Die musikalische Reise des Daniel Wirtz – neue Tour mit „Akustik Voodoo“

Nein, ein Li-La-Gute-Laune-Bär wird Daniel Wirtz mit Sicherheit nicht mehr. Auch nicht beim zehnten Album, und schon gleich gar nicht bei diesem dritten Werk, "Akustik Voodoo". Muss er aber auch nicht - zuckersüße Klangpoesie gibt's schließlich schon mehr als genug auf dem Markt. Daniel Wirtz kann was anderes: Er fasziniert.

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Nein, ein Li-La-Gute-Laune-Bär wird Daniel Wirtz mit Sicherheit nicht mehr. Auch nicht beim zehnten Album, und schon gleich gar nicht bei diesem dritten Werk, "Akustik Voodoo". Muss er aber auch nicht – zuckersüße Klangpoesie gibt's schließlich schon mehr als genug auf dem Markt. Daniel Wirtz kann was anderes: Er fasziniert.
 
Schon bei "11 Zeugen" gewährte er dem Hörer Einblick in eine verletzliche Seele, schonungslos, offen und mitreißend. Ging an die Schmerzgrenze in der Beschreibung innerer Zerrissenheit auf der ewigen Suche nach dem Ganzen. Das Folgestück, "Erdling", setzte diese Suche fort, wobei sich die Texte, die sich bei "11 Zeugen" teils noch als innerer Monolog verstanden, bei "Erdling" in Dialoge verwandelten: Wirtz fing an, zu kommunizieren, fing Echos auf und gab sie wiederum zurück.

Jetzt also "Akustik Voodoo". Wie bei den Vorgängern setzt Daniel Wirtz auch dieses Mal auf satte, rockige Instrumentierung, ohne dabei unmelodisch zu werden. Wieder spinnt der Songwriter, ohne Zweifel einer der talentiertesten, die Deutschland derzeit aufzuweisen hat, feine, kraftvolle Textgewebe – diese sind wie Spinnennetze: Manchmal zart anzuschauen, aber immer mit einer Substanz, die stärker ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. Da sind die kraftvollen, rotzigen Stücke wie der Title-Track "Akustik Voodoo", da sind die Balladen wie "Weiße Stellen", die das Leben als Leinwand beschreiben. Keine Sorge, Daniel: Dein Bild wird am Ende sicherlich nicht leer sein. Schon diese drei Alben reichen, um ein Bild in – zugegebenermaßen recht melancholischen – Farben zu zeichnen. Und da sind Stücke, die zugleich abgrundtief depressiv daherkommen und doch zugleich nicht ganz ohne Hoffnung sind. Hierzu zählt auch "Der lange Weg", ein typisches Wirtz-Stück, das mit jedem Hören gewinnt und sicher ein Highlight auf der Scheibe ist. Auch "Der Sog" hat diese Qualitäten. Warum ausgerechnet das eher unspektakuläre "Hier" als Single-Auskopplung (Erscheinungstag: 14. Oktober) gewählt wurde, ist allerdings nicht nachvollziehbar. Dies ist ein Song, der eher als "tut nicht weh" definiert und damit eventuell in monotone Radiolandschaften integriert werden kann; vielleicht liegt hier der Grund.

Alles in allem setzt Daniel Wirtz die musikalische Reise fort, die er mit "11 Zeugen" begonnen und mit "Erdling" weitergeführt hat – eine Reise aus seiner eigenen Seele in die Außenwelt, die feindlich erscheint. Wer davor keine Angst hat und sich an schönen Texten und rockigen Klängen freuen kann, dem sei "Akustik Voodoo" ans Herz gelegt. Noch besser dürfte die Idee sein, sich Konzertkarten für Wirtz zuzulegen. Allerdings sollte man nicht zu lange warten – das erste Konzert ist schon ausverkauft. Hier die Daten:


Akustik-Voodoo-Tour 2011:

21.10. Jena

22.10. Kaiserslautern

24.10. Stuttgart

25.10. Würzburg 

27.10. CH-Zürich

28.10. Nürnberg

29.10. München

31.10. Leipzig (ausverkauft)

01.11. Hannover 

02.11. Bremen

04.11. Hamburg

05.11. Münster 

06.11. Berlin

08.11. Dortmund

09.11. Köln

10.11. Frankfurt

Homepage von Daniel Wirtz:

http://www.wirtzmusik.de/

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