Bands und Musiker gründen einen eigenen Verband

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Sie wollen mehr Kontrolle über das Musikgeschäft. Mehr Kontrolle über ihre eigenen Songs und Veröffentlichungen. Deshalb haben sich nun rund 60 Künstler aus Großbritannien zusammen getan und einen eigenen Verband gegründet, der wiederum ihr ganz eigenen Interessen unterstützen soll.

Ein Grund dürfte unter anderem sein, dass man mit diesem neuen Konzept im digitalen Zeitalter etwas mehr Druck auf die großen Plattenfirmen ausüben will. Schon jetzt nutzen viele Bands die Möglichkeiten des Internets, um zum Teil Songs auch ohne ihre Plattenfirma veröffentlichen zu können.
Der neue Verband heißt „Featured Artists Coalition“. In der neuen Musiker-Koalition aus England haben sich unter anderem Stars wie Robbie Williams, Kate Nash, The Verve, Craig David und auch David Gilmour zusammengetan, um gemeinsam ihre Interessen zu vertreten.

Ein großes Projekt soll zum Beispiel sein, dass man es den Künstlern ermöglichen will, ihre Urheberrechte wiederzerlangen und dann ggf. auf Zeit wieder an ihr Label vermieten zu können. Außerdem will der Verband eine größere Mitsprache erwirken, so dass die Künstler selber entscheiden können wie, wann, wo und für welche Zwecke ihr Song benutzt wird.
Damit könnten dann Ärgernisse wie die Verwendung des neuen Bond-Songs für eine Cola-Werbung schon im Vorfeld beseitigt werden.
Natürlich sollen aber auch höhere Einnahmen erzielt werden. Man will erreichen, dass die Musiker besser am bisherigen Geschäft beteiligt werden.

Immer wieder wird vor allem auf den Zusammenhang zwischen Musik und Internet hingewiesen und das die Künstler hierbei zum Teil ausgenutzt und ignoriert werden. All dies soll sich mit dem neuen Verband jetzt ändern. Sollte alles so zusammenfinden, wie die englischen Kreativen sich das vorstellen, dann steht demnächst wohl einigen Plattenfirmen gehöriger Ärger ins Haus. Neben dem so genannten „illegalen Downloads“ muss die Plattenfirma nun auch noch an einer zweiten Front kämpfen. man darf hierbei sicher sein, dass gerade ihnen eine Art „Band-Gewerkschaft“ überhaupt nicht passt.

Darf man sich dann bald auf die ersten organisierten Streiks in England freuen? Das Potential wäre auf jeden Fall da. Musiker nehmen einfach keine weiteren Songs auf und setzen damit ihre Plattenfirma unter Druck, die ja zwangsläufig früher oder später neue Platten releasen muss.

Verband hin oder her. In Großbritannien geht die Zahl der verkauften CDs stetig zurück, die zwar schnell zunehmende Zahl der legalen Downloads kann angeblich diesen Verlust nicht korrigieren. Laut Berichten lässt sich mehr Geld mit Merchandise-Artikeln verdienen als mit den eigentlichen CDs. Wahrscheinlich aber auch nur deshalb, weil man eben noch keine „Madonna-Tasse“ (oder Oasis Bettwäsche…oder…)aus dem Internet herunterladen kann.

Meine ganz persönliche Meinung, unabhängig von der Koalition ist, dass man einfach langsam mal beginnen sollte, die Verkaufspreise für CDs zu senken. Ich kann nicht verstehen, wie man immer noch an den teils recht hohen Preisen für ein komplettes Album festhalten kann, wenn dieses dafür dann wie Blei in den Regalen liegt. Hey, senkt die Preise, dann kaufen die Leute auch wieder eure Platten. Ich zum Beispiel gehöre auch noch immer zu den Menschen, die lieber eine „echte“ CD im Regal stehen haben, statt sie nur als Download auf meiner Festplatte zu finden.

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