DSDS 2010 – Medienhetze gegen Menowin: Eine Schlammschlacht nähert sich ihrem Ende

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Heute nun ist es soweit: Der Sieger von „Deutschland sucht den Superstar“ wird gewählt. Doch an dieser Stelle soll es einmal nicht in erster Linie um die Musik gehen. Denn „DSDS“ ist eine Show, und dass auch hier der Unterhaltungswert vor dem musikalischen Inhalt steht, ist bekannt. Trotzdem ist es bislang in jeder Staffel gelungen, dass am Ende ein talentierter, guter Sänger bzw. Sängerin den Titel erlangt hat. Doch was passiert dieses Jahr? Lest hier meinen persönlichen Kommentar zur Medienhetze gegen Menowin Fröhlich.

Also alles in Butter? Mitnichten. Denn was im Verlauf der vergangenen Jahre immer mehr in den Vordergrund rückte – nämlich das Medienspektakel um die „Neben-Kriegsschauplätze“ außerhalb der Bühne – wurde in diesem Jahr auf die Spitze getrieben. Für RTL und das Sendungskonzept war ein Kandidat ein Glückstreffer sondersgleichen: Jugendlicher Krimineller, Knast, Flucht, drei uneheliche Kinder – und dazu ein herausragendes Gesangstalent und Charisma. Wow! Der Stoff, aus dem die Träume der Privatsender sind. Nun hätte es so einfach sein können: Menowin Fröhlich packt es – oder nicht. Den Willen hatte er ganz augenscheinlich, lieferte Spitzenleistungen ab. Doch dann, auf einmal, gerät der Favorit ins Straucheln, verpasst Termine, probt nicht mehr. Was ist da passiert?

Musiktipps24 hatte alle drei Halbfinalisten im Interview. Alle drei wirkten freundlich, motiviert und zielstrebig. Und jemanden, mit dem man sich über seine Zukunft, Wünsche und Vorstellungen unterhält, muss man mit Respekt behandeln. Das zumindest ist meine Maxime, und ich richte mich danach. Daher war es auch nie mein Anliegen, auf die ganzen Bild-Berichte und sonstigen Horrormeldungen großartig anzuspringen – man kennt das ja aus den vergangenen Staffeln: Je näher das Finale rückt, desto mehr rücken die Kandidaten in den Focus der Boulevard-Presse. Drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass gewisse Blätter eine große Schublade hätten mit Skandalgeschichten, die man nach Belieben medienwirksam rausholen und in Szene setzen kann. Ob nun Manuel Hoffmann mit pikanten Bildern konfrontiert wird oder Mehrzad Marashi ein Führerschein-Problem hat… jau, sind wir alles schon gewöhnt. Letztendlich hat es die Zuschauer aber kaum je wirklich tangiert, wenn es zum Telefon-Voting kam.

Aber dieses Jahr hat es Menowin Fröhlich geschafft, dass sich die Medien fast ausschließlich auf ihn stürzen. Und tatsächlich: Der 22-Jährige wirkt augenscheinlich labil und manipulierbar. Ein Mensch, der in zerrütteten Verhältnissen aufwuchs, schon in der Kindheit mit Gewalt, Drogenmissbrauch und Beschaffungskriminalität konfrontiert war. Kein Schulabschluss, kein Zukunftskonzept. Während der ersten Teilnahme an „Deutschland sucht den Superstar“ dann der Supergau: Verhaftung während des Recalls, zwei Jahre Gefängnisstrafe – auch wieder medienwirksam in Szene gesetzt. Wann hatte dieser Mensch eigentlich Zeit, zum Erwachsenen zu werden? Verantwortung zu zeigen, als Persönlichkeit zu reifen? Ein ordentlicher Bewährungshelfer würde ihm sicher raten: Mach Deinen Schulabschluss, versuche, eine Ausbildung zu machen, arbeite, bis Du schwitzt, um Dein täglich Brot zu verdienen. Nur so wirst Du erwachsen und verantwortungsvoll, mein Junge.

Statt dessen führt Menowins erster Gang wieder zur Castingshow. Er kann singen, er will es auch. Und doch ist DSDS mit Sicherheit das falsche Sprungbrett in eine strahlende Zukunft. Denn der junge Mann ist dem Druck offensichtlich nicht gewachsen. Gelingt es ihm, die Spannung und den Druck anfänglich noch in Energie und Bühnenpräsenz umzusetzen, macht der Akku irgendwann schlapp. Als seine Tante ins Krankenhaus muss, bricht das Kartenhaus vollends zusammen: Menowin verfällt in das alte Muster. Statt zu üben, geht er ins Tattoo-Studio, statt mit den anderen Kandidaten im Loft zu wohnen, zieht er ins Hotel. Sondert sich ab, kocht sein eigenes Süppchen, fühlt sich von der Umwelt verraten. Doch wer hat ihn verraten, und wie?

Spätestens zu dem Zeitpunkt, als Menowin das erste Mal das Loft verließ, um ans Krankenbett seiner Tante zu eilen, hätten wohlwollende Medienberater da sein müssen, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was hätte ich gemacht, wenn ich in der entsprechenden Position gewesen wäre? Ich hätte ihm geraten, sich von den Mitbewerbern zu verabschieden und zu erklären, warum ich weg bin. Hätte ihn nicht in die Disco in Ingolstadt fahren lassen (glaubt wirklich jemand, dass er dort seinen Auftritt vorbereiten musste?). Hätte für seine Rückkehr spätestens am Freitag gesorgt. Indem ich mit ihm geredet hätte. Stattdessen wird die Sache wieder lang und breit in Deutschlands größter Boulevard-Zeitung ausgeschlachtet. Großartig. In der Finalwoche fehlt er wieder in den Proben, scheint vollends in das verhängnisvolle alte Lebensmuster zurückgefallen zu sein, berauscht von seinen vielen Fans und dem Glauben, dass er auf jeden Fall gewinnen wird, weil er einfach der Beste ist.

Fakt ist, dass sich Menowin sicher ins Fettnäpfchen gesetzt hat und kein Unschuldslamm ist. Fakt ist meines Erachtens aber auch, dass ihm ganz offensichtlich die menschliche Reife fehlt, um sein Tun wirklich überschauen zu können. Und dass es im Haifischbecken des Medienzirkus‘ viele gibt, die dieses Manko gnadenlos ausschlachten. Laut der – auf welchem Weg auch immer – urplötzlich aufgetauchten Polizeiakte des Herrn Fröhlich hat sich dieser seit vier Jahren nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Alle Vorwürfe, die momentan gegen ihn erhoben werden, sind unbewiesen und daher nach aktuellem Stand zu vernachlässigen. Das sollte man sich vor Augen halten. Und trotzdem wird jetzt von der Bild-Zeitung eine Medienkampagne ins Leben gerufen, die einer Hetzjagd gleicht. In meiner Schulzeit war „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ eine Pflichtlektüre. Ein Buch, das die Zerstörung eines Menschen durch die Boulevardpresse zum Inhalt hat. Mich das es damals sehr beeindruckt, und obwohl es Jahrzehnte her ist, dass dieses Werk veröffentlicht wurde, ist es aktuell wie nie zuvor. Es ist immer noch der Schein, der in der heutigen Welt zu zählen scheint. Was Quote macht, ist rechtens, lautet die gängige Crux. Die Masse glaubt, was sie glauben will, statt selbst zu denken.

Mein Fazit lautet: Leute, schaltet Euer Hirn ein. Und legt den ganzen Medienrummel mal zur Seite, denkt nach, warum was wann erscheint und was damit von wem bezweckt werden soll. Das ist menschenverachtend bis ins Mark, was hier abläuft. Das hat nichts mehr mit Journalismus zu tun. Abgesehen davon denke ich trotzdem, dass Menowin Fröhlich diese Staffel wohl besser nicht gewinnen sollte. Weil es ihn vollends kaputt machen wird. Ich würde mir wünschen, dass ihm jemand eine ehrliche, faire Chance gibt, in Ruhe zu reifen, Schul- und Ausbildung zu machen und dann das zu verwirklichen, was er tun kann und möchte: Ein guter Vater sein, seine Kinder finanziell zu unterstützen und – Musik zu machen. Mit dem Wissen, wie man in der Branche überlebt. Schönes Wochenende noch.

15 Kommentar

  1. Toller Artikel, ich habe auch schon an die info@ von Bild geschrieben wie niederträchtig ich diese Kampagne finde. Das tun hoffentlich auch noch mehr.

  2. Was für ein kluger Artikel . Fürchte nur , daß ihn nur diejenigen DSDS Beobachter lesen werden , die ohnehin schon seit längerem ihr Hirn eingeschaltet haben.

  3. Super Artikel! Auch ich bin der Meinung, dass ein Sieg für Menowin die schlechteste Chance wäre, die er für sein künftiges Leben als verantwortungsvoller Erwachsener bekommen könnte.

  4. Super Artikel, habe auch schon einen Kommentar bei BZ geschrieben aber leider druckt die BZ keine PRO-Menoin Kommentare

  5. Meiner Meinung nach ist Menowin ein Naturtalent und ich wünsche ihm vom ganzen Herzen den Sieg. Er kämpft für seinen Traum und sein Traum soll sich erfüllen, denn er würde unsere Musikwelr um einiges bereichern.

  6. Melowin kannst du an zig Berater ect. Bewährungshelfer geben. Menschen wie Melowin ist nicht zu helfen. Und wenn er Super Star wird.. zweifle ich am Verstand der Leute die ihr Geld zum Fenster raus werfen .. beim telefonieren.. Vielleicht besser spenden für : Kinder von Melowin.. auch sie brauchen eine Zukunft! Und nicht schon wieder eine Generation die Aufgrund von Vater Mutter in der Strafwelt untergehen. Wenn ihr Melowin einen Gefallen tut wollt.. werft das Geld nicht zum Fenster raus… laßt ihn verlieren.. Er muß erst einmal Verstand bekommen

  7. Also zu den letzten beiden Beiträgen möcht ich folgendes sagen:

    Er ist jetzt „erst“ 22 Jahre alt! Nach seiner Kindheit und Jugend und seinen Fehlern, die er gemacht hat…
    und offensichtich bereut!!!…

    kann man ihn nicht in einen „Topf“ mit Schwerverbrechern stecken!

    Ich bin 48 Jahre alt, hab 2 „gut geratene“ Kinder mit Abi und tollem Job mittlerweile.Ich bin Hausfrau und seit heute mit meiem Mann 28 Jahre verheiratet. Alles toll, wie man so schön sagt!

    Trotzdem: Würde ich wie gesagt einem jungen Menschen, der mal gestrauchelt ist, immer eine Chance geben und ich ärgere mich eben maßlos, das Mehrzad den Sieg zu einem Großteil mit „falschen“ Mitteln errungen hat!!!!!
    Die Fans der „Kücken“ schon wochenlang zu beeinflussen, nur dass er dann gewinnt! Find ich armselig und auf solch einen Sieg würd ich ehrlich gesagt „sch…“

    Hätten die beiden sich das mal unter sich ausmachen können………

    Menowin- und Mehrzad-Fans!

    Ohne Manuel, Kim und Thomas „Checker“-Fans wie Mehrzad das eingefädelt hat.

    Er hat ja schon Mittwoch im Interview siegessicher gesagt: “ Den Sieg hab ich eh schon in der Tasche, wenn Manus Fans anrufen!

    Danach sagt Manu noch, er wird Kim und Thom noch bequatschen!!!!!!!!!!

    Ich hoffe, dass Mehrzad mit soooo einem Sieg leben kann!

    Obwohl, wie er ihn errungen hat, hat er keine Selbstachtung und ihm ist scheinbar nur der Sieg wichtig gewesen, egal mit welchen Mitteln.

    Ich sag dazu nur noch: Das Leben belohnt oder bestraft einen!

    Mehrzad wird in der Zukunft sicher einer der Bestraften sein und mit diesem erschwindelten Sieg nicht glücklich werden !

  8. Und was ist mit den Leuten die täglich ihr Geld aus dem Fenster werfen um sich die Bildzeitung zu kaufen? Sollten die das Geld nicht auch lieber spenden um der Jugend eine bessere Bildung zu ermöglichen?
    Ich denke, daß es sehr oft der 2. Sieger war, der Karriere gemacht hat. Was zählt ist letztendlich Ausstrahlung und Stimme. Und das hat Melowin.

  9. Ja… aber im Leben zählt immer mehr.. nicht nur Stimme.. sorry AUSSTRAHLUNG.. suchte ich bisher vergebens… Wer mir nicht in die Augen schauen kann und ein verbissenes Gesicht zeigt… dem fehlt es wohl gerad daran

  10. Zu Marischu: Ich selber bin auch Muter von genau solchen Kindern wie du es bist… Und genau deshalb habe ich die Einstellung. Meine Kinder haben durch Disziplin, Umgangsformen und hatte Arbeit ihren Wege gemacht. Hingegen sie heute mit ihrem Gehalt eine große Anzahl an Menowin unterstützen.. Sorry, wer mit 22 .. in der Lage ist 3 Kinder in die Welt zu setzen sollte verantwortungsvolle mit allen Dingen die ihm als 2 Chance gegeben werden umgehen.

  11. ich habe noch nie so einen guten Bericht über Menowin gelesen wie diesen was über Menowin bei bild geschrieben wird kann man als hetzjagd bezeichnen habe den Eindruck man wollte mit Gewalt verhindern das er Superstar wird er hat ein Recht auf eine Zukunft durch sein großes Talent in der Musik seinen Weg zu finden man kann es einfach nicht mehr hören knaki oder exknaki ergötzen sich die Menschen daran ich frage mich wo bleibt die Menschlichkeit ist sie verloren gegangen jedenfalls kann Menowin Menschen begeistern von seinem können Mehrzad muß es jetzt beweisen das er die Kassen zum klingeln bringt sonst wird er bald vergessen sein

  12. ich habe noch nie so einen guten Bericht über Menowin gelesen wie diesen was über Menowin bei bild geschrieben wird kann man als hetzjagd bezeichnen habe den Eindruck man wollte mit Gewalt verhindern das er Superstar wird er hat ein Recht auf eine Zukunft durch sein großes Talent in der Musik seinen Weg zu finden man kann es einfach nicht mehr hören knaki oder exknaki ergötzen sich die Menschen daran ich frage mich wo bleibt die Menschlichkeit ist sie verloren gegangen jedenfalls kann Menowin Menschen begeistern von seinem können Mehrzad muß es jetzt beweisen das er die Kassen zum klingeln bringt sonst wird er bald vergessen sein

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