DSDS 2010 – Die 5. Mottoshow: Deutsch vs. Englisch

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Mehrzad Marashi: „Flugzeuge im Bauch“ – Herbert Grönemeyer, „Beggin’“ – Madcon

Kim Debkowski: „Krieger Des Lichts“ –  Silbermond, „Can’ t Get You Out Of My Head“ – Kylie Minogue

Helmut Orosz: „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“ Klaus Lage, „Satisfaction“ – The Rolling Stones

Thomas Karaoglan: „Hamma“ – Culcha Candela, „Relight My Fire“ – Take That

Menowin Fröhlich: „Über sieben Brücken musst Du gehen“ – Peter Maffay, „If You Don’t Know Me By Now“ – Simply Red

Manuel Hoffmann: „Bilder von Dir“ – Laith Al Deen, „Life Is A Rollercoaster“ – Ronan Keating

Es ist wieder Samstag, und es ist wieder Zeit für „Deutschland sucht den Superstar“. In der heutigen 5. Mottoshow müssen die Kandidaten Deutsch und Englisch singen, und teilweise war hier sogar Nachhilfeunterricht angesagt, denn einige Teilnehmer haben im Englischunterricht in der Schule wohl nicht so richtig aufgepasst… 😉

Der bislang schon zum Favoriten ernannte Menowin Fröhlich überrascht mit einem Titel von Peter Maffay (bzw. Karat, von denen das Lied ursprünglich stammt), „Checker“ Thomas Karaoglan, der heute seinen 17. Geburtstag feiert, überrascht weniger, denn er singt wieder mal ein Stück von Culcha Candela. Mehrzad Marashi traut sich an Herbert Grönemeyer ran – ob das wohl gut geht? Ich denke schon, denn von allen Grönemeyer-Stücken ist „Flugzeuge im Bauch“ noch am ehesten Cover-kompatibel; man muss die Nummer nur mit viel Gefühl singen, und das dürfte für den Sänger mit der Schmusenote kein echtes Problem darstellen. Ob Helmut Orosz den Zuschauern „Satisfaction“ verschaffen kann? Mal sehen… da müsste es erstmal „Zoom“ machen. Das einzige Mädchen, Kim, darf Kylie Minogue nachträllern (es gibt Schwierigeres) und Silbermond (es gibt Einfacheres). Manuel Hoffmann, der nach der Klatsche der Jury bei der vergangenen Show schon ums Weiterkommen zittern musste, versucht heute sein Glück mit Ronan Keating (dürfte ihm liegen) und Laith Al Deen (eine Herausforderung). Es verspricht ein lustiger Abend zu werden mit ein paar Liedern, die zwar im Radio schon auf- und abgenudelt wurden, die aber noch nicht in irgendwelchen Mottoshows verbraten wurden. Wir werden versuchen, Euch hier heute Abend auf dem Laufenden zu halten…

Zwei unvermeidliche Dinge stehen am Anfang jeder DSDS-Mottoshow: Moderator Marco Schreyl – und ein gemeinsames Lied der Kandidaten. „Let me entertain you“, versprechen sie – gekleidet ist Kim ins Punkeroutfit, der Checker glitzert vom Kopf bis zum Fuß, Menowin und Mehrzad wechseln eigentlich nie das Outfit, nur die Farbe, Helmut und Manuel sehen auch nicht grade einfallsreich aus. Egal.

Den Anfang macht heute Geburtstagskind Thomas Karaoglan. „Nina war heiß auf mich“, ist der Jungspund überzeugt – angeblich wegen dem Polizistenoutfit der Vorwoche. Er selbst hingegen würde gerne Juror Bohlen die Freundin ausspannen. In Runde eins singt er „Hamma“ – für sich selber? In üblicher Checker-Manier und mit einer heißen Tanznummer garniert kann er wieder gut davon ablenken, dass stimmlich noch einiges im Argen liegt. Es gilt: Erst die Show, dann der Gesang. Anschließend singt der ganze Saal bei Standing Ovations „Happy Birthday“, und Schreyl überreicht Thomas eine „Checkerkette“. Im anschließenden Jury-Urteil bleiben uns leider die peinlichen Details nicht erspart (muss das sein???): Thomas, so erfahren wir von Dieter Bohlen, litt unter Verstopfung. In echt jetzt. Aber die Oma wusste Abhilfe… Gesanglich gab der Chefjuror den Rat: „Üb noch ein bisschen singen. Nina und Volker hatten hingegen viel Spaß.

Startnummer 2 hat Helmut Orosz. Er hat sich neben Manuel zum Problemfall der Staffel entwickelt, wurde in den vergangenen Shows immer wieder für Outfit und Leistung kritisiert. Leider bewahrheitet sich das auch heute wieder: Beim deutschen Song „1001 Nacht“ hat er Textschwierigkeiten, singt teils schief – da hilft’s auch nicht, dass er mit dem Publikum gemeinsam abrockt. Das reicht vielleicht für den Ballermann, aber leider nicht, um die Jury zu überzeugen. Bohlen rügt die mangelnde Disziplin von Helmut, der offenbar lieber feiert als übt, Volker mahnt: „Das ist kein Kindergeburtstag“, nur Nina hat neben Schelte auch ein paar nette Worte übrig. Ziemlich geknickt wandert Helmut in die Kandidatenecke.

Kim Debkowski, das letzte verbliebene Mädchen (die Talente sind dieses Jahr wohl lieber zu „Unser Star für Oslo“ abgewandert) hat den Spitznamen „Kim Gloss“ schon weg. So darf sie im Trailer auch eine Handtasche designen. Gar nicht so schlecht, aber heute dreht es sich ja um den Gesang. Kim kann den Text von „Krieger des Lichts“, und ausschauen tut sie im Punkerlook auch supertoll. Großes Kompliment! Ein paar Töne versemmelt sie leider wieder, und das Gefühl fehlt mir ein wenig. Aber stimmlich ist es seit langem ihr bester Auftritt. Anschließend steht sie wie ein kleines Mädchen auf der Bühne und stellt sich dem Jury-Urteil. Das fällt recht positiv aus. „Du bist der kleine Schmetterling der Staffel“, lobt Bohlen, auch wenn er die Stimme manchmal noch im Raupenstatus sieht. Nina und volker hingegen sind voll zufrieden mit Kim.

Manuel Hoffmann hat schon eine beachtliche Anzahl an Fans. Waschkörbeweise trudeln die Fanbriefe bei ihm ein, und einer ist sogar viele, viele Meter lang. Das war doch schon mal da?!? Richtig, bei Thomas Godoj in Staffel 5! Die Aufmunterung durch seine Anhänger dürfte Manuel auch gehörig aufmuntern, nachdem er so viel Schelte abbekommen hat in der letzten Show. „Bilder von Dir“, ein gefühlvoller Titel. Und Manuel gefällt mir damit auch wirklich viel besser als bei der 4. Mottoshow. Auf jeden Fall bringt er eine bessere Leistung als Helmut. Auch Volker Neumüller spricht von einer „guten, souveränen Leistung“, rät Manuel trotzdem dazu, Gas zu geben. Auch von Nina gibt es Lob – und von Dieter Bohlen noch viel mehr. Der fand den Anfang „sensationell“ und den Auftritt „hammermäßig“. Manuel wirkt gelöst – Aufgabe erfüllt!

Menowin Fröhlich hat sich mit „Über sieben Brücken musst Du gehn“ einen recht ungewöhnlichen Titel herausgesucht. Mit der tiefen, maskulinen Stimme von Peter Maffay im Ohr hört sich Menowin doch etwas gewöhnungsbedürftig an. Seine Stimmfarbe ist sicher nicht optimal für solche Titel, auch wenn er das Ganze ohne Frage sehr gut gesungen hat. Trotzdem die Bitte: Lass die Finger von sowas! Es gibt tausende Lieder, die besser zu Dir passen, Menowin! Dieter Bohlens Kommentar: „Zuerst dachte ich: Haben die Peter Maffay in den Mixer gesteckt?“ Allerdings ist er voll des Lobes, weil Menowin aus dem Stück etwas ganz Eigenes gemacht hat. Auch Volker Neumüller ist begeistert: „Das war die allergeilste Version, die ich je gehört habe!“ Lediglich Nina Eichinger kann mit dem Song an sich so gar nichts anfangen.

Und dann kommt das erste Highlight des Abends: „Flugzeuge im Bauch“ von Mehrzad Marashi. Eigentlich würde ich ja gerne mal wieder was Flotteres von ihm hören, aber das ist mit Abstand die geilste, gefühlvollste, schönste Version dieses Liedes, die ich je gehört habe. Absolute Weltklasse – und jeder Ton, jede Nuance ist voll getroffen. Volker Neumüller bescheinigt Mehrzad, dass er alle Wünsche, die ein Manager an einen Künstler haben kann, erfüllt habe. Nina ist begeistert, und Dieter ruft den Auftritt zum bislang besten des Abends aus.

In Runde 2 kommen die englischsprachigen Songs an die Reihe. Wieder darf Thomas als erster. „Relight my fire“ fängt an, als ich noch im Nebenzimmer sitze und endlich mal nicht von Checkers netter Show vom Gesang abgelenkt werde. Und ich denke: „Was ist DAS denn???“ Ein heißer Auftritt, buchstäblich, mit Feuerkünstlern zur Staffage, aber leider, leider: Thomas, gesanglich war das nix, und so langsam wird die Checker-Nummer langweilig, sorry. Das Publikum hingegen lässt sich zu Fanchören hinreißen… Volker fühlte sich gut unterhalten und sieht nur ein „kleines Manko“ im Gesang. Aha. Ich dachte, es sollte ums Singen gehen??? Nina lobt die „richtig gute Performance“. Und Dieter meint: „Wenn sich die Stimme dem Ego anpassen würde, hätten wir nen doppelten Caruso.“ Und er fordert energisch, dass Thomas endlich mal singen üben soll. Wetten, ab Mottoshow 7 steht Thomas auf Dieters Abschuss-Liste?

Helmut versucht, mit „Satisfaction“ und heißen Gitarrenladies etwas Boden gut zu machen. Auf jeden Fall ist der Auftritt besser als der erste. Mein Herz schlägt ja grundsätzlich für Rocker, aber so ganz will der Funke nicht überspringen. Auch Dieter meint: „Befriedigend war’s für mich nicht.“ Er geht sogar so weit, zu sagen, dass Helmut mit dieser Einstellung nichts bei DSDS zu suchen hat. Nina hat es hingegen Spaß gemacht. Von Volker gibt es ganz radikal ne sechs, weil Helmut schon wieder Texthänger hatte.

Die kleine Kim singt „Can’t get you out of my head“. Kylie gehört eigentlich nicht zu meinen Favoriten, und ich kann auch ihrer Stimme nicht viel abgewinnen. Bei Kim ist es auch so, dass man von ihrem Outfit ziemlich leicht abgelenkt wird – dieses Mal ein weißer Hosenanzug mit Kapuze. Also probiere ich den Trick nochmal aus, der beim Checker geklappt hat: Weggucken! Und siehe da: Die junge Dame versemmelt etliche Töne, und das bei diesem doch recht einfachen Lied. Nönö, so bitte nicht… Nina lobt – mal wieder – nur das Outfit und drückt sich um eine gesangliche Wertung. Volker gibt zu, dass der Gesang nicht mit der Optik mithalten kann. Und Dieter? Er fand es toll. Sehr erstaunlich. Kimmy darf Marco Schreyl noch ein paar Stylingtipps geben, bevor sie in die Kandidatenecke wandert.

Auf und ab ging es für Manuel in der letzten Zeit. Wie auf der Achterbahn eben. Und so singt er passend „Rollercoaster“. Man merkt, dass er ernsthaft an sich gearbeitet hat in der vergangenen Woche. Wieder singt er recht gut, intoniert passend und gefühlvoll. Die Reinkarnation von 80er-Jahre-Popper Rick Asthley gefällt mir auf alle Fälle besser als Kim und Helmut. Auch Dieter Bohlen ist voll des Lobes: „Du gefällst mir heute wirklich!“ Nina ist der Auftritt allerdings „zu viel Bravo, zu wenig Superstar“. Volker vergibt die Schulnote 3 und macht markige Sprüche: „Ich würde Dich gerne mal loben oder in die Fresse hauen.“ Was natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist.

Überhaupt scheint Volker Neumüller nicht unbedingt besonders gut drauf zu sein heute Abend. Ist es der Jetlag? Wer weiß… Bei seiner zweiten Darbietung begiebt sich Menowin wieder ganz und gar auf seine Schiene. „If you don’t know me by now“ – da kann er wieder alle Register ziehen, gefühlvoll und nachhaltig ins Mikrofon hauchen und schreien. Warum dieser Junge Bohlen-Mukke singen will, geht mir nicht in den Kopf – der wäre mit R&B und Soul goldrichtig! Alles andere ist Talentverschwendung… Nach dem Auftritt gibt es Zugaberufe aus dem Publikum, und die Jury lobt wie immer. Volker Neumüller: „Der Song passt zu Dir wie Arsch auf Eimer.“ Nina Eichinger findet es sensationell, erwähnt aber auch die kleinen Texthängerchen – findet sie aber nicht weiter schlimm. Dieter Bohlen erwähnt diese erst gar nicht – von wegen gleiches Recht für alle? Dieter ist auch für einen Spruch gut, der erst so manchen Zuschauer den Atem anhalten lässt: „Vielleicht war Dein Vater ja Terrorist.“ Huch – kommt jetzt eine neue Enthüllung? Weit gefehlt – es ist mal wieder die Einleitung zu einem Lob: „Das war einfach bombenmäßig!“

Der letzte Auftritt des Abends gehört Mehrzad. „Beggin“ singt er, aber betteln um die Publikumsgunst ist wohl überflüssig, denn selbiges hat er voll auf seiner Seite! Die von mir gewünschte schnellere Nummer legt er wieder souverän aufs Parkett, tanzt, groovt, singt locker vom Hocker und ist für mich heute ganz klar der Tagessieger. Dieter Bohlen: „So muss das aussehen!“ und „Da stimmt einfach alles!“ Er sieht Mehrzad schon im Finale. Nina findet es gar „sensationell“, und Volker hat einfach Spaß, ihm zuzusehen und zuzuhören. Auch er erklärt Mehrzad zum Tagessieger – da sind wir uns einig, Herr Neumüller. 😉

Einig sind sich die Jury und ich auch bzgl. des Kandidaten, der aller Wahrscheinlichkeit nach heute die Reihen der Kandidaten verlassen muss: Helmut, denn er war mit Abstand der Schwächste an diesem Abend. Und jetzt heißt es wieder: Warten!

Am Ende zeigt sich mal wieder, dass die Gunst der Zuschauer unberechenbar ist: Nicht, Helmut, sondern Manuel muss gehen. In meinen Augen ungerecht, denn nach seiner Leistung hätte Helmut den Hut nehmen müssen. Bleibt zu hoffen, dass sich der Oldie dieser Staffel die Mahnungen der Jury auch wirklich zu Herzen nimmt und bis zur nächsten Mottoshow mal lieber Texte paukt statt Party zu machen.

Alle Infos zu „Deutschland sucht den Superstar“ im Special bei RTL.de: www.rtl.de/cms/unterhaltung/superstar.html
(c) RTL / Stefan Gregorowius

3 Kommentar

  1. Danke, Cat! Auch ICH fühlte mich gut unterhalten – von DIR!! Hat Spaß gemacht, deine Zusammenfassung zu lesen, denn ich hab heut von der Sendung nicht viel mitbekommen.
    Und morgen lese ich den Rest: die Entscheidung!

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