DSDS 2012: Von Bräuten in Unterwäsche und Tänzern im Union Jack – die erste Mottoshow

In der poppig-bunten DSDS-Arena geht es unter Kaiser Dietorius in die nächste Runde. Die verbliebenen zehn Kandidaten kämpfen ums Weiterkommen. Und weil sich RTL auch etwas von den Konkurrenzformaten abgeguckt hat, darf auch hier ab dieser Staffel vom Anfang der Sendung an gevotet werden - das spült so nebenbei ja auch noch einiges in die Kassen des Senders.

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In der poppig-bunten DSDS-Arena geht es unter Kaiser Dietorius in die nächste Runde. Die verbliebenen zehn Kandidaten kämpfen ums Weiterkommen. Und weil sich RTL auch etwas von den Konkurrenzformaten abgeguckt hat, darf auch hier ab dieser Staffel vom Anfang der Sendung an gevotet werden – das spült so nebenbei ja auch noch einiges in die Kassen des Senders.

Den Auftakt macht die ehrgeizige Silvia, die einfach nur „die Sau rauslassen und rocken“ will. Zu „Domino“ hüpfen leicht bekleidete Background-Tänzer in Union-Jack-Radlerhosen über die Bühne. Wem’s gefällt… An sich singt Silvia recht gut, nur mit den Höhen hat sie gelegentlich Probleme. Allerdings bleibt irgendwie nix hängen von ihrer Stimme – der Wiedererkennungswert, das Charakteristische fehlt. So sehen es auch die Juroren.

Kristof Hering, der vom Format auf die Schlagerschiene getrimmt wird, gibt ein mutiges Statement zu seinem Beziehungsstatus ab: Er hat einen Freund, der 30 Jahre älter ist als er. Es bleibt zu hoffen, dass ihn das keine Stimmen kosten wird, denn auch wenn „Verdammt, ich lieb Dich“ nicht unbedingt so richtig zu ihm passt, hat er doch eine wirklich bemerkenswerte Stimme, tief und testosterongeladen, dazu eine gute Bühnenpräsenz, aber ein absolut dämliches Bühnenbild: Im Hintergrund hüpfen halbnackte Bräute mit Schleier herum. Das ist noch peinlicher als die Union-Jack-Radlerhosen. Das Echo bei den Juroren ist gemischt, doch alle drei wünschen sich, dass Kristof weiterkommt.

Thomas Pegram hat sich „Man in the Mirror“ vorgenommen und auf seine eigene Art umgesetzt. Das klingt streckenweise genial, streckenweise unsicher, vor allem, wenn Thomas die Stimmlage wechselt. Doch die Jury ist begeistert von dem sympathischen Typ mit der Gitarre. „Du bist wirklich Künstler“, meint Bohlen, der Thomas eine eigene musikalische Richtung bescheinigt: den Latte-Macchiato-Pop. Zu seinem angeblichen Mangel an Starappeal meint Thomas letztendlich nur: „Ich höre keine Künstler, die wie Leuchtstifte aussehen.“ Und selbiger will auch er selbst nicht sein.

Gründlich daneben geht der Auftritt von Joey. Der singt bei „Soul Sister“ leidenschaftlich daneben. Schade, denn an der Stimme liegt’s nicht. Auch die Jury ist alles andere begeistert, doch Joey ist halt unterhaltsam, vor allem wegen Sprüchen wie dem folgenden: „Ich habe wirklich mit dieser Nummer gekämpft, das war wie Wladimir Klitschko“.

Besser macht es Vanessa Krasniqi, die schon als Kind Bohlen-Liedchen trällerte und mit „Rolling in the dark“ überzeugen kann. Sie hat eine kraftvolle Stimme, auch wenn die Tonlage im Refrain nicht immer ganz stimmt. Doch die Jury ist ganz einfach voll des Lobes. Natalie merkt an: „Die Leistungen sind langsam schwer zu toppen.“

Bei Jesse Ritch, der wieder eine R&B-Nummer zum besten gibt, zeigt sich Bruce Darnell mal wieder von seiner gewohnt hibbelig-exaltierten Seite, als er Jesses Stimme lobt. Er steigt aufs Jury-Pult, um anzudeuten, wie hoch er die Stimme des Kandidaten schätzt. Ganz so extrem will Mit-Jurorin Natalie das nun nicht machen, aber im Grunde stimmt sie mit Bruce überein, ebenso wie Bohlen.

Daniele Negroni macht den Fehler, mit „Beautiful Girls“ fast dieselbe Nummer wie in der Vorwoche zu singen. In der Top-16-Show fand ich ihn ehrlich klasse, vom Gesang und der Performance her, doch heute liefert er wieder dieselbe Schiene ab, ohne jedoch die gesangliche Qualität vom letzten Mal wiederholen zu können. Dafür gibt es auch Kritik von der Jury.

Die niedliche Fabienne hingegen kann mit „Wovon sollen wir träumen“ auf ganzer Linie punkten – zu recht. Eine gute Stimme, eine schöne Performance, das Image gut verkauft. „Da hast Du Dir genau den richtigen Titel ausgesucht“, meint Dieter Bohlen zufrieden, und er hat vollkommen recht.

Hamed hingegen liefert zwar wieder souverän ab, hat aber am Anfang Schwierigkeiten, in den Song hineinzukommen. Der Grund: seine Nervosität. Bohlen empfiehlt ein Psycho-Coaching, denn er denkt dasselbe, was Natalie ausspricht: „Du bist einer der talentiertesten Leute hier!“ Und Bruce bescheinigt Hamed „Quality“.

Der wahrgewordene Traum eines jeden weiblichen Teenagers, der deutsche Justin Bieber sozusagen, darf den krönenden Abschluss machen und seine Fans mit „Baby, can I hold you“ verzaubern: Luca Hänni sieht aus, als wäre er Bravo-Boy des Jahres, und singen kann er auch. Wobei er sich heute ganz aufs Schmachten konzentriert hat. Macht ja nix – er macht das gut.

Am Ende ist es Thomas Pegram, der die Show verlassen muss.

 

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