DSDS 2012: Das Original ist zurück – die Unverbesserlichen auch!

Scroll this

Ach, fast hätten wir Dich vergessen, lieber Dieter… Und wir gestehen: Wir waren Dir untreu! Das gute alte Flaggschiff der Castingshows, „Deutschland sucht den Superstar“, musste zur Generalüberholung in den heimatlichen Hafen, um in der Werft eine Generalüberholung über sich ergehen zu lassen – kein Wunder, bedenkt man, wer die 2011er-Staffel gewonnen hat -, und in der Zwischenzeit amüsierten wir uns köstlich mit Deinen heißen Konkurrentinnen. Da war „X Factor“, das einen singenden Polizisten aufbieten konnte, da rollte „The Voice of Germany“ an, und wir applaudierten fremden Moderatoren und Jury-Mitgliedern zu und vergaßen Dich, lieber Dieter, und Deine ständig wechselnden Begleiter.

Doch jetzt, gestehen wir, sind wir doch froh, dass Du wieder zurück bist. Und sogar Mr. Tränendrüse Bruce Darnell darf dieses Jahr mitmischen, auch die Blonde  in der Mitte des Jury-Pults hast Du auch wieder aufgetan. Da sitzt nun also Cascada-Sängerin Natalie Horler, nur mal so fürs Protokoll.

Also, auf geht’s! Auf eine neue Staffel DSDS, mit Talenten, Selbstdarstellern und den Unverbesserlichen, die sich zwar keine Texte merken, dafür aber die Stöpsel des MP3-Spielers in die Ohren stopfen können. So wie Sascha, der der Jury seinen Auftritt mit Kirschpralinen versüßen will. Das klappt nur bedingt, und hätten die drei hinterm Pult den Stopp-Buzzer der Supertalent-Bühne ausleihen dürfen, hätte es sicherlich recht schnell gehupt. Alexander aus Osterreich hingegen will mit Reizen nicht Geizen und hüpft als Reinkarnation des Fußballflitzers nahezu splitterfasernackt ums Jury-Pult. Der „Party Boy“, wie er sich nennt, versucht erst gar nicht zu singen – wir danken gnädigst hierfür und schließen uns Dieter Bohlens Aussage in vollem Umfang an: „Wir suchen hier Vulkanausbrüche und keine Furzfontänen.“

Ebenfalls keine Chance gibt es für den schüchternen Checker mit dem Keyboard – „Bevor Du gehst“ lautet sein Titel und ist zugleich sein Abgesang. „Du hast weniger Töne getroffen, als ein Peruanischer Nackthund Haare am Arsch hat“, meint Bohlen – und wir können hiermit unsere biologischen Kenntnisse hinsichtlich der Fauna unseres Planeten ein wenig erweitern. Danke. Wenigstens das. Musikalisch ist das aber alles noch kein Lichtblick. Vielleicht richtet’s ja Christin? Die bekennt sich dazu, „Mittelmaß“ zu sein – prima, genau das wird ja gesucht! Da hat wohl jemand nicht aufgepasst… Die Jury wohl auch nicht, denn sie verschanzt sich unterm Pult und beobachtet Christins sehr eingeschränkte Entertainerqualitäten heimlich. Leute, bei den Kollegen von „The Voice“ läuft das aber andersrum!

Tja, leider wird die konstante Darbietung absoluter Talentfreiheit spätestens nach fünf Minuten langweilig, und der geneigte Zuschauer fragt sich schon bald, ob sich die echten Talente wirklich nicht mehr trauen, bei der Mutter der Castingshows mitzuwirken. Doch ein bisschen Hoffnung naht dann doch noch in Gestalt von zwei Herren – allerdings handelt es sich bei beiden um Direktimporte aus der Schweiz: Luca Hänni dürfte die Zahnspangen-Fraktion perfekt bedienen mit seinem Kuschelfaktor. Und Stimme hat er auch noch. Etappensieger des Abends jedoch ist Guillaume Albert, der seiner großen Liebe wegen aus Mauritius in die Alpenrepublik eingewandert ist. Mit einem offenen Lächeln, rundum sympathischer Ausstrahlung und einer kraftvoll-sanften Stimme begeistert er die Jury mit „Somewhere over the Rainbow“. Da weint er wieder, der Bruce, und Natalie darf Händchen halten. Die Frauen der Republik haben den ersten Favoriten gefunden – und die Männer wohl auch, denn mit Guillaume dürfte auch dessen hübsche Ehefrau des Öfteren ins Bild rücken. Und die sieht aus wie Michelle Hunzigers kleine Schwester.

Na dann… mal schau’n. Bis zum nächsten Casting.

2 Kommentar

  1. auf den Punkt gebracht cat! Ich schätze, keiner der noch ein wenig Grips im Hirn hat, wird noch bei der Bohlenshow vorstellig. Da gibt es inzwischen bessere/seriösere Castingformate…

  2. Tja Dieter: die Latte der Castingsshows hängt inzwischen seeehr hoch!!! Ich weiß noch gar nicht, ob ich mir das Niveau von DSDS überhaupt noch antun will…

Kommentar verfassen