DSDS 2011: Live-Ticker zur 6. Mottoshow „Europa gegen USA“

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Originalität ist nicht unbedingt die Leidenschaft der Macher von „Deutschland sucht den Superstar“ – in der Vorwoche hieß es „Deutschland gegen England“, heute treten die Kandidaten mit „Europa gegen USA“ an. Das lässt die Songauswahl schier ins Unendliche weichen. Und aufgrund einer Voting-Panne dürfen heute alle Sechs nochmal antreten. Bleibt dran in unserem Liveticker…

Wer singt heute was?

Ardian Bujupi singt “Glow” von Madcon und “I Need A Dollar” von Aloe Blacc
Zazou Mall singt “A Night Like This” von Caro Emerald und “Waka Waka (This Time For Africa)” von Shakira
Pietro Lombardi singt „Don’t Worry Be Happy“ von der Hermes House Band und “Mad World” von Michael Andrews feat. Gary Jules.
Sarah Engels singt “Walking On Sunshine” von Katrina And The Waves und “Hurt” von Christina Aguilera.
Marco Angelini singt “Der Komissar” von Falco und „Use Sombody“ von Kings Of Leon
Sebastian Wurth singt „You And Me (In My Pocket)“ von Milow und “Hallelujah” von Rufus Wainwright

Der Auftakt-Song, den die sechs verbliebenen „Auserwählten“ singen, ist überfrachtet mit Lichteffekten. „Who’s that Chick“ fragen sich die vier Jungs und zwei Mädels, die heute um den Einzug in die Top 5 kämpfen – wenn nicht wieder ein Voting-Zwischenfall passiert. Ein etwas lahmer Auftakt, der noch keine richtige Stimmung rüberbringt. Aber wir haben ja noch zwölf Songs vor uns. Und Dieter Bohlen zeigt sich auch versöhnlich und findet milde Worte.

In Runde eins bekommen die Zuschauer Lieder aus Europa auf die Ohren. Den Anfang macht das DSDS-Küken Sebastian Wurth. Dieser hat sich zum heimlichen Favoriten von Dieter Bohlen. Er singt „You and me“ von Milow in Liedermacher-Manier: Mit der Klampfe in der Hand und ohne große Effekthascherei – das übernimmt das Bühnenbild mit comicstripähnlichen Figuren. Der Titel passt sehr gut zu Sebastian, der hier hervorragend seinen jungenhaften Charme und die Stärken seiner Stimme ausspielen kann. Gute Wahl, frisch und herrlich unaufgeregt. Ein schöner Auftakt. „Du kannst wirklich beides“, lobt Patrick Nuo, „ich finde, dass Du mit mehr Eiern singst als Milow“. Auch Fernanda findet es gut. Dieter Bohlen hat ein Problem mit Sebastians Auftritt: Er findet nix zu Meckern…

Gemischte Kritiken gab es in der Vorwoche für Ardian Bujupi. „Feel“ kam nicht so gut an, „Dieser Weg“ hingegen wurde hoch gelobt. Ob er mit „Glow“ heute leuchten wird? Mit einer Horde Tänzer und Tänzerinnen bahnt sich der schwarz gekleidete 19-Jährige seinen Weg vom Publikum zur Bühne. Der Auftritt ist etwas holprig (wir erinnern uns: „Dieser Weg wird kein leichter sein“), doch auf der Bühne angekommen, läuft Ardian zur Hochform auf. Der Junge hat Bühnenpräsenz und wirkt einfach locker und entspannt, wenn er im Rampenlicht steht. Dazu kann er sich gut bewegen, und auch die gesangliche Leistung stimmt. Patrick Nuo attestiert Ardian einen tollen Auftritt. Fernanda lobt wie üblich zunächst das Outfit. „Du bist ein super Tänzer“, fügt sie hinzu. „Der Auftritt heute – hammermäßig!“, bringt es Dieter auf den Punkt.

„Was ist ein Gig?“, will Marco Schreyl von Pietro Lombardi wissen. „Dick?“, fragt der. Nein, nein, lieber Pietro, ein Gig – zum Glück klärt Marco Schreyl den jungen Mann auf: „Ein Auftritt!“ Gut, dass Pietro das jetzt weiß, denn sein Auftritt ist der nächste.

Update: Erst kommt Zazou Mall an die Reihe. Sie musste in der Vorwoche viel Kritik einstecken. Ich finde sie ja echt toll, von der Optik, ihrer Art und ihrem Tanztalent her. Aber angesichts einer starken Konkurrenz muss sie sich diese in punkto Stimme zurecht anhören. Ihr erster Titel „A night like this“ ist klug gewählt und passt sehr gut zu ihr. Trotzdem kann sie ein leichtes Zittern in der Stimme nicht ganz vermeiden, aber der Auftritt erinnert an ein verrauchtes Kabarett in den 50er-Jahren, und Zazou ist wie immer ein absoluter Hingucker mit ihren expressiven Bewegungen und perfektem Stil. Patrick fand den Titel „maßgeschneidert“. „Wirklich top gemacht!“ Auch Fernanda bescheinigt Zazou einen tollen Auftritt. Dieter will die Wahrheit sagen. Und die lautet seiner Meinung nach: „Wenn man merkt, wie Du Dich da abquälst, dieses Rumgequake…“

Marco Angelini hadert mit der Kritik der Jury: Entweder er ist zu viel oder zu wenig Rocker. Junge, das ist doch ganz einfach: Sei einfach ganz Du selber! Versuche nicht, Dich in eine Rolle zu versetzen, sondern mach Dein Ding! Ob ihm das mit „Der Kommissar“ von Austro-Pop-Legende Falco gelingt? Der Titel hat eine große Vergangenheit, schaffte es sogar in die Top Ten der Billboard-Charts Nordamerikas. Weißer Anzug, schwarzes Hemd, Sonnenbrille – und natürlich der obligatorische österreichische Dialekt: Marco hat ebenfalls sehr clever gewählt, denn von Stimmlage und Machart passt die Nummer perfekt. Sein bester Auftritt seit Wochen. „Durch Dich durfte ich Falco endlich live erleben“, schwärmt Patrick. „Gut abgeliefert, eigentlich wie immer“, lautet Fernandas Urteil, die auf Falcos „arrogante Überheblichkeit“ steht. „Ganz, ganz schwierig“, meint Dieter, der Falco 1982 getroffen hat. „Das war einfach ne Persönlichkeit“, stellt er klar, „Falco hatte einen Star-Appeal ohne Ende.“ Und in Marco sieht Dieter keinen Superstar.

Auf einer Welle des Erfolgs schwimmt Sarah Engels, die das Publikum mit der Leona-Lewis-Nummer mitreißen konnte – und Dieter Bohlen auch. Im Gegensatz zu Patrick Nuo, dem das Lied nicht gefiel. Die Frau hat definitiv eine Mega-Stimme – das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist ihre Perfektion, die manches Gefühl auf der Strecke bleiben lässt. Die flotte Gute-Laune-Nummer „Walking on Sunshine“ von Katrina & the Waves gehört zu meinen All-Time-Favorites; ich bin mal gespannt, wie sie das macht, denn Uptempo-Nummer hört man ja nicht so oft von der Staffel-Diva. Mir fehlt auch heute wieder die Leidenschaft und vor allem die lockere Unbekümmertheit, die das Original so mitreißend macht. Zudem hat Sarah Probleme mit den Tiefen. Mädel, geh doch mal richtig aus Dir raus und leg nicht so verflixt viel Wert auf Perfektion! Das muss spontaner kommen! Schade, aber bei der zweiten Nummer heute Abend dürfte sie wieder punkten – Balladen stehen Sarah besser. Patrick findet es „gesanglich spitze“ – wo hat der Herr Juror heute seine Ohren gelassen, bitteschön??? Fernanda lobt den Versuch, in Highheels zu laufen. Zum ersten Mal äußert sie fundierte gesangliche Kritik: Auch sie findet das Ganze nicht wirklich mitreißend.  „Das war ne Leistung wie ne Briefmarke – zum Abschlecken“, urteilt Dieter Bohlen. Das soll im Übrigen ein Kompliment sein, und wie er dazu kommt, versteh ich wirklich nicht, Herr Pop-Titan…

Jetzt kommt Pietro Lombardi, der liebenswerte Tollpatsch, an dem sich die Geister – und die Zuschauerherzen – scheiden. Grundsätzlich hat er keine schlechte Stimme, aber seine Leistungen sind mehr als wechselhaft: Von entzückend bis unterirdisch war da alles schon vorbei. Pietro hadert mit sich selbst, weil er in der Vorwoche Texthänger hatte. „Don’t worry, be happy“ – hoffen wir mal, dass das heute Pietros Motto sein wird. Pietro zaubert Biertisch-Atmosphäre im Bigband-Sound auf die Bühne – ja, das geht, wenn dieser Knabe auf der Bühne steht. Das Ganze hat was sehr Bizarres und versucht krampfhaft, originell zu sein. Zu überfrachtet, wobei an manchen Stellen Pietros durchaus vorhandenes Gesangspotential durchschimmern darf. Wer auch immer ihm zu diesem Arrangement geraten hat: Es war kein guter Tipp. Näher am Original wäre besser gewesen als diese als Schrei-Nummer inszenierte Show. „Das war ganz gut“, lobt Patrick halbherzig, während Fernanda „wirklich happy“ ist. „Das ist mein Pietro – der lacht und strahlt wieder“, freut sich Dieter und vergleicht Pietro gar mit Jesus: „Jesus hatte Anhänger, und Du hattest Texthänger.“ Herr Bohlen, Sie waren schon origineller.

In Runde zwei gibt’s einen amüsanten Rückblick auf die Bemühungen Sebastians, mit Liliana Matthäus Tango zu tanzen – unter den wachsamen Augen von Thomas „Checker“ Karaoglan. Und mit Fußballer-Gattin Sylvie durfte er gar einen Wiener Walzer aufs Parkett legen. Heute steht aber wieder die Stimme im Mittelpunkt. „Hallelujah“ stammt im Original von Leonard Cohen; Sebastian singt den Titel in der Version von Rufus Wainwright. Den Reiz macht bei diesem Auftritt die jungenhafte Unerfahrenheit von Sebastian aus, aber mehr ist da leider nicht. Über einige Strecken wirkt er unkonzentriert und etwas holprig, an anderen Stellen brilliert er aber auch. Im Schnitt jedoch eher schwach – lass mal noch zehn Jahre ins Land gehen und versuch Dich dann wieder dran; im Moment bist Du noch zu jung für diese Mega-Nummer. Patrick hatte Gänsehaus und „Engelsflügelgefühle“. Fernanda schnieft; sie findet es wunderschön, was Sebastian da abgeliefert hat. „Strophen fand ich absolut super“, meint Dieter, aber den Refrain findet er kritisch – und liegt jetzt auf meiner Wellenlänge, denn auch er findet die erste Nummer besser.

Ardians zweite Nummer, „I need a Dollar“, dürfte gut zu ihm passen, das ist sein Style. Wo im Original Schärfe eingelegt wird, schmilzt Ardian gefühlvoll die Töne ineinander – aber ohne kitschig zu werden. Bei der Nummer kommt es darauf an, den Gesang abwechslungsreich zu gestalten, da der Grundrhythmus keine große Variationsspanne hat. Das macht Ardian perfekt – sehr gute Titelwahl, sehr gute Performance! „Das hast Du wirklich geil gemacht!“, lobt Patrick. Und von Fernanda gibt’s sogar Trinkgeld und den Titel „Die Überraschung des Abends!“ „Du hast die Nummer wirklich klasse gesungen“, macht Dieter es knapp und deutlich klar.

Ob Zazou wirklich „Waka Waka“ singen kann, ohne zu patzen? Shakiras Hüftschwung ist legendär, aber wenn ihn eine meistert, dass sie. Die Probleme dürften eher im stimmlichen Bereich liegen, aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren. Okay, gesanglich ist es ohne den nötigen Pfeffer, eher geleiert, sehr brav. Das Outfit ist genial, aber sehr wenig Bewegung, überraschender- und enttäuschenderweise. Vielleicht wäre es besser gewesen, barfuß aufzutreten und eine mitreißende Tanzshow hinzulegen. Patrick zischt durch die Zähne. „Es war insgesamt… okay.“ Fernanda hingegen hat „Leben drin“ gesehen. Ich nicht, tut mir leid. „Mein Freund Bruce Darnell hätte gesagt: Das war nicht Waka Waka, das war Kacka Kacka“, stänkert Bohlen.

Die zweite Nummer des Abends gestaltet Marco rockig mit den Kings of Leon: „Use somebody“ kommt gut rüber; Marco hat heute einen wirklich guten Tag. Bei diesem Song wirkt er auch etwas authentischer. Das eigene Profil zu finden, dürfte für ihn wichtig sein, und dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. „Ich finde, Du hast das sehr, sehr gut gemacht“, meint Patrick, der jedoch auch nach Marcos Profil fahndet. Fernanda findet es in diesem Song. „Du hast viele Chancen ausgelassen, besondere Momente zu schaffen“, kritisiert Dieter, der den Auftritt aber nicht schlecht findet. „Hurt“ von Christina Aguilera ist ein Titel, an dem sich schon viele Casting-Kandidatinnen die Zähne ausgebissen haben. Das erste, was bei Sarah auffällt, ist das überaus grässliche Outfit. Wer ihr hier zugeraten hat, hatte wohl die Brille daheim vergessen. Gesanglich ist sie bei dieser Nummer wieder top. Ein paar kleine Patzer sind entschuldbar; auf alle Fälle eine tolle Leistung. Nur bitte, bitte, Fräulein Engels: Perfektion ist nicht alles, bitte denken Sie an echte Emotionen – so wie in der Schluss-Sequenz dieser Ballade, da klappt das doch schon sehr gut. „Du hast eben alle Zellen in mir zum Kribbeln gebracht“, seufzt Patrick. Nein, Herr Nuo, ich möchte nicht wissen, welche Zellen das alles waren… Fernanda hatte Gänsehaut. „Du musst jetzt anfangen, den Nummern etwas Sarah-Engels-Mäßiges zu geben“, übt Dieter leise Kritik, aber wirklich nur leise, denn er hält sie für eine sehr gute Sängerin.

Auch die nächste Nummer bereitet mir Magengrummeln im Vorfeld. Was wird Pietro aus „Mad World“ machen? Aus diesem hauchzarten, melancholischen, empfindsamen Stück, mit dem in den 80ern die ultracoolen „Tears for Fears“ für Furore sorgten? Die waren übrigens Engländer… Erstaunlicherweise schafft es Pietro scheinbar mühelos, die zarte Struktur des Songs nicht zu zerstören; er legt viel Gefühl in seine Interpretation und liefert damit mal wieder ein „Überraschungspaket“ ab. Patrick findet die Nummer „eine Nummer zu groß“ für Pietro. „Ich fand es wirklich erfrischend, mal was ganz Anderes von Dir zu sehen“, baut Fernanda Pietro wieder auf. „Du hast heute einen guten Job gemacht.“ „Ich fand, dass Du das wirklich sehr souverän rübergebracht hast“, meint Dieter. „Du schluchzt und wimmerst einfach hervorragend.“ Er findet den Auftritt kreativ und gut.

Die Jury-Prognose: Alle drei Juroren sehen Zazou und Marco gefährdet. Überzeugt haben Dieter Bohlen Pietro und Ardian, bei Fernanda sind es Ardian und Sebastian (der wieder im Publikum auf die Entscheidung warten muss), und Patrick Nuo sieht es genauso wie seine hübsche Co-Jurorin.

Dann kommt – mal wieder – die „Stunde der Wahrheit“: Wer bleibt, wer geht? Als erster muss Ardian vorreiten. Erleichterung bei ihm: Er ist direkt weiter. Der nächste ist Sebastian. Und auch er ist in der Top 5. Zazou, die jetzt nach vorne muss, ahnt schon, dass sie noch waren muss, und so ist es auch. Pietro hingegen darf direkt in die nächste Mottoshow einziehen. Jetzt stehen noch Sarah und Marco vorne – einer muss noch warten, einer ist direkt weiter. Oder besser gesagt: Eine – Sarah nämlich. Da rollen die Tränen, und ich habe nur einen Wunsch: Liebe Sarah, bitte nehme den dämlichen Hut ab! Wer wird das letzte Mottoshow-Ticket erhalten? Marco oder Sarah? Dann verkündet Marco Schreyl das Ergebnis des Votings: Der Österreicher Marco ist weiter, die Schweizerin Zazou Mall muss ihre Koffer packen.

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