DSDS 2010: Willkommen in den 80ern – Mottoshow Nummer 4

Menowin gibt den Jackson, Thomas singt YMCA, und Ines versucht sich an Madonna... lest hier, wie sich die Kandidaten in der vierten Mottoshow schlagen - mit den Hits der 80er-Jahre...

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Menowin Fröhlich singt „Billie Jean“ von „Michael Jackson“
Kim Debkowski singt „Eternal Flame“ von den Bangles
Thomas Karaoglan singt „YMCA“ von den Village People
Mehrzad Marashi singt „Hello“ von „Lionel Ritchie“
Helmut Orosz singt „Hungry Eyes“ von Erik Carmen

Ines Redjeb singt „Like a Prayer“ von
Manuel Hoffmann singt „Ohne Dich“ von Münchner Freiheit

Es ist mal wieder Samstag, wir haben Mitte März, und das bedeutet zwangsläufig: „Deutschland sucht den Superstar“ ruft seine Fangemeinde ans heimische Fernsehgerät. Heute soll es nun also ab in die 80er-Jahre gehen – und wir dürfen gespannt sein, was die Kandidaten aus den großen Hits der New-Wave-Ära machen. Wird Thomas Karaoglan im coolen Village-People-Outfit auftreten? Hat sich Ines Redjeb mit „Like a Prayer“ zu viel vorgenommen? Fragen über Fragen… Lest hier, wie der Abend verläuft…

Was Dieter Bohlen an den 80ern besonders schön findet, möchte Marco Schreyl gerne wissen. „1983 war ich noch ne Wurst“, bekennt Bohlen, aber ab 84 ging es aufwärts für ihn: „Da hab ich meinen ersten Sohn bekommen, und Carina, meine jetzige Freundin, wurde geboren.“ Nun, das sind schon mal zwei gute Argumente. Allerdings ging es dem DSDS-Moderator wohl eher um die musikalischen Aspekte. Dieters Geschmack ist gar nicht schlecht: Bronski Beat fällt da zum Beispiel, die hatten immerhin den grandiosen Jimmy Sommerville an der Spitze. Aber was dürfen die Fernsehzuschauer im Trailer zur Show ertragen? Richtig! Modern-Talking-Hits…

Als gemeinsamen Song haben sich die Kandidaten zu Beginn „Wake me up before you go-go“ von Wham ausgesucht. Die Outfits glänzen im Stil von Michael Jackson (Menowin) über Motown-Style (Mehrzad) bis zum Sexy-Glitzerkleidchen (Kim). Danach quasselt Marco wie gewohnt wie ein Buch, und dann geht’s los.

Den Auftakt macht Kim Debrowski. Nach den Streicheleinheiten, die die Raab-Kandidaten bei „Unser Star für Oslo“ bekommen haben, kommt einem die Schelte für die 17-Jährige, die im Rückblick gezeigt wird, recht hart vor.  Aber dann liefert die kleine Lady wieder Schminktipps für Anfänger und es gibt Kreischalarm über die ersten Bilder in der Bravo.  Singen tut Kim „Eternal Flame“. Nun hat die Sängerin der Bangles ein süßes, aber dünnes Stimmchen. Kims Organ ist wesentlich kräftiger – und trotzdem packt ihre Interpretation nicht. Dafür ist sie zu nah am Original – und leider ohne Gefühl gesungen. Von der „ewigen Flamme“ der Liebe zu singen, dazu gehört einfach das Verständnis für den Song dazu, und nicht nur ein fotogenes Lächeln Richtung Kamera… Die Jury sieht das allerdings ganz anders: „Du siehst zum Niederknieen aus“, säuselt Bohlen, und: „Du hast die Nummer ziemlich gut gesungen.“ Auch Nina und Volker sind zufrieden, und ich frage mich: Haben die was anderes gehört als ich?

Dann kommt Helmut Orosz als Nummer zwei. Bei ihm sind die Texthänger der vorigen Show das Thema. Jetzt hat er mit Zetteln geübt, die er im ganzen Loft verteilt hat – inklusive Klodeckel! Er singt „Hungry Eyes“. Und was soll ich sagen? Das ist das erste Mal seit den Mottoshows, dass mir sein Vortrag richtig gut gefällt! Gefühlvoll, treffsicher, und – ganz wichtig – ohne dieses nervige Dauergrinsen! Sehr schön, Helmut! Die Jury ist sich hier mit mir einig und lobt unisono. Bohlen: „Schöner Sound in der Stimme.“ Allerdings bemängelt er den mangelnden Starappeal beim Outfit, das nach Versicherungsvertreter aussehe.

Leider gibt es über den netten Manuel Hoffmann heute nicht viel Gutes zu berichten. Zumindest nicht, was seinen Auftritt angeht. Der Sympathieträger mit der tollen Oma ging in der vergangenen Woche auf Autogrammtour – mit besagter Oma im Schlepptau. Diese hatte dann ihre eigenen Kärtchen signiert! Manuel singt „Ohne Dich“ von der Münchner Freiheit – und versemmelt’s leider. Das Ganze kommt recht blechern rüber und gefühllos. Eigentlich gar nicht das, was man von Manuel gewöhnt ist. Auch Dieter, Nina und Volker sind enttäuscht. Neumüller sah Manuel eigentlich eher im Schlagerbereich, aber das dazu gehörige Gefühl hat auch er vermisst. Ohren steif halten, Manuel – nächstes Mal wird’s besser.

Was Manuel an Gefühl gefehlt hat, liefert Mehrzad Marashi in Überdosis. Der junge Papa kümmert sich in seiner freien Zeit am liebsten um Söhnchen Sharin, dessen Namen er sich auf den rechten Unterarm tätowiert hat. Eigentlich kann man „Hello“ nicht gefühlvoller singen als Lionel Ritchie, aber Mehrzad schafft dies. In einer traumhaften Kulisse inmitten einer Menge Kerzen trifft er die Zuschauer voll ins Herz. Wenn er die Augen schließt, scheint er den Song einfach zu leben, im Text zu versinken. Punktlandung – man nimmt ihm alles ab! Ich hätte als nächstes aber lieber wieder eine flottere Nummer von ihm. Volkers Kommentar: „Leck mich am Arsch.“ Im positiven Sinne natürlich. Und Nina hatte die erste Gänsehaut der Staffel. Bohlen spricht noch den angeblichen Konflikt zwischen Menowin und Mehrzad an: „Du bist der Ältere – reich ihm einfach die Hand.“ Nicht mehr nötig – Mehrzad betont, das sei alles schon aus der Welt geräumt. Pikantes Detail am Ende von Mehrzads Auftritt: Als er zum „Jury-Knuddeln“ antritt, muss sich Nina geschwind mit einer Hand das reichlich ausgefallene Dekolleté festhalten, damit der Inhalt nicht herausrutscht.

Mehrzad mit „Hello“:

Ines Redjeb verrät, dass sie und Kim eisern zusammenhalten als letzte verbliebene Mädels. Und dass sie gegen die Jungs die Ellenbogen ausfahren. Bei „Like a Prayer“ von Madonna beweist sie, dass sie das Konzept für einen guten gesanglichen Auftritt gefunden hat: Absolute Bewegungslosigkeit! Stattdessen lässt die stets auf Moral gekehrte junge Mutter zwei Strip-Tänzerinnen im Hintergrund abhotten. Gesanglich ist es nicht ihre schlechteste Leistung, aber Madonna ist auch keine gute Sängerin. Aber merke: Signorina Ciccone kann wenigstens tanzen, während sie singt. Und wie! Dieter Bohlen sieht denn auch keinen Spaßfaktor bei Ines‘ Auftritt, Nina auch nicht. Volker hingegen fährt harte Geschütze auf: „Es nervt mich zu Tode, dass Du einfach nicht zuhörst. Du bist einfach ne Salzsäule.“

Dann kommt der Checker. Der kleine Thomas Karaoglan hat sich den Disco-Hit „YMCA“ rausgesucht und liefert mal wieder schönes Kino. Der 16-Jährige ist immer noch überzeugt, dass er besser performen kann als sein großes Vorbild Mark Medlock – anscheinend trägt auch Einbildung recht weit. Bei einer Autogrammstunde gab Thomas‘ Oma gutgläubig und großzügig die Handy-Nummer des Enkels an die Fans weiter. Was danach passierte? Nun, sagen wir, Thomas wird ne Weile brauchen, um auf seinem Telefon wieder Platz zu schaffen… Im Polizisten-Outfit mit Background-Tänzern gröhlt Thomas fröhlich wie ein Urlauber auf Malle nach einem Bier zuviel nachts um vier in der Karaoke-Bar – und schafft es, Jury und Publikum wieder mal auf seine Seite zu ziehen. Schön: Am Ende bedankt sich Thomas bei den Tänzern per Handschlag. „Gott sei Dank, der Checker ist zurück“, ruft Volker Neumüller, sichtlich erholt von Ines‘ Auftritt. „So muss ein Entertainer aussehen!“ Auch Nina und Dieter finden Thomas‘ Performance cool.

Save the best for last… Dieses Sprichwort bewahrheitet sich auch heute wieder. Menowin Fröhlich hat sich keinen geringeren als Michael Jackson vorgenommen, und zwar die Nummer, die den jungen, damals noch vollkommen unoperierten Amerikaner als Solo-Künstler weltberühmt gemacht hat: „Billie Jean“. Es war ja schon abzusehen, dass diese Nummer zu Menowin passt wie die Faust aufs Auge. Er spielt, das muss man einfach sagen, in einer komplett anderen Liga als der Rest. Menowin füllt eine Bühne einfach aus; die Tänzer um ihn herum sind wahrlich nur Statisten, denn es macht einfach Spaß, diese absolute Konzentration in seinem Gesicht zu sehen und diesen Auftritt einfach zu erleben. Das ist eine geballte Ladung Testosteron, Aggressivität von einem geborenen Performer, der zugleich mit einer markanten Stimme und einem Mega-Tanztalent gesegnet ist. Vielleicht aber auch ein Mensch, der durch seine Labilität den Erfolg, den Hype um seine Person nicht lange verkraften wird. Aber das ist noch Zukunftsmusik… Im Moment können wir uns einfach an einem Ausnahmetalent auf der Bühne erfreuen. Bohlen: „Das war so eine Hammerleistung – Du musst das nächste Mal zwei Songs singen.“ Er prophezeiht Menowin, dass eine Nummer 1 in den Charts schöner als Sex sei. Nina fand’s sensationell, und Volker sieht in ihm völlig zurecht den besten Auftritt des Abends.

Auf die Frage, wer heute wohl rausfliegen wird, prognostizieren Dieter, Nina und Volker einheitlich Ines oder Manuel. Dem schließe ich mich an. Es bleibt spannend…

„Wer Freunde sucht, sucht besser woanders – so sieht er aus, der Weg zum Superstar“ – Diese Weisheit gibt Marco Schreyl den Kandidaten mit in die nervenaufreibende letzte Runde des Abends. Die Entscheidung zieht sich wieder zäh wie Hosenleder – und hier die inständige Bitte an die Verantwortlichen des Senders: DAS IST LANGWEILIG! DAS NERVT! Helmut, Ines, Manuel und Kim müssen noch warten, Menowin, Mehrzad und Thomas sind direkt weiter. Spannung liegt in der Luft, während anschließend zunächst Kim, dann Helmut „erlöst“ werden. Wer muss gehen? Ines oder Manuel? Und wieder dauert es lange, lange, bis Marco Schreyl die Entscheidung des Publikums verkündet: Manuel kommt weiter, Ines fliegt raus. Sie trägt es mit Fassung.

Menowin mit „Billie Jean“:

10 Kommentar

  1. Grandios!

    Komme erst jetzt dazu einzuschalten und hab mir vorhin diesen Bericht hier durchgelesen.
    Ganz toll geschrieben, super Zusammenfassung.

    Thx

  2. Neuer Poptitan Sören Schnabel will nun Ines Redjeb produzieren

    Kim Debkowski hat er bereits produziert und in die Amazon Charts ganz noch oben gebracht, jetzt arbeitet er mit ihrer Cousine Natalie an einem Hit.

    Weiter geht es nun, nach dem Ines Redjeb bei DSDS ausgeschieden ist, sagte er Newdoo exklusiv:
    “Ja klar ich biete der Ines gerne eine Hitproduktion an, ich sehe sie auf jeden Fall besser als die Jury es im TV gesagt hat”.

    Sören Schnabel legte noch nach: “Ach am tanzen arbeiten wir noch, mein Studio können wir

    auch zum tanzen nutzen”.

    Also der neue Poptitan ruft, jetzt muss Ines nur ihre Chanche nutzen….

    Das kann ja nur gut gehen, da der neue Poptitan und auch Ines beide vom Sternzeichen Zwillinge sind

    Quelle:Newdoo

  3. Besser geht nicht!

    Treffende Zusammenfassung und ich kann mich in allen Punkten Deiner Meinung anschließen.

  4. Liebe Cat,

    ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Ich konnte die Sendung ebenfalls nicht sehen können und deine Zusammenfassung hat mich top informiert. Vielen Dank.

    Zu Menowin: Gut gesungen, keine Frage, aber warum bekommt der so viele Tänzer und sowas?? Das ist ja klar, dass das megaprofessionell wirkt. Ich mag den Typen irgendwie nicht. Gute Stimme hat er, aber er ist trotzdem ein Unsympath…

  5. Hmmm… also, viele Tänzer hatte er wohl, aber gebraucht hätte er sie eigentlich nicht… 😉 Allerdings hatte der Checker auch seine Tanzgarde, durfte die letzten beiden Shows ebenfalls mit heißen Ladies auftreten, und auch Ines hatte ihre Stripperinnen im Hintergrund. Achte mal auf Menowins Performance – nur auf seine. Er hat eine ungeheure Bühnenausstrahlung, die nichts mit dem Drumrum zu tun hat. Unsympath? Sehe ich jetzt nicht so; eher vielleicht die schon beschriebene Labilität. Deshalb auch die Andeutung, dass eine große Karriere für ihn evtl. psychische Risiken bergen könnte. Let’s see! Danke für Eure Kommentare.

  6. Menowin hat den 80er Jahre Abend gerockt!
    Mit dem Track „Billie Jean“ hat er bei sehr vielen Zuschauern für Gänsehaut gesorgt..
    Ich gönne Ihm den Sieg bei DSDS!
    Gruß

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