DSDS 2010: Der wahre Superstar ist die Karibik

Das traumhafte Ambiente, in dem die Teilnehmer von DSDS heuer „gesiebt“ wurden wie der zuckerweiße Sandstrand, läuft den Möchtegern-Sternchen den Rang ab und bietet Dieter Bohlen die Möglichkeit, den zahlreich versagenden Mädchen und Jungen Assoziationen zum „Fluch der Karibik“ zu bieten. Nina Eichinger erhielt die Gelegenheit, ihre Gebeine in der Sonnen zu entblößen und Volker Neumüller hatte die Möglichkeit, viele junge Damen mit wenig mehr als nichts zu begutachten. Schließlich muss die Optik des künftigen Superstars ja auch was taugen.

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Der Recall zu Deutschlands größter Casting-Show ist vorbei. 15 Kandidaten haben den Sprung in die erste Live-Show geschafft, um auf RTL vor einem Millionenpublikum zu singen. Doch wer der wahre Superstar unter ein paar talentierten und weniger talentierten Sängern ist, weiß doch eigentlich schon jeder: Es war in diesem Jahr die Karibik.

Das traumhafte Ambiente, in dem die Teilnehmer von DSDS heuer „gesiebt“ wurden wie der zuckerweiße Sandstrand, läuft den Möchtegern-Sternchen den Rang ab und bietet Dieter Bohlen die Möglichkeit, den zahlreich versagenden Mädchen und Jungen Assoziationen zum „Fluch der Karibik“ zu bieten. Nina Eichinger erhielt die Gelegenheit, ihre Gebeine in der Sonnen zu entblößen und Volker Neumüller hatte die Möglichkeit, viele junge Damen mit wenig mehr als nichts zu begutachten. Schließlich muss die Optik des künftigen Superstars ja auch was taugen.

Große Überraschungen gab’s keine, aber – welch ein Glück für RTL und die Einschaltquote – große Dramen, vor allem bei den kleinen Mädchen. Celine Denefleh zum Beispiel leidet an Herzrhythmusstörungen. Ihre Geschichte, passend untermalt mit Statements von Arzt, Mutter und dramatischen Bildern, sorgen dafür, dass sie im Einheitsbrei der Kandidatinnen einen gewissen Wiedererkennungswert erhält. Monique und Zemine hingegen zoffen sich stilecht vor der Kamera. Warum, weiß eigentlich keiner so richtig, aber wie gut ist es doch, dass RTL seine Schäfchen immer im Auge behält. Den Abschuss aber liefert die 16-jährige Kima, die – knöcheltief im kristallklaren Karibikwasser stehend – einen frühkindlichen Trotzanfall abliefert, als sie erfährt, dass sie nicht weiter ist. Das erinnert stark an eine Zweijährige, die an der Supermarktkasse Rabatz macht, weil sie keine Süßigkeiten kriegt. Jede Mutter weiß, dass man jetzt besser nicht nachgibt – sonst holt man sich den Tyrannen ins Haus. Aber DSDS ist anders. Kima erhält eine zweite Chance, weil ihre Eigenschaft „über Leichen zu gehen“ (Dieter Bohlen) doch zeige, dass sie bereit sei, alles zu geben. Pech für Olivera, die an ihrer Stelle gehen muss. Dass Kimas Weg spätestens in der nächsten Runde endet, war eigentlich klar, und gnadenlos wird sie vor der Top-15-Show von der Jury abserviert. Mitleid kommt da keines auf…

Die Mädels dieser Staffel bestechen vor allem durch Hüllenlosigkeit (Bikinipflicht?), aufreizende Hüftbewegungen und bettelnde Blicke Richung Jury. Austauschbar und übersichtlich; ein besonderes Talent wäre mir jetzt nicht aufgefallen. Sicher, singen können einige, aber so richtig vom Einheitsgedöns abheben will sich nur eine – die Berlinerin Meike. Blond, bleich, ungeschminkt und ungekünstelt ist sie der Freak unter den Damen, ziemlich schräg und alleine deshalb schon sehr sympathisch. Ihr wisst es schon: Sie kam nicht weiter. Ebenso wenig wie Kevin Rebstock, der aussehenstechnisch an den Leadsänger der „Prinzen“ erinnert und ebenfalls authentisch und nett rüberkam. Für ihn war es die zweite Teilnahme, doch wie schon im Vorjahr scheiterte er in der Runde vor der Top 15. Sehr schade – sympathischer Kerl; ich hätt’s ihm gegönnt.

Womit wir beim Thema „Prognosen“ wären: Meine Kristallkugel behauptet, dass dieses Jahr wieder ein Junge gewinnt. Denn das männliche Geschlecht ist eindeutig besser vertreten (talenttechnisch) als das weibliche. Helmut (30) könnte jederzeit als Bryan-Adams-Double Karriere machen, seine Stimme hat den geforderten Wiedererkennungswert. Genau wie die von Bohlen-Liebling Menowin. Sie haben mit ihren Sangeskollegen Mehrzad (ruhig, einfach cool und immer gut gelaunt) und Nelson (könnte auch als Model Erfolg haben) vor allem zwei Dinge gemeinsam: Sie interpretieren die Songs mit Individualität, und sie vermitteln immer das Gefühl, wegen des Singens da zu sein und nicht, um ihren Kopf in die Kamera zu strecken.

Da DSDS aber eine Unterhaltungsshow ist und kein echter Gesangswettbewerb, muss es natürlich auch die etwas schrägen Vögel geben, um zu polarisieren. Der „Checker“ Thomas Karaoglan ist zwar erst 16, hat aber eindeutig Showtalent, zumindest wenn es darum geht, die größte Nervensäge Deutschlands zu finden. Natürlich ist der Kleine in der Top 15 zu finden, worüber 80 Prozent der DSDS-Gucker zwar stöhnen werden, im Grunde aber froh sind, dass sie was zum Lästern haben. Mir kommt es so vor, als hätte sich DSDS-2008-Nervensäge Benny Herd gut verkleidet und sei nochmals angetreten… Auch Kim Debkowski fällt aus dem Rahmen: Die 17-Jährige, die ebenfalls zum zweiten Mal dabei ist, besteht zu 50 Prozent aus Schminkstoffen und kann leicht auf Anhieb aufgrund ihrer vorgartenzaungroßen, schwarzgetünchten Wimpern aus der Menge herausgefunden werden. Wenigstens kann sie singen.

Man könnte noch stundenlang darüber philosophieren und lamentieren, ob es rechtlich wirklich in Ordnung ist, 16-jährige Teenager allein mit Dieter und Konsorten eine Reise um die Welt unternehmen zu lassen, ob die Eltern von minderjährigen Teilnehmern diesbezüglich keine Skrupel haben, ob der Druck und die Anspannung, der diese jungen Menschen ausgesetzt sind, nicht fatale Nachwirkungen aufs ganze Leben haben können. DSDS bleibt trotz allem eins: TV-Unterhaltung aus einer der unteren Schubladen, aber unterhaltsam. Und damit Ihr Euch nochmal einen Überblick verschaffen könnt, wer uns die nächsten Monate im Fernsehen begleiten wird, hier noch einmal die Namen der Top15-Kandidaten, dem Alter nach geordnet:

Naomi Marte, 16

Thomas Karaoglan, 16

Kim Debkowski, 17

Céline Denefleh, 17

Kevin Reichmann, 17

Steffi Landerer, 19

Maria Valencia, 19

Marcel Pluschke, 19

Manuel Hoffmann, 19

Menowin Fröhlich, 22

Ines Redjeb, 22

Nelson Sangaré, 24

Dirk Petry, 27

Mehrzad Marashi, 29

Helmut Orosz, 30

6 Kommentar

  1. Wie immer herrlich auf den Punkt gebracht, Cat!!
    Und die Benny-Herd-reloaded-Version alias Thomas „checker“ ist wirklich so ein unerträglicher Rotzbubi, dass ich davon soooo ´nen Hals kriege…
    Und wenn der schöne Nelson mit der samtigen Stimme nicht wäre (der angeblich „subtil aggressiv“ rüberkommt…–> die haben echt einen an der Klatsche!!), dann würde ich diese Staffel garantiert nicht weiter verfolgen! – Ich hätt ja deine Artikel als update!! 🙂

  2. Grandios – wirklich toll geschrieben und so auf den Punkt! Sinn oder Unsinn dieser Sendung und ihrer Protagonisten schonungslos aufgedeckt 😉

    Ich hab‘ mir Castings und Recall dieses Mal ja geschenkt, kann es mir aber bildlich vorstellen nach der Lektüre dieses Artikels 😉

    Vielleicht schaue ich mir dann mal die Top 15-Show an…

  3. Joel hat also nicht in das Konzept gepaßt. Und Kevin Rebstock durfte sich ein zweites Mal von seinem Traum verabschieden.
    Eins ist klar: In diese Sendung paßt nichts, was wirklich gut ist! Nur Zickenkriege, Mitleidsstories und Schlammschlachten.

    Und deshalb muß an dieser Stelle wiederholt betont werden, daß der Sieg eines Thomas Godoj ein Betriebsunfall war, ein Versehen, nicht geplant. Vielleicht kam Thomas damals nur weiter, weil er laut Dieter Bohlen so aussah, als wäre ihm „ein Sargdeckel auf den Kopf gefallen“. Denn das paßt gut ins Konzept einer solchen Sendung.

    Zu dumm, daß er wie Phoenix aus der Asche emporstieg und Gesangsleistungen ablieferte, mit denen niemand gerechnet hatte.

    DSDS wird von Jahr zu Jahr schlimmer, schlechter, unerträglicher. Und Bohlen scheint es auch nicht zu kümmern, daß sein Kalkül immer offensichtlicher wird. Es wird wieder genügend Teenies geben, die ihr Taschengeld für ihren Favoriten ausgeben werden.

  4. Danke an Musiktipps24 für die schnellen und guten Informationen. Und ich kann Dir nur voll zustimmen, Cat, was diese Show betrifft. Aber in einem muss ich Dir widersprechen: der wahre Superstar ist Dieter Bohlen. Und dass nicht, weil er so gut singt sondern so geschäftstüchtig ist, dass er die meiste Kohle dabei verdient. MIr tun die vielen Leute leid, die RTL das ganze Geld in die Kasse spülen und nur besch***** werden! „Stell Dir vor, es ist DSDS und keiner ruft an….“

  5. Hey.. ich wüsste gerne welcher Make-up oder Puder Kim Debkowski benutzt…?? *HiiHii*
    LG Janina

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