DSDS 2011: Das Halbfinale im Liveticker!

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Eigentlich wäre heute schon der große Tag des Finales gewesen, doch dank Voting-Panne gibt es heuer eine Show mehr als sonst. Im Halbfinale von „Deutschland sucht den Superstar“ versuchen Sarah Engels, Pietro Lombardi und Ardian Bujupi also noch zu dritt, ihrem großen Traum vom DSDS-Superstar für ein Jahr wieder ein Stück näher zu kommen. Die Luft wird eng, je näher es an die Spitze geht, und so dürfen wir gespannt sein, ob einer der drei Favoriten heute noch ins Straucheln gerät. Verfolgt die komplette Show hier im Liveticker ab 20.15 Uhr!

Und das singen die Kandidaten:

Ardian Bujupi:

– Michael Bublé – Feeling Good

– Aloe Blacc – Loving you is killing me

– K’naan – Wavin‘ Flag

Sarah Engels:
– Anastacia – One day in your life
– Christina Aguilera – Lady Marmalade
– Christina Aguilera – Beautiful

Pietro Lombardi:
– Lou Bega – Mambo Number 5
– Elton John – Can you feel the love tonight
– Glashaus – Wenn das Liebe ist

Es geht los! Die DSDS-Bühne ist in gleißendes Licht getaucht und erinnert an einen LSD-Drogenrausch. Unter kotzgrünen Laserlicht-Strahlen schweben die drei Kandidaten zu den Klängen von „When love takes over“ auf die Bühne herab. Den Auftaktsong meistern alle drei souverän – dank Playback? „Diese Staffel war die modernste aller Staffeln“, ist Dieter Bohlen überzeugt. Und Marco Schreyl bekräftigt, dass ganz Deutschland für alle Kandidaten anruft. Was Pietro Lombardi kaum fassen kann: „So viele Leute – wegen mir Fisch!“ Wieder mal typisch Lombardisch… Ardian hat Unterstützung von Dwayne „The Rock“ Johnson, während Regina Halmich für Sarah die Daumen drückt.

Als erster darf Ardian Bujupi ran. Der hat gute Erinnerungen an die letzte Show: „Alle drei Lieder haben gepasst!“ Stimmt, Herr Bujupi. Hoffentlich läuft das heute genauso. An dieser Stelle nachträglich alles Gute zum Geburtstag – die guten Wünsche habe ich am Donnerstag im Interview leider vergessen… Eigentlich ist klar, dass Ardian den Abend eröffnet – war „Wavin‘ Flagg“ doch der Eröffnungssong der WM 2010. eine schöne, launige Tanznummer, die der 20-Jährige fröhlich zelebriert. Definitiv ist dies keine K’naan-Kopie, sondern eine ganz eigene Interpretation. Und sicherlich sehr gut gemacht, aber der Junge hatte schon mitreißendere Auftritte. Bis auf Volksmusik dürfte Ardian in seiner DSDS-Zeit so gut wie alle musikalischen Facetten gezeigt haben – Respekt! Patrick Nuo wurde „total“ in gute Laune versetzt und ist voll des Lobes. „Bei mir hast Du ein Tor gelandet!“, zeigt sich auch Fernanda begeistert, die Ardian gleich nochmal zum Geburtstag gratuliert. Und der ganze Saal singt ein Ständchen. Dieter Bohlen lobt Ardians Auftritt ebenfalls: „Die Leistung war absolut auf den Punkt!“

Zeit für das einzige Mädchen im Team. Sarah Engels hat Rhythmusprobleme – wenn sie tanzt. Dafür gab’s in der Vorwoche herbe Kritik, und die junge Sängerin will sich heute wieder ganz aufs Singen konzentrieren. Mit „Lady Marmalade“ setzt Sarah auf Sex-Appeal. Stimmlich ist auch sie „auf dem Punkt“, aber erotische Ausstrahlung hat sie leider nicht – zu dem Song muss man sich doch ein wenig bewegen – da helfen auch keine luftig gekleideten Tänzerinnen im Background. Bei allem Respekt für Sarahs tolle Stimmung: Wenn sie von Schokolade singt, sollte sie an etwas anderes denken als an Kinderschokolade… Bei Patrick schmilzt die Schweizer Schokolade, zumindest stimmlich. Bewegungstechnisch hätte er sich aber doch ein bisschen mehr Augenzwinkern gewünscht. Fernanda spürte die Erotik in der Luft, aber leider auch nicht in der Performance. Chef-Juror Dieter Bohlen lobt den Auftritt als „stimmlich hervorragend“ und hat auch an der Bewegung nichts auszusetzen. Ihm hat’s gefallen, dass Sarah nicht in Strapsen auf der Bühne gestanden hat – er lobt das Niveau von Sarahs Erscheinung. Leider haben den Stylisten da die Background-Tänzerinnen vergessen.

Pietro Lombardi hatte in der Vorwoche gemischte Gefühle – nicht jeder Song, den er gesungen hat, gefiel ihm selbst. Dem Publikum jedoch umso mehr. Pietros großer Pluspunkt ist seine etwas naiv anmutende Tollpatschigkeit und das große Gefühl, das er in seine Songs packt. So auch bei seinem ersten Lied des Abends, „Can you feel the Love tonight“. Eine rührselige Ballade des großen Elton John. Und das Gefühl stimmt wieder, auch wenn der eine oder andere Ton daneben geht. Mir ist es in den Längen etwas zu sehr geheult, aber grundsätzlich hat Pietro ja ne tolle Stimme. Und Fernanda strahlt, als Pietro ihr eine Rose überreicht. Was nichts daran ändert, dass dies mit Sicherheit nicht Pietros bester Auftritt war. Zu viele Längen, zu viel Geleiere. „Über den Schatten von Elton John bist Du heute meiner Meinung nach nicht gesprungen“, kritisiert Patrick und kassiert dafür Buhrufe von Seiten des Publikums. Fernanda hingegen fand es „wunderschön“ – ist’s der Rose gedankt? Dieter Bohlen drückt es so aus: „Alle wissen, dass Pietro nicht perfekt ist, aber Du machst die Nummern zu Deiner eigenen Nummer.“ Er fand es hammermäßig – und sich selbst in meinen Augen lächerlich. Jeder, der einigermaßen ein musikalisches Gehör hat, hat die schiefen Töne gehört.

Nur nicht in die Luft gehen! Oder doch? Pietro tut’s: Er fliegt in der Zwei-Personen-Maschine, zumindest beinahe: Ein verzweifelter „STOP“-Ruf bringt den Fluglehrer zum Anhalten. Ardian darf als zweiter in die Maschine – und würde wohl am liebsten gar nicht mehr zurück auf den Erdboden. „Zum Glück hab ich nix gegessen“, lautet sein Kommentar nach dem Looping-reichen Flug. Das perfekte Geburtstaggeschenk mit anschließendem Kino-Besuch. „The Fast and the Furious“ – schnelle Autos und ein Meet & Greet mit Schauspieler Dwayne „The Rock“ Johnson; was kann man sich zum 20. Geburtstag mehr wünschen?

Ardians zweiter Titel trägt den unheilvollen Titel „Loving you is killing me“, eine Nummer, die besser zu ihm passt als Lied Nummer eins, denn hier kann er seine stimmlichen Qualitäten wesentlich besser ausspielen. Fräulein Engels, aufgepasst: So legt man zwischen den Strophen mal schnell eine heiße Tanzeinlage aufs Parkett! Trotz aller Bewegung sitzt hier jeder Ton, und Ardian schafft es, dem Stück, das im Original nicht unbedingt das Prädikat „spannend“ trägt, eine coole Dynamik zu verpassen. Ob das die Jury genauso sieht? Patrick hat einen kleinen Fehler am Anfang vernommen, findet aber auch, dass Ardian das besser gesungen hat als das Original. „Jetzt wissen wir, dass Du Hammer drauf bist heute Abend!“ Fernanda redet sich fast schon in Rage: „Das könnte Dein Ticket ins Finale sein!“ Dieter hingegen fand die erste Nummer besser; er hat sich zum Ende hin gelangweilt. Nun denn…

Sarah darf Eishockey spielen – pass auf Deine Zähne auf, Mädchen! Da singt sie doch lieber – die Nationalhymne vor dem Spiel. Worauf vor allem der Papa sehr stolz ist. Aber zurück zur DSDS-Bühne: Sarahs zweiter Song ist „One day in your Life“, und hier hat sie endlich eine schnelle Nummer, die ihr auch gut liegt. „Kurz vor dem Finale nochmal so ne geile Nummer gebracht!“ – Patrick ist ganz aus dem Häuschen, und auch Fernanda skandiert schon „Finale!“ Dieter Bohlen redet zuerst übers Schuhwerk, erst dann über den Gesang. Das Intro fand er toll, hintenraus „hast Du Dich ein paarmal versägt“, kritisiert er, attestiert Sarah aber insgesamt eine tolle Leistung.

Der Traum aller kleiner Jungs ist das Baggerfahren. Das gefällt auch Pietro besser als das Fliegen. Auch, wenn’s streckenweise gefährlich nach Umkippen aussieht: Es klappt. Nächste Stufe ist eine Tour mit dem Quad über Stock und Stein. Zurück auf der Bühne, darf Pietro über die Frage „Wenn es Liebe ist“ sinnieren. Das Lied ist ja Geschmackssache und spaltet prinzipiell Musikhörer in Euphorie und Abscheu. Was bei „Glashaus“ filigran klingt, wird hier eher gejault, sehr gefühlvoll zwar, aber immer noch gejault. Mit einigen Monaten Vocalcoaching könnte Pietro ein klasse Sänger werden, aber im Moment klingt das für mich zu ungeschliffen und geleiert – sorry. Patrick hingegen fand’s „richtig geil“ – da sieht man, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Auch bei Fernanda haben selbst die Schuhe beschlagen. Dieter grinst wie ein Honigkuchenpferd. „Jetzt reicht’s auch mit Balladen und Trauer“, meint er als erstes, zeigt sich aber „positiv überrascht“, dass Pietro die Nummer so gut rübergekriegt hat. Bei derartigen Bewertungen muss sich RTL wohl nicht wundern, dass DSDS nicht als Talentshow, sondern purer Klamauk gesehen wird und die jeweiligen Gewinner nicht Ernst genommen werden.

Es ist Halbfinale – Zeit für einen kleinen Rückblick auf die Castings. Ardian hatte schon im ersten Casting alle drei Juroren sofort auf seiner Seite, was er jetzt im Rückblick immer noch nicht ganz fassen kann. Das Intro von „Feelin‘ good“ wirft allen Ernstes die Frage auf, ob man einen Michael Bublé stimmlich noch toppen kann. Man kann: Ardian Bujupi ist der lebendige Beweis dafür, dass man diese Nummer mit noch mehr unterschwelligem Groove, gefühlvoll und gleichzeitig mit einem Schuss frechem Charme singen kann. Einer seiner besten Auftritte überhaupt und mit Sicherheit der beste in dieser Show. Jeder Ton sitzt. „So macht mir mein Job auf jeden Fall Spaß – grandios!“, kann auch Patrick Nuo nur dazu bemerken. Fernandas Gefühle sind gar „eskaliert“; sie liebt das „James-Bondige“ an Ardian. „Ich hab mich nicht gut gefühlt dabei – ich hab mich fantastisch gefühlt. Anders ausgedrückt: Sensationell!“ – endlich ist auch bei Dieter Bohlen der Knoten geplatzt.

Auch bei Sarah Engels, die schon zum zweiten Mal an DSDS teilnimmt, haben alle drei Juroren auf Anhieb „Ja“ gesagt. Und Sarah möchte natürlich auch gerne ins Finale. Ihre letzte Nummer ist eine Ballade, „You’re beautiful“. Ein harter Brocken, aber genau das Spezialgebiet von Sarah. Ladylike im Sessel sitzend meistert sie den Song sehr gut, abgesehen von einigen kleineren – und verzeihlichen Fehlerchen, die aber bei dieser schwierigen Nummern absolut verzeihbar sind. „Du hast alles richtig gemacht, was man richtig machen konnte“, lobt Patrick Nuo. „Es war wunderschön“, ist auch Fernanda hingerissen, vor allem von dem transportierten Gefühl. Auf alle Fälle „finalwürdig“ findet Dieter Bohlen den Auftritt.

Fehlt nur noch Pietro Lombardis Abschlussnummer, der, wie er selber sagt, „Mambo Number fünf“. Jaja, die Geschichte mit dem „12-Stunden-Ständer“ im Casting – der drollige Pietro war schon immer für einen Lacher gut. Zum Glück singt Pietro dann doch „Mambo No. five“ – und ist bei dieser Nummer wieder in bester Form. Das ist seine Welt, das macht er gut. Wobei der Song wahrlich keine großen gesanglichen Anforderungen stellt. Und so langsam nehme ich ihm den Clown auch nicht mehr ganz ab: Der hat den Text komplett drauf, kann aber vor der Pause noch nicht mal den Titel richtig aussprechen? Kann das wirklich sein? Oder ist vieles nur gespielt? „Große Klasse“ findet Patrick den Auftritt. Dank Fernanda wissen wir nun, dass Pietros Hut eine „Kreissäge“ ist. Und sie fand es natürlich super. Dieter Bohlen entscheidet sich für Monika und Rita… nein, das war ja im Songtext. „Jackpot oder Kackpott“ prophezeiht Dieter den Ausgang des Votings an diesem Abend.

Marco Schreyl fordert der Jury ein Urteil ab. Doch die windet sich. „Es wird eine Frage des Geschmacks sein“, meint Fernanda. „Ich mach mich hier doch nicht unbeliebt, ich bin doch nicht bescheuert“, weigert sich auch Dieter, eine Prognose abzugeben.

Die Entscheidung ist gefallen. Während Marco Schreyl auf das Ergebnis von Dr. Fleischhauer wartet, plaudert er mit der Jury. Wer war der Beste? Für Patrick Nuo war es Ardian. Fernanda hatte bei Sarahs „Beautiful“ Gänsehaut. Und Dieter Bohlen muss erstmal überlegen und redet von „Gesamtleistung“. Nuo möchte am liebsten ein Dreier-Finale. Diesem Wunsch macht Dr. Fleischhauer ein Ende: Er bringt das Ergebnis. Laut Hochrechnung hat der Erstplatzierte 37,3 %, der Zweitplatzierte 35,4 %, und 27,3 % hat der Drittplatzierte.

Aufgeregt skandieren die Fans im Coloneum die Namen ihres Favoriten. Diese stehen sichtlich aufgeregt und ungewöhnlich ruhig in einer Reihe, während Marco Schreyl jedem von ihnen eine seiner berüchtigten Reden an. Als erster Finalist steht fest: Sarah Engels. Zweiter Finalist ist Pietro Lombardi. Ardian Bujupi ist der Drittplatzierte bei DSDS 2011.

3 Kommentar

  1. Vielen Dank für deine Einschätzung, liebe cat. Ich habe gestern nicht viel gesehen, aber zumindest den wohl besten Auftritt des Abends: Feelin‘ good! Woooow!!! Grandios!!! Und den wohl schlechtesten: Wenn das Liebe ist. Aber nur teilweise, denn das Gejaule war für mich so unterträglich, dass ich wieder wegschalten musste. Und in der Entscheidung passierte dann das, was ich befürchtet hatte: Der Beste muss gehen. Armes Deutschland! Pietro mag ja ein netter Kerl sein und zweifellos hat er keine schlechte Stimme – aber im Vergleich zu Ardian singt er wie ein Kindergartenkind. Hat Deutschland nicht begriffen, dass in diesem Format nicht der netteste Kerl, sondern das größte Talent gesucht wird? Oder glaubt Deutschland – dank der Bohlenschen Gehirnwäsche – tatsächlich, dass Pietro so ein guter Sänger ist? Ich weiß es nicht. Aber zum ersten Mal seit 2008 spiele ich mit dem Gedanken, RTL beim Finale wieder Geld in den Rachen zu werfen und x-mal für Sarah anzurufen um zu verhindern, dass ein verpeilter Jauler Superstar wird. Wenn ich mir vorstelle, dass Pietro bei einem „World Idol 2011“ als das Beste, was Deutschland zu bieten hat, vorgestellt wird, kann ich mich nur wiederholen: Armes Deutschland!

  2. @rotlöckchen: Lass ihn doch gewinnen. Dann macht sich Bohlen zusammen mit RTL endgültig so lächerlich, dass dieses Format hoffentlich endlich gekippt wird! 😉 Eine Schande – der beste Sänger nach unberechtigter Kritik raus, Pietro weiter…

  3. Ich sehe auch schon grinsend vor mir, dass DSDS dieses Jahr endlich DEN Gewinner bekommt, den es verdient: ein jaulendes Kindergartenkind (danke, Rotlöckchen!!), das sich keine Texte merken kann und beim Einspielen der Songs im Studio bestimmt alle in den Wahnsinn treibt…

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