DSDS 2012: Die dritte Mottoshow im Überblick!

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Silvia Amaru ist raus, Joey Heindle wackelt, Jesse Ritch bringt Bruce Darnell zum Weinen… Der DSDS-Zirkus geht in die nächste Runde. Was einst ein hoffnungsfrohes Fernsehformat war – zugegeben, die Sprüche des Herrn Bohlen waren oft unter der Gürtellinie, aber dennoch unterhaltsam – ist zur Mini-Playback-Show im Zuckerwatteland mutiert. Zur Zuckerwatte passt auch das Thema der heutigen Mottoshow: Herzenssongs.

Und das singen die Kandidaten:

Fabienne Rothe: “Mercy” von Duffy
Jesse Ritch: “Just The Way You Are” von Bruno Mars
Hamed Anousheh: “Moves Like Jagger” von Maroon 5
Luca Hänni: Luca Hänni: “Use Somebody” von Kings Of Leon in einer Pianoversion von Laura Jansen
Kristof Hering: “So Bist Du” von Peter Maffay
Daniele Negroni: “Oh Jonny” von Jan Delay
Vanessa Krasniqi: “Bleeding Love” von Leona Lewis
Joey Heindle: “Der Weg” von Herbert Grönemeyer

Daniele Negroni gilt als „kleiner Rebell“ – oder auch einfach freches Kerlchen. Doch jetzt will der kesse Sänger seine Vergangenheit hinter sich lassen, und die Mama freut sich, dass sich sein Verhalten schon gebessert hat. Doch erst einmal zum Gesang: „Oh Johnny“ singt Daniele auf den Punkt, dazu legt er eine tolle Tanz-Performance hin, und das ohne Takt- und Atemschwierigkeiten. Super Auftritt, sein bester bisher, und Jan Delays Stimme toppt er ohne Probleme. Das sieht auch die Jury so, die Daniele unisono über den grünen Klee lobt.

Doch DSDS wäre nicht DSDS, wenn nicht hinter den Kulissen kleine Zwischenfälle aufgegriffen, zugespitzt und zur rechten Zeit im Licht der Öffentlichkeit präsentiert würden. In diesem Fall ist es ein Streit zwischen Daniele und Kristof, der fast in eine Schlägerei ausgeartet wäre. Eskaliert durch die beiden Angriffspunkte, die sich die Kontrahenten liefern. Schade, dass derlei Dreckwäsche während der Sendung so aufgepusht wird. Das schwächt die musikalische Qualität immens.

Weiter geht es mit dem Schweizer Jesse Ritch. Er hat in der Vorwoche viel Lob bekommen und widmet seinen Herzenssong seiner Freundin Sarah und ihren Schwestern, die – hört, hört -, Drillinge sind. Mit der Bruno-Mars-Nummer bleibt Jesse auf gewohnt sicherem Terrain – schade eigentlich, denn Jesse dürfte jetzt gerne auch mal eine neue Facette zeigen. Trotzdem legt er wie gewohnt wieder eine super Qualität in den Auftritt. Bruce sieht die Sache genauso und ist heute mal streng mit seinem Lieblingskandidaten. Natalie hingegen ist nicht nach Kritik, und auch Dieter Bohlen sieht die Sache nicht so eng.

Kristof Hering bleibt seinem bevorzugten Genre, dem Schlager, weitgehend treu und singt „So bist Du“ für seinen Freund. Da liegt viel Gefühl und auch eine gehörige Portion Schmalz in der Stimme; der Song liegt ihm sehr gut – im Gegensatz zum Auftritt in der Vorwoche. Allerdings ist das Stück recht monoton arrangiert und plätschert etwas nichtssagend dahin. Bruce findet den Auftritt toll, ist aber verwirrt, was das nun eigentlich war: Schlager oder Pop? Bohlen klärt auf: „Wenn Bruce Springsteen das singen würde, würde man das sogar als Rock bezeichnen.“

Das Lieblingswort der Jury, um Fabienne Rothe zu beschreiben, ist „niedlich“, und das trifft es auch genau. Die 16-Jährige ist das DSDS-Küken und wirklich hübsch, nett und sympathisch. Sie hat sich „Mercy“ vorgeknöpft, und das klingt besser als die „Jungle Drum“ in der Vorwoche. Trotzdem: Der Riesenlolly, als den sich das Mikrofon verkleidet hat, passt eher zu einem Kindergeburtstag, und in den hohen Tönen schwächelt Fabienne ein bisschen. Von Bruce gibt’s Komplimente für Styling und Aussehen, von Natalie auch, doch diese vermisst ein bisschen mehr Persönlichkeit in Fabiennes Auftritten. Kann ja noch werden. Bohlen hat nichts Falsches gehört, möchte aber auch neue Seiten an Fabienne kennenlernen. Er wünscht sich für die nächste Show „etwas Verruchtes“. Hätten Sie wohl gerne, Herr Oberjuror!

Einen bekannten Fan hat Vanessa Krasniqi: Ex-DSDSler Ardian Bujupi darf neuerdings bei Let’s dance schwitzen und zeigt der Kandidatin ein paar Tanzschritte. Mit (aufgemaltem) Stacheldraht-Tattoo  und grandiosem Bühnenbild im Hintergrund versucht sich Vanessa an „Bleeding Love“. Da singt sie des öfteren nicht ganz auf Spur; allgemein gesehen ist der Song auch schon sowas von abgenudelt, dass ich mir am liebsten die Gehörgänge verkleistern würde, wenn sich wieder mal jemand in einer Castingshow dran vergreift. Lasst den Schmachtfetzen doch einfach mal in der Kiste und singt was Frischeres, bitteschön! „Wow!“, meint Bruce, der ganz begeistert ist von dem Auftritt. Und auch Natalie hat’s wieder mal aus den Latschen gehauen. Nur Bohlen ist nicht zufrieden. „Der Gewinner kriegt 500.000 Tacken“, mosert er und findet, dass sich die Kandidaten da ruhig mehr anstrengen dürften.

Luca Hänni hat eine muntere Woche hinter sich. Nachdem er – etwas perplex – feststellen musste, dass die Samba-Tänzerinnen bei Kristof Herings Auftritt männlicher Natur waren, darf er mit seinem Kandidaten-Kollegen zusammen in eine Travestie-Bar und sich zur Frau umstylen lassen. Lieber Luca: Lass es bleiben. Es steht Dir nicht. Genauso wie „Use somebody“ von den Kings of Leon. Zu hektisch arrangiert, schlecht abgemischte Technik, und ein schweizerischen Dialekt im englischen Gesang ist mir bislang auch noch nicht untergekommen. Naja, einmal ist immer das erste Mal. Luca kann was, er hat eine tolle Bühnenpräsenz und spielt mit dem Publikum, aber das war definitiv nicht seine Nummer. Erstaunlicherweise hat die Jury anderes vernommen, denn alle drei sind ganz begeistert, und Natalie hat gar so etwas wie Magie verspürt. Aha. Wie kommt’s?

Bleiben noch zwei Kandidaten-Auftritte. Hamed Anousheh vermisst seine Mama, die er seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat, weil sie nach der Scheidung in den Iran zurückgezogen ist. Der erfahrene DSDS-Gucker weiß: Jetzt gibt’s gleich ein fröhliches Wiedersehen! Erst allerdings muss Hamed seinen Auftritt absolvieren, und der heißt „Move like Jagger“. Da stiehlt ihm doch der große, bewegliche Robo-Gitarrist im Hintergrund glatt die Show! Bei Hamed scheint der Knoten geplatzt zu sein, auch wenn die Nummer nicht zu seinen stärksten Auftritten zählt. An den Moves könnte er noch ein wenig arbeiten. Bruce ist begeistert, skandiert „Hamed, Hamed“ gen Publikum und knutscht selbigen am Ende sogar noch auf die Wange. Natalie ist zufrieden mit der Performance, doch Bohlen unterstellt Hamed Starallüren, was dieser jedoch vehement bestreitet. DSDS braucht halt seine Skandälchen…

Den Abschluss macht heute Joey Heindle, der sich in der Vorwoche ziemlich in die Nesseln gesetzt hatte. „Der Weg“ ist ein äußerst emotionales Stück von Herbert Grönemeyer, und wer die Geschichte dahinter schon gehört hat, weiß, dass es vor allem eines braucht, damit der Song funktioniert: Gefühl. Joey, mit nacktem Oberkörper und vielen Ketten bestückt, hat Gefühl. Er ist ein sehr wirr und chaotisch wirkender Mensch, doch auch ein Junge mit einem Herz aus Gold, und mit diesem Auftritt wirkt er echt – auch wenn Bohlen da vernichtende Kritik übt. Vielleicht hat der „Pop-Titan“ ja eines nicht begriffen: Dass es in der Tat nicht immer nur komplett pathetisch und schmalztriefend sein muss, und dass manchmal noch nicht einmal das Töne treffen so wichtig ist. Joey ist beileibe kein Superstar-Anwärter, aber sein Auftritt war ein Stück Ehrlichkeit in einer Glitzerwelt des Scheins, und dafür gebührt ihm Applaus.

Dann heißt es wieder, auf die Gunst der Zuschauer (und Anrufer) zu hoffen. Für Vanessa hat es nicht gereicht. Somit ist Fabienne das letzte verbliebene Mädchen in der Top 7. Das gab es noch nie.

 

4 Kommentar

  1. Sehr schön geschrieben, cat!
    Wieso bei Luca Magie verspürt wurde? Keine Ahnung.
    Die Kritik an Joey fand ich auch überzogen. Sooo schlecht war er gar nicht.
    Und dass wieder die ganze Klatsch- und Tratschmaschinerie angeschmissen wurde, wundert mich nicht wirklich. Schade ist es auf jeden Fall, dass die Showverantwortlichen nicht ohne auskommen möchten.

  2. Von Jahr zu Jahr gewöhne ich mir mehr ab, diese Sendung zu gucken. – Ich ertrage das schlimmer werdende Format einfach nicht!!!
    Es reicht mir, von dir auf dem Laufenden gehalten zu werden. Deine tolle Schreibe passt auch viel besser zu meinem IQ
    ;-))
    – Danke Cat!!

  3. Daniele is sowas von cool aber der Luca geht gar nicht mich wundert es nicht wenn DSDS wenig schauen is ja klar wenn da so einer wie Luca gewinnt Luca=der schlechteste DSDS gewinner den es gibt Luca =voll langweilig

    • Luca ist der beste!!!!! erhat ja nur dadurch gewonnen das ganz viele fans für ihn angerufen haben. Nur weil du ihn langweilig findest. sowas kannst du auch für dich behalten. Es gibt keine schlechten gewinner bei dsds die zuschauer haben am ende alles selbst in der hant..

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