DSDS: Neues Casting, neues Glück

Das dritte Casting des RTL-Dauerbrenners "Deutschland sucht den Superstar" lief am heutigen Mittwoch über die Mattscheibe. Dabei waren wieder einige Talente - manche konnten sogar singen. Auch Menowin Fröhlich, der vor einigen Jahren schon einmal an der Sendung teilgenommen hatte und während des Recalls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, ist 2010 wieder am Start.

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Manche lieben sie, manche hassen sie: Die Castings zum RTL-Dauerbrenner „Deutschland sucht den Superstar“. Am heutigen Mittwoch hat RTL die dritte Folge der Vorentscheidungen ausgestrahlt. Es gab einige Talente zu sehen – ein paar konnten sogar singen, der überwiegende Teil davon überzeugte jedoch überwiegend durch zweifelhaftes Showtalent.

Es ist die zweite Chance für Menowin Fröhlich. Der 22-Jährige hatte vor einigen Jahren schon einmal an einem Casting teilgenommen und es bis in den Recall geschafft. Dann der Absturz: Festnahme wegen diverser Vergehen, das Urteil: Zwei Jahre Knast. Aus schien der Traum vom Superstar. Doch 2010 könnte das große Jahr des jungen Vaters werden: Wieder steht er vor der Jury, singt, will von vorne anfangen. Ein gefundenes Fressen für RTL – das ist die Geschichte, die das Volk hören will.

Auch DSDS-Papi Dieter Bohlen freut sich und fragt: „Was hast Du gelernt?“ Menowins Antwort kommt zügig: „Ich habe viel gelernt, zum Beispiel erst nachzudenken, dann zu handeln.“ Cool und lässig interpretiert er fingerschnalzend „My Cherie Amour“ und sahnt drei fette „Ja“ ab. Jetzt muss er nur noch mit der Bewährungshelferin verhandeln, dann kann der Kampf um die Superstar-Krone in die nächste Runde gehen.

Anders ergeht es Jana-Marie aus dem hohen Norden. Die 16-Jährige „kann den Mund nicht halten“, wie sie selbst von sich sagt. Und so macht sie auch vor dem Casting ausgedehnte Gesangsübungen mit einem Freund. „Wie findest Du Husum“, will sie von Bohlen wissen. Dessen Antwort: „Nicht grade die Metropole der Musikindustrie.“ Wie wahr… Das Urteil der Jury lautet eindeutig „Nein“, doch traurig ist Jana-Marie nicht. Sie will nur noch den Dieter „knuddeln“, ein Wunsch, dem dieser gerne nachkommt. „Das war süß“, meint die Kleine noch vor ihrem Abflug. Den darf auch der Toni aus Sachsen zügig machen. „Hallo, ich würd gern wissen, wie’s Dir geht“, begrüßt er Volker Neumüller. Der ist etwas irritiert, hat die Begrüßung doch schon stattgefunden. Aber nein, lieber Volker: Das ist der Songtitel von Matthias Reim. Der hört sich wirklich nett an (also, der Titel, nicht die Interpretation). Ebenso wie der zweite Song, den Toni vorbereitet hat: „Dieses Lied ist nicht für Dich.“ Stimmt definitiv. „Musik ist nichts für Dich“, begründet Nina Eichinger ihr „Nein“, und da hat sie Recht. Macht nix – geht der Junge eben wieder seinem zweiten Hobby, der Freiwilligen Feuerwehr, nach.

Steffi Landerer aus Fürstenwalde hingegen kann sofort mit Pfunden wuchern. Und die sitzen an der richtigen Stelle, zumindest für die Herren in der Jury. „Ja, meine Brüste sind echt!“, gesteht die 19-Jährige verlegen lachend im RTL-Trailer. Volker und Dieter strahlen um die Wette, auch wenn von Erstgenanntem ein „Nein“ kommt und Dieter meint: „Du hast schöne blonde Haare, aber eine ätzende Stimme.“ Trotzdem reicht es zum Weiterkommen, und alle sind glücklich.

Ein bisschen Dejavue kommt auf, als Christian Paternoga ins Spiel kommt. Der 16-Jährige kommt aus Recklinghausen. Aha! Das hatten wir doch schon mal! Ein Sangeskollege vom Sieger der Staffel 5, Thomas Godoj, also. Na, wenn der nicht singen kann?!? Die Jury zeigt sich erst leicht verwirrt: Kommt der Knabe doch zum Singen, bringt eine Gitarre mit und behauptet dann, Schlagzeuger in einer Punkband zu sein. „Meine Stimme passt eher zu Popmusik“, klärt Christian auf und stimmt „You don’t know“ von Milow an. Da hört man den Dreck in der Stimme. Bohlen fordert mehr Konzentration, mehr Gefühl. Beim zweiten Versuch schmilzt Nina sichtlich. Vielleicht liegt es ja an der Recklinghäuser Luft, dass sich die Stimmbänder dort besonders gut ausbilden? Der Sunnyboy kriegt drei „Ja“ und den Kommentar der blonden Jurorin: „Was aus so nem kleinen Kerl rauskommt…“

Andrea aus Hamburg hat schon mehr Arbeit, die Jury zu überzeugen. Süße 16 ist sie, ihre Eltern stammen aus Äquatorial-Guinea – und jetzt geht der Geografieunterricht los. Andrea muss erklären, wo das liegt, wie man dort hinkommt und ob sich die Inselgruppe als Dieters Feriendomizil eignet. Keine leichte Aufgabe. Bevor sie dann singen darf, gibt’s als Appetithäppchen vorab ein bisschen Bauchtanz, Yoga mit hervorquellenden Brüsten und ein Donald-Duck-Imitat. Andrea nennt Bohlen „Dieter Sugar“ und singt – endlich – Silbermond. Der Unterhaltungswert sorgt für ein 2:1-Ja für den Recall, auch wenn die Töne daneben lagen. Kommentar der quirligen Sängerin: „Ich hab doch immer geübt, und das hat sich doch nie Scheiße angehört!“

„Knocking on Heaven’s Door“ findet ebenso keine Gnade wie kaum erkennbare Versionen von Bonny Tylers „Holding out for a Hero“ oder „17 Jahr, blondes Haar“. Und auch der „größte Michael-Jackson-Fan der Welt“, Timo Harder, kriegt kein Bein auf den Boden bei DSDS. „Die Lizenz zum Quälen mit Michael Jackson hat nur Menderez, und der ist zehn Klassen besser“, befindet Volker – völlig zu Recht. Da hilft auch keine rote „Thriller-„Jacke; wenn nicht mal der Text des angeblich größten Fans sitzt, von stimmlichen Qualitäten ganz zu schweigen. Bohlen wirkt genervt, doch Timo beharrt darauf, um Längen besser als Menderez zu sein. Schließlich war er schon in den Kieler Nachrichten. Naja…

Knapp weitergekommen ist auch Ines Redjeb. Die 22-jährige alleinerziehende Mutter erzählt, dass ihre Tochter „immer tanzt, wenn ich singe“. Na, und wenn eine Zweijährige nicht weiß, was gut ist? Ines‘ Stimme ist gut, doch ihre Performance reißt Dieter zu dem Spruch „Du stehst da, als ob Du aufs Klo musst“ hinreißen. „Ich will meine Hemmungen überwinden“, kontert Ines und kommt weiter – aber sie weiß, dass sie an ihrer Bühnenausstrahlung noch arbeiten muss. Trotzdem muss gesagt sein, dass die männlichen DSDS-Gucker sicherlich ihre Freude haben werden, die bildhübsche Tunesierin auf der Mattscheibe zu bewundern.

Zum Abschluss ein gutes Beispiel für menschliche Selbstüberschätzung: Sebastian, 17 Jahre ist überzeugt: „Ich seh die anderen nicht als Konkurrenz, denn ich bin einzigartig!“ Stimmt, einzigartig überheblich wirkt der blonde Junge, und mit Dieter Bohlens passendem Kommentar und Sebastians Antwort darauf beenden wir die heutige Folge: „Du singst wie ein besoffener Lurch.“ – „Das ist meine Stimme, dagegen kann ich nichts machen.“

6 Kommentar

  1. Da ich die Sendung verpasst hatte, habe ich sie mir hier noch einmal ange“lesen“.
    Sehr schön geschrieben. Ich danke der Autorin von Herzen. 😉

  2. Es ist immer wieder schön, die Berichte hier zu lesen! Treffend und humorvoll – ich amüsiere mich köstlich! Vielen Dank.

  3. Jaja, das hatte wieder alles: Unterhaltungswert, Nerventot und Fremdschämen… Und Cat hat´s treffend zusammengefasst!! – Wie IMMER!!
    Ein fettes Lob für dich!!

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