untermauert wird. Bei "R.U.S.E." (engl. für "List") geht es nämlich vor allem um diese Listen / Täuschungsmanöver und darum den Gegner täuschen. Denn dadurch, dass man gegenseitig seine Positionen und sogar die Einheitenstärken kennt, ist man gezwungen de Gegner in die Irre zu führen.
Dazu kann man mittels einer List seine Einheiten beispielsweise tarnen und so für den Gegner unkenntlich machen, man kann mit einer wieder anderen List die Tarnung des Gegner aufheben oder sogar seine Truppenbewegungen belauschen.
Dadurch ist es kaum möglich einen Gegner einfach so zu überrennen, man muss sich über seine nächsten Züge in jedem Fall im Klaren sein. Das Spiel gleicht somit schon fast einer Schachpartie.

Grafisch ist das Spiel ein Leckerbissen, der stufenlose Zoom macht echt Spaß. Aber vor allem die ganz nahe Zoomstufe ist in meinen Augen kaum zu nutzen, viel zu unübersichtlich, höchstens im Nahkampf ganz nett. Ansonsten bieten sich vor allem die mittleren Zoomstufen an, in denen man das gesamte Schlachtfeld im Blick hat.
Hier werden die Einheiten nun mit an Pokerchips erinnernden Buttons dargestellt und so sieht man jeweils, wie viele Einheiten eines Typs da stehen. Will man einzelne Einheiten verschieben, dann muss man wieder näher rein.
Anfangs erscheint das Hin- und Hergezoome als störend, hat man das Spiel aber einmal begriffen, dann macht es plötzlich völlig Sinn.

Leider hat Ubisoft in der Demo einen kleinen Fehler gemacht: Meines Erachtens nach werden dort vor allem ungeübte Spieler schnell abgeschreckt, weil so viele Infos in so kurzer Zeit auf den Spieler einpraseln und weil iese Mission an sich auch sehr hektisch ist. Erst mit der Vollversion habe ich das wahre Potenzial von "R.U.S.E." erkennen können.

Strategiefans, die ein gutes und auch realistisches Spiel an den Konsolen wünschen, sind mit "R.U.S.E." in jedem Fall bestens bedient. Meiner Meinung nach eines der besten Strategiespiele der letzten Jahre!
In Kürze werdet ihr an dieser Stelle Strategietipps der Redaktion bekommen, schaut also wieder rein…

1 Kommentar

Kommentar verfassen