Die Söhne Mannheims und Xavier Naidoo im Interview – Teil II

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Weiter geht es nun mit dem Interview der Söhne Mannheims und Xavier Naidoo

Wie kam es denn überhaupt zu diesem MTV-Unplugged?
Michael:
"Ja das war eigentlich eine sehr, sehr langwierige Angelegenheit. Wir wollten schon lange, MTV wollte schon lange und da wir, und insbesondere Xavier, sehr umtriebig sind und immer was Neues in den letzten Jahren veröffentlicht wurde, war eigentlich niemals so der richtige Slot, wo man das machen konnte. Und nachdem wir irgendwann mal so eine Pause ausgerufen hatten, hat sich das im Endeffekt so ergeben, sich damit dann wieder zurückzumelden."

Wer kam auf Andreas Vollenweider an der Harfe?
Xavier:

"An Andreas Vollenweider denkt man immer wieder mal bei uns, weil wir die Harfe als Instrument sehr schätzen. Außerdem haben wir einen Kollegen, der Andreas Vollenweider schon seit langem sehr gut kennt und auch schon mit und für ihn gearbeitet hat."

Ihr habt ja jedes einzelne Stück im neuen Gewand präsentiert. Wie habt ihr denn die neuen Arrangements erarbeitet?
Michael:

"Es ist natürlich schon so, dass wir hier einen großen Fundus an sehr vielen kreativen Menschen haben und dadurch, dass die Band sowohl bei den Söhnen Mannheims als auch bei Xavier, so gut und so reichhaltig bestückt ist, konnte man mit einer sehr langen Probezeit im Studio die Sachen einfach „erjammen". Also wirklich hinsetzen und solange spielen, wie bei ‚Geh davon aus‘ zum Beispiel. Robbee hatte eine Bassidee und Xavier und ich sind aufgesprungen und haben jubelnd geschrien: ‚Ja, unbedingt!‘ und von da ausgehend haben wir den Song neu aufgebaut. So oder so ähnlich kann man sich im Prinzip den Rest vorstellen. Wir haben dann viele andere Wege probiert aber es hat sich im Endeffekt rausgestellt, dass wenn man alle beisammen hat, die Bälle dann sehr schön hin und her fliegen und man nur gucken muss, dass die auch im Tor landen."

Wie lange habt ihr für die Arrangements nun im Studio gejammt?
Xavier:

"So lange wie nie. Man hat auch immer wieder neu angefangen."

Michael:  
"Ich glaube, wir haben Anfang des Jahres begonnen. Es ist natürlich dann, wie es immer ist, wenn viel Zeit ist, dann verstreicht auch viel. Und das wird dann immer umso arbeitsintensiver je näher der Termin rückt. Und am Schluss haben wir dann fast zwei Monate durchgeprobt."

Waren denn – trotz der langen Zeit – gewisse Songs immer noch Wackelkandidaten?
Michael:
 
"Es ist natürlich auch – wie immer – dass man zwischendurch denkt: ‚Oh Gott! Das wird gar nix. Wir können komplett alles eintüten und müssen alles absagen!‘ – Das war kein Running-Gag, wir haben uns das ernsthaft überlegt. So ganz am Schluss war mir dann schon klar: ‚Oh, das könnte doch ganz gut werden.‘ Aber Xavier hatte auch kurze Phasen [lacht], wo er alles total schrecklich fand. Ich habe zwei Wochen vorher noch schnell die Bremse rein gehauen, weil Xavier merkte: ‚Oh die Opulenz ist doch zu stark im Vordergrund‘ und dann haben wir – sogar eine Woche vorher – drei oder vier Lieder komplett noch mal umgeschmissen. Ich muss sagen – ich hab jetzt jeden Song circa 400x in der Postproduktion gehört, aber ich bin immer noch zufrieden."

Du hast eben die Postproduktion erwähnt. Kommt ihr nicht bald mal zu einem Ende?
Michael:
 
"Im Moment bin ich eigentlich gar nicht hier, sondern ich schwirre zwischen Postproduktionsstudio Nummer eins, zwo, drei, vier und fünf durch die Gegend. Wir haben drei Toningenieure, mit denen wir immer mal abwechselnd arbeiten und die glühen alle im Moment völlig. Ja, die müssen alle herhalten. Einer ist gerade am Durchbrennen. Also renne ich dann von einer Glühbirne zur anderen und versuche, ein bisschen Wasser draufzuschütten, ohne das es einen Stromschlag gibt."

Es gab zwei Tage in der Location. Einer für die Aufzeichnung und einer für die Generalprobe. Es heißt ja immer, wenn die Generalprobe schief geht, ist es das beste Zeichen. Wie war die bei euch?
Ralf:
 
"Als allererstes hatten wir Probleme mit unserem Monitorpult, weil es einfach nicht abgespeichert hat, was wir in den Proben davor festgenagelt hatten. Da mussten wir dann wieder von Vorne anfangen. Das ist dann natürlich ein Faktor, wo du denkst: ‚Hm, schon wieder‘ und ‚Warum kriegt man immer wieder Steine in den Weg geworfen? Wir haben es jetzt doch wirklich gut gemacht."

 Weiter geht es nun im nächsten Teil der Serie –>

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