DSDS 2010: Vier Kandidaten kämpfen in der 7. Mottoshow „Alt vs. Neu“ ums Weiterkommen

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Was für eine Woche! Ein Skandal hat den anderen gejagt bei Deutschlands beliebtester Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“: Erst wurde Mehrzad Marashi wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilt, dann wurde bekannt, dass Menowin Fröhlich seit Mittwoch „wegen familiärer Angelegenheiten“ aus Köln verschwunden war. Ohne auch nur eine einzige der offiziellen Proben wahrgenommen zu haben, soll er nun heute Abend gleich zwei Songs performen. Ob der Autodidakt in Sachen Musik aus Darmstadt das meistern kann? Ob die Kandidaten sich wieder lieb haben oder die Kluften noch tiefer sind? Wir bleiben heute Abend am Ball…

Die Songs der heutigen 7. Mottoshow:

Manuel Hoffmann
Neu: Chasing Cars – Snow Patrol
Alt: A Walk In The Park – Nick Straker

Kim Debkowski
Neu: Evacuate The Dancefloor – Cascada
Alt: Yes Sir I Can Boogie – Baccara

Menowin Fröhlich
Neu: Ayo Technology – Milow
Alt: Celebration – Kool & The Gang

Mehrzad Marashi
Neu: Crazy – Gnarls Barkley
Alt: Unchained Melody – The Righteous Brothers


Die Top 4 kämpfen um den Einzug ins Halbfinale.

(c) RTL / Stefan Gregorowius

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Offiziell gab RTL am Samstagnachmittag keine Stellungnahme ab, ob der lange Zeit als Favorit gehandelte Fröhlich nun zur Generalprobe erschienen ist oder nicht. Allerdings mehrten sich in den vergangenen Stunden die Stimmen im Netz, die Menowin am Studio gesehen haben wollen. Im DSDS-Magazin zumindest wurde Menowin ein Großteil der Zeit eingeräumt – also alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen? Oder gar ein abgekartetes Spiel? Man wird sehen… Zumindest weiß RTL, wie man die Spannung unter den Zuschauern aufrecht erhält. Nun, ab 20.15 Uhr wissen wir alle mehr. Mein Tipp war ja schon zur Mittagszeit, dass Menowin auftreten und auch eine gute Leistung abliefern wird. Wer weiß – vielleicht hat er ja doch geübt. Lest hier ab ca. 21 Uhr, wie der Abend verläuft…

Der Gruppensong ist heute „Crying at the Discoteque“. Ein Song mit wenig Text – und einer recht lahmen Choreografie, wenn man mal von Kims Sprung aus dem Osterei absieht. Trotzdem hält der angeblich „unerprobte“ Menowin gut mit. Als die Kandidaten zur Couch geleitet werden, steht zumindest eines fest: Er darf nicht als Letzter auftreten – diese Ehre gebührt heute seinem Erzrivalen, Mehrzad Marashi.

Manuel Hoffmann outet sich im Trailer als Formel-1-Fan und darf eine Runde auf dem Nürburgring fahren. Da kommt das Kind im Manne durch… Seine erste Nummer heißt „Chasing Cars“, und da kommen Erinnerungen an die Top-15-Show 2008 auf, als es Thomas Godoj mit diesem Song gelang, mehr als die Hälfte der Anruferstimmen unter 15 Kandidaten auf sich zu vereinen. Im Liegen beginnt Manuel zu singen, bietet eine saubere und gefühlvolle Show; lediglich die Stimme ist etwas zaghaft und nicht so kräftig, wie es passend wäre. Der Schluss – im Liegen – ist fast schon sexy, aber an die Leistung des DSDS-Siegers 2008 kommt er doch nicht ran. Muss er aber auch nicht. Für sich gesehen ist das eine souveräne Leistung, und der große Beifall im Coloneum zeigt das auch. Für Dieter Bohlen – der erwartungsgemäß den Vergleich zu Thomas Godoj scheut – ist Manuel ein „Überraschungsei“, das sich rasant gesteigert hat. Für Nina Eichinger ist Manuel in den vergangenen Wochen „erwachsen“ geworden, und Volker Neumüller grinst so zufrieden wie ein Bär, der Honig schleckt.

Kim „Gloss“ Debkowski hatte in dieser Woche ganz andere Probleme: Sie laboriert immer noch an einer Angina, ist angeschlagen. Trotzdem lässt sich das letzte Mädchen dieser Staffel nicht unterkriegen. „Evacuate the Dancefloor“ heißt ihr erster Titel, und ich finde, dass das ein Titel ist, der endlich mal zu ihr passt! Trotz starker Erkältung ist das Stück gut gesungen, Kim sieht niedlich aus wie immer. Auch der DJ, der den Gesangspartner stellt, singt gut und ist eine optische Augenweide. Leider sieht die Jury dies anders: „Meine Augen wollen mehr sehen, als meine Ohren ertragen können“, seufzt Volker, und Nina lobt zwar den Fleiß von Kim ausgiebig, aber nicht die Leistung. Dieter Bohlen möchte eigentlich nur Nettes sagen „… wenn da diese Scheiß-Stimme nicht wäre.“ Ganz schön hart – ich habe das allerdings auch wirklich anders gehört.

Menowin Fröhlich entwickelt sich ebenfalls zum Sorgenkind. Im Trailer tönt er noch: „Ich kann’s noch besser!“ Das klingt sehr selbstbewusst. Wo Menowin die Woche über war, wird mit keinem Wort erwähnt. „Ayo Technology“ sollte zu ihm denn eigentlich auch passen wie die Faust aufs Auge – doch was ist das? Er nuschelt am Anfang, was im frenetischen Fangeschrei weitgehend untergeht – zum Glück. Menowin wirkt unsicher, verhaut die Strophen total. Der Refrain, die lauten Stellen, kommen gewohnt souverän und mit Gänsehaut-Faktor, aber von einer konstant guten Leistung kann leider keine Rede sein. Er will, keine Frage, aber fehlende Proben machen sich eben doch bemerkbar. Schwächelt der Favorit auf der Zielgeraden etwa? Beifall und Buhrufe werden nach dem Auftritt laut; dieser Kandidat spaltet das Publikum. Dieter Bohlen: „Die Strophen waren eine Buchstabensuppe…“ Der Power-Produzent fordert, dass Menowin mehr an sich arbeiten soll. Nina vermisst die Leichtigkeit und Wärme, die Milo im Original transportiert und bemängelt, dass der Auftritt nicht durchdacht war. Volker schimpft gar, dass Menowin sein Talent mit Füßen treten würde. Der Kandidat ist sichtlich geknickt, den Tränen nahe, sprachlos.

Die schönste Geste dieses Abends: Als Menowin zur Kandidatenbank geht, wird er sofort von Manuel und auch Mehrzad umarmt. Sorgt die Krise für eine Versöhnung zwischen den beiden? Es wäre ihnen zu wünschen, denn der Streit scheint beide doch zu belasten.

Auch Mehrzad Marashi scheint gleichwohl Fans und Feinde im Publikum zu haben, denn Jubel- und Buhrufe mischen sich bei seinem Erscheinen auf der Bühne. Er durfte in dieser Woche Samurai spielen und sich im Schwertkampf üben. Allerdings gehört das nicht zur Choreografie seines ersten Auftritts, „Crazy“. Souverän tanzt er über die Bühne, hat zwar stimmlich nicht grade seinen besten Auftritt, unterhält aber bestens. Was seine Konzentration stören dürfte, ist sicherlich die Stimmung im Publikum: Seine Gegner – vermutlich vor allem die Menowin-Anhänger – stören permanent. Die Jury hingegen ist voll des Lobes:  „Du bist eine echte Institution geworden“, lobt Neumüller und lobt die konstant gute Leistung Mehrzads. Nina nennt ihn einen der besten Sänger (bei verbliebenen drei Jungs muss das wohl auch so sein) und rät ihm, trotz der Tumulte sein Ding durchzuziehen. Bohlen fand die Nummer toll, rät Mehrzad aber zu gefühlvolleren Nummern.

Rund zwei startet – die Oldies kommen. Manuel darf „A Walk in the Park“ unternehmen – und zeigt zum ersten Mal so richtig, was er tänzerisch drauf hat. Die Performance hat ihm sicher nicht die Oma gezeigt! Als „College Boy“ macht er munter Aerobic-Übungen, die Dieter Bohlen auf der Jury-Bank zum Lachen bringen. Gesanglich ist der Auftritt auch okay. Die Jury lobt durchgehend. Neumüller: „Daumen hoch!“ Er hatte endlich richtig Spaß bei einem Manuel-Auftritt. Nina findet Manuel wie ausgewechselt, und Bohlen ist überrascht, dass er auch tanzen kann.

„Yes Sir, I can Boogie“, verspricht Kim und singt den Baccara-Klassiker, der mich schon immer nervt, denn die beiden Damen damals konnten einfach nicht singen! Kim ist da schon besser, wenn auch nicht auf der Peak ihrer Leistungsfähigkeit, was wir getrost auf die Angina schieben können. Allerdings fehlt mir ein bisschen die Leidenschaft. Trotzdem: Ich finde die kleine Verwandlungsfee von Show zu Show sympathischer! „Die Titel, die Du nicht so richtig magst, kannst Du richtig gut singen“, stellt Dieter fest und sinniert über den Beginn seiner Produzenten-Karriere nach – die hat er nämlich dem Baccara-Titel zu verdanken. Indirekt, wohlgemerkt, nicht weil er selber das Duo produziert hätte. Nina ist von den weißen Overknee-Stiefeln Kims hin und weg, aber auch den Gesang fand sie gut, und endlich sind auch Volkers Augen und Ohren zufrieden.

Bei Menowins zweitem Auftritt wird es spannend: Schafft er es, eine gute Performance hinzulegen? Er startet mit einem Textpatzer gleich am Anfang. Einige Töne gehen daneben, die Choreografie wirkt etwas zappelig und arg improvisiert. Natürlich singt Menowin immer noch sehr gut, aber – ich wiederhole mich – man merkt deutlich, dass er weit unter seinen Möglichkeiten liegt. Trotzdem will ihn die Jury nicht nochmals abmahnen: Volker findet es toll, Nina viel besser als den ersten Auftritt, und Dieter meint: „Man merkt, dass bei Menowin die Nerven blank liegen.“ Er weiß, dass Menowin es besser kann und hofft, dass die Leute ihm noch eine Chance geben werden.

Fairplay von Menowin: Er fordert das Publikum auf, die Auftritte nicht durch Buhrufe zu stören – weder bei ihm noch bei Mehrzad. Sehr schön gesagt, und wahr! Denn was da im Coloneum heute Abend abgeht, ist schlichtweg unfair!

Der letzte Auftritt des Abends gehört Mehrzad. Darauf habe ich mich schon gefreut, denn die „Unchained Melody“ hatte ich mir für ihn diese Woche schon gewünscht. Wer hat mich da wohl gehört? 😉 Diese Nummer ist sehr anspruchsvoll, mit vielen Stimmwechseln, aber gerade das ist Mehrzads „Königsklasse“. Am Oldstyle-Mikro scheint er in eine eigene Welt zu versinken, in dem Lied aufzugehen. Großes Kino! Auch Dieter Bohlen lobt die tolle Leistung bei diesem „wahnsinnig schwierigen Titel“. Nina: „Unglaublich. Sing genau so weiter!“ Und auch Volker Neumüller ist begeistert. Hüte – das Markenzeichen Mehrzads – fliegen auf die Bühne.

Marco Schreyl verkündet den Zwischenstand bei den Telefon-Votings: 15 % hat der letzte, 20,8 % der dritte Platz. Das heißt, die ersten beiden Plätze teilen sich 64,2 %. Bei der Jury-Prognose denken Neumüller und Eichinger, dass Manuel und Mehrzad sicher sind; sie sehen in Kim und Menowin die Wackelkandidaten. Bohlen prognostiziert, dass Kim in Gefahr ist.

Was denkt Ihr? Ich befürchte auch, dass Kim heute gehen muss. Menowin? Auch wenn seine Leistung heute nicht top war, kann ich mir nicht vorstellen, dass er rausfliegt. Dafür hat er schon zu viele Fans. Ich tippe immer noch auf ein Finale zwischen Mehrzad und Menowin – die mit Abstand stärksten und ausdrucksfähigsten Sänger dieser Staffel.

Zeit für die Entscheidung. Wer wird weiterkommen, wer fliegt raus? Als erstes muss Mehrzad Marashi nach vorne. Um Schreyls Geschwafel abzukürzen, sage ich nur: Lange Rede – kurzer Sinn: Mehrzad ist auf Anhieb weiter.

Kim Debkowski hingegen muss noch warten. Spätestens jetzt bitte ich Marco Schreyl inständig, was für den Umweltschutz zu tun:

MARCO, REDE SCHNELLER – SPARE STROM!!!

Denn wenn er schneller macht, kommen alle früher nach Hause, und die energieintensiven Scheinwerfer können früher ausgeschaltet werden.

Kim muss warten. Dann kommen Manuel Hoffmann und Menowin Fröhlich nach vorne. Hysterisches Gekreische von den Fanblocks. Gefühlte 25 Stunden später  steht fest: Menowin ist weiter! Vor Freude rennt er zu seinem Fanblock.

Es bleiben Kim und Manuel. Die beiden, die nicht das erste Mal dort vorne stehen. Und dann fällt die Entscheidung. Dieter Bohlen hat recht gehabt: Kim muss die Show verlassen – Manuel ist weiter! Somit stehen drei Männer im Halbfinale. Marco Schreyl möchte von Kim, die sich erstaunlich tapfer schlägt, wissen, wie es sich anfühlt, das beste Mädchen im Wettbewerb zu sein. „Es fühlt sich geil an“, sagt Kim.

4 Kommentar

  1. Wenn das mit Kim nix wird (und es wird nix mit Kim), dann sollte sie unbedingt in die Modebranche wechseln.

    Ansonsten: Manuel erstaunlich „gut“.

    Mehrzad gefällt mir nach wie vor. Menowin gefällt mir immer weniger. Mir fehlt die Hingabe, die er in früheren Shows gezeigt hat.

  2. Ich wünschte, dass meine Worte in RTL veröffentlicht würden…
    Mehrzad ist super, ganz klar… Manuel rückt nach, er hat sich mehr als toll entwickelt…
    Doch ich drücke die Daumen für Menowin – er hat eine tolle Stimme, einen super Sound, bewegt sich und sieht mit seinen Sommersprossen und wunderschönen blauen Augen klasse aus…. Wäre ich jünger, Mädels ich würde um ihn kämpfen, doch ICH würde ihn am liebsten adoptieren, weil ihm einfach das soziale Netz fehlt, was mir mehr als leid tut.
    ICH WÜNSCHE MENOWIN -SO ODER SO- DAS ALLERALLERBESTE.

  3. Mehrzad und Manuel haben heute jeweils zwei wirklich gute Leistungen abgeliefert. Für mich ist es auch Kim, die gehen muß oder vielleicht sogar Menowin, wenn seine Fanbase aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen teilweise den Spaß an ihm verloren hat. Sehr spannend, die heutige Entscheidung!

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