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DSDS 2011: Der Live-Ticker zur 7. Mottoshow – Drei Jahrzehnte in einer Show

Cat 16. April 2011 Allgemein, Pop, Shows, TV & Radio 2 Kommentare

Gleich drei Jahrzehnte der Musikgeschichte haben sich die DSDS-Kandidaten heute vorgenommen: Die 80er, 90er und Hits von heute – so lautet das Motto, und jeder der potentiellen Superstars darf gleich drei Songs präsentieren. Lest hier im Liveticker, wer sich wacker schlägt und wer patzt. Nur noch ein Mädchen ist übrig – Sarah Engels wird heute mit gleich vier männlichen Konkurrenten um den Einzug in die Top 4 singen. Dann gibt’s Grüße und Bussis per Einspieler aus Los Angeles: Jennifer Lopez, kaum erkennbar mit streng zurückgekämmten Haaren, bedankt sich dafür, dass ihr Song als Opening für eine der Shows genutzt wurde und anschließend prompt auf Platz eins der Charts landete. Dieter Bohlen gibt sich selbstbewusst: Jeder Song, der in der Sendung gesungen wird, würde einen Lift in den Charts erhalten. Wäre zu wünschen, dass die Kandidaten mal ganz neues Material talentierter, unbekannter Künstler präsentieren würden. ;-)

Und das singen die Kandidaten:

Marco

80er: “Major Tom” – Peter Schilling (1983)

90er: “Fly Away” – Lenny Krawitz (1993)

aktuell: “Hollywood Hills” – Sunrise Avenue (2010)

Pietro:

80er: “I just called to say i love you” – Stevie Wonder (1984)
90er: “Sweat” – Inner Circle (1994)
aktuell: “To make me feel my love” – Billy Joel (1997) Bob Dylon (1997) – Adele (2008)

Ardian:
80er: “I just died in your arms tonight” – Cutting Crew (1986)
90er: “We’ve got it going on” – Backstreet Boys (1995)
aktuell: “More” – Usher (2010)

Sebastian:
80er: “I promised myself” – Nick Kamen (1990)
90er: “Mandy” – Westlife (2003) –>Original Barry Manilow (1974)
aktuell: “Ayo Technology” (2006)

Sarah:
80er: “What a feeling” – Irene Cara (1983, 2001 + 2005)
90er: “Simply the Best” – Tina Turner (1989 + 1991 2 x VÖ)
aktuell: “Footprint in the Sand” – Leona Lewis (2008)

Während Fernanda Brandaos kotzgrüne Pumps nicht grade bestechend wirken, macht Dieter Bohlen heute einen auf Macho in einer Mischung aus Mad Max und Matrix. “Tonight’s gonna be a good night” singen die Kandidaten – tja, zumindest für vier von den fünfen, denn einer oder eine muss auch heute wieder gehen. Outfittechnisch ins Klo gegriffen hat heute vor allem Ardian, dessen Oberteil nach Schlafanzug aussieht und dessen Unterteil unfein nach unten hängt. Schade, schade… Sarah Engels beweist, dass sie sich auch in High Heels gut auf der Bühne bewegen kann – aber das sind ja nur die ersten Eindrücke; warten wir mal ab, wie’s in den Einzelauftritten aussieht.

Los geht’s mit Sebastian Wurth, der mit starker Stimme und frischer Ausstrahlung die Herzen der Fans erobert hat. Als erstes singt er seinen “aktuellen” Chartbreaker: Ayo Technology. Mit der Gitarre und geheimnisvollen Tänzerinnen im Bodennebel singt er wie ein ganz Großer. Der Junge hat wirklich eine Bombenstimme für seine erst 16 Jahre – und auch eine große Ausdruckskraft. Power an der richtigen Stelle, Zurückhaltung und Gefühl auch. Ganz großes Kino. “Ein traumhafter Auftakt” wird Sebastian von Patrick Nuo gelobt. “Du gehst immer mehr auf!”, schwärmt Fernanda Brandao. “Mehr Mut und mehr Ehrlichkeit geht ja nicht”, lobt Dieter Bohlen den Auftritt mit Gitarre. Ein Drittel hat Sebastian schon gemeistert.

Ardian Bujupi hat’s noch vor sich – und zwar jetzt. In der Vorwoche wurde er sehr gelobt. Kann er das diese Woche noch toppen? Das Outfit ist gewöhnungsbedürftig – die Stimme nicht, denn die stimmt und hat Wiedererkennungswert. An Ardians Leistung gibt es nichts auszusetzen, außer, dass er mir bei anderen Titeln wesentlich besser gefallen hat – aber das kann auch daran liegen, dass die Backstreet Boys nicht wirklich meins sind. “We’ve got it going on” wird von der DSDS-Hauskapelle allerdings etwas runtergeleiert, leider. “Du hast ne Traumstimme”, bescheinigt ihm Patrick, fand den Auftritt aber nicht ganz so gut wie in der Vorwoche. Fernanda findet Ardian auch im blauen Schlumpfoutfit sexy. Auch Dieter fand den Auftritt gut, aber der Funke hat nicht ganz bei ihm gezündet.

Harsche Kritik musste am letzten Showabend Marco Angelini einstecken; vor allem Dieter Bohlen zerriss seine Falco-Interpretation. Mit “Hollywood Hills” will Marco heute wieder punkten. Der Anfang des Songs klingt etwas merkwürdig; noch hat Marco nicht in seine Rolle hineingefunden. Dann tut der Österreicher einen Befreiungssprung über die Bühne – und legt so los, wie seine Fans ihn lieben. Er fühlt sich in der Rock-Pop-Ecke sichtlich wohl und steigert sich schnell zu Bestform. Auch Patrick hat den Anfangsfehler registriert. “Ich fand’s wirklich so lala…” Fernanda fand den Auftritt an sich okay, aber: “Wir haben Mottoshow Nummer 7, und ich weiß immer noch nicht, wofür Du stehst.” Dieter findet Marco zwar sympathisch, vermisst aber vor allem einen Wiedererkennungswert.

Die einzige Frau im Wettbewerb ist Sarah Engels. Sie misst sich heute an einer ganz Großen im Musikgeschäft: Rockröhre Tina Turner. Vielleicht sind diese Schuhe doch noch etwas zu groß für die 18-Jährige mit der durchaus fantastischen Stimme. Wie immer merkt man deutlich, dass Sarah alles für den perfekten Auftritt macht, allein: So ganz will das Ganze noch nicht zünden bei mir. Da habe ich einfach das Original zu sehr im Ohr, und Sarahs Adaption ist zu nahe an eben jenem, um das durch Individualität wettzumachen. Patrick hat das anders empfunden und fand die Performance toll, genauso wie Fernanda auch. Nur Dieter hat leise Kritik. Für ihn ist Sarah die Balladenqueen. “Niemand auf diesem Planeten kann Tina Turner nachmachen”, findet er und ist der Meinung, dass Sarah das toll gelöst hat. Aber: “Du bist 18 und stehst da wie eine Bügelstation!” Er will mehr Action von Sarah sehen.

Das Überraschungspaket Pietro Lombardi hat mich letzte Woche mit seiner Interpretation von “Mad World” doch ein bisschen beeindruckt. Denn die Gefühle, die er transportiert, kommen absolut echt rüber. Er schafft’s aber auch, mir die Tränen in die Augen zu treiben – und das nicht vor Rührung oder Freude… Daher wird es spannend, was er aus “I just called to say I love you” macht. Aua! Das ist nicht gesungen, das ist geheult. Das ist mir ein bisschen zu viel in der Strophe. Der Refrain ist ganz okay; Dieter wird das “Gefühl” darin sicherlich lieben. Ich muss allerdings zugeben: Die Bühnendekoration war an dem Auftritt das Schönste… Patrick fand zwar auch ein paar Stellen, die nicht so gut waren, ist aber insgesamt begeistert. “Mit wem hast Du da telefoniert?”, will Fernanda wissen, und Dieter meint: “Das war eine ganz tolle, individuelle Pietro-Version.”

Runde eins ist gelaufen – auf ein Neues! Sebastian darf wieder als erster ran – klaro, denn der Junge muss ja auch spätestens um 22 Uhr von der Bühne sein. Armer Junge – Cinderella hatte wenigstens Ausgang bis Mitternacht… “I promised myself” hat im Original mehr Kraft; da dürfte Sebastian mehr “Biss” reinlegen. Natürlich legt der Youngster wieder einen guten Auftritt hin, vor allem in Hinsicht auf sein Alter, aber Song Nummer 1 hat mir doch besser gefallen, das hier wirkt ein bisschen wie “zahnloser Tiger”. Kraftvoll und berührend fand Patrick den Auftritt. Fernanda ist ganz erschrocken: Sie findet, dass Sebastian von Woche zu Woche erwachenser wird. Dieter fand den Anfang “brillant”, danach etwas schwächer, am Ende aber wieder toll.

Nahtlos geht es weiter mit – Sebastian. “Mandy” ist der Schmachthit schlechthin. Der “Kleine” macht das ganz groß, mit mega Kerzendekoration vor und hinter sich. Und so gut wie jedes Mädel aus der Zahnspangenfraktion würde sich wohl wünschen, Mandy zu heißen und angesungen zu werden. Naja, nicht alle – ich stand in dem Alter zumindest eher auf Bono und Gammelrocker. ;-) Spätestens mit dem letzten, inbrünstig intonierten “Youuuuu” hat Sebastian dann auch die Generation der Schwiegermütter eingefangen. Patrick kritisiert zwar den Anfang, fand aber die Gesamtleistung klasse. “Das war wunderschön”, ringt Fernanda um Worte. Sie gibt allerdings noch Stylingtipps, denn den Anzug findet sie “konfirmationsmäßig”. “Ich stehe auf gefühlsecht”, bekennt Dieter, der von seinem jüngsten Kandidaten rundum begeistert ist.

Zum Glück hat Ardian für Runde zwei sein Outfit gewechselt. “More” von Usher ist eine Nummer, die wie für ihn gemacht scheint. Hier kann der Sunnyboy stimmlich und tänzerisch alles ausspielen. Und seine Stimme hat den gesuchten Wiedererkennungswert definitiv. “Deine Power war da!”, lobt Patrick. Auch Fernanda ist jetzt begeistert. “Diese Musikrichtung ist einfach Dein Segment!” “Du hast showmäßig hier bisher den besten Auftritt hingelegt!”, meint Dieter. Allerdings warnt er auch: “Tanzen und Singen zusammen, das ist Königsklasse.” Er hat daher ein paar unsaubere Töne gehört, fand aber den Gesamteindruck klasse.

“Der kleine Sebastian soll bitte ins Kinderland kommen” – der wohl peinlichste Ausspruch von Marco Schreyl an diesem Abend. Hiermit wird der 16-Jährige ins Publikum abgeordert – das Jugendschutzgesetz will es so. Dafür darf jetzt der angehende Arzt Marco mit “Fly away” von Lenny Kravitz richtig Gas geben. Hui, da legt aber einer ganz schön heiße Szenen mit den Tänzerinnen aufs Parkett… Herr Angelini, hier wird doch nicht gegrabscht – wehren Sie sich! Die Rolle des Rockstars scheint dem Österreicher sichtlich zu gefallen, und die Nummer passt besser als die erste. Allerdings ist mir das ein bisschen zu hoch, aber technisch vollkommen in Ordnung. “Viel, viel besser als der erste Auftritt”, findet auch Patrick. “Gute Bühnenshow”, lobt auch Fernanda. Ihr gefällt vor allem die Optik. “Ein guter Auftritt – sehr viel Power, sehr viel Druck”, meint auch Dieter, der ein paar kleine Misstöne nicht weiter schlimm findet.

Tolles Outfit, tolle Stimme: Das macht Sarah sehr, sehr gut – die Flashdance-Nummer passt perfekt zu ihr. Ein bisschen mehr Bewegung wäre zwar schön, aber das ist nur Jammern auf hohem Niveau… Sehr guter Auftritt. “Ganz große Klasse”, meint Patrick, “Super-, Super-, Superstar!” Fernanda hat die Bewegung vermisst. “Ich wünschte mir sehr, dass Du ein bisschen an Deinen Bewegungen arbeitest.” “Stiftung Bohlentest” findet es gesanglich brillant, doch auch Dieter wünscht sich mehr Bewegung.

“You make me feel my love”, schmachtet Pietro ins Mikro, und mit der Nummer singt er sich wieder ein bisschen in mein Herz. Egal, was er tut: Pietro ist immer er selbst, da verzeiht man auch mal einen schiefen Ton, denn das Gefühl ist echt. Patrick ist “geflasht”. “Traumhaft.” – “Bei mir ist so viel Liebe angekommen”, schwärmt Fernanda. Und Dieter ist total stolz auf Pietro, denn: Pietro kann sich jetzt Texte merken! Und dann natürlich das Gefühl. Sag ich’s doch.

“I just died in your arms tonight” – verhunz den Song ja nicht, Ardian! Den mag ich nämlich sehr… Keine Sorge: Das macht der 19-Jährige wirklich gut. Mimik, Theatralik, Stimme – Ardian ist ein echter Entertainer, der wesentlich älter wirkt, wenn er da auf der Bühne singt und spielt. Auch hier: Großes Kino! Patrick kritisiert die hohen Stellen – Herr Nuo: Putzen Sie mal Ihre Ohren – Pietro flasht und Ardian singt falsch? Fernanda lobt vor allem die Schuhe und die Performance, fand aber letzte Woche besser. Dieter motzt auch: Rhythmisch schlecht, krasse, falsche Töne. “Du hast Dich da nicht drin wohlgefühlt.” Die Jury scheint anderes vernommen zu haben als ich – In-ears kaputt?

“Major Tom” – die Peter-Schilling-Version – hat sich Marco als dritten Song vorgeknöpft. “Völlig schwerelos” fühlt sich der Österreicher heute – zuerst mit “Fly away”, jetzt mit der NDW-Nummer. Was die ganzen Weißkittel im Hintergrund wollen, ist mir nicht ganz klar. Waren Astronauten-Kostüme zu teuer? Ich mochte den Song damals in den 80ern – Marcos bester Auftritt ist es indes heute Abend nicht. Die Kravitz-Nummer steht ihm besser. “Ich bin nicht völlig losgelöst worden von der Erde”, motzt Patrick. Fernanda redet elegant um den heißen Brei herum. Ihr gefallen die vielen Grimassen nicht, die Marco ihrer Meinung nach schneidet. Dieter fürchtet sogar, dass die Leute Marco für diese Leistung auf den Mond schießen könnten. Herr Bohlen, ist das nicht ein bisschen zu hart?

Mit “Footprint in the sand” liefert Sarah ihren besten Auftritt in der heutigen Show. Balladen stehen ihr, da hat Bohlen schon recht. Am Ende vermasselt sie ein paar Töne, aber im Gesamten dürfte das gesanglich der stärkste Auftritt des Abends insgesamt sein. “Du bist eine megatalentierte Sängerin”, sagt Patrick, und Fernanda steht sogar auf und klatscht. Dieter findet gar, dass Sarah Tagessiegerin ist und ihren besten Auftritt ever hingelegt hat. Könnte er recht haben.

Pietro darf zum Abschluss noch einen Spaßsong performen: “Sweat” gehört zu den Nummern, die ich grundsätzlich recht öde finde. Das fröhliche Bühnenbild und ein bunt gekleideter, ebenso fröhlicher Pietro machen das Stück aber erträglich. Nett gegroovt, die Nummer bringt ein bisschen Sommerhitze in den eiskalten Vollmondabend. Patrick findet alle Nummern von Pietro an diesem Abend “genial” und hat das Malediven-Feeling wieder. So geht es auch Fernanda: “Wir lieben Dich.” – “Ein guter Bademeister wärst Du auch geworden”, ist Dieter überzeugt, “aber wir brauchen Dich ja hier.”

Das Warten zerrt an den Nerven. Sebastian harrt der Entscheidung in seinem “goldenen Thron” im Publikum, die anderen sitzen auf dem Sofa. Angeblich haben die beiden hinteren Plätze jeweils genau 15,8 Prozent. Das deutet darauf hin, dass das Feld aller Teilnehmer doch sehr eng zusammenliegt. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen es echte Favoriten gab, die deutlich mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinen konnten, wie es noch bei Mark Medlock oder Thomas Godoj der Fall war.

Als erster muss Pietro Lombardi nach vorne. Und ist direkt weiter. Die Kamera schwenkt auf Sebastian Wurth. Er muss sich noch gedulden. Anders Sarah Engels: Sie kommt auf Anhieb ins Viertelfinale. Jetzt stehen noch Ardian Bujupi und Marco Angelini auf der Bühne. Beide sind sichtlich nervös und umarmen sich – keine Spur von feindlicher Rivalität. Marco hat Glück: Er ist direkt weiter. Ardian hüpft zu Sebastian ins Publikum, scheint sich sicher zu sein, dass er heute Abend rausfliegt. Schließlich gilt Sebastian als heimlicher Favorit Dieter Bohlens. Die Überraschung ist groß, als Marco Schreyl den Namen des letzten Viertelfinalisten verkündet: Das letzte Ticket an diesem Abend erhält Ardian Bujupi! Sebastian Wurth ist als Fünfter aus der Show ausgeschieden, und die Kamera schwenkt auf Bohlen, der – nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen – mit diesem Ergebnis wohl nicht gerechnet hat.

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2 Kommentare


  • Ananas 16. April 2011 at 22:29

    Hmmm – also ich hatte bei Pietro den Eindruck, dass die Bühnendeko sehr hilfreich beim Singen war… So viele Texte auf dem Boden… Da könnte doch auch der von “You make me feel my love” dazwischengewesen sein?

  • Alpaka 23. April 2011 at 17:28

    Neee…glaub ich nicht!
    naja..bin gespannt wer heute rausfliegt…ich denke Marco!

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