DSDS 2010 – Heute gibt es Ballermann und Balladen – wir sind live dabei!

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Manuel Hoffmann
Ein Stern (Der Deinen Namen Trägt) – DJ Ötzi und Nik P.
Sorry Seems To Be The Hardest Word – Elton John

Thomas Karaoglan
Das Geht Ab – Frauenarzt und Manny Marc
Stand By Me – Ben E. King

Kim Debkowski
Du Hast Mich Tausendmal Belogen – Andrea Berg
Almost Lover – A Fine Frenzy

Mehrzad Marashi

Boombastic – Shaggy
Hard To Say I m Sorry – Chicago

Menowin Fröhlich

What Is Love – Haddaway
How Deep Is Your Love – Bee Gees

Ballermann und Balladen? Was um alles in der Welt ist das denn für ein Motto? Da musste ich doch erstmal googeln, was ein „Ballermann“-Hit überhaupt ist. Das Ergebnis lässt einem die Haare zu Berge stehen – und Bilder von vollen Sangria-Eimern, rotzbesoffenen Partyfreaks in Unterhosen und Tennissocken und auf dem Tisch tanzenden barbusigen Go-Go-Girls vor dem inneren Auge erstehen. Brrr… das nackte Grausen!

Zum Glück wird – wie bei DSDS üblich – der Mottotitel nicht besonders streng ausgelegt, und so fallen die Titel, welche die Kandidaten heute Abend singen, zum großteil nicht ganz in das Raster der „Ballermann-Party-Kracher“. Naja, zumindest die beiden als „Favoriten“ geführten Jungs, Menowin und Mehrzad, haben mit „What is love“ respektive „Mr. Boombastic“ irgendwie das Thema verfehlt – zum Glück!!! Ob Kim wirklich was mit Andrea Berg anfangen kann? Ob Manuel wohl großes Lampenfieber hat, jetzt, da er so plötzlich wieder in die Show zurückkehren durfte? Ob der „Checker“ seine Ballade versauen wird? Mal wieder Fragen über Fragen… eins kann man „Deutschland sucht den Superstar“ nun wirklich nicht vorwerfen: Dass es langweilig wäre. Lest hier, wie der Abend läuft – ab ca. 21 Uhr aktualisieren wir die Seite laufend…

Los geht’s mit dem aufgewärmten Drogenskandal der Vorwoche. Dieter Bohlen zeigt sich „geschockt“ – wusste der „Poptitan“ etwa wirklich nicht, wie es um Orosz stand? Naja, kann man glauben oder nicht. Marco Schreyl begrüßt die Gäste im „deutschen Mallorca“ zur Beachparty und verspricht Rambazamba und große Gefühle, während ein Punk in engen Goldhöschen der Jury Cocktails serviert. Dann dürfen die Kandidaten zum üblichen Auftakt-Gruppensong ran. In recht merkwürdigen Outfits machen sie einen auf Robinson-Club-Ferienanimateure, wobei sich der „Checker“ am wohlsten in seinem Farbklecks-Pastell-Outfit zu fühlen scheint. Danach folgt der Rückblick auf die missglückte Autogrammstunde in Bochum.

Alle Infos zu „Deutschland sucht den Superstar“ im Special bei RTL.de: www.rtl.de/cms/unterhaltung/superstar.html

(c) RTL / Stefan Gregorowius

„Ballermännchen“ Thomas Karaoglan macht den Anfang. Der Kickbox-Trainer zeigt sich im Trailer von seiner kinderlieben Seite. Auf jeden Fall ist der Junge um Längen sympathischer als der „Checker“ aus Staffel 5, Benny Herd. Allerdings leicht beratungsresistent: Versemmelte Töne beim letzten Auftritt will er nicht bemerkt haben. Trotzdem übt er fleißig mit seiner hübschen blonden Tanzlehrerin einen neuen Tanzschritt ein. Den zeigt er mit „Das geht ab“ – und da ist er wieder, der coole Checker! Der ist hier natürlich voll in seinem Element. Ich hab an dem Auftritt nichts auszusetzen; stimmlich ist das nicht grade anspruchsvoll, aber das ist sicher nicht der Sinn des Songs. Von Schreyl erfahren wir, dass Thomas Haare auf der Brust kriegt und dass „Atzen“ in der HipHop-Sprache „Kumpel“ bedeutet. Und Thomas erhält von Dieter den lang ersehnten Ritterschlag: „Bisher warst Du heute der Beste.“ Ha-Ha… Gelobt wird aber kräftig: Bombentitel, besser gesungen als das Original, meint Bohlen, offenbar auf Kuschelkurs. Nina fand den kleinen Superproll unglaublich gut, und Volker will der Atze von Thomas sein.

Manuel Hoffmann hat eine turbulente Woche hinter sich: Erst rausgeflogen, dann zurückgeholt. Das hat er gut verkraftet, und zum Wiedereinzug ins Loft gibt’s eine Umarmung von Kim, die ihn „Schnuckiputzi“ nennt. Ist sie etwa für die geheimnisvollen Knutschflecke verantwortlich? Singen tut Manuel „Ein Stern“, der schon von verschiedenen Schlagersängern durchgenudelt wurde. In weißer Hose, weißem Shirt mit rotem Stern – „Oma“ steht drauf – legt Manuel los. Zum Ballermann-Titel dürfen männliche und weibliche Go-Go-Tänzer/-innen zeigen, was auf der Mittelmeerinsel unter Anmache verstanden wird. Und ich dachte schon nach der Entrüstung von RTL über Helmuts weiße Lines, dass der Privatsender doch ein Familienprogramm bietet??? Kleiner Scherz am Rande… Zurück zur Musik: Naja, meine Richtung ist das nicht – und auch nicht die von Manuel, ganz offensichtlich. Gut gesungen, aber etwas mechanisch. Steckt halt nicht sein Herzblut drin. Dafür fliegt nach dem Auftritt ein roter BH auf die Bühne. Volker hat es ganz gut gefallen, aber auch er hat die Partystimmung vermisst.  Nina hört es zum ersten Mal von gröhlenden Besoffenen im Bierzelt; von daher ist sie zufrieden. Dieter unterstellt ein Feeling wie bei einer „Liebesnacht mit einem Betonklotz“.

Kim „Gloss“ Debkowski wäre gerne diejenige, die eine Marktlücke auf dem deutschen Musikmarkt füllt: Die der ausgeflippten Sängerin nämlich. Außerdem würde sie gerne mit Marco Schreyl zum Shoppen gehen. Aber ob er das will? „Du hast mich tausendmal belogen“, singt sie in einer etwas lahmen Version des Andrea-Berg-Schlagers ins Mikro – und siehe da: Das Mädel hat eindeutig eine Ader für Schlager! Wer hätte das gedacht? Kims Stimme kommt bei der Nummer so gut zur Geltung wie in den ganzen vorhergehenden Mottoshows nicht. Und mir wird langsam unheimlich, dass Dieter Bohlen genau die selben Gedanken wie ich zu haben scheint. Auch er war total überrascht und fragt Kim: „Warum soll es nicht ne Lady Gaga in der Schlagerwelt geben?“ Nina kannte das Lied (mal wieder) nicht, aber es hat ihr gefallen, und sie lobt Kim, dass diese trotz Erkältung so gut mithält. Volker meint schlicht: „Das passt ja echt wie Arsch auf Eimer!“ Styling-Queen Kim überreicht ihrem Lieblingsmoderator Marco noch einen Glitzer-Feder-Schmetterling zum Anstecken – hach, sie würde ihn halt so gerne stylen!

Mehrzad Marashi durfte kürzlich seine Fähigkeiten als Schauspieler unter Beweis stellen. Allerdings vermutlich schon vor mehr als einer Woche, denn Helmut Orosz war auch noch mit von der Partie, um eine kleine Rolle in der Serie „Alles, was zählt“ zu übernehmen. Und was haben die Jungs gespielt? Richtig, sich selber. Und singen durften sie auch. „Kollege“ Norman Kalle attestiert Mehrzad Talent. Der junge Sänger hat sich als „Ballermann-„Nummer den Titel „Mr. Boombastic“ rausgesucht. Ultracool gestylt betritt er die Bühne – der obligatorische Hut, Sonnenbrille, Tänzerinnen. Stimmlich kriegt er vermutlich keinen Preis für diesen Auftritt, aber die Show macht’s in diesem Fall, und witzig ist es auch, dass er seine Stimme beim Rappen absichtlich verstellt. Groovige Tanzbewegungen und sichtlich Spaß auf der Bühne gleichen locker die Anspruchslosigkeit der Gute-Laune-Nummer aus. Volker bescheinigt Mehrzad denn auch, dass Balladen seine Königsdisziplin wären, wenngleich die Nummer gut umgesetzt worden sei. Nina fand es „unglaublich locker, lustig und charmant“. Dieter lobt zwar den tollen Auftritt, hängt aber ein Aber hintenan: Shaggy sei ein schlechter Sänger, Mehrzad ein guter. Deshalb solle er sich bessere Titel raussuchen. Sei’s drum – mir hat es gefallen!

Und spätestens jetzt fällt an diesem Abend auf, dass auf der Kandidatenbank Favorit Menowin Fröhlich nie ins Bild kommt. Während die anderen Kandidaten sich nach dem Auftritt umarmen und beglückwünschen, bleibt Menowin offenbar lieber sitzen. Im anschließenden Trailer zu Menowins Auftritt scheint sich die Sache selbst zu erklären. „Ich werde mir den Titel nicht stehlen lassen“, lautet die Aussage von Menowin, die man auch als Kampfansage werten könnte. Er wolle keinen anderen gewinnen lassen, verkündet der 22-Jährige, und irgendwie klingt das nicht nach der bisher nach außen propagierten Harmonie. „What is Love“ hat sich Menowin als ersten Titel rausgesucht, und man merkt ihm den Ehrgeiz an: Er liefert tänzerisch voll ab, singt etwas angespannt – und versemmelt den Text. Trotzdem: Die Haddaway-Nummer passt super zu Menowin und seiner Stimme, und auch wenn der Auftritt nicht perfekt ist – supergut ist er allemal noch. So gibt es denn auch energische Zugaberufe aus dem Publikum. Dieter Bohlen bezeichnet den Auftritt als den besten im ersten Durchgang, gibt Menowin aber eine Mahnung mit auf den Weg zur Kandidatenbank: Die Nuschelei muss er in den Griff kriegen! Nina Eichinger verdient sich heute meinen Respekt, denn sie entwickelt sich im Lauf dieser Staffel endlich zu dem, was sie sein soll: Eine Jurorin mit eigener Meinung! Recht harsch geht sie mit dem Favoriten ins Gericht, rügt seine Texthänger und setzt sich durch gegen die Buh-Rufe aus dem Publikum. Volker Neumüller setzt noch eins drauf und sagt: „Ich glaube, Du spielst ein gefährliches Spiel!“ „Glaub nicht, dass Dir hier was geschenkt wird!“ Schreyl fragt Menowin: „Du bist ziemlich siegessicher. Bist Du der Beste?“ Menowin zögert. „Für mich – ja!“ Als er bei der Kandidatenbank ankommt, gibt es keine Umarmungen…

Runde zwei wird eingeläutet – jetzt sind die Balladen an der Reihe. Thomas mutiert ratzfatz vom Checker zum Schwiegermutterschwarz: Weißes Jackett, schwarze Anzughose, Hemd und Fliege. Dazu ein altmodisches Standmikrofon – fertig ist der Style der Sechziger. „Stand by me“ liefert er voll ab, mit Gefühl, Handkuss für Nina und ganz anders als gewohnt! Mich hat er damit überzeugt – auch wenn seine Stimme noch nicht voll ausgereift ist, aber aus dem Bürschchen könnte wirklich was werden. Volker: „Du hast mich echt beeindruckt!“ Nina: „Super!“ Dieter lobt die Titelauswahl und hat noch ein Geschenk für den 17-Jährigen. Dieser bekommt ein Bild von Carina, der Freundin Bohlens, für die er so schwärmt. Aber leider, leider ist nicht das Objekt der Begierde darauf abgebildet, sondern Alice Schwarzer… Hoffentlich beeinträchtigt dies nicht die Pubertät des jungen Mannes nachhaltig negativ. 😉

„Sorry seems to be the hardest word“, schmachtet Manuel, und er singt das Stück auch sehr schön. Er hat den richtigen Schmelz in der Stimme und läuft nach anfänglichen Unsicherheiten zu Höchstform auf. Trotzdem fehlt mir bei ihm der persönliche, prägende Effekt, der viel beschworene „Wiedererkennungswert“ eben, den ein Künstler haben sollte, wenn sein Stück im Radio läuft. Auch das Outfit gefällt mir jetzt nicht sooo gut – die englische Flagge als Jackett – was soll uns das nun sagen? Dieter Bohlen meint: „Auf jeden Fall ist das Deine Baustelle!“ und dankt Manuel nochmals dafür, dass er in die Sendung zurückgekommen ist. Nina fand’s ganz toll, für Volker war es gar der beste Auftritt, den Manuel je abgeliefert hat.

Ein atemberaubendes Bühnenoutfit hat sich Kim für „Almost Lover“ zugelegt: Als Femme fatale räkelt sie sich auf einem roten Sessel; wirkt einige Jährchen älter als die 17-Jährige wirklich ist, und setzt den Text des Songs wunderbar in Szene. Nur leider hapert’s mit dem Töne treffen. Schade, schade… ausgerechnet bei der Andrea-Berg-Nummer hatte sie doch gezeigt, wie’s geht! Volker meint gar: „Das wird ganz schwer für Dich werden.“ Nina will nächste Woche gerne den Gesang aus der ersten Nummer mit dem Auftritt der zweiten kombiniert sehen, aber Dieter fand es eher zum Schniefen. Womit wir wieder beim Thema Erkältung wären. Leider hat Kim aber auch schon in den vorigen Mottoshows gesanglich geschwächelt. Zumindest kriegt Kim beim Abmarsch eine Trost-Umarmung von Menowin – doch alles nur halb so wild wie am Anfang angenommen? Mal sehen…

Mehrzad, liebevoller Papa, der die Windeln wechselt und auch kocht (sagt seine Lebensgefährtin), singt „Hard to say I’m sorry“. Ich mag ja die Falsettstimme im Original nicht sonderlich. Was Mehrzad hier draus macht, ist unglaublich gut. Der Mann ist wirklich ein Profi: Jeder Ton sitzt, ohne dass es langweilig wirkt – und er macht was ganz Eigenes draus! Wenn er so singt, würde ich ihm vermutlich auch alles verzeihen… 😉 Dieter Bohlen sagt denn auch ganz zurecht: „Mehr Gefühl geht nicht.“ Das Original hätte die Fledermäuse ins Koma gesungen – Mehrzad könnte das Gegenteil erreichen. Auch Nina zeigt sich auf der ganzen Linie begeistert, und Volker lobt: „Mehrzad at his best!“ Die Stimme geht ihm unter die Haus – „Mehr kann ich gar nicht ertragen!“

Den Abschluss darf heute Menowin machen. Er fragt sich „How deep is your Love?“ – ob er da wohl seine Fans meint? Ohne Frage hat Menowin unglaubliches Talent. Aber irgendwie habe ich heute den Eindruck, dass er sich einerseits schon etwas zu sicher ist, die Staffel zu gewinnen, andererseits aber langsam mit dem psychischen Druck zu kämpfen hat. So wirkt er heute bei beiden Auftritten nicht hundertprozentig konzentriert, was er sonst immer war. Der Auftritt selbst ist wie immer super abgeliefert; vor allem in den lauten Passagen zeigt Menowin, was er kann. So „entfacht“ er Volkers „Liebe neu“, wobei dieser auch jetzt wieder einige mahnende Worte fallen lässt. Nina gefällt es auch viel besser als der erste Durchgang, und von Dieter als bekennendem Bee-Gees-Fan gibt es auch volles Lob.

Die Auftritte sind vorbei; jetzt heißt es wieder warten. Laut Jury-Prognose wird es vermutlich für Kim und Manuel eng, wobei Bohlen es durchaus auch für möglich hält, dass ein anderer fliegen könnte. Denn je weiter es aufs Finale zugeht, desto unberechenbarer wird das Feld. Laut Einblendung liegen die beiden hinteren Plätze – also 4 und 5 – nur Bruchteile auseinander: Ein Kandidat hat 16,0 %, einer 16,3 %. Wenn das nicht die Anruferflut fördert, was dann? 😉

Es heißt wieder Zittern: Thomas muss warten, auch Manuel ereilt dieses Los; zu ihnen gesellt sich Kim. Direkt weiter ist nur Menowin, dann Mehrzad, der mit Kim vorne stand. Die Überraschung: Manuel ist weiter! Publicity zieht eben!

Nun wird ganz auffällig, dass etwas nicht stimmt zwischen den Kandidaten: Mehrzad lässt sich von der Jury gratulieren, Menowin steht daneben, rührt sich nicht. Doch wer muss gehen? Dramatische Minuten, dann nennt Marco Schreyl den Namen: Kim darf nächste Woche wiederkommen! Alles stürmt nach vorne, umarmt Thomas, der sich tapfer schlägt, und Kim – doch wo ist Menowin? Was passiert da? Keine Frage – es bleibt spannend…

4 Kommentar

  1. Ich wäre dafür, die Sendung umzubenennen in „Deutschland sucht den Schlagerstar“. Denn das seichte Geträller liegt den „Sängern“ eindeutig am besten!

  2. Wie immer treffend auf den Punkt gebracht, cat.

    @Kiki: „seichtes“ Geträller… das waren die Balladen… da fehlt ein echter Rocker – wobei ich Herrn O. nicht als solchen empfand 😉

  3. Sehr treffend geschildert, Cat! Daß der Checker gehen mußte, war eine kleine Überraschung.

    Und daß Menowin von sich selbst so überzeugt ist… macht ihn mir einfach nicht sympathischer. So sehr ich mich bemühe, ihn und seinen Gesang neutral zu werten; es will mir einfach nicht gelingen. Wieso nur habe ich immer das Gefühl, daß Menowin ständig ein Klappmesser in der Hose mit sich trägt? Er trägt eine Verbissenheit und Aggressivität mich sich herum, die einfach unangenehm ist. Kleine Mädchen merken so etwas noch nicht. Die sind zu beseelt von dem Gedanken, einem „Ex-Knacki“ auf die Sprünge zu helfen. Dabei bin ich mir sicher, daß er eher etwas dazulernen würde, wenn man ihn in eine stinknormale Lehre stecken würde!

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